Mittwoch, 14. April 2010
... and read each one out loud.


Das da oben ist Herr Paulsen. Herr Paulsen kann nicht nur schreiben, sondern auch lesen. Das hat er gestern in München in einer Buchhandlung bewiesen. Diese Buchhandlung wurde bereits von Herta Müller heimgesucht belesen. Jetzt ist sie Buchhandlung des Jahres und darf bei Autorenlesungen auch mal knackige 12 Euro Eintritt verlangen. Dafür gibt's dann neben Geschichten auch von Praktikanten geschmierte Brote und Wein. Ja, der Buchhandel steckt in der Krise und muss sich was ausdenken. Der Preis wird an Läden vergeben, die mit einem überzeugenden Gesamtkonzept auffallen und dabei wirtschaftlich erfolgreich arbeiten. Somit hat jene Buchhandlung bewiesen, dass sie den Preis verdient hat.

Das nur so am Rande. Denn eigentlich bin ich ja gekommen, um endlich mal Herrn Paulsen so richtig auf die Kacke hauen zu sehen. Das tut er dann auch gleich mit seiner ersten Geschichte, in der er stimmlich vorzüglich in verschiedene Rollen schlüpft. Und da ist Herr Paulsen nicht mehr Herr Paulsen, sondern einmal Herr Böhme, Demis, Gudrun oder der mißmutigste Kellner der gesamten Costa Brava. Nur einmal ist Herr Paulsen er selbst. Einmal nämlich bekochte er Herrn Siebeck. Die Schmach der rohen Zierkartoffel schwingt auch nach Jahren noch in seiner Stimme.

Herr Paulsen kann nicht nur schreiben und lesen, er kann auch Drachen zähmen. Nein, damit meine ich nicht die vielen älteren Damen, die mit leicht verträumtem Blick an seinen Lippen kleben, wo doch sonst nur eine kleben darf. Ich meine den Papierdrachen, der hoch über den Köpfen schwebt. Jede noch so kleine Luftbewegung läßt seinen Körper auf und ab tanzen. Doch während Herr Paulsen liest, bewegt sich kein Lüftchen.



Dann klappt Herr Paulsen das Büchlein zu. Viel zu früh ist alles vorbei. Ich ergattere eines der gedruckten Exemplare und stelle mich damit brav hinten an die Schlange der Verehrerinnen. Wenigstens Hallo sagen will ich dem Herrn Paulsen, wo er schon mal in München ist. Während ich so in der Schlange stehe, spüre ich die Wirkung von zwei Gläschen Weißwein auf nüchternen Magen. Jetzt bloß nicht lallen. Um zu artikulieren müssen mir aber noch ein paar zusammenhängende Worte einfallen. Geistreich und witzig soll es sein. Erster Eindruck und so. "Hallo Herr Paulsen ich bin Frau Klugscheisser!" Ungeheuer geistreich. Wahnsinnig witzig. Nur wenige Minuten später ist der Zensor im Kopf auch wieder at work.

Und schließlich macht Herr Paulsen was sehr Bescheidenes. Herr Paulsen hat wohlgemerkt das Kochen von der Pieke auf gelernt. Herr Paulsen hat für Herrn Siebeck gekocht (eat that!). Herr Paulsen kann richtig was. Trotzdem zögert er keine Sekunde, als ich ihn bitte, für meine Mutter eine Widmung in das Buch zu schreiben. Erst schwingt er die Hand mit der Feder wenige Millimeter über der Seite ein. Dann senkt er sie ab und kalligraphiert in schönster Manier.



Hach, dieser Schwung, diese Federführung! Das läßt Großes erahnen. Ein Roman gar? Bis es soweit ist, vereint alle Blogger von Nord bis Süd ein einziger Gedanke: wir sind Paulsen.

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Mittwoch, 28. Juni 2006
Sinne der Seele


Rauschen der Stille in ruhenden Ohren
Geräusche der Leere, fast nicht zu ertragen
im Antlitz von Wissen erstummen Gedanken
klanglose Laute als das, was sie sollen
Hüllen zu füllen mit Ahnen und Sehnen
nur dadurch zu Ausdruck verwandelt.

Schauer der Haut, nur selten berührt
suchendes Tasten im Leerraum des Herzens
Kerker der Triebe vom Fürchten ummauert
Begegnende zucken zurück vor den Strichen
sind blind mit den Händen, berühren nicht Täler
und Furchen vom Wasser gegraben.

Blendendes Dunkel der Nacht hinter Lidern
kein Lichtstrahl aus Sonne dringt durch sie hindurch
zielloses Wanken bald schwindelnd im Raume,
der höher und weiter als jemals gesehen
Balance findend mit weiten Armen
sich dem Universum entgegenzustrecken.

Stinkender Unrat belagert Erinn´rung
der quälend und schwer den Brustkorb zerquetscht
Manch einer will sie verleugnen zu kennen
Verweigerte Schmerzen das Dasein vergiften
begräbt seine Wunden und gibt ihnen Macht zu
rumoren im Bauch und im Traum.


Text © 09.04/05.06
Foto © gaga

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Mittwoch, 14. Juni 2006
Le Nu perdu
De même qu' il y a plusieurs nuits différentes dans l'espace, il y a plusieurs dieux sur les plages du jour. Mais ils sont si étalés qu'entre souffle et ressaut une vie s'est passée.

Les dieux ne déclinent ni ne meurent, mais par un mouvoir impérieux et cyclique, comme l'océan, se retirent. On ne les approche, parmi les trous d'eau, qu'ensevelis.

Meilleur fils du vieux disque solaire et au plus près de sa céleste lenteur. Cette envie substantielle se répéta, puis sa tache se perdit.

Nuit à loisir recerclée, qui nous joue ?

René Char

***
Mets-toi à la place des dieux et regarde-toi. Une seule fois en naissant échangé, corps sarclé où l'usure échoue, tu es plus invisible qu´eux. Et tu te répètes moins.

La terre a des mains, la lune n'en a pas. La terre est meurtrière, la lune désolée.

René Char

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Dienstag, 9. Mai 2006
Hoy es tu día
Quiebra tus insólitas cadenas
Brille la aurora
El nuevo espectáculo está a tus puertas
Golpea
Y abrelas la considerarte algo más
de lo que las concienciarte han dicho

Eres más que lo que tu pensamiento te dicta
Eres la gota del immenso oceán

G. Daniel


Feliz cumpleanos mi cuate!
das ~ rutscht leider ständig vom n

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