Samstag, 11. August 2007
Heard it through the grapevine
Würden die Menschen öfter 'wir' als 'ich' denken, wäre die Welt zweifellos ein kleines bisschen schöner. Allegra berichtet beispielsweise von der neapolitanischen Tradition des caffè pagato, die ich sehr schön finde:


jemand kommt in eine bar um sich einen caffè zu bestellen...anstelle eines caffè's bezahlt er allerdings zwei...er selbst trinkt nur den einen und den zweiten...bezahlten...laesst er als kredit stehen fuer irgendjemanden, der sich keinen caffè leisten kann...dieser jemand kann dem caffètrinker voellig unbekannt sein...wichtig dabei ist nur die tatsache, dass falls mal wirklich jemand in not geraten ist und sich, aus welchen gruenden auch immer, keinen caffè in der bar leisten kann, sich in napoli mit gutem gewissen in irgendeine bar begeben kann um einem "caffè pagato" zu bestellen...irgendjemand wird schon einen bezahlt haben...

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Donnerstag, 9. August 2007
Have fun
Polt erklärt Bayerische Demokratie

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Talking on the phone
Ausschnitt aus einem Telefonat meiner Mutter, die derzeit ein Haus zur Miete anbietet, mit einem Interessenten:

Wie alt sind sie denn, wenn ich fragen darf?
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Mhmmm.
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Äh ja, wissen sie, wenn sie schon siebzig sind, dann müssen wir vielleicht schon bald einen neuen Nachmieter suchen.
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Ich? Sechzig [kichert wie knapp 15].
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Und haben sie Haustiere?
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Mhmja, also einen Hund wollen wir da nicht haben, weil der bellt auch ab und zu und dann kriegen wir Ärger mit den Nachbarn.
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Ja, ein Goldfisch wär' uns schon lieber.
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Ach Gott, Kinder sind schon in Ordnung aber haben sie sich das auch gut überlegt, ich meine, in IHREM Alter?


Ab hier konnte ich das Gespräch nicht weiter verfolgen, weil sie die Türe schloß.

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Freitag, 3. August 2007
Isn't it weird. Isn't it strange.
Angenommen, Sie haben etwas getan, das Sie nicht hätten tun sollen. Ihre Freunde haben Sie gewarnt, Ihre Eltern haben Sie gewarnt, Ihre Backwarenfachverkäuferin hat Sie gewarnt, die Katze Ihres Nachbarn hat Sie gewarnt, Ihr Bauchgefühl hat Sie gewarnt - kurz alle, außer ihrem inneren Gutmenschen, wußten, dass das schiefgehen würde. Angenommen, Sie haben alle Warnungen in den Wind geschossen und wider besseren Wissens einer Person, die Sie nicht wirklich gut kannten, die aber in jenem Augenblick bedüftig war, eine größere Summe - sagen wir mal vierstellig - Geld geliehen, obwohl Sie selbst nicht besonders viel davon übrig haben.

Nehmen wir weiter an, Sie haben zum vereinbarten Rückgabetermin weder etwas von Ihrem Geld, noch von besagter Person zu sehen/hören bekommen. Damit dürfte Ihnen so ziemlich klar geworden sein, dass Sie diese Summe zwar nicht beim Finanzamt, so doch im persönlichen Budget für alle Zeiten abschreiben können. Nachdem Sie für angemessene Zeit die ganze Palette zwischen Selbstmitleid und -beschimpfungen rauf und runtergespielt haben, ist der Ärger langsam verraucht. Und jetzt stoßen Sie ganz zufällig auf ein Blog, dessen Inhalt keinen Zweifel an der Identität des Schreibers zulässt und aus dem Sie erfahren, wie Ihr Geld so durch die Gegend reist.

Ich fürchte, mir ist gerade Web 2.0 passiert.

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