Mittwoch, 21. September 2022
Don't it always seem to go...
... that you don't know what you've got till it's gone.

Nicht nur Joni und Janet besangen es, auch ich weiß, dass sich Vieles über die Jahre ändert. Manches lautlos und unbemerkt, manches mit einem Kanonenschlag und zwar dort, wo wir's am wenigsten erwarten, wo es aber ganz individuell weh tut. So geschehen mit dem Ausbruch der Pandemie, dem Ukrainekrieg und vielen anderen Ereignissen in der Vergangenheit. Das ganze Ausmaß spüren wir erst so richtig, wenn es mit persönlichen Einschlägen einhergeht. Ansonsten kommen wir mit einem Streifschuss gesellschaftlicher Unbequemlichkeiten davon, den wir nach Abheilen bald vergessen. Wenn es nur irgendwie weitergeht, balancieren wir äusserliches Ungleichgewicht mit eigener Annehmlichkeit. Je schneller wir adaptieren umso schneller ist die Erschütterung vergessen.

Schnelle Autos, höhere Gehälter und die warme Wohnung fallen für die unter die Kategorie Spielsachen, deren Grundbedürfnisse gesichert sind. Sowas geben wir nur unter lautem Protest her. Hier ist die Stelle, an der mein Text die Kurve nicht mehr kriegt, denn was ist ein Blog schon mehr als eine kleine Spielerei, die jetzt auf der Kippe steht, da Dirk Olbertz - der Betreiber von blogger.de - aufhören wird. Als Twitter aufgekauft werden sollte, fanden wir das ein wenig skandalös, im Grunde war die Aufregung aber nur Ausdruck einer Internetsüchtelei. Der Raum hier ist mein über die Jahre gewachsenes Stück Heimat. Zwischen langen Ruhephasen kam ich immer wieder hierher zurück. Manchmal las ich nur alte Beiträge, freute mich über längst Vergessenes oder wunderte mich über meine einstigen Sichtweisen. Ein andermal war mir danach, das Eingabefenster mit Buchstaben zu füllen und etwas in die Welt hinauszuschicken und meine Gedanken für andere nachvollziehbar zu sortieren. Über die ungewisse Zukunft dieser Plattform bin ich traurig, denn ich ahne, dass ich kaum eine private URL mein Eigen werde nennen können, die so gut zu mir passt wie diese hier.

Im globalen Vergleich ein Fliegenschiss, werden Sie jetzt denken. In einigen Monaten werde ich bestimmt ein neues Spielzeug gefunden oder viel schlimmere Sorgen haben. Heute Abend ist es mir jedoch das Wichtigste. Und das soll hier festgehalten werden. Mach' es gut, kleine Internetecke. Du warst sehr kuschelig. Ich werde Dich vermissen.


Das einzige Katzenfoto auf meinem Blog

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Noch lebt die Hoffnung, daß sich jemand findet und kümmert. Ich finde es keinen Fliegenscheiß - es hat mich die halbe Nacht schon beschäftigt. Es geht ja nicht nur um die URL, sondern auch um die Nachbarschaft : ) Ich drück uns ganz fest die Daumen.

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Ja, vielleicht geht's weg wenn ich nicht hinschaue. Meine Taktik ist da eher offensiv. Ich schaue mich entweder nach was anderem um oder lege dieses Hobby ad acta.
Um die Nachbarschaft tut's mir aber auch leid. Ich habe so gerne in alten Kommentaren gestöbert und im Nebenhaus gelesen.

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