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Montag, 12. Mai 2008
Don't panic
frau klugscheisser, 23:41h
Coldplay
Was mich von den meisten Menschen unterscheidet, ist die Tatsache, dass ich mir ziemlich sicher über den Tag bin, an dem ich sterben werde. Der Tag an dem ich sterbe, wird ein Feiertag sein.
Sonntage sind nur halbwegs schlimm. Meinetwegen darf ein Sonntag auch mit einem Feiertag zusammentreffen. Was auf keinen Fall geht, sind Sonntage gefolgt von Feiertagen. Oder eine Feiertagsserie. Weihnachten beispielsweise ist so ein Fall, obwohl man da noch mit der Barmherzigkeit seiner Mitmenschen rechnen kann. Die schlimmsten Feiertage des Jahres sind Ostern und Pfingsten. OsterMONTAG! PfingstMONTAG! Geht gar nicht, braucht kein Mensch.
An diesen Tagen arbeite ich meistens freiwillig und besonders gerne, denn damit ist meine Grundversorgung gewährleistet. Bin ich wider erwarten zuhause, muss ich mich beizeiten selbst darum kümmern. Also wird Freitag eingekauft, weil man sich als halbwegs normaler Mensch samstags nicht freiwillig in einen Supermarkt begibt, es sei denn, man steht auf Grenzerfahrungen. Freitag Abend, spätestens aber Samstag nachmittag ist fast alles Naschwerk verzehrt. Samstagnacht greife ich auf der Suche nach Süßigkeiten verzweifelt in den Obstkorb, was zum Ergebnis einen leeren selbigen am Sonntagmorgen und ordentliche Blähungen in der Nacht hat. Was die Schnitzel-Salat-Orgien angeht, die beginnen bereits Samstag zum Frühstück, Schnitzel wegen dem Eiweiß und Salat geht ja immer. Beim letzten Schnitzel ist es auch schon Sonntagabend, obwohl als drei vollständige Menüs vorherberechnet. Und die Champignons müssen sowieso weg, genau wie die Tomaten, die man so prima zwischendurch mit Mozzarella wegen der Hitze und Sie wissen schon.
Montags sitze ich vor einem leeren Kühlschrank, das Suppenreservoir ist seit dem letzten Montagsfeiertag (OsterMONTAG, wir erinnern uns?) noch nicht wieder gefüllt und die letzten Dosen spätestens Mittag geplündert. Überhaupt wird man an solchen Tagen unglaublich kreativ. Die Dose geschälte Tomaten, die so lange auf ihre eigentliche Bestimmung wartete, um dann doch nicht mit den italienischen Nudeln zusammengeführt zu werden, sondern sich einen Topf mit Speckwürfeln und Kartoffelstückchen teilt. Die Maiskörner, die in einer Pfanne neben kleingehackten Pepperoni unter zwei Scheiben Restkäse darben.
Wenn dann der letzte Basilikum gerodet, die letzte Suppentüte verrührt und der letzte Speck gebraten, stelle ich fest, dass man von Geld heute nichts mehr kaufen kann. Gegen vier habe ich wieder Hunger. Mehrmals laufe ich in die Küche, öffne Türen von Schränken - namentlich solchen die kühlen - und schließe sie frustriert wieder. Jetzt beginnt die Ablenkungsphase. Das Leben besteht ja schließlich nicht nur aus essen. Ich stelle fest, dass mein CD-Rom Laufwerk nicht richtig funktioniert. Wäre heute kein Feiertag, könnte ich mal eben in einen Computerladen und ein neues kaufen. So aber muss ich mich geschlagen geben. Heute also keine DVD. Lesen geht auch nicht, denn in Büchern essen Menschen meistens irgendwann irgendetwas. Außerdem bin ich zu schwach, um dreihundert Seiten zu stemmen.
Spätestens hier werden meine Leser aus Berlin, Hamburg und Düsseldorf ungläubig den Kopf schütteln. In diesen Städten gibt es nämlich an jeder Ecke was zu essen. In München ist das anders. München ist katholisch. Alles, was man hier an katholischen Feiertagen in öffentlichen Gebäuden zu essen bekommt, sind Oblaten - jeder nur eine - und davon ist noch keiner satt geworden. Es gibt hier diese hippen Cafés, in denen man den ganzen Tag brunchen kann. BRUN-CHEN, nicht brunften (ist aber irgendwie dasselbe). Da sitzt man dann eingeklemmt zwischen Kinderhochsitzen und Laptops vor zwei Scheiben Serranoschinken für fünffuffzig aber Zucker gibt's nur ein mickriges Tüterl zum Kaffee, weil man muss auf seine Figur achten. Geht mir weg mit dem scheiß, da bringen mich keine zehn Pferde hin. Dönerbuden? Fehlanzeige. Bei schönem Wetter geht noch Biergarten.
Ich am Nachmittag auf mein Fahrrad. Erst quietscht es nur ziemlich bedenklich. Ach ja, die Kette, die wollte ich vor einiger Zeit mal schmieren. Dann geht plötzlich nix mehr. Biergarten auch nicht. Bleibt noch Flughafen oder Tanke. Seit drei Tagen steht mein Auto auf einem strategisch günstigen Parkplatz vor der Türe. Den gebe ich erst wieder mit einem großen Koffer beladen auf. Und weil es nichts blöderes gibt, als zu Fuß zur Tanke - was im Übrigen nur von zu Fuß zum Hauptbahnhof getoppt wird - ist diese Möglichkeit gestorben. Der Mensch kann drei Tage ohne feste Nahrung überleben, da werde ich doch wohl lächerliche 16 Stunden durchstehen. Immerhin wäre es meiner Figur zuträglich. Jetzt wo der Sommer beginnt und die Kleider weniger werden, sollte sich die Körpermitte möglichst nicht umgekehrt proportional verhalten. Somit sind jegliche Alternativen ebenfalls hinfällig. Hunger habe ich trotzdem.
Gegen Abend steigt langsam Panik in mir auf. Ich esse Tic-Tac. Meine Freunde sind entweder im Urlaub oder nicht erreichbar. In meinen täglichen Blogs steht seit drei Tagen nichts neues. Ich fühle mich, als wäre die Welt untergegangen und hätte mich vergessen mitzunehmen. Ich esse einen Kaugummi. Der CD Spieler spielt nicht mehr. So ganz ohne Musik wird mir schmerzlich bewußt, wie leise das Telefon nicht läutet. Ich esse ein Hustenbonbon. Die Fenster sollten auch mal wieder geputzt werden. Irgendjemand grillt im Hof. Ich esse ein Aspirin. Nur noch drei Stunden, dann kann ich ins Bett. Das Kissen muss morgen zur Reinigung. Während ich Decke und Laken neu überziehe, überlege ich, was ich am nächsten Tag alles einkaufe. Noch bevor die Liste geschrieben ist, esse ich den Stift.
In wenigen Stunden habe ich es geschafft. Jetzt ist langsam auch mal gut mit Feiertagen. Gefeiert wird bei mir vor allem, wenn sie vorbei sind. Das ist wie Erwachen aus dem Koma. Am nächsten Tag ist alles wieder normal, die Läden sind geöffnet, die Freunde erreichbar. Und alles ist, als wäre es nie anders gewesen. Einzig dieser dunkle Schatten unter den Augen bezeugt meine persönliche Läuterung. Es könnte sich aber auch um Wimperntusche vom Vortag handeln.
Was mich von den meisten Menschen unterscheidet, ist die Tatsache, dass ich mir ziemlich sicher über den Tag bin, an dem ich sterben werde. Der Tag an dem ich sterbe, wird ein Feiertag sein.
Sonntage sind nur halbwegs schlimm. Meinetwegen darf ein Sonntag auch mit einem Feiertag zusammentreffen. Was auf keinen Fall geht, sind Sonntage gefolgt von Feiertagen. Oder eine Feiertagsserie. Weihnachten beispielsweise ist so ein Fall, obwohl man da noch mit der Barmherzigkeit seiner Mitmenschen rechnen kann. Die schlimmsten Feiertage des Jahres sind Ostern und Pfingsten. OsterMONTAG! PfingstMONTAG! Geht gar nicht, braucht kein Mensch.
An diesen Tagen arbeite ich meistens freiwillig und besonders gerne, denn damit ist meine Grundversorgung gewährleistet. Bin ich wider erwarten zuhause, muss ich mich beizeiten selbst darum kümmern. Also wird Freitag eingekauft, weil man sich als halbwegs normaler Mensch samstags nicht freiwillig in einen Supermarkt begibt, es sei denn, man steht auf Grenzerfahrungen. Freitag Abend, spätestens aber Samstag nachmittag ist fast alles Naschwerk verzehrt. Samstagnacht greife ich auf der Suche nach Süßigkeiten verzweifelt in den Obstkorb, was zum Ergebnis einen leeren selbigen am Sonntagmorgen und ordentliche Blähungen in der Nacht hat. Was die Schnitzel-Salat-Orgien angeht, die beginnen bereits Samstag zum Frühstück, Schnitzel wegen dem Eiweiß und Salat geht ja immer. Beim letzten Schnitzel ist es auch schon Sonntagabend, obwohl als drei vollständige Menüs vorherberechnet. Und die Champignons müssen sowieso weg, genau wie die Tomaten, die man so prima zwischendurch mit Mozzarella wegen der Hitze und Sie wissen schon.
Montags sitze ich vor einem leeren Kühlschrank, das Suppenreservoir ist seit dem letzten Montagsfeiertag (OsterMONTAG, wir erinnern uns?) noch nicht wieder gefüllt und die letzten Dosen spätestens Mittag geplündert. Überhaupt wird man an solchen Tagen unglaublich kreativ. Die Dose geschälte Tomaten, die so lange auf ihre eigentliche Bestimmung wartete, um dann doch nicht mit den italienischen Nudeln zusammengeführt zu werden, sondern sich einen Topf mit Speckwürfeln und Kartoffelstückchen teilt. Die Maiskörner, die in einer Pfanne neben kleingehackten Pepperoni unter zwei Scheiben Restkäse darben.
Wenn dann der letzte Basilikum gerodet, die letzte Suppentüte verrührt und der letzte Speck gebraten, stelle ich fest, dass man von Geld heute nichts mehr kaufen kann. Gegen vier habe ich wieder Hunger. Mehrmals laufe ich in die Küche, öffne Türen von Schränken - namentlich solchen die kühlen - und schließe sie frustriert wieder. Jetzt beginnt die Ablenkungsphase. Das Leben besteht ja schließlich nicht nur aus essen. Ich stelle fest, dass mein CD-Rom Laufwerk nicht richtig funktioniert. Wäre heute kein Feiertag, könnte ich mal eben in einen Computerladen und ein neues kaufen. So aber muss ich mich geschlagen geben. Heute also keine DVD. Lesen geht auch nicht, denn in Büchern essen Menschen meistens irgendwann irgendetwas. Außerdem bin ich zu schwach, um dreihundert Seiten zu stemmen.
Spätestens hier werden meine Leser aus Berlin, Hamburg und Düsseldorf ungläubig den Kopf schütteln. In diesen Städten gibt es nämlich an jeder Ecke was zu essen. In München ist das anders. München ist katholisch. Alles, was man hier an katholischen Feiertagen in öffentlichen Gebäuden zu essen bekommt, sind Oblaten - jeder nur eine - und davon ist noch keiner satt geworden. Es gibt hier diese hippen Cafés, in denen man den ganzen Tag brunchen kann. BRUN-CHEN, nicht brunften (ist aber irgendwie dasselbe). Da sitzt man dann eingeklemmt zwischen Kinderhochsitzen und Laptops vor zwei Scheiben Serranoschinken für fünffuffzig aber Zucker gibt's nur ein mickriges Tüterl zum Kaffee, weil man muss auf seine Figur achten. Geht mir weg mit dem scheiß, da bringen mich keine zehn Pferde hin. Dönerbuden? Fehlanzeige. Bei schönem Wetter geht noch Biergarten.
Ich am Nachmittag auf mein Fahrrad. Erst quietscht es nur ziemlich bedenklich. Ach ja, die Kette, die wollte ich vor einiger Zeit mal schmieren. Dann geht plötzlich nix mehr. Biergarten auch nicht. Bleibt noch Flughafen oder Tanke. Seit drei Tagen steht mein Auto auf einem strategisch günstigen Parkplatz vor der Türe. Den gebe ich erst wieder mit einem großen Koffer beladen auf. Und weil es nichts blöderes gibt, als zu Fuß zur Tanke - was im Übrigen nur von zu Fuß zum Hauptbahnhof getoppt wird - ist diese Möglichkeit gestorben. Der Mensch kann drei Tage ohne feste Nahrung überleben, da werde ich doch wohl lächerliche 16 Stunden durchstehen. Immerhin wäre es meiner Figur zuträglich. Jetzt wo der Sommer beginnt und die Kleider weniger werden, sollte sich die Körpermitte möglichst nicht umgekehrt proportional verhalten. Somit sind jegliche Alternativen ebenfalls hinfällig. Hunger habe ich trotzdem.
Gegen Abend steigt langsam Panik in mir auf. Ich esse Tic-Tac. Meine Freunde sind entweder im Urlaub oder nicht erreichbar. In meinen täglichen Blogs steht seit drei Tagen nichts neues. Ich fühle mich, als wäre die Welt untergegangen und hätte mich vergessen mitzunehmen. Ich esse einen Kaugummi. Der CD Spieler spielt nicht mehr. So ganz ohne Musik wird mir schmerzlich bewußt, wie leise das Telefon nicht läutet. Ich esse ein Hustenbonbon. Die Fenster sollten auch mal wieder geputzt werden. Irgendjemand grillt im Hof. Ich esse ein Aspirin. Nur noch drei Stunden, dann kann ich ins Bett. Das Kissen muss morgen zur Reinigung. Während ich Decke und Laken neu überziehe, überlege ich, was ich am nächsten Tag alles einkaufe. Noch bevor die Liste geschrieben ist, esse ich den Stift.
In wenigen Stunden habe ich es geschafft. Jetzt ist langsam auch mal gut mit Feiertagen. Gefeiert wird bei mir vor allem, wenn sie vorbei sind. Das ist wie Erwachen aus dem Koma. Am nächsten Tag ist alles wieder normal, die Läden sind geöffnet, die Freunde erreichbar. Und alles ist, als wäre es nie anders gewesen. Einzig dieser dunkle Schatten unter den Augen bezeugt meine persönliche Läuterung. Es könnte sich aber auch um Wimperntusche vom Vortag handeln.
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Sonntag, 11. Mai 2008
It's the loneliness that's the killer
frau klugscheisser, 23:47h
You should try and read the stuff by people who've killed themselves! We started with Virginia Woolf, and I only read like two pages of this book about a lighthouse, but I read enough to know why she killed herself: She killed herself because she couldn't make herself understood [...]
And she had some bad luck too, if you think about it, because in the old days anyone could get a book published because there wasn't so much competition. So you could march into a publisher's office and go, you know, I want this published, and they'd go, Oh, ok, then. Whereas now they'd go, No dear, go away, no one will understand you. Try Pilates or salsa dancing instead.
Nick Hornby, A long way down
And she had some bad luck too, if you think about it, because in the old days anyone could get a book published because there wasn't so much competition. So you could march into a publisher's office and go, you know, I want this published, and they'd go, Oh, ok, then. Whereas now they'd go, No dear, go away, no one will understand you. Try Pilates or salsa dancing instead.
Nick Hornby, A long way down
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Freitag, 9. Mai 2008
I just want your extra time and your...
frau klugscheisser, 12:55h
... kiss
Es wird wieder Frühling. Die Bäume sprießen, die Hormone schlagen Purzelbäume und nicht nur die Bussi-Gesellschaft tut es, sondern auch Blogger. Geschichten zum Knutschen:

Flummi und der Erdbeermund
Nessy und der Moment
Bomec küßte letztes Jahr
(und Deef hat's vorgelesen)
Hat noch jemand eine Kußgeschichte?
Bild via
Es wird wieder Frühling. Die Bäume sprießen, die Hormone schlagen Purzelbäume und nicht nur die Bussi-Gesellschaft tut es, sondern auch Blogger. Geschichten zum Knutschen:

Flummi und der Erdbeermund
Nessy und der Moment
Bomec küßte letztes Jahr
(und Deef hat's vorgelesen)
Hat noch jemand eine Kußgeschichte?
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Donnerstag, 8. Mai 2008
...
frau klugscheisser, 12:28h
Mir ist vorhin sowas unglaublich Blödes passiert, dass ich es überhaupt niemandem erzählen hier nicht schreiben kann.
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Mittwoch, 7. Mai 2008
Don't worry be happy
frau klugscheisser, 23:18h
In every life we have some trouble,
when you worry you make it double.
Die meiste Aufmerksamkeit bekommt man von seinen Feinden. Es scheint fast unmöglich zu sein, sich gegenseitig souverän zu ignorieren. Nein, man beobachtet sich argusäugisch, beschnüffelt sich, immer zum nächsten Biss bereit. Und keiner ist bereit, auch nur einen Schritt zurückzuweichen. Im Gegenteil, man rechnet auf, rechnet so lange, bis die Rechnung zu den eigenen Gunsten steht. Dann springt man auf und schreit laut: "Seht her, der hat mich betrogen. Der ist schlecht und ich bin gut!" nur um ein wenig Bestätigung von schwächlichen Claqueuren zu ernten.
Wurde man zu Schulzeiten gefragt, was man nicht mag, lautete die Standardantwort "intolerante Menschen und Rechthaberei". Was ist aus denen geworden, die solche Antworten gaben? Es ist einfacher, mit dem Finger auf andere zu zeigen, als sich selbst zu hinterfragen. So entstehen auf Sand geführte Kriege. Erst im Kasten, später in Wüsten, erst mit Förmchen, später mit Kügelchen. Das Ziel ist einfach zu taxieren, weil es berechenbar ist, weil es reagiert. Der Treffer muss für den Schützen sichtbar sein, sonst verliert er das Interesse. Er will sein Opfer erlegen, nicht verfehlen.
Warum kann man Häme und Sticheleien so schlecht ignorieren? "Das lasse ich mir nicht gefallen! Das ist ungerecht!" schreien wir, während wir insgeheim den Gleichmut des Dalai Lama bewundern. Ist es denn so schlimm, wenn wir einmal nicht gut dastehen, wo wir doch so oft betonen, wie unabhängig wir von der Meinung anderer seien? Ist es so fürchterlich, wenn wir ungerecht behandelt werden, wo wir doch die Schwächen des Gegenüber erkennen? Ist es die Erinnerung an ein böses Wort oder eine Gemeinheit wert, wo es so viel Schöneres zu memorieren gibt? Wut, Ärger, Verletzung, all das soll nicht ignoriert werden. Gefühle haben ihre Berechtigung. Allerdings sind sie nur das, was wir aus ihnen machen. Wut und Ärger verfliegen, Verletzung heilt. Es sei denn, wir sorgen selbst für ausreichend Brennstoff, um das Feuer zu nähren.
Genug verallgemeinert, meine eigene Nase verrät mir Unangenehmes über mich. Kürzlich fühlte ich mich von einer anderen Person sehr ungerecht behandelt, was mich wütend machte. Und dann erkannte ich ihre Schwächen, ihre Unzulänglichkeiten und ihr Muster. Ich hätte dieses Wissen zu meinen Gunsten ausspielen können. Ich hatte die Wahl, diese Person ebenfalls zu verletzen oder sie zu ignorieren. Ich wählte letztere Möglichkeit. In letzter Zeit wähle ich immer öfter so. Vielleicht bedeutet das einen Fortschritt, bewußt zu entscheiden, was mir schadet und was mir gut tut, im Sinne von selbstverantwortlicher Lebensqualität. Vielleicht ist es aber auch vollkommener Schwachsinn.
Ich bin nicht Gott. Ich übe noch.
when you worry you make it double.
Die meiste Aufmerksamkeit bekommt man von seinen Feinden. Es scheint fast unmöglich zu sein, sich gegenseitig souverän zu ignorieren. Nein, man beobachtet sich argusäugisch, beschnüffelt sich, immer zum nächsten Biss bereit. Und keiner ist bereit, auch nur einen Schritt zurückzuweichen. Im Gegenteil, man rechnet auf, rechnet so lange, bis die Rechnung zu den eigenen Gunsten steht. Dann springt man auf und schreit laut: "Seht her, der hat mich betrogen. Der ist schlecht und ich bin gut!" nur um ein wenig Bestätigung von schwächlichen Claqueuren zu ernten.
Wurde man zu Schulzeiten gefragt, was man nicht mag, lautete die Standardantwort "intolerante Menschen und Rechthaberei". Was ist aus denen geworden, die solche Antworten gaben? Es ist einfacher, mit dem Finger auf andere zu zeigen, als sich selbst zu hinterfragen. So entstehen auf Sand geführte Kriege. Erst im Kasten, später in Wüsten, erst mit Förmchen, später mit Kügelchen. Das Ziel ist einfach zu taxieren, weil es berechenbar ist, weil es reagiert. Der Treffer muss für den Schützen sichtbar sein, sonst verliert er das Interesse. Er will sein Opfer erlegen, nicht verfehlen.
Warum kann man Häme und Sticheleien so schlecht ignorieren? "Das lasse ich mir nicht gefallen! Das ist ungerecht!" schreien wir, während wir insgeheim den Gleichmut des Dalai Lama bewundern. Ist es denn so schlimm, wenn wir einmal nicht gut dastehen, wo wir doch so oft betonen, wie unabhängig wir von der Meinung anderer seien? Ist es so fürchterlich, wenn wir ungerecht behandelt werden, wo wir doch die Schwächen des Gegenüber erkennen? Ist es die Erinnerung an ein böses Wort oder eine Gemeinheit wert, wo es so viel Schöneres zu memorieren gibt? Wut, Ärger, Verletzung, all das soll nicht ignoriert werden. Gefühle haben ihre Berechtigung. Allerdings sind sie nur das, was wir aus ihnen machen. Wut und Ärger verfliegen, Verletzung heilt. Es sei denn, wir sorgen selbst für ausreichend Brennstoff, um das Feuer zu nähren.
Genug verallgemeinert, meine eigene Nase verrät mir Unangenehmes über mich. Kürzlich fühlte ich mich von einer anderen Person sehr ungerecht behandelt, was mich wütend machte. Und dann erkannte ich ihre Schwächen, ihre Unzulänglichkeiten und ihr Muster. Ich hätte dieses Wissen zu meinen Gunsten ausspielen können. Ich hatte die Wahl, diese Person ebenfalls zu verletzen oder sie zu ignorieren. Ich wählte letztere Möglichkeit. In letzter Zeit wähle ich immer öfter so. Vielleicht bedeutet das einen Fortschritt, bewußt zu entscheiden, was mir schadet und was mir gut tut, im Sinne von selbstverantwortlicher Lebensqualität. Vielleicht ist es aber auch vollkommener Schwachsinn.
Ich bin nicht Gott. Ich übe noch.
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Dienstag, 6. Mai 2008
Paper
frau klugscheisser, 00:08h
Paper
Frage: warum ist Toilettenpapier in Deutschland dreilagig?
Antwort: weil man für jeden Scheiß zwei Durchschläge braucht.
Eigentlich wollte ich ja die Tage über was ganz anderes schreiben. Da waren beispielsweise diese Selbstzweifel, die sich wie Gewitterwolken bedrohlich über mir zusammenzogen. "Ach," denke ich so bei mir "schreibst das wann anders." Das braucht Zeit, das will erst mal verarbeitet sein, verdaut sowieso. Und während ich so verdaue, fällt mir wieder dieser Witz ein.
Ehrlich gesagt bin ich froh, in Deutschland zu leben. Zumindest im Hinblick auf die Toilettenpapiersituation. Jeder, der sich schon mal länger als zwei Tage im Ausland aufhielt, weiß was ich meine. Die ersten zwei Tage könnte man das, was man oben in sich hineinstopft, locker drin behalten. Irgendwann muss aber alles unten wieder raus. Chili und Pepperoni auch schon früher. Da beginnt dann die Misere. Das Gefühl der Erleichterung hält genau so lange an, bis die Hand das entsprechende Papier zur Endreinigung ertastet. Statt reißfest-flauschiger Konsistenz spürt sie dort nur einen Hauch von nichts, sozusagen die Sommerkollektion für das gepflegte Arschloch.
Einige Blätter aus hauchdünnem Zellstoff hängen da von der Wand, die schon bei leichtem Zug zum Abrollen in der Mitte nachgeben. Dieses Papier ist so dünn, das braucht keine Perforierungslinien, das fällt wie Herbstlaub von der Rolle. Das reißt schon, wenn man ganz leise hineinpupst. Ich frage mich dann immer, wozu die Landesbewohner überhaupt Papier in Rollen an die Wand neben der Kloschüssel hängen, wenn nicht zu reinen Dekorationszwecken. Zum Abputzen taugt das Zeug jedenfalls nicht. Schließlich will man sich nicht unbedingt die Hände schmutzig machen. Da sind die Araber schon ehrlicher. Sie lassen das Pseudozweckpapier einfach von vorne herein weg und nehmen die Linke. In Amerika hingegen ist der Schein bekanntlich wichtiger als alles andere.
Dass sich wenig saugfähiges Papier auf dem amerikanischen Markt behaupten kann, liegt vorwiegend an den zu Europäern unterschiedlichen Wischgewohnheiten der Amerikaner. Der durchschnittliche Gesäßreiniger ist dort nämlich ein 'Knüller', d.h. er formt aus den dünnen Blättchen einen stabilen Ballen, während der Europäer eher faltet. Hochentwickelte Kulturen - als Beispiel sei die Schweiz genannt - neigen übrigens eher zum Falten als sogenannte Hygieneentwicklungsländer. Scheinsauberkeit beginnt schon in Südeuropa. Auch dass man die Reißfestigkeit von nassem Toilettenpapier mit Murmeln testet, dass der Konsument lieber auf gelb und blau scheißt als auf rot [Zitat: es muss in der Schüssel was hermachen] und dass der Weg, den benutztes Papier vom Po zum Klärwerk in der Kanalisation zurücklegt, vier bis fünf Stunden dauert (so lange braucht man übrigens mit dem Zug von Bonn nach Berlin) all das lerne ich aus einem Artikel über die Entwicklung eines neuen Toilettenpapieres.
Inzwischen bin ich gegenüber Bewohnern von Ländern, in denen vorwiegend einlagiges Toilettenpapier benutzt wird, mißtrauisch geworden. In Anbetracht der Tatsache, dass sich viele Toilettengänger nach Vollzug nicht die Hände waschen, gewinnt die Reißfestigkeit bzw. Saugfähigkeit von Toilettenpapier eine ganz andere Bedeutung. Das aber nur am Rande. Für meinen persönlichen Komfort brauche ich dreilagiges Toilettenpapier, an Weihnachten gönne ich mir auch mal fünf Lagen. Blümchen müssen nicht sein, ebensowenig diverse Farbschattierungen. Es soll ja Leute geben, die Toilettenpapier nach der Farbe der Fliesen aussuchen. Wenn schon Farbe, dann bitte für jede Lage eine: schwarz-rot-gold, das wär's! Damit ließe sich nicht nur das große Geschäft, sondern auch die Nacht zum 1.Mai viel stimmungsvoller gestalten. Aber das traut sich natürlich wieder keiner. Alle Schisser, die Deutschen. Schon deshalb muss Toilettenpapier in Deutschland dreilagig sein.
Frage: warum ist Toilettenpapier in Deutschland dreilagig?
Antwort: weil man für jeden Scheiß zwei Durchschläge braucht.
Eigentlich wollte ich ja die Tage über was ganz anderes schreiben. Da waren beispielsweise diese Selbstzweifel, die sich wie Gewitterwolken bedrohlich über mir zusammenzogen. "Ach," denke ich so bei mir "schreibst das wann anders." Das braucht Zeit, das will erst mal verarbeitet sein, verdaut sowieso. Und während ich so verdaue, fällt mir wieder dieser Witz ein.
Ehrlich gesagt bin ich froh, in Deutschland zu leben. Zumindest im Hinblick auf die Toilettenpapiersituation. Jeder, der sich schon mal länger als zwei Tage im Ausland aufhielt, weiß was ich meine. Die ersten zwei Tage könnte man das, was man oben in sich hineinstopft, locker drin behalten. Irgendwann muss aber alles unten wieder raus. Chili und Pepperoni auch schon früher. Da beginnt dann die Misere. Das Gefühl der Erleichterung hält genau so lange an, bis die Hand das entsprechende Papier zur Endreinigung ertastet. Statt reißfest-flauschiger Konsistenz spürt sie dort nur einen Hauch von nichts, sozusagen die Sommerkollektion für das gepflegte Arschloch.
Einige Blätter aus hauchdünnem Zellstoff hängen da von der Wand, die schon bei leichtem Zug zum Abrollen in der Mitte nachgeben. Dieses Papier ist so dünn, das braucht keine Perforierungslinien, das fällt wie Herbstlaub von der Rolle. Das reißt schon, wenn man ganz leise hineinpupst. Ich frage mich dann immer, wozu die Landesbewohner überhaupt Papier in Rollen an die Wand neben der Kloschüssel hängen, wenn nicht zu reinen Dekorationszwecken. Zum Abputzen taugt das Zeug jedenfalls nicht. Schließlich will man sich nicht unbedingt die Hände schmutzig machen. Da sind die Araber schon ehrlicher. Sie lassen das Pseudozweckpapier einfach von vorne herein weg und nehmen die Linke. In Amerika hingegen ist der Schein bekanntlich wichtiger als alles andere.
Dass sich wenig saugfähiges Papier auf dem amerikanischen Markt behaupten kann, liegt vorwiegend an den zu Europäern unterschiedlichen Wischgewohnheiten der Amerikaner. Der durchschnittliche Gesäßreiniger ist dort nämlich ein 'Knüller', d.h. er formt aus den dünnen Blättchen einen stabilen Ballen, während der Europäer eher faltet. Hochentwickelte Kulturen - als Beispiel sei die Schweiz genannt - neigen übrigens eher zum Falten als sogenannte Hygieneentwicklungsländer. Scheinsauberkeit beginnt schon in Südeuropa. Auch dass man die Reißfestigkeit von nassem Toilettenpapier mit Murmeln testet, dass der Konsument lieber auf gelb und blau scheißt als auf rot [Zitat: es muss in der Schüssel was hermachen] und dass der Weg, den benutztes Papier vom Po zum Klärwerk in der Kanalisation zurücklegt, vier bis fünf Stunden dauert (so lange braucht man übrigens mit dem Zug von Bonn nach Berlin) all das lerne ich aus einem Artikel über die Entwicklung eines neuen Toilettenpapieres.
Inzwischen bin ich gegenüber Bewohnern von Ländern, in denen vorwiegend einlagiges Toilettenpapier benutzt wird, mißtrauisch geworden. In Anbetracht der Tatsache, dass sich viele Toilettengänger nach Vollzug nicht die Hände waschen, gewinnt die Reißfestigkeit bzw. Saugfähigkeit von Toilettenpapier eine ganz andere Bedeutung. Das aber nur am Rande. Für meinen persönlichen Komfort brauche ich dreilagiges Toilettenpapier, an Weihnachten gönne ich mir auch mal fünf Lagen. Blümchen müssen nicht sein, ebensowenig diverse Farbschattierungen. Es soll ja Leute geben, die Toilettenpapier nach der Farbe der Fliesen aussuchen. Wenn schon Farbe, dann bitte für jede Lage eine: schwarz-rot-gold, das wär's! Damit ließe sich nicht nur das große Geschäft, sondern auch die Nacht zum 1.Mai viel stimmungsvoller gestalten. Aber das traut sich natürlich wieder keiner. Alle Schisser, die Deutschen. Schon deshalb muss Toilettenpapier in Deutschland dreilagig sein.
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Sonntag, 4. Mai 2008
Muta d'accento e di pensiero
frau klugscheisser, 10:11h
Ich glaube nicht, daß die Italiener in der Frauenpsychologie über die Erkenntnis La Donna è mobile hinausgekommen sind.
Karl Kraus
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Freitag, 2. Mai 2008
I've had the taste of danger
frau klugscheisser, 12:03h
Wenn man im Urlaub oder auf Parties mit Unbekannten ins Gespräch kommt, wird früher oder später die Frage nach dem Beruf gestellt.
"Und was machst du so?"
Wie ich sie hasse, wie ich mich winde, sie zu beantworten, wie ich das schleifende Geräusch der Schubladen förmlich hören kann, wie ich sie in den Gesichtern zugeschoben sehe, wenn endlich meine Antwort fällt. Ich kann sie nachvollziehen, die Frage. Womit beschäftigt sich dieser Mensch tagein, tagaus? Was sind seine Interessen? Bemerkenswerterweise üben immer mehr Menschen dieser Tage eine Tätigkeit aus, die weder mit ihren Interessen, noch ihrem erlernten Beruf auch nur das Geringste zu tun hat. Wenn sich da mal nicht die ein oder andere völlig falsche Schublade schließt.
Und dann begegnet mir noch so ein Phänomen in regelmäßigen Abständen. Nenne ich meine Einkunftsquellenbezeichnung, dann hat sofort jeder was dazu zu sagen. Jeder ist schon mal geflogen, hat eine Geschichte parat, jeder kennt sich - bei mindestens zwei Ferienflügen im Jahr - aus oder hat eine vermeindlich originäre Frage. Viele beklagen sich über die Arroganz der Kabinenkollegen, glauben zu wissen, dass der männliche Anteil sowieso schwul sei - natürlich immer mit Ausnahme der Piloten, denn das sind ja ganz harte Kerle - und der weibliche mit Flugzeugführern verbandelt. Viele fühlten sich während eines Fluges irgendwann mal gegängelt, übersehen oder ungerecht behandelt und tun dies nach meiner Antwort lautstark kund. Und keiner läßt sein vermeindliches Wissen gerne von fachkundiger Seite korrigieren (nein, das sei genau so gewesen, und nein, es gibt ja auch keinen Unterschied zwischen Charter- und Linienflug).
Aber kennen sie mich damit wirklich? Oder ist der Wunsch nach Bedienen einer Schublade einfach größer? Für die Meisten ist dann jegliche Neugier gestillt. Kaum einer fragt, was ich vorher, nebenher oder danach gemacht habe bzw. noch plane. Und kaum einer kann sich vorstellen, was während eines Notfalles in der Kabine wirklich geschieht. Diese sicherheitsrelevanten Aufgaben sind kein geringer Teil unserer täglichen Arbeit. Ein- bis zweimal im Jahr werden in einer Flugzeugattrappe die verschiedensten möglichen Notfallsituationen durchgespielt. Ich kann ihnen versichern, dass - obwohl nur Übung - sich in diesem Moment alles sehr echt anfühlt. Da bleibt kein Puls auf 90. Selbst wenn ich dieses Trainingsvideo (via Hypoxia) sehe, steigt meine Atemfrequenz.
Wenn Sie das nächste Mal einen Kabinenmitarbeiter treffen, dann denken Sie bitte auch daran. "We're here to save your ass, not to wipe it!" wie einst die Angestellte einer amerikanischen Fluggesellschaft meinte. Also nicht vergessen: der nächste Arsch, der gerettet werden muß, könnte Ihrer sein.
"Und was machst du so?"
Wie ich sie hasse, wie ich mich winde, sie zu beantworten, wie ich das schleifende Geräusch der Schubladen förmlich hören kann, wie ich sie in den Gesichtern zugeschoben sehe, wenn endlich meine Antwort fällt. Ich kann sie nachvollziehen, die Frage. Womit beschäftigt sich dieser Mensch tagein, tagaus? Was sind seine Interessen? Bemerkenswerterweise üben immer mehr Menschen dieser Tage eine Tätigkeit aus, die weder mit ihren Interessen, noch ihrem erlernten Beruf auch nur das Geringste zu tun hat. Wenn sich da mal nicht die ein oder andere völlig falsche Schublade schließt.
Und dann begegnet mir noch so ein Phänomen in regelmäßigen Abständen. Nenne ich meine Einkunftsquellenbezeichnung, dann hat sofort jeder was dazu zu sagen. Jeder ist schon mal geflogen, hat eine Geschichte parat, jeder kennt sich - bei mindestens zwei Ferienflügen im Jahr - aus oder hat eine vermeindlich originäre Frage. Viele beklagen sich über die Arroganz der Kabinenkollegen, glauben zu wissen, dass der männliche Anteil sowieso schwul sei - natürlich immer mit Ausnahme der Piloten, denn das sind ja ganz harte Kerle - und der weibliche mit Flugzeugführern verbandelt. Viele fühlten sich während eines Fluges irgendwann mal gegängelt, übersehen oder ungerecht behandelt und tun dies nach meiner Antwort lautstark kund. Und keiner läßt sein vermeindliches Wissen gerne von fachkundiger Seite korrigieren (nein, das sei genau so gewesen, und nein, es gibt ja auch keinen Unterschied zwischen Charter- und Linienflug).
Aber kennen sie mich damit wirklich? Oder ist der Wunsch nach Bedienen einer Schublade einfach größer? Für die Meisten ist dann jegliche Neugier gestillt. Kaum einer fragt, was ich vorher, nebenher oder danach gemacht habe bzw. noch plane. Und kaum einer kann sich vorstellen, was während eines Notfalles in der Kabine wirklich geschieht. Diese sicherheitsrelevanten Aufgaben sind kein geringer Teil unserer täglichen Arbeit. Ein- bis zweimal im Jahr werden in einer Flugzeugattrappe die verschiedensten möglichen Notfallsituationen durchgespielt. Ich kann ihnen versichern, dass - obwohl nur Übung - sich in diesem Moment alles sehr echt anfühlt. Da bleibt kein Puls auf 90. Selbst wenn ich dieses Trainingsvideo (via Hypoxia) sehe, steigt meine Atemfrequenz.
Wenn Sie das nächste Mal einen Kabinenmitarbeiter treffen, dann denken Sie bitte auch daran. "We're here to save your ass, not to wipe it!" wie einst die Angestellte einer amerikanischen Fluggesellschaft meinte. Also nicht vergessen: der nächste Arsch, der gerettet werden muß, könnte Ihrer sein.
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Donnerstag, 1. Mai 2008
Sätze, die man sofort bloggen muss (42)
frau klugscheisser, 20:30h
Du bist auch nicht mehr grade das schärfste Messer in der Schublade!"
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Mittwoch, 30. April 2008
The ground beneath her feet
frau klugscheisser, 18:18h


Urlaubsfußnote
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