Dienstag, 26. Februar 2008
Run, run, run
Laufbänder sind die modernen Hamsterräder für Zweibeiner. Ich mag sie nicht. Ich mochte bis vor Kurzem aber auch nicht laufen. Wir sprechen von Laufen als schnelle Variante des Gehens, gemeinhin joggen genannt. Das muss man in Bayern verifizieren. Mit Laufen wird hier nämlich alles zwischen schleichen und rennen bezeichnet, das der Fortbewegung auf zwei Beinen dient. Die Süddeutschen sind allgemein nicht kleinlich, was verbale Eingrenzungen betrifft. Da geht der Fuß schon mal bis zur Hüfte und der Bauch ist das Gebiet zwischen Brust und Lenden. Obwohl, das mit dem Bauch hat sich wohl eher aus der männlichen Anatomie entwickelt. Wir Frauen differenzieren sehr wohl zwischen Magen- und monatlich wiederkehrenden Bauchschmerzen. Das aber nur am Rande.

Zurück zum Laufen. Monotone Bewegung, bei der man dem Körper jede einzelne Minute hart abringen muss. Von wegen Endorphinausschüttung. Ich vermute mal, Endorphine sind eine Erfindung der Sportindustrie. Es gibt sie nicht wirklich. Wenn du keine spürst, musst du eben öfter/länger laufen. Das sagen sie dir. Um öfter/länger zu laufen brauchst du aber die richtigen Schuhe, die richtige Unterwäsche und atmungsaktive Oberbekleidung. Von wegen atmungsaktiv: muss ich zur Hautatmung wechseln, wenn meine Lungenkapazität nicht ausreicht oder wie? Selbst wenn ich aus allen Löchern atme, die mir eigen sind, habe ich noch nie Endorphine gespürt. Wenn ich Schokolade esse schon.

Nun passen aber Schokolade und Sport nicht so gut zusammen. Das eine bedingt zwar oft das andere aber irgendwie handelt es sich eher um eine Zweckgemeinschaft als eine Liebesverbindung. Man könnte jetzt ganz pragmatisch sein und vor dem Laufen einfach Schokolade zu sich nehmen. Natürlich nur wegen der Endorphine. In Anbetracht des drohenden Sportes kann Schokolade aber ihre Wirkung nicht vollkommen entfalten. Und weil Endorphine so scheue Wesen sind, bleiben nur die Nebenwirkungen auf den Hüften. Da ist Schokolade wie Homöopathie: wenn es nicht wirkt, musst du es öfter/länger einnehmen. Wieviel Kalorien hat eigentlich ein Globuli und steht das auf der Verpackung?

Was ich aber eigentlich erzählen wollte, war die Geschichte mit dem Laufband. Seit einigen Wochen leide ich unter erheblich dezimiertem Nachtschlaf. Das kann jetzt durch meine verschobenen Arbeitszeiten bedingt sein oder durch verschobene Freizeitgrübelei. Fakt ist, dass ich letztens zum ersten Mal auf so einem modernen Hamsterrad stand und es sogar genoß. Morgens um fünf. Ich mache mir ernsthafte Sorgen.

Run run run

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Laufräder sind Depressionsbeschleuniger -> Finger weg!

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Stimmt gar nicht. Bewegung ist grundsätzlich eine wunderbare Anti-Stress-Maßnahme. Noch besser als das Laufband finde ich persönlich den Crosstrainer. Das ist ist für mich kein Depressionsbeschleuniger, sondern eine Lebensklärungsmaschine. :-)

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Ah, genau das Wort habe ich gesucht: Crosstrainer. So eine Kreuzung (Cross) aus Lauf- und Rudermaschine. Oder war's doch nur ein Langlaufsimulator ohne Stöcke?

Aber ohne Streß war das nicht. Erst mal diese ganzen Knöpfe. Einen gedrückt und das Ding geht ab. Und dann die Fernbedienung für den Monitor (Nachrichten), das hat mich ohne Brille und Ahnung fast die Balance gekostet.

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Willkommen im Club! Crosstrainer sind die Endorphinspender für Joggingresistente, wie Sie und mich. Ich ging mal Joggen, lief aber immer kürzer und mit immer mehr Schmerzem im Knie. Bis ich durch Zufall den wahren Crosstrainer entdeckte! Sie werden süchtig, vorsicht! Immer mehr dolle Programme, vor allem das Fettverbrennungsprogramm, ganz tolle Erfindung! Und vom viel vorgeschwärmten Flow habe ich erst auf diesem Ding erfahren! Am Besten noch die richtige Bums-Mucke hören und ab gehts! Viel Spass!

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Komisch, ich musste bei "Laufband" die ganze Zeit an diese Dinger in den Flughäfen denken, die wie so plattgedrückte Rolltreppen aussehen und auf denen man blöd rumsteht, während neben einem elegante, sportliche Menschen ganz lässig zu Fuß gehen und dabei sogar noch schneller sind als das Laufband.

Aber diese Art von Demütigung meinten Sie ja gar nicht.

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Die Assoziation hatte ich aber im ersten Augenblick auch... Ich persönlich halte bewegungssimuliterte Apparate eh für Teufelszeug.

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Wie kann es eigentlich soweit kommen?
Vorletzte Nacht habe ich 3 Stunden lang eine Dokumentation verfolgt, in der MEHRERE! ca. 55 Jahre alte Menschen (hiervon sogar einer mit einer künstlichen Herzklappe) eine Expedition auf den Mount Everest wagten und in 8800m Höhe herumkraxelten und dabei ein sehr souveränes Gesicht gemacht haben.
Seitdem mache ich mir ernsthaft Gedanken über meine körperliche Verfassung...

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