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Sonntag, 28. Oktober 2007
A room with a view (20)
frau klugscheisser, 11:44h

Delhi
Hotelpool, gefüllt mit Wasser aus Leitungen, das man unter keinen Umständen trinken soll. Das Becken selbst ein Datingparadies für Chlorpartikel und Kolibakterien.
Das schlimmste am Fliegen ist nicht der Jetlag, wie so mancher meint, das Schlimmste sind die ständigen Klimaschwankungen. Während sich andere hierzulande bei sinkenden Temperaturen langsam an kommende Minusgrade gewöhnen, falle ich bei meiner Heimkehr regelmäßig in einen kälteschockartigen Zustand.
Das beginnt bereits beim Kofferpacken. Bei einstelligen Außentemperaturen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie sich 25°C anfühlen. Meistens packe ich zu warme Kleidung ein, manchmal zu leichte. Der Sommer - oder das, was man in der Jahresmitte gemeinhin so nennt - ist erst wenige Monate her und trotzdem hat mein Körper vergessen, wie es ist zu schwitzen. Das holt er dann binnen Sekunden in fernen Ländern nach.
Ich komme immer wieder zu dem Ergebnis, dass Fliegen der reinste Irrsinn ist.
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Sätze, die man sofort bloggen muss (29)
frau klugscheisser, 11:28h
Wenn man Muskelkater an Stellen hat, wo wenig oder keine Muskeln sind, nennt man das Phantomschmerzen.
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Samstag, 27. Oktober 2007
Take the time out
frau klugscheisser, 23:57h
Wenn ich auf einen Lichtschalter drücke, wird es normalerweise hell. Falls nicht, kann das nur zwei Gründe haben: entweder die Stromrechnung ist nicht bezahlt oder die Glühbirne ist hinüber. Warum kann ein Computer nicht genauso funktionieren? Ich hätte die letzten zwei Wochen gerne auf einen Schalter gedrückt und das Internet wird hell.
Man glaubt ja nicht, wieviel Zeit man damit verbringen kann, alle Birnchen durchzutesten. Wenn dann das letzte Haar gerauft und großes Chaos in Einstellungen und System herrscht, ziehe ich durchaus in Erwägung, einen zu fragen, der sich damit auskennt. Der probiert dann ein wenig herum, wundert sich über die merkwürdigen Einstellungen und das Chaos im System und sagt schließlich, dass dies und jenes hinüber sei. Weil er ein besorgtes Gesicht dabei macht und sehr viele Gerätschaften mitgebracht hat, glaube ich ihm. Haare hat er übrigens schon lange keine mehr.
Insgeheim hoffe ich aber jeden Morgen, dass die Verbindung wieder heil ist. Mir ist egal, ob Heinzelmännchen, Außerirdische oder eine besonders günstige kosmische Strahlung über Nacht am Werk waren, ich will einfach, dass alles wieder funktioniert. Sehr sogar. Im Akzeptieren war ich noch nie gut. Wenn mein Auto, meine Waschmaschine oder mein Computer nicht funktionieren, nehme ich das sehr persönlich. Erst bin ich beleidigt, dann werde ich grantig und schließlich depressiv. Leider kann mein Therapeut keine Autos reparieren. Aber reden können wir drüber. Stundenlang. Das ist der Grund, warum Automechaniker weniger verdienen als Therapeuten.
Vielleicht liegt es einfach an meinen Einstellungen. Persönliche Betroffenheit deaktivieren. Depression1.2 deinstallieren. Sind Sie sicher, dass Sie alle Komponenten von Depression1.2 entfernen wollen? So ein Jammermodus mit Außenbestätigung hat was für sich, im Bett bleiben spart Heizung und ist umweltschonend. Abbrechen. Irgendwas läuft in meinem Leben ganz falsch, wenn mich ein technisches Problem so aus der Bahn wirft. Während ich mich vorher mit Hilfe des Internets vom Alltag ablenke, lenke ich mich jetzt vom Internet durch Alltag ab.
Die zündende Idee hat der Mann vom Kundenservice. Ich kenne ihn nicht. Trotzdem telefonieren wir etwa eine halbe Stunde. Am Ende möchte ich ihn gerne heiraten. Er sagt, er sei schon liiert. Mir wird langsam klar, woher meine Verbindungsprobleme kommen. Meinem Therapeuten auch. Am nächsten Tag ist alles geregelt, alles funktioniert, alles paletti. Es geht mir gut, danke der Nachfrage. Ich hatte schlicht und ergreifend zu viel Alltag. Dagegen hilft am Besten ein (technisches) Problem.
Erstaunlich, dass trotz Funkstille so viele hier vorbeigesurft sind, wohl in der Hoffnung auf neue Beiträge. Ihr bekommt alle einen Treuebonus. Wer hundert Punkte gesammelt hat, kriegt von mir gratis die Software Getalife2.0. Und ich hab Euchtrotzdem lieb.
Man glaubt ja nicht, wieviel Zeit man damit verbringen kann, alle Birnchen durchzutesten. Wenn dann das letzte Haar gerauft und großes Chaos in Einstellungen und System herrscht, ziehe ich durchaus in Erwägung, einen zu fragen, der sich damit auskennt. Der probiert dann ein wenig herum, wundert sich über die merkwürdigen Einstellungen und das Chaos im System und sagt schließlich, dass dies und jenes hinüber sei. Weil er ein besorgtes Gesicht dabei macht und sehr viele Gerätschaften mitgebracht hat, glaube ich ihm. Haare hat er übrigens schon lange keine mehr.
Insgeheim hoffe ich aber jeden Morgen, dass die Verbindung wieder heil ist. Mir ist egal, ob Heinzelmännchen, Außerirdische oder eine besonders günstige kosmische Strahlung über Nacht am Werk waren, ich will einfach, dass alles wieder funktioniert. Sehr sogar. Im Akzeptieren war ich noch nie gut. Wenn mein Auto, meine Waschmaschine oder mein Computer nicht funktionieren, nehme ich das sehr persönlich. Erst bin ich beleidigt, dann werde ich grantig und schließlich depressiv. Leider kann mein Therapeut keine Autos reparieren. Aber reden können wir drüber. Stundenlang. Das ist der Grund, warum Automechaniker weniger verdienen als Therapeuten.
Vielleicht liegt es einfach an meinen Einstellungen. Persönliche Betroffenheit deaktivieren. Depression1.2 deinstallieren. Sind Sie sicher, dass Sie alle Komponenten von Depression1.2 entfernen wollen? So ein Jammermodus mit Außenbestätigung hat was für sich, im Bett bleiben spart Heizung und ist umweltschonend. Abbrechen. Irgendwas läuft in meinem Leben ganz falsch, wenn mich ein technisches Problem so aus der Bahn wirft. Während ich mich vorher mit Hilfe des Internets vom Alltag ablenke, lenke ich mich jetzt vom Internet durch Alltag ab.
Die zündende Idee hat der Mann vom Kundenservice. Ich kenne ihn nicht. Trotzdem telefonieren wir etwa eine halbe Stunde. Am Ende möchte ich ihn gerne heiraten. Er sagt, er sei schon liiert. Mir wird langsam klar, woher meine Verbindungsprobleme kommen. Meinem Therapeuten auch. Am nächsten Tag ist alles geregelt, alles funktioniert, alles paletti. Es geht mir gut, danke der Nachfrage. Ich hatte schlicht und ergreifend zu viel Alltag. Dagegen hilft am Besten ein (technisches) Problem.
Erstaunlich, dass trotz Funkstille so viele hier vorbeigesurft sind, wohl in der Hoffnung auf neue Beiträge. Ihr bekommt alle einen Treuebonus. Wer hundert Punkte gesammelt hat, kriegt von mir gratis die Software Getalife2.0. Und ich hab Euch
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Donnerstag, 18. Oktober 2007
What you get is what you see
frau klugscheisser, 23:28h
Ein déjà-vu jagt das nächste. Die (Wieder-)Entdeckung der Langsamkeit. Elsa hieß das Modem, das Kilobite für Kilobite durch die Drähte schaufelte, und war grün, das aber nur am Rande. Als vor Kurzem das viel schnellere Modem seinen Geist aushauchte, fanden sich noch Reminiszenzen von Elsa in irgendwelchen Systemdateien. Wir trennten uns vor etwa zwei Jahren. Danach verbrachte sie einsame Nächte in den Tiefen des Einbauschrankes. Kürzlich fiel sie mir wieder in die Hände und ich setzte sie am Straßenrand aus. Jemand muss sie noch in derselben Nacht adoptiert haben, denn am nächsten Morgen war sie verschwunden. Elsa war langsam, dafür umso zuverlässiger. Nicht so wie die jungen Dinger ohne Durchhaltevermögen. Mein Neuer heißt Fritz und hat sein Pulver schon nach wenigen Tagen verschossen. Jetzt weigert er sich, Bilder und Metaphern durch den Äther zu leiten. Ganze Seiten lädt er nur noch mit viel Zureden und Bestätigung. Ein Ende der Rekonvaleszenz ist nicht in Sicht. Fritz ist schuld, wenn hier in geraumer Zeit nichts Neues erscheint. Alte Schnarchnase!
CHRRRRRRRrrrrrrrzzzzzzzzz...
CHRRRRRRRrrrrrrrzzzzzzzzz...
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