Mittwoch, 23. Januar 2008
Smoke gets in your eyes
No, io non piango sai - è soltanto che fumi
e il fumo va
dentro gli occhi miei
fino in fondo al cuore.


Heute aus gegebenem Anlaß und in Ermangelung von Katzenkontent kleine Erinnerungsstützen für mein schwaches Fleisch. Leider befinde ich mich noch im akuten Entzugsstadium, weshalb mir selbst keine sinnvollen Sätze zum Thema einfallen mögen.

Dafür nimmt uns Herr Paulsen mit in die Nichtraucherhölle und macht erst mal jegliche Hoffnung auf Linderung zunichte, bevor der Burnster mich wieder daran erinnert, warum ich Rauchen schon immer saublöd fand: "ich hätte auch an Holz lutschen können".
Schließlich die Aussage einer Freundin (langjährige Kettenraucherin): "Weißt du, das ist wie bei Liebeskummer. Am Anfang denkst du noch viel dran aber mit der Zeit immer weniger." Und weil ich das mit den Kerlen ganz gut kann, dürfte mir alles andere nicht so schwer fallen. Sollte. Müsste. Eigentlich. Scheissdreckssucht.

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Dienstag, 22. Januar 2008
Children waiting for the day they feel good
Heute Morgen bin ich früh aufgewacht. Heute ist nämlich mein Tag. Deshalb bin ich auch ganz aufgeregt. Auf jedem Kalender, auf allen Datumsanzeigen steht heute eine Zweiundzwanzig - das erste Mal in diesem Jahr. Und immer wenn das erste Mal in einem Jahr eine Zweiundzwanzig da steht, bedeutet das, dass ich sehr aufgeregt bin, weil das mein Tag ist. Ich bin auch aufgeregt, wenn das zwölfte Mal eine Vierundzwanzig oder das zwölfte Mal [!] eine Einunddreissig da steht aber nicht so sehr wie bei der ersten Zweiundzwanzig im Jahr.

Angefangen hat das alles in meiner Kindheit. Da sagte man mir nämlich, dass das etwas sehr Besonderes sei, wenn das erste Mal eine Zweiundzwanzig auf dem Kalender stehe und gab mir was zum Auswickeln. Damals glaubte ich den Erwachsenen alles, was Geschenke nach sich zog. Die perfekte Konditionierung. Übrigens hat man mich auch erfolgreich katholisch konditioniert. Die Belohnung fiel reichhaltig aus und so fand ich es nur fair, an den flachgepressten Leib Christi zu glauben, den ich immer mit dem Zeigefinger vom Gaumen kratzen musste. Nach der zweiten Stufe der Konditionierung, der Firmung - sozusagen die operante Konditionierung im Katholizismus - gibt es keine Geschenke mehr. Der zwölfte Vierundzwanzigste allein genügte mir nicht. Man wird halt anspruchsvoller. Folglich trat ich irgendwann aus der Kirche aus.

Der erste Zweiundzwanzigste aber ist der Tag, an dem ich mir mehr als nur die Erlösung meiner Seele wünschen darf. Am ersten Zweiundzwanzigsten darf ich mir alles wünschen, was ich will. Ich darf mir wünschen, dass alle ganz lieb zu mir sind, ich darf mir wünschen, dass mir jemand was zum Auswickeln gibt, und ich darf mir wünschen, dass ich nie wieder vor acht aufstehen muss. Wie gesagt, wünschen darf ich mir das. Ob meine Wünsche erfüllt werden, steht auf 'nem anderen Stern. Wenigstens muss ich mir für derlei Wünsche keine Oblatenreste vom Gaumen kratzen.

Meistens aber wünsche ich mir nur eines: Ich will wieder Kind sein dürfen. Für einen Tag und eine Nacht. Ich will Luftballons aufblasen und aufgeregt sein und mich freuen und allen sagen, dass ich heute Geburtstag habe und morgens schon quengeln, bis endlich alle aufgestanden sind und lachen und mir eine rote Nase malen und rote Backen und ganz viele Geschenke und Glückwünsche kriegen und beim Metzger ein Radl Wurst umsonst und beim Bäcker eine Rosine. Ich will ein Fahrrad mit Stützrädern fahren und einen bunten Ball überall hin mitnehmen und eine schmuddelige Stoffpuppe über alle Maßen lieben, obwohl sie so hässlich ist und singen, ganz laut singen und hüpfen und tanzen.

Es gab in meinem Leben Zeiten, in denen mir Menschen einzureden versuchten, ich sei nichts wert, folglich sei der erste Zweiundzwanzigste auch nichts wert. Das waren die Menschen, denen ich dummerweise sehr vertraute. So war ich schließlich selbst der Überzeugung, weder der erste Zweiundzwanzigste noch ich seien wertvoll. Das und vieles mehr hat sich geändert. Das ist auch der Grund, warum ich mich feiern will.

Mad World

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Montag, 21. Januar 2008
Gotta travel on
"That silly wind will soon begin and I'll be on my way
Going home to stay, going home to stay
That silly wind will soon begin and I'll be on my way
And I feel like I just want to travel on"




Und so ziehen wir weiter. Immer weiter. Das Neue wartet unter jedem Stein, hinter jedem Baum. Das, was uns zum Staunen bringt. Oder nachdenklich macht. Die Reise ist dann beendet, wenn wir nicht mehr unter den Stein schauen wollen und hinter den Baum. Wenn wir nicht mehr staunen sind wir starr.
Ankommen ist anders. Ankommen ist, den Baum wie einen Freund begrüßen, ohne zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Ankommen ist, sich auf dem Stein niederlassen, ohne ihn vorher umzudrehen. Ankommen ist, den Baum und den Stein zu sehen, als wäre es das erste Mal. Und Ankommen ist auch Weggehen. Damit der Kreis immer weitergeht.

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