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Sonntag, 17. Februar 2008
Wish you were here
frau klugscheisser, 18:24h
Wish you were here
Mit dem Wünschen ist das so eine Sache. Dem Midas gleich zu wünschen, es würde alles berührte zu Gold, lässt einen möglicherweise verdursten. Weniger weitreichende Entscheidungen haben Eselsohren zur Folge. Der König unter den Blinden zu sein, ist zur Abwechslung mal angenehm. Nur bin ich unentschlossen, welches Auge ich zuhalten soll: das Lachende oder das Weinende.
Das Gras ist sowieso da immer grüner, wo man gerade nicht draufscheißen kann und die Sterne heller, wenn's drumrum ganz dunkel ist. Angst ist ein alter Affe und Sehnsucht die Endstation. Jaja, das Glück ist nicht immer lustig. Trotzdem hätte ich jetzt gerne ein Stück davon. Gerne auch geschnitten und ein bisserl mehr. Wo ich mich doch für einigermaßen bescheiden hielt. Hinterherschlauheit knallt wie schlechter Fusel. Bleibt nicht viel mehr als ein Loch zu graben und "Zu spät, zu spät, zu spät!" hineinzurufen. Ach was, ich brauche keine Binsen. Wozu gibt es denn Internet?!
[Rubrik: Pimp my interior Werther]
Mit dem Wünschen ist das so eine Sache. Dem Midas gleich zu wünschen, es würde alles berührte zu Gold, lässt einen möglicherweise verdursten. Weniger weitreichende Entscheidungen haben Eselsohren zur Folge. Der König unter den Blinden zu sein, ist zur Abwechslung mal angenehm. Nur bin ich unentschlossen, welches Auge ich zuhalten soll: das Lachende oder das Weinende.
Das Gras ist sowieso da immer grüner, wo man gerade nicht draufscheißen kann und die Sterne heller, wenn's drumrum ganz dunkel ist. Angst ist ein alter Affe und Sehnsucht die Endstation. Jaja, das Glück ist nicht immer lustig. Trotzdem hätte ich jetzt gerne ein Stück davon. Gerne auch geschnitten und ein bisserl mehr. Wo ich mich doch für einigermaßen bescheiden hielt. Hinterherschlauheit knallt wie schlechter Fusel. Bleibt nicht viel mehr als ein Loch zu graben und "Zu spät, zu spät, zu spät!" hineinzurufen. Ach was, ich brauche keine Binsen. Wozu gibt es denn Internet?!
[Rubrik: Pimp my interior Werther]
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Donnerstag, 14. Februar 2008
My funny Valentine
frau klugscheisser, 01:50h
Das Stilhäschen ging bereits letztes Jahr in Vorleistung. Dann brauch ich zu diesem leidigen Thema ja nix mehr schreiben. [Unterschreib' ich übrigens Wort für Wort]
Ausserdem ein weiteres Beispiel für einen gutgekleideten Künstler. Hier allerdings bereits erste Anzeichen von Sittenverfall. Statt dezenter Gestik zum gesungenen Wort ein Glas und eine Zigarette, der Schlips gelockert, haltloses Herumwanken statt gezielt plazierter Schritte. Wenigstens sitzt die Frisur:
Und wieder sind wir einem globalen Irrtum auf der Spur. Der Text des Liedes ist nämlich äußerst zwiespältig. Während alle Welt 'My funny Valentine' für die ultimative Liebeserklärung hält, würde ich mich schön bedanken, wenn jemand mein Aussehen als 'laughable, unphotographable' beschriebe und meine intellektuellen Kapazitäten anzweifelt. Aber jeder wie er mag. Die Musik jedenfalls ist zweifelsfrei klasse.
Ausserdem ein weiteres Beispiel für einen gutgekleideten Künstler. Hier allerdings bereits erste Anzeichen von Sittenverfall. Statt dezenter Gestik zum gesungenen Wort ein Glas und eine Zigarette, der Schlips gelockert, haltloses Herumwanken statt gezielt plazierter Schritte. Wenigstens sitzt die Frisur:
Und wieder sind wir einem globalen Irrtum auf der Spur. Der Text des Liedes ist nämlich äußerst zwiespältig. Während alle Welt 'My funny Valentine' für die ultimative Liebeserklärung hält, würde ich mich schön bedanken, wenn jemand mein Aussehen als 'laughable, unphotographable' beschriebe und meine intellektuellen Kapazitäten anzweifelt. Aber jeder wie er mag. Die Musik jedenfalls ist zweifelsfrei klasse.
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Sätze, die man sofort bloggen muss (38)
frau klugscheisser, 01:09h
Wer bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte den Kopf nicht hängen lassen. Unbekannter Autor
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Mittwoch, 13. Februar 2008
Big girls don't cry
frau klugscheisser, 20:01h
Mal ehrlich, bei dem Titel haben Sie doch ganz bestimmt an ein völlig anderes Lied gedacht, eines das irgendwie aktueller ist und von einer gesungen wird, die denselben Namen trägt, wie eine ehemalige Angehörige des Britischen Königshauses. Aber was ist das schon, dieses ewige Rumgejammere von verlorener Liebe und Suhlen im Weltschmerz, von Geräkel auf kahlrasierter Männerbrust und tränenreichen Abschieden hinter riesigen Sonnenbrillen gegen die obige Version. Überhaupt die Lyrik, die Geschichte hinter den Worten. Mit nichts aus der heutigen Zeit zu vergleichen und mindestens ebenso mißverstanden wie Marleys Version der weinenden Frau. Aber hören und sehen Sie selbst.
Haben Sie sich mal die Choreographie genauer angesehen? Diese Choreographie ist meisterhaft, baut den Spannungsbogen langsam aus dem Hintergrund auf, wenn die Herren lässig nach vorne schlendern, dieses wie zufällige Verweilen neben dem Tasteninstrument, bis sie es schließlich hinter sich gelassen haben. Hier dann der Höhepunkt, bis schließlich der Rückzug mit Katarsis angetreten wird. Rückwärts laufend wohlgemerkt! Das schaffte ja nicht mal Britney bei ihrem letzten Auftritt so routiniert wie diese drei Herren. Das waren eben noch Könner.
Und diese Untermalung der Lyrik durch minimalistische Gesten. Allein schon die Mimik des Sängers spricht Bände, begleitet von einem Anheben der Arme hier, einer wippenden Fußspitze da, einem Fingerschnippen dort, während sich in neumodischen Videos verrenkt und ungelenk herumgehüpft wird. Schnell wird dem Beobachter klar, dass weniger eben doch mehr ist. Die Hand lässig in der Tasche flaniert es sich elegant, doch da bleibt sie nur, bis der Refrain mit beiden Händen erneut präsentiert wird. Heutzutage halten Sänger gerne ein Mikrofon, ein Instrument oder eine Dame, weil sie nicht wissen, wohin mit den Händen. Gelegentlich fuchteln sie wild mit abgespreizten Fingern ins Publikum zeigend oder greifen sich ans Gemächt. Undenkbar wäre das damals gewesen. Unser Interpret kündigt das Ende des Liedes durch Schließen der Beine an. Schließlich eine gemeinsame Verbeugung als Ehrerbietung gegenüber dem Publikum, wo heute gepöbelt oder gar gespuckt wird.
Lassen Sie mich ein abschließendes Wort zur Mode verfassen. Was Sie in obigem Beispiel sehen ist die perfekte Bekleidung für den singenden Mann. Die Hosenbeine nicht zu lang, nicht zu kurz und unbedingt erwähnenswert, der korrekte Sitz im Schritt. Dazu ein passender Einreiher, ein weißes Hemd und eine Fliege, dunkle Schuhe und ein akkurater Haarschnitt. So präsentiert sich der Künstler von Welt. All die zerfetzten, schmierigen, feinberippten, adidasbestreiften, schirmbemützten und zotteligen Vertreter der Gilde verdienen diese Bezeichnung nicht. Das sind die Kreaturen, die einen zum Weinen bringen, egal wie groß man ist.
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