Dienstag, 12. Februar 2008
Don't know what you've got till it's gone
Die Zweigstelle Süddeutschland der Neigungsgruppe Kummer & Trunk wurde gestern offiziell eröffnet. Zu einem ordentlichen Festakt gehört ein ordentlicher Umtrunk, etwas Musik und kleine Häppchen. Letztere sparte ich mir, damit weniger Flüssigkeit in kürzerer Zeit ihre Wirkung entfaltet. Die Musik wurde, ähnlich wie die Gespräche der Umsitzenden, von Glas Mal zu Mal erträglicher. Gegen Ende ließ ich mich gar zum Schunkeln mitreißen, was sich zur Jazzmusik teils schwierig gestaltet. Es kann auch sein, dass ich aus anderen Gründen schwankte, jedenfalls hielt man mich alsbald fest, steckte mich in meinen Mantel und anschließend in ein Taxi. Mehr weiß ich nicht.

Doch eines noch: während man in New York, Shanghai und Sao Paulo problemlos ein Taxi durch Winken vom Straßenrand anhalten kann, muss man sich in München schon davorwerfen. Nur mit Mühe ließ sich der Fahrer - Sorte studentische Aushilfskraft aus der Gruppe der ewigen Studenten - davon überzeugen, dass es sich nicht um einen mißglückten Suizidversuch meinerseits handelte. Das anschließende Gespräch war jedoch humorvoll und lebensbejahend.

Big Yellow Taxi

Got Till Its Gone

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Montag, 11. Februar 2008
Sätze, die man sofort bloggen muss (37)
Das Kommentarverhalten auf manchen Blogs erinnert mich an Hunde, die sich gegenseitig am Arschloch schnüffeln.

Danke Herr Glamourdick, besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

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Sonntag, 10. Februar 2008
Still got the blues
Used to be so easy to fall in love again
But I found out the hard way
It's a road that leads to pain
I found that love was more than just a game
You're playin' to win
But you lose just the same


[Wenn man dann am Ende eines Tages - der auch ein Leben hätte sein können - so dasitzt und resümiert, wie alles schon zu Beginn dagewesen ist und wie man immer wieder Mißtöne anschlug, es aber nicht hat wahrnehmen wollen, weil man im inneren Ohr einem anderen Lied lauschte, welches von Geduld und Wachstum klang, während man die weiche Bauchseite* darbot, fühlt man sich wie eine dieser Gitarren, die durch ein Paar fremde Hände und ein Gerät, das keine andere Aufgabe hat, als deren wechselströmiges Spiel auf den eigenen dünnen Saiten zu verstärken, zum Heulen gebracht wird.]

* ©by Mark


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Smoke get's in your eyes (Forts.)
"Die Zigarette war ein gewöhnliches Utensil auf Musikerfotos." Dr. Martin Hufner

Jazz und Qualm scheinen untrennbar zu sein. Zumindest die musikalische Qualität des einen vom Image des anderen. Für manche Menschen ist Jazz ohne Zigaretten nicht vorstellbar. Die Sendung "Schall und Rauch" aus der Reihe "taktlos" des BR beschäftigt sich mit genau diesem Thema. Einige Zitate daraus:

"Wenn man auf der Bühne ist, dann hat man normalerweise keine Zigarette im Mund und in der Pause geht man raus." Gerwin Eisenhauer, Jazzmusiker & Raucher

"Wenn ich [in einem Club] spielte, wo geraucht wurde, bin ich hinterher körperlich geschafft." Barbara Dennerlein, Jazzorganistin

"Diese extremen Haltungen finde ich schlimm [...] wenn man vor dem Rauchverbot den Leuten freundlich gesagt hat, es wär für die Musiker angenehmer, wenn sie sich ein bisserl zurückhalten könnten mit dem Rauchen, hat das eigentlich auch ganz gut genützt." Barbara Dennerlein, Nichtraucherin

Während Gerwin Eisenhauer in klassischer Verdrängungsmanier eines Süchtigen argumentiert ("Herr Vogler, Sie haben ein Sparbuch, folglich sind sie ebenfalls unfrei"), erwähnen Barbara Dennerlein und Thomas Vogler von der Münchner Jazzbar-Vogler, die angenehmen Seiten des Rauchverbotes.

Die Frage, ob Jazz ohne Qualm vorstellbar sei, wird von der hochkarätigen und international renomierten Musikerin Dennerlein dann auch sehr schnell positiv beantwortet. Zudem gibt sie musikalische Kostproben im rauchfreien Studio, die denen aus verrauchten Clubs nicht nachstehen. Und schließlich bringt's der Hufi auf den Punkt: "Jazz ist heute vielfach zu einer bloßen Marke für eine gewisse Lifestylehaltung geworden."

Nur weil das mal Image war, würden wir nicht auf die Idee kommen, guten Jazz könne man nur in bestimmten Hosen, mit bestimmten Frisuren oder auf bestimmten Instrumenten machen. Und selbst wenn viele lange glaubten, ein guter Jazzer müsse schwarz sein, bezog sich diese Ansicht nie auf die Lunge.

[Drei Wochen rauchfrei and counting!]

Link zur Sendung: "Schall & Rauch"



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