... newer stories
Sonntag, 7. Februar 2010
A room with a view (34)
frau klugscheisser, 01:39h

Was sie hier sehen, ist der Zugang zu meinem Zimmer im Hotel in Prag.

Blick von oben nach unten zur Rezeption.
Weiter in den Kommentaren:
... link
Montag, 1. Februar 2010
Disco Queen
frau klugscheisser, 00:52h
Mehr Glamour bräuchte ich in meinem Leben, sagte sie und schenkte mir kristallene Ohrstecker. Ich zog sie an und wir tanzten. Von irgendwoher kam ein Lichtstrahl als ich mich drehte. Seitdem bin ich die wandelnde Diskokugel. Jetzt stelle ich mich immer günstig ins Licht und kichere dabei ein wenig. Das ist dermaßen Achziger.
... link
Freitag, 22. Januar 2010
One year ago
frau klugscheisser, 01:00h
Schon wieder ein Jahr vorbei und ich hab's fast nicht gemerkt. Muss ich wohl diesmal besser aufpassen.
... link
Mittwoch, 20. Januar 2010
Another Brick in the Wall
frau klugscheisser, 23:17h

Dieses Schild steht vor einem Zaun. Der geneigte Beobachter fragt sich natürlich, wie man ein ordentliches Graffiti auf einen Maschendrahtzaun sprüht. Dafür haben die Chinesen gegenüber des Schildes extra eine Mauer errichtet. Oder so.
Und was für eine Mauer! Wer einmal dort gewesen ist, wird bei Erwähnung des einstigen Pendants in Berlin nur noch müde lächeln können. Allerdings hatten die Chinesen beim Bau offenbar ein Problem, nämlich einen Haufen Berge. Statt diese Mauer nun um selbige herumzuführen, baute man, was wie die Skizze eines leicht angetrunkenen, selbsternannten Bauzeichners anmutet, dem man einen Bleistift in die Hand drückte und der nun auf einer Landkarte sowas wie Verbindungslinien einzeichnen sollte. Ungeachtet aller Steigungswinkel wurde diese Mauern dann erbarmungslos über die Bergkämme gezogen. Gelegentlich helfen Treppen beim Anstieg, doch die meiste Zeit läuft man über glatten Stein. Im Sommer jedenfalls.
Im Winter rutscht man mehr. Die Chinesen mögen das Schießpulver erfunden haben, das Prinzip Streugut scheint ihnen jedoch heute noch fremd zu sein. Gelegentlich bin ich mir nicht sicher, ob es am Bodenbelag liegt oder daran, dass chinesische Spucke und Rotz bei den ungewöhnlich niedrigen Außentemperaturen am Grund vereist. Selbst mit gebirgstauglichen Schuhe ist ein Spaziergang auf der Mauer die reinste Tortur. Während ich die japanische Reisegruppe beobachte, wie sie sich händchenhaltend hintereinander über die Eisfläche quälen, fällt mir wieder der Witz vom Ötzi ein. Kennen Sie den?
Man rätselte lange, welche Nationalität der Ötzi hatte. Zunächst glaubte man, er käme aus Italien, doch dann fand man Geldmünzen in seiner Nähe, dann dachte man, er wäre Schweizer, denn wer könnte schon so langsam sein, dass er selbst von einem Gletscher eingeholt würde. Schließlich war man sich ziemlich sicher, dass es ein Preiss' gewesen sein muss. Wer sonst geht schon mit Klapperl (neudeutsch: Sandalen) ins Gebirge?
Muss ich mehr zum japanisch gewählten Schuhwerk sagen? Schön, dass sie dennoch ihre gute Laune bewahren. Sobald sich nämlich einer ungewollt auf den Hosenboden setzt, wird frenetisch gelacht. Der eisige Winter erhöht eindeutig den Spaßfaktor der Reisegruppe, während meiner gegen Null strebt. Da ich die Tour aus dem Bereitschaftsdienst gewonnen habe, war ich auf einen derart langen Aufenthalt nicht vorbereitet. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich trotz Pullover, Anorak, Mütze und Stiefel jemals vergleichbar gefroren hätte. Die extreme Kälte mochte mir meine Laune vermiesen, hielt mich jedoch nicht vom Besuch der Sehenswürdigkeiten Pekings ab. So fror ich auf der Mauer, fluchte in der verbotenen Stadt und sah das olympische Stadion aus dem Taxi, während meine Finger langsam auftauten. Die Pediküre habe ich mir dieses Mal gespart, da ich meine Zehen erst im Hotelzimmer wieder einzeln spürte. Immerhin waren es noch fünf an jedem Fuß, was während des Außenaufenthalts nicht eindeutig zu erkennen war. Reinhold Messner hätte seine wahre Freude gehabt.
Dass dieses Kälteerlebnis nicht ohne Folgen bleiben würde, war mir irgendwie klar. Inzwischen bin ich nach wortlosen Tagen wieder bei Stimme. Nur husten ging die ganze Zeit ziemlich lautstark. Gelohnt hat es sich dennoch, denn beim nächsten Mal kann ich sagen: been there done that.

... link
Montag, 4. Januar 2010
Despair in the Departure Lounge
frau klugscheisser, 13:30h
arctic monkeys
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir Wut oder Verzweiflung die Tränen durch die Kanäle drückt. Fakt ist, dass ich hier fassungslos vor mathematischen Formeln sitze und einfach nicht glauben kann, wie wenig ich imstande bin, logisch zu denken. Im Grunde ist der Stoff nicht wirklich kompliziert, was das Gefühl zu versagen aber auch nicht gerade bessert.
Problemverschiebung, weil in Afrika sterben Menschen. Dies als einzige Art, wie ich den Verschiebungssatz begreifen kann.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir Wut oder Verzweiflung die Tränen durch die Kanäle drückt. Fakt ist, dass ich hier fassungslos vor mathematischen Formeln sitze und einfach nicht glauben kann, wie wenig ich imstande bin, logisch zu denken. Im Grunde ist der Stoff nicht wirklich kompliziert, was das Gefühl zu versagen aber auch nicht gerade bessert.
Problemverschiebung, weil in Afrika sterben Menschen. Dies als einzige Art, wie ich den Verschiebungssatz begreifen kann.
... link
Freitag, 1. Januar 2010
Sätze, die man sofort bloggen muss (51)
frau klugscheisser, 21:54h
Zeit ist ja so ein Kontinuum, das man nur eingeteilt hat, damit die Leute wissen, wann sie zur Arbeit gehen müssen.
... link
Donnerstag, 31. Dezember 2009
In The Year 2009
frau klugscheisser, 18:14h
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Das Ende des Jahres gefangen in weihnachtlich sentimentalen Armen. Alle Welt erinnert sich. Menschen, Tiere, Sensationen. Man möchte dem eigenen kleinen Dasein ein wenig Bedeutung beimessen, doch so sehr ich mich anstrenge, dieses Jahr bleibt eines der unbedeutenden. Kein Wort des Jahres.
Der Letzte macht die Türe zu. Früher war ich immer der Meinung, ich wäre der einzige Mensch, der sich an Silvester langweile. Während sich andere famos im Heim oder auf tollen Parties amüsierten, fühlte ich mich betrogen. Natürlich war ich gelegentlich auf Feste geladen - privat und offentlich. Man aß, trank und wartete auf Mitternacht. Mit dem letzten Böller verließen die Ersten die Party. Das machte mich jedoch noch nicht mißtrauisch. Ich dachte, ich hätte einfach die falsche Party erwischt. Irgendwo mussten sie ja feiern, die coolen Typen. Nur ich, ich war nie dabei.
Warte nur, balde ruhest du auch.Zwei Abschiede dieses Jahr, seltsame, bewegende. Zwei Menschen, die mir nicht besonders nahe standen und deren Gehen mich doch sehr berührte. Einer war selbsternannter Bloggeropa, der andere selbsternannter König des Pop. In bestimmten Kreisen scheint es verpöhnt, sich in letztem Falle zur Traurigkeit zu bekennen. Trotzdem gestehe ich, ich war ergriffen. Ereignisse, die Erinnerungen an das eigene Leben wecken.
Ungeküsst sollst du nicht schlafen gehen. Wenn um Mitternacht alle knutschen, schaue ich betreten zu Boden oder nehme einen tiefen Schluck aus meinem Glas. Was ist schon so schlimm dran? Schließlich zanken sie sich spätestens am 2.Januar wieder mit alter Hingabe. Ich würde gerne geküsst werden. Vielleicht spreche ich einfach den da hinten im Sakko an? Nein, der hat einen Bart. Und der daneben sieht aus, als hätte er seit der Jahrtausendwende mit Küssen ausgesetzt. Das bringt nur Ärger und Erklärungsnot. Dann aber kommt einer auf mich zu, der mein Vater sein könnte. Ich mag ihn. Er ist charmant und unterhaltsam. Doch als er die Lippen schürzt, drehe ich den Kopf weg.
Es ist des Lernens kein Ende. Noch einmal von vorne beginnen. Noch einmal studieren. Erst nur zum Zeitvertreib, doch bald lassen unzählige Stunden der Paukerei das Vergnügen vergessen. Nach der Prüfung ist vor der Prüfung, doch in der dreiwöchigen Pause dazwischen zeigt sich schnell, dass la dolce far niente nicht mehr zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt. Zwischendrinn auch Rückschläge, versemmelte Prüfungen, wiederholte Ladehemmung. Alles halb so wild. Auch an Niederlagen kann man sich gewöhnen.
Erst wenn der letzte Kracher gezündet. Nicht die Letzte sein, nicht übrig bleiben. Während der allgemeine Alkoholpegel Spitzenwerte erreicht, bin ich trotz hochprozentiger Getränke erstaunlich nüchtern. Zu nüchtern, um die zu raining men ekstatisch zuckenden Torschlusspanikerinnen und deren bierbäuchig glotzende Zielgruppe an der Bar weiter zu ertragen. Die Pärchen haben sich unter den letzten Funkenregen zurückgezogen. Der Babysitter möchte nach Hause. Ich ziehe unbemerkt meinen Mantel über. Nur der Türsteher schaut mir traurig hinterher.
Probier's mal mit Gemütlichkeit. Ein Buch hat mich dieses Jahr verändert. Eines, das bleibt, dessen Worte sich einbrennen und nachhallen. Eines, das wie ein guter Freund zu mir spricht. Das immer da ist, wenn man es braucht. Wie ein Fremder ist es in mein Leben getreten, um mich als Vertrauter zu verlassen. Als die Wortsaat eintraf war der Boden bestellt. Es hat mir die Gelassenheit gegeben, die ich so lange suchte und die Geduld, manches einfach auszusitzen. Nicht dass ich nicht mehr hadern würde und weinen und mich nachts schlaflos umherwälzen. Jetzt hadere und wälze ich eben ein wenig anders. Ich habe meine Illusionen begraben. Dafür träume ich umso lieber.
Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da. Was in der vergangenen Stunde oben Glitzerregen erzeugte, hinterläßt unten erstaunlich viel Dreck. Auf dem Heimweg die Augen fest auf den Boden geheftet, leere Hülsen und Stiele, zerbrochene Flaschen und aufgerissene Verpackungen umschiffend. Nur keine Tretmine erwischen, denke ich. Der Krieg der Konsumgüter. Gelegentlich ein ferner Knall. Aus manchen Fenstern dringt Musik. Menschentrauben vor Lokalen. Ich rieche ihre Zigaretten trotz des Schwefelnebels, der die Stadt erdrückt. Als ich in mein Bett sinke, befällt mich tiefe Melancholie. Zu wenig zum Weinen, zu viel zum Einschlafen. Dreckshormone. Ich habe keine Worte mehr, nur noch Bilder. Irgendwann muss ich doch eingeschlafen sein, denn die Bilder werden immer skurriler. Alpträume von lüsternden Alten und überschwänglichen Jungen. Ich immer dazwischen und nirgendwo dabei. Nächstes Jahr werde ich an Silvester wieder fliegen.
Der Letzte macht die Türe zu. Früher war ich immer der Meinung, ich wäre der einzige Mensch, der sich an Silvester langweile. Während sich andere famos im Heim oder auf tollen Parties amüsierten, fühlte ich mich betrogen. Natürlich war ich gelegentlich auf Feste geladen - privat und offentlich. Man aß, trank und wartete auf Mitternacht. Mit dem letzten Böller verließen die Ersten die Party. Das machte mich jedoch noch nicht mißtrauisch. Ich dachte, ich hätte einfach die falsche Party erwischt. Irgendwo mussten sie ja feiern, die coolen Typen. Nur ich, ich war nie dabei.
Warte nur, balde ruhest du auch.Zwei Abschiede dieses Jahr, seltsame, bewegende. Zwei Menschen, die mir nicht besonders nahe standen und deren Gehen mich doch sehr berührte. Einer war selbsternannter Bloggeropa, der andere selbsternannter König des Pop. In bestimmten Kreisen scheint es verpöhnt, sich in letztem Falle zur Traurigkeit zu bekennen. Trotzdem gestehe ich, ich war ergriffen. Ereignisse, die Erinnerungen an das eigene Leben wecken.
Ungeküsst sollst du nicht schlafen gehen. Wenn um Mitternacht alle knutschen, schaue ich betreten zu Boden oder nehme einen tiefen Schluck aus meinem Glas. Was ist schon so schlimm dran? Schließlich zanken sie sich spätestens am 2.Januar wieder mit alter Hingabe. Ich würde gerne geküsst werden. Vielleicht spreche ich einfach den da hinten im Sakko an? Nein, der hat einen Bart. Und der daneben sieht aus, als hätte er seit der Jahrtausendwende mit Küssen ausgesetzt. Das bringt nur Ärger und Erklärungsnot. Dann aber kommt einer auf mich zu, der mein Vater sein könnte. Ich mag ihn. Er ist charmant und unterhaltsam. Doch als er die Lippen schürzt, drehe ich den Kopf weg.
Es ist des Lernens kein Ende. Noch einmal von vorne beginnen. Noch einmal studieren. Erst nur zum Zeitvertreib, doch bald lassen unzählige Stunden der Paukerei das Vergnügen vergessen. Nach der Prüfung ist vor der Prüfung, doch in der dreiwöchigen Pause dazwischen zeigt sich schnell, dass la dolce far niente nicht mehr zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt. Zwischendrinn auch Rückschläge, versemmelte Prüfungen, wiederholte Ladehemmung. Alles halb so wild. Auch an Niederlagen kann man sich gewöhnen.
Erst wenn der letzte Kracher gezündet. Nicht die Letzte sein, nicht übrig bleiben. Während der allgemeine Alkoholpegel Spitzenwerte erreicht, bin ich trotz hochprozentiger Getränke erstaunlich nüchtern. Zu nüchtern, um die zu raining men ekstatisch zuckenden Torschlusspanikerinnen und deren bierbäuchig glotzende Zielgruppe an der Bar weiter zu ertragen. Die Pärchen haben sich unter den letzten Funkenregen zurückgezogen. Der Babysitter möchte nach Hause. Ich ziehe unbemerkt meinen Mantel über. Nur der Türsteher schaut mir traurig hinterher.
Probier's mal mit Gemütlichkeit. Ein Buch hat mich dieses Jahr verändert. Eines, das bleibt, dessen Worte sich einbrennen und nachhallen. Eines, das wie ein guter Freund zu mir spricht. Das immer da ist, wenn man es braucht. Wie ein Fremder ist es in mein Leben getreten, um mich als Vertrauter zu verlassen. Als die Wortsaat eintraf war der Boden bestellt. Es hat mir die Gelassenheit gegeben, die ich so lange suchte und die Geduld, manches einfach auszusitzen. Nicht dass ich nicht mehr hadern würde und weinen und mich nachts schlaflos umherwälzen. Jetzt hadere und wälze ich eben ein wenig anders. Ich habe meine Illusionen begraben. Dafür träume ich umso lieber.
Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da. Was in der vergangenen Stunde oben Glitzerregen erzeugte, hinterläßt unten erstaunlich viel Dreck. Auf dem Heimweg die Augen fest auf den Boden geheftet, leere Hülsen und Stiele, zerbrochene Flaschen und aufgerissene Verpackungen umschiffend. Nur keine Tretmine erwischen, denke ich. Der Krieg der Konsumgüter. Gelegentlich ein ferner Knall. Aus manchen Fenstern dringt Musik. Menschentrauben vor Lokalen. Ich rieche ihre Zigaretten trotz des Schwefelnebels, der die Stadt erdrückt. Als ich in mein Bett sinke, befällt mich tiefe Melancholie. Zu wenig zum Weinen, zu viel zum Einschlafen. Dreckshormone. Ich habe keine Worte mehr, nur noch Bilder. Irgendwann muss ich doch eingeschlafen sein, denn die Bilder werden immer skurriler. Alpträume von lüsternden Alten und überschwänglichen Jungen. Ich immer dazwischen und nirgendwo dabei. Nächstes Jahr werde ich an Silvester wieder fliegen.
... link
Dienstag, 22. Dezember 2009
Boarische Weihnacht'
frau klugscheisser, 19:44h
Ein schönes Fest euch allen da draussen.
... link
Freitag, 18. Dezember 2009
Let's break down the formula
frau klugscheisser, 23:10h
Wenn es für's Leben eine Formel gäbe, dann gäbe es bestimmt auch Leute, die sie umformulieren, vereinfachen und schließlich anders darstellen würden.
Da gibt es beispielsweise die Binomischen Formeln. Vor etwa 20 Jahren hatte ich damit zuletzt das Vergnügen, vor Kurzem sollte ich mein Wissen auffrischen. Diese Formeln sind aber in etwa das Einzige, was aus 13 Jahren komplizierter Algebra in meinem Kopf hängenblieb. Die Formeln (a+b)² und (a-b)² sind es, um die es sich vorwiegend handelt. Wissen Sie's noch, wie es geht? Genau:
(a+b)²= a²+2ab+b²
(a-b)²= a²-2ab+b²
Das aber nur am Rande. Die Binomischen Formeln eignen sich hervorragend, um Beziehungsgeflechte auszudrücken. Da gibt es eine Person (a) und eine (b). Sind beide Personen einer Meinung, lautet die Gleichung (a+b)², sind sie es nicht, gilt (a-b)², wobei sich die Meinung für Aussenstehende jeweils quadriert. Sind beide gleichberechtigt, lautet die Formel (a+b)(a-b)=a²-b². Sollte nun Person (b) zufällig die dominantere Person sein, so ist in letztem Falle ein negatives Ergebnis zu erwarten. Nicht so bei Fall 2.
Kompliziert wird's, wenn nun mehrere Beteiligte ins Spiel kommen:
In unserem Fall ist das E. X und µ leben seit längerem in einem [Haushalt]. An Weihnachten kommt traditionell E zu Besuch. E ist die Mutter von X. Es gilt µ=E(X). Der arme µ wird also von E und X völlig überstimmt, denn deren Meinung ist multipliziert. Der Stunk ist vorprogrammiert und potenziert sich an Heiligabend (sigma). Unsere Gleichung lautet
sigma²=E[(X-µ)²]
Wir formen um in E[X²-2Xµ+µ²] und sollen schließlich auf sigma²=E(X²)-µ² kommen, weil E(X)= µ
Da fehlt aber meines Erachtens eine Schwiegermutter vor dem µ. Das Ergebnis bleibt allerdings unverändert unangenehm, nämlich Stunk².
Sie sehen also, auch in der Mathematik ist nicht alles so einfach und somit wie im richtigen Leben. Manche Menschen machen es sich leicht und betrachten einfach nur das Ergebnis, andere versuchen die Zwischenschritte zu verstehen. Im Grunde läuft's darauf hinaus, alles so lange zu drehen, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt. Wie halt im richtigen Leben auch.
Da gibt es beispielsweise die Binomischen Formeln. Vor etwa 20 Jahren hatte ich damit zuletzt das Vergnügen, vor Kurzem sollte ich mein Wissen auffrischen. Diese Formeln sind aber in etwa das Einzige, was aus 13 Jahren komplizierter Algebra in meinem Kopf hängenblieb. Die Formeln (a+b)² und (a-b)² sind es, um die es sich vorwiegend handelt. Wissen Sie's noch, wie es geht? Genau:
(a+b)²= a²+2ab+b²
(a-b)²= a²-2ab+b²
Das aber nur am Rande. Die Binomischen Formeln eignen sich hervorragend, um Beziehungsgeflechte auszudrücken. Da gibt es eine Person (a) und eine (b). Sind beide Personen einer Meinung, lautet die Gleichung (a+b)², sind sie es nicht, gilt (a-b)², wobei sich die Meinung für Aussenstehende jeweils quadriert. Sind beide gleichberechtigt, lautet die Formel (a+b)(a-b)=a²-b². Sollte nun Person (b) zufällig die dominantere Person sein, so ist in letztem Falle ein negatives Ergebnis zu erwarten. Nicht so bei Fall 2.
Kompliziert wird's, wenn nun mehrere Beteiligte ins Spiel kommen:
In unserem Fall ist das E. X und µ leben seit längerem in einem [Haushalt]. An Weihnachten kommt traditionell E zu Besuch. E ist die Mutter von X. Es gilt µ=E(X). Der arme µ wird also von E und X völlig überstimmt, denn deren Meinung ist multipliziert. Der Stunk ist vorprogrammiert und potenziert sich an Heiligabend (sigma). Unsere Gleichung lautet
sigma²=E[(X-µ)²]
Wir formen um in E[X²-2Xµ+µ²] und sollen schließlich auf sigma²=E(X²)-µ² kommen, weil E(X)= µ
Da fehlt aber meines Erachtens eine Schwiegermutter vor dem µ. Das Ergebnis bleibt allerdings unverändert unangenehm, nämlich Stunk².
Sie sehen also, auch in der Mathematik ist nicht alles so einfach und somit wie im richtigen Leben. Manche Menschen machen es sich leicht und betrachten einfach nur das Ergebnis, andere versuchen die Zwischenschritte zu verstehen. Im Grunde läuft's darauf hinaus, alles so lange zu drehen, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt. Wie halt im richtigen Leben auch.
... link
Freitag, 11. Dezember 2009
Dream a little dream
frau klugscheisser, 17:34h

urbanity@HG.Esch, LUMAS
Ich hatte einen Lieblingskindertraum und der geht so:
Bei Einbruch der Dämmerung streife ich durch die Straßen der Stadt. Die ersten Fenster beginnen von innnen zu leuchten. Keine Autos, kaum Menschen unterwegs. Gelegentlich hastet einer heim oder verschwindet hinter einer Türe. Sonst ist es ruhig. Ich breite meine Arme aus und schwinge mich auf einen Fenstersims. Drinnen sitzt eine Familie am Esstisch. Ein dampfender Topf in der Mitte. Sie löffeln Suppe aus ihren Tellern. Ich fliege zum nächsten Fenster. Einer, der langsam aus seinen Kleidern schlüpft und sie sorgsam auf Bügel hängt. Hinter dem nächsten Fenster spielende Kinder, dann wieder eine Familie beim Abendbrot, ein Paar, das sich umarmt, eine strickende alte Frau, ein Mann vor dem Fernseher. Manchmal muss ich mich ducken, um nicht gesehen zu werden, von anderen werde ich nicht gesehen. Vor allem die Familien scheinen mich nicht zu bemerken. Ich würde gerne dazugehören, mit ihnen am Tisch sitzen und essen. Oder mit den Kindern spielen, der andere Teil einer Umarmung sein oder einfach nur daneben sitzen, wenn einer fernsieht. Aber ich muss weiter. Alleine.
Selbst heute noch richtet sich mein Blick verträumt auf die erleuchteten Fassaden der Stadt. Die Dämmerung haucht ihnen Leben ein. Jedes Fenster ein eigenes Schicksal, eine eigene Geschichte. Dieses Leben hat Esch so wunderbar in Hongkong eingefangen - einer Stadt, die fast nur aus hohen Fassaden besteht. Gestern habe ich es lange in der Galerie LUMAS betrachtet. Vielleicht sehe ich es eines Tages auf meinen nächtlichen Streifzügen hinter einem erleuchteten Fenster wieder.
Heut' mach ich euch den Kid: Galerie LUMAS Brienner Straße 3, 80333 München
... link
... older stories