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Dienstag, 21. August 2012
frau klugscheisser, 14:49h

Auf den ersten Blick sieht dieses Ding aus wie das Projekt eines ehrgeizigen Landschaftsarchitekten, der immer seine Vorlesungen geschwänzt hat und sich dann aber in Papas Büro doch noch selbstverwirklichen durfte. Daneben gibt es einen Infostand und natürlich auch ein kleines Täfelchen, was den gemeinen Banausen sofort erahnen lässt, dass es sich hier nicht um schlechten Geschmack, sondern natürlich um Kunst handelt. Wie, Sie kennen das Ding nicht? Koons? Jeff? Jeff Koons? Puppy?
Zugegeben, ich hab's auch erst mal im Internet gesucht. Dabei halte ich mich für einigermaßen gebildet. Schön, das Teil steht vor dem Guggenheim Museum in Bilbao und soll irgendwas mit Blumen und Schoßhündchen aus dem 18. Jahrhundert symbolisieren. Ich mag's trotzdem nicht. Allerdings passt es gut zum stahlartigen Gebäude im Hintergrund, dem Museum.

Reingegangen bin ich dann doch nicht, weil mir an diesem sonnigen Augusttag die Warteschlange davor zu lang und die Zeit zu kostbar war. Sieht ja auch von aussen schön aus. Und somit kann ich behaupten been there, done that.
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Freitag, 17. August 2012
You Just Wait & See
frau klugscheisser, 14:56h
Abwarten und...


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Montag, 6. August 2012
Wishes Games
frau klugscheisser, 18:05h
Sie kennen doch sicher noch dieses Lied aus den gefühlten Achzigern von Yello vicious games? Und nein, das wird jetzt kein weiterer Beitrag zum weissen Neger Wumbaba. Das wird ein relativ kurzer Beitrag zum Thema Wünschen, das ja nicht nur zu Weihnachten und runden Geburtstagen Kopfzerbrechen bereitet, weil man sich da immer Geschenke für sich selbst ausdenken muss, die weder zu teuer noch zu unbrauchbar und zudem möglichst unkompliziert in der Anschaffung sind. Wünschen findet bei mir ständig statt. Die Folgen sehen aber verschieden aus.
Ich wünsche mir also was. Wenn die Wunscherfüllung ausserhalb meines Einflussbereiches liegt - also sozusagen external attribuiert - dann gibt es die Möglichkeit, den Wunsch zu verdrängen. Meist gelingt mir das nicht besonders gut, weil ich ein lebhafter Träumer bin, d.h. ich denke zwar im Wachzustand nicht mehr dran, träume dafür umso öfter von der Erfüllung des Wunsches.
Dann könnte ich noch dem Universum was davon erzählen. Weil ich aber nicht an universalen Zauber glaube, sondern eher an gedankliche Fokussierung, erzähle ich dem Universum lieber nix und konzentriere mich stattdessen auf eindeutige Zeichen an mein optisches System wie beispielsweise Parklücken in Schwabing.
Konzentriere ich mich aber zu sehr auf meinen Wunsch, dann werde ich nicht nur ungeduldig, sondern auch immer unzufriedener. Bestimmte Leute raten in diesem Falle, gänzlich auf Wünschen zu verzichten. Ich halte das für das falsche Ende der Wurst. Katzenschwanz. Whatever. Also was denn nun? Wieder keine Pointe? Ja, halt wie im Leben.
Ich wünsche mir also was. Wenn die Wunscherfüllung ausserhalb meines Einflussbereiches liegt - also sozusagen external attribuiert - dann gibt es die Möglichkeit, den Wunsch zu verdrängen. Meist gelingt mir das nicht besonders gut, weil ich ein lebhafter Träumer bin, d.h. ich denke zwar im Wachzustand nicht mehr dran, träume dafür umso öfter von der Erfüllung des Wunsches.
Dann könnte ich noch dem Universum was davon erzählen. Weil ich aber nicht an universalen Zauber glaube, sondern eher an gedankliche Fokussierung, erzähle ich dem Universum lieber nix und konzentriere mich stattdessen auf eindeutige Zeichen an mein optisches System wie beispielsweise Parklücken in Schwabing.
Konzentriere ich mich aber zu sehr auf meinen Wunsch, dann werde ich nicht nur ungeduldig, sondern auch immer unzufriedener. Bestimmte Leute raten in diesem Falle, gänzlich auf Wünschen zu verzichten. Ich halte das für das falsche Ende der Wurst. Katzenschwanz. Whatever. Also was denn nun? Wieder keine Pointe? Ja, halt wie im Leben.
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Dienstag, 26. Juni 2012
Cover Up
frau klugscheisser, 22:38h
Letztens war ich zum ersten Mal in Jeddah, Saudi Arabien. Vor dem Abflug habe ich mich zunächst mit den örtlichen Gepflogenheiten auseinandergesetzt, um entsprechend vorbereitet zu sein. Denn wie Tucholsky schon treffend bemerkte, weiss man ja nie, ob man sich anpassen muss oder schon deutsche Touristen vor einem dagewesen sind (s. Tucholsky im Internetz). Also ließ ich brav meinen Fotoapparat daheim, löschte anstößige Bilder von meinem Handy (*) und legte ein Tuch in den Koffer. Dabei musste ich andauernd an dieses wunderbar geheimnisvolle Bild von Frau Allegra denken, das mich so neugierig werden ließ. Ganz nebenbei bemerkt hat sie es aus europäischem Blickwinkel nicht nötig, sich zu verschleiern, denn sie ist wunderschön.
In Saudi Arabien hingegen sieht die Sache anders aus. Dort gilt, wie der geneigte Leser weiß, dass ungeachtet einer Bewertung alles verhüllt wird, was weibliche Anmut erahnen ließe. Und so erwartete uns in der Hotellobby eine Stange mit schwarzen Umhängen - genannt Abaya - und langen Schaltüchern, der Hijab. Am nächsten Tag trat ich meinen Weg nach draussen zum ersten Mal in diesen Kleidungsstücken an.
Die Damen des Nahen Ostens lernen mit Anbeginn der Pubertät, wie die Tücher zu tragen sind. Wir Europäerinnen hingegen stellen uns da reichlich ungeschickt an. Immer wieder rutschte das Tuch von den Haaren oder wurde vom Wind verweht. Ich versuchte verschiedene Wickeltechniken, bis ich schließlich Haarklammern zur Hilfe nahm. Und obwohl ich die zusätzliche Überkleidung zunächst als hinderlich wahrnahm, fand langsam ein innerlicher Wandel statt.
Noch vor einigen Jahren verweigerte ich erfolgreich alle Flüge nach Teheran. Ich war weder bereit, mich zu verhüllen, noch generell den Status der Frauen in diesen Ländern als legitim anzuerkennen. Jetzt, da ich mich verhüllt in der Öffentlichkeit bewegte, machte es mir nicht nur nichts aus, ich begann sogar, diese Verkleidung ein kleines bisschen zu mögen. Sie machte mich auf eine angenehme Weise unsichtbar und gleichzeitig fühlte ich mich doch besonders wahrgenommen. Geneigter Leser, verstehen Sie mich nicht miß. Ich bin immer noch gegen eine regierungsverordnete Unterdrückung des weiblichen Geschlechts - es geht mir nicht um die Hintergründe, sondern um einen kurzen Eindruck, den ich während meines 48 stündigen Aufenthalts gewonnen habe. Sicherlich würde ich mich anders fühlen, müsste ich längere Zeit oder gar den Rest meines Lebens darunter verbringen.
Seltsamerweise sind es vor allem die arabischen Frauen, die peinlich genau auf Verhüllung der anderen achten. Schließlich könnte die andere ihre Männer stehlen. Und dann schwingt vielleicht auch ein klein wenig Neid mit, denn wenn sie ihr Leben lang dieses Versteckspiel und Unterdrückung ertragen müssen, soll es den anderen Frauen nicht besser gehen. Die anderen Frauen sind in dem Falle Tucholskys eingangs erwähnte Deutsche, die es immer wieder darauf anlegten. Ob im Hotel oder im Bus, die Hijab war nicht bei allen Kolleginnen gleichermaßen beliebt. Man zeigte gelegentlich gerne blondes Haar.
Dabei lassen sich mit einem Schleier die Augen so sehr betonen, das schafft kein Lidschatten und keine Wimperntusche. Sehen Sie selbst, wenn Sie es noch nicht getan haben: Beispielbild
In Saudi Arabien hingegen sieht die Sache anders aus. Dort gilt, wie der geneigte Leser weiß, dass ungeachtet einer Bewertung alles verhüllt wird, was weibliche Anmut erahnen ließe. Und so erwartete uns in der Hotellobby eine Stange mit schwarzen Umhängen - genannt Abaya - und langen Schaltüchern, der Hijab. Am nächsten Tag trat ich meinen Weg nach draussen zum ersten Mal in diesen Kleidungsstücken an.
Die Damen des Nahen Ostens lernen mit Anbeginn der Pubertät, wie die Tücher zu tragen sind. Wir Europäerinnen hingegen stellen uns da reichlich ungeschickt an. Immer wieder rutschte das Tuch von den Haaren oder wurde vom Wind verweht. Ich versuchte verschiedene Wickeltechniken, bis ich schließlich Haarklammern zur Hilfe nahm. Und obwohl ich die zusätzliche Überkleidung zunächst als hinderlich wahrnahm, fand langsam ein innerlicher Wandel statt.
Noch vor einigen Jahren verweigerte ich erfolgreich alle Flüge nach Teheran. Ich war weder bereit, mich zu verhüllen, noch generell den Status der Frauen in diesen Ländern als legitim anzuerkennen. Jetzt, da ich mich verhüllt in der Öffentlichkeit bewegte, machte es mir nicht nur nichts aus, ich begann sogar, diese Verkleidung ein kleines bisschen zu mögen. Sie machte mich auf eine angenehme Weise unsichtbar und gleichzeitig fühlte ich mich doch besonders wahrgenommen. Geneigter Leser, verstehen Sie mich nicht miß. Ich bin immer noch gegen eine regierungsverordnete Unterdrückung des weiblichen Geschlechts - es geht mir nicht um die Hintergründe, sondern um einen kurzen Eindruck, den ich während meines 48 stündigen Aufenthalts gewonnen habe. Sicherlich würde ich mich anders fühlen, müsste ich längere Zeit oder gar den Rest meines Lebens darunter verbringen.
Seltsamerweise sind es vor allem die arabischen Frauen, die peinlich genau auf Verhüllung der anderen achten. Schließlich könnte die andere ihre Männer stehlen. Und dann schwingt vielleicht auch ein klein wenig Neid mit, denn wenn sie ihr Leben lang dieses Versteckspiel und Unterdrückung ertragen müssen, soll es den anderen Frauen nicht besser gehen. Die anderen Frauen sind in dem Falle Tucholskys eingangs erwähnte Deutsche, die es immer wieder darauf anlegten. Ob im Hotel oder im Bus, die Hijab war nicht bei allen Kolleginnen gleichermaßen beliebt. Man zeigte gelegentlich gerne blondes Haar.
Dabei lassen sich mit einem Schleier die Augen so sehr betonen, das schafft kein Lidschatten und keine Wimperntusche. Sehen Sie selbst, wenn Sie es noch nicht getan haben: Beispielbild
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Mittwoch, 6. Juni 2012
frau klugscheisser, 02:32h
Raten Sie mal wo ich war:


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Mischievous Ghost
frau klugscheisser, 02:28h
Ist es eigentlich sehr schädlich für mein Karma, wenn ich dem Nachbarn, der den Aufzug sowohl auf- als auch abwärts fährt, weil er ansonsten aufgrund ausgeprägter Sportaversion und starkem Tabakkonsums womöglich einen ganz fürchterlichen Hustenanfall erleidet, wünsche, er würde mal für längere Zeit drin steckenbleiben?
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Donnerstag, 24. Mai 2012
Stop Whining
frau klugscheisser, 01:44h
Wie sollte ich es besser sagen:
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Montag, 9. April 2012
Lunatic
frau klugscheisser, 00:15h
Hier passiert nur noch wenig, weil ich anderweitig sehr beschäftigt bin. So verbringe ich derzeit beispielsweise meinen gesamten Jahresurlaub in der Psychiatrie. Dieser Satz beschreibt die Realität zwar nur ansatzweise, sorgt aber immer wieder für Lacher gemischt mit ungläubigen Blicken. Keine Sorge, ich bin nicht Patient, ich besitze einen Schlüssel. In der Psychiatrie existiert nämlich eine Zweiklassengesellschaft. Das sind die mit und die ohne Schlüssel. Anteilsmäßig gehören beiden Gruppen etwa ähnlich viele Personen an. Der Schlüssel verschafft dem Halter Zutritt zu allen Räumen, während den Schlüssellosen nur zu den Räumen Zutritt gewährt wird, die der Schlüsselhalter öffnet. Somit begrenzt sich deren Bewegungsradius auf kilometerweite Gänge und einige wenige Zimmer. Während man nach Kollegen schon mal eine halbe Stunde sucht - denn die halten sich nur selten in den Räumen auf, die auf dem Schild an der Türe ihren Namen tragen - sind Patienten sehr schnell aufgespürt. Das hat auch seine Vorteile, denn meistens sind die Patienten nicht dort, wo sie laut Plan sein sollen, sondern woanders, von wo man sie dann abholt und dorthin bringt, wo sie laut Plan vor zehn Minuten sein sollten. Das ist aber eine andere Geschichte.
Eigentlich will ich mich nämlich weder über die Institution noch seine Nutznießer lustig machen. Im Grunde kann ich überhaupt nicht viel darüber erzählen, ohne meine Schweigepflicht zu verletzen. Nun ist es aber so, dass mich letzthin ein bestimmter Umstand so sehr beschäftigte, dass ich ihn doch hier beschreiben möchte. Die Sache ist nämlich die, dass ich in besagter Institution eine Gruppe leite. Um bestimmte Sachverhalte zu verdeutlichen, ziehe ich gerne spontan gewählte Beispiele heran. Sie müssen wissen, dass ich meist sehr spontan bin, was Wortwahl und auch Beispiel betrifft. So spontan, dass mir selbst oft kaum Zeit bleibt, über das gewählte Beispiel genauer nachzudenken. Deshalb passiert es gelegentlich, dass meine Beispiele hinken oder so abstrakt sind, dass sie von keinem mehr nachvollzogen werden können.
Und dann geschah letztens folgendes:
Frau KS: Bitte seien Sie sich bewußt, dass dieses Verhalten sehr viel Übung erfordert. Wenn Sie eine Kampfkunst erlernen, werden Sie sich nicht sofort in einen Kampf stürzen, sondern erst einmal einen Schlag üben oder einen Tritt.
Patient1: ja, das ist sowieso gefährlich, wenn man auf der Straße in eine Rauferei gerät, da sollte man einen großen Bogen drum machen.
Patient2:... und zudem ist Schlagen auch keine Lösung.
Patient3: ... da stand ja letzthin wieder was in der Zeitung.
Patient4: ...ja, das ist wirklich schlimm, dass da soviel passiert.
Frau KS: Nun, wichtig ist, dass man klein beginnt. Wenn Sie Klavier spielen lernen, werden Sie auch nicht sofort in einer Konzerthalle auftreten.
Patient3: Meine Tochter spielt Klavier, das klingt ganz schön, aber üben will sie nicht.
Patient5: ich sag's ja immer, die Jugend hat keine Disziplin.
Patient1: Also ich mag Musik. In der Musiktherapie kann man immer so toll Krach machen.
Frau KS [leicht verzweifelt]: Ich meine ja nur, dass Sie sicher nicht gleich ein Vier Gänge Menü kochen werden, wenn Sie Kochen lernen wollen.
Patient2: Was gibt's eigentlich zu Mittag?
Patient4: Keine Ahnung, hoffentlich ist es nicht so schlecht wie gestern.
Und jetzt urteilen Sie bitte, ob die Gruppenteilnehmer meine Beispiele nicht verstehen wollen oder ob sie es nicht können.
Eigentlich will ich mich nämlich weder über die Institution noch seine Nutznießer lustig machen. Im Grunde kann ich überhaupt nicht viel darüber erzählen, ohne meine Schweigepflicht zu verletzen. Nun ist es aber so, dass mich letzthin ein bestimmter Umstand so sehr beschäftigte, dass ich ihn doch hier beschreiben möchte. Die Sache ist nämlich die, dass ich in besagter Institution eine Gruppe leite. Um bestimmte Sachverhalte zu verdeutlichen, ziehe ich gerne spontan gewählte Beispiele heran. Sie müssen wissen, dass ich meist sehr spontan bin, was Wortwahl und auch Beispiel betrifft. So spontan, dass mir selbst oft kaum Zeit bleibt, über das gewählte Beispiel genauer nachzudenken. Deshalb passiert es gelegentlich, dass meine Beispiele hinken oder so abstrakt sind, dass sie von keinem mehr nachvollzogen werden können.
Und dann geschah letztens folgendes:
Frau KS: Bitte seien Sie sich bewußt, dass dieses Verhalten sehr viel Übung erfordert. Wenn Sie eine Kampfkunst erlernen, werden Sie sich nicht sofort in einen Kampf stürzen, sondern erst einmal einen Schlag üben oder einen Tritt.
Patient1: ja, das ist sowieso gefährlich, wenn man auf der Straße in eine Rauferei gerät, da sollte man einen großen Bogen drum machen.
Patient2:... und zudem ist Schlagen auch keine Lösung.
Patient3: ... da stand ja letzthin wieder was in der Zeitung.
Patient4: ...ja, das ist wirklich schlimm, dass da soviel passiert.
Frau KS: Nun, wichtig ist, dass man klein beginnt. Wenn Sie Klavier spielen lernen, werden Sie auch nicht sofort in einer Konzerthalle auftreten.
Patient3: Meine Tochter spielt Klavier, das klingt ganz schön, aber üben will sie nicht.
Patient5: ich sag's ja immer, die Jugend hat keine Disziplin.
Patient1: Also ich mag Musik. In der Musiktherapie kann man immer so toll Krach machen.
Frau KS [leicht verzweifelt]: Ich meine ja nur, dass Sie sicher nicht gleich ein Vier Gänge Menü kochen werden, wenn Sie Kochen lernen wollen.
Patient2: Was gibt's eigentlich zu Mittag?
Patient4: Keine Ahnung, hoffentlich ist es nicht so schlecht wie gestern.
Und jetzt urteilen Sie bitte, ob die Gruppenteilnehmer meine Beispiele nicht verstehen wollen oder ob sie es nicht können.
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Sonntag, 12. Februar 2012
I See You
frau klugscheisser, 19:33h
Auf diesem Foto sehen Sie meine kleine Schwester, die ich gerade zufällig im Netz entdeckte. Und dann auch noch auf einer Stilseite. Als der Mantel entstand, war ich sogar dabei. Ich glaube, ich werde jetzt berühmt....
Für den ganzen Artikel bitte das Bild klicken.
Foto: theaccidentalhoarder
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Donnerstag, 9. Februar 2012
Oh yeah, life goes on
frau klugscheisser, 12:01h
Manchmal fühlt sich das Leben an, als ob ich auf einer Klippe stünde. Vor mir fällt der Boden steil ab und eine riesige Schlucht tut sich auf, deren Grund nicht sichtbar ist. Wenn ich mich bewege, lösen sich kleine Steinchen und stürzen in die Unendlichkeit. Dieses Gefühl der Übelkeit im Magen, der Schwindel im Kopf. Ich kann nicht weg, weil ich sonst in Gefahr laufe, den Steinchen nach unten zu folgen. Wegsehen oder gar die Augen schließen kann ich aber auch nicht, denn dann verliere ich durch den Schwindel das Gleichgewicht. Es gibt nur eine Möglichkeit: aushalten.
Manchmal bin ich überrascht, wie ich in die Situation gekommen bin. Natürlich habe ich mich da selbst hineinmanoevriert. Oder ich war die ganze Zeit schon da und konnte es bisher nur erfolgreich vor mir leugnen. Mich ablenken, darüber hinwegspielen, mir die Sache schön reden. Alles Vermeidungstaktik. Am Ende stehe ich dann doch wieder vor dem Abgrund und muss zugeben, dass es da ganz schön tief runtergeht. Nicht nur das, ich muss auch die Ausweglosigkeit akzeptieren, denn am Ende stehe ich immer wieder an dieser Klippe.
Wie schwer es mir fällt, manche Dinge auszuhalten, das erlebe ich immer wieder mit Kleinigkeiten im Alltag. Hunger beispielsweise. Ich habe Appetit und esse, behaupte aber es wäre Hunger. Als ich wegen meiner Weisheitszähne nur sehr wenig zu mir nahm, da spürte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder, was Hunger ist. Oder ein Jucken im Auge, dem ich sofort mit Reiben entgegenwirke. Oder einsam sein. Ich lese, schaue Filme, telefoniere oder lenke mich sonstwie von diesem unerwünschten Zustand ab.
Seit einiger Zeit versuche ich, nicht sofort auf eine Situation zu reagieren, sondern sie erst zu spüren, sie in ihrem ganzen Ausmaß wahrnehmen. Das klingt vielleicht erst einmal lächerlich oder gar unverständlich. Wieso sollte ich nicht sofort auf einen Reiz reagieren? Weil ich mir des Reizes erst einmal bewußt werden will. Ich will wissen, was da juckt und zwackt bevor ich etwas dagegen tue. Sofort zu reagieren hieße, vor einem Schatten wegzulaufen, obwohl er nur der einer Katze statt des vermeindlichen Tigers war.
Das ist nicht neu und auch nicht besonders einfallsreich. Ich will das Rad nicht erfinden. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich auf diese Weise besser für anderes gewappnet bin. Die Untiefen im Fahrwasser des Alltags können mich nicht mehr so sehr schrecken. Das bedeutet nicht, dass ich die Angst und Unsicherheit nicht mehr spüre. Im Gegenteil, ich spüre sie umso deutlicher. Aber sie werfen mich nicht mehr komplett aus der Spur, weil ich deswegen am Steuer herumreißen würde.
Und wie alles ist auch das ein Prozess, etwas, das ich täglich üben und mich daran erinnern muss. Denn es ist so leicht, die Augen zu schließen oder davor wegzurennen. Die Klippe ist da. Vielleicht aber habe ich einen Fallschirm, von dem ich noch nichts weiß.
Manchmal bin ich überrascht, wie ich in die Situation gekommen bin. Natürlich habe ich mich da selbst hineinmanoevriert. Oder ich war die ganze Zeit schon da und konnte es bisher nur erfolgreich vor mir leugnen. Mich ablenken, darüber hinwegspielen, mir die Sache schön reden. Alles Vermeidungstaktik. Am Ende stehe ich dann doch wieder vor dem Abgrund und muss zugeben, dass es da ganz schön tief runtergeht. Nicht nur das, ich muss auch die Ausweglosigkeit akzeptieren, denn am Ende stehe ich immer wieder an dieser Klippe.
Wie schwer es mir fällt, manche Dinge auszuhalten, das erlebe ich immer wieder mit Kleinigkeiten im Alltag. Hunger beispielsweise. Ich habe Appetit und esse, behaupte aber es wäre Hunger. Als ich wegen meiner Weisheitszähne nur sehr wenig zu mir nahm, da spürte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder, was Hunger ist. Oder ein Jucken im Auge, dem ich sofort mit Reiben entgegenwirke. Oder einsam sein. Ich lese, schaue Filme, telefoniere oder lenke mich sonstwie von diesem unerwünschten Zustand ab.
Seit einiger Zeit versuche ich, nicht sofort auf eine Situation zu reagieren, sondern sie erst zu spüren, sie in ihrem ganzen Ausmaß wahrnehmen. Das klingt vielleicht erst einmal lächerlich oder gar unverständlich. Wieso sollte ich nicht sofort auf einen Reiz reagieren? Weil ich mir des Reizes erst einmal bewußt werden will. Ich will wissen, was da juckt und zwackt bevor ich etwas dagegen tue. Sofort zu reagieren hieße, vor einem Schatten wegzulaufen, obwohl er nur der einer Katze statt des vermeindlichen Tigers war.
Das ist nicht neu und auch nicht besonders einfallsreich. Ich will das Rad nicht erfinden. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich auf diese Weise besser für anderes gewappnet bin. Die Untiefen im Fahrwasser des Alltags können mich nicht mehr so sehr schrecken. Das bedeutet nicht, dass ich die Angst und Unsicherheit nicht mehr spüre. Im Gegenteil, ich spüre sie umso deutlicher. Aber sie werfen mich nicht mehr komplett aus der Spur, weil ich deswegen am Steuer herumreißen würde.
Und wie alles ist auch das ein Prozess, etwas, das ich täglich üben und mich daran erinnern muss. Denn es ist so leicht, die Augen zu schließen oder davor wegzurennen. Die Klippe ist da. Vielleicht aber habe ich einen Fallschirm, von dem ich noch nichts weiß.
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Montag, 30. Januar 2012
Colour me in
frau klugscheisser, 10:42h
Welche Farbe haben Geräusche? Ist Stille immer dunkel?
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