Montag, 8. Mai 2006
Mitten in die Fresse
Ich bin sauer. Nein, ich bin stinkig. Nein, ich bin richtig wütend. Aber sowas von. Hab ich mich doch selbst dabei ertappt, wie ich etwas getan habe, das ich nicht mehr tun wollte. Hab gedacht Ist doch ganz einfach: tu´s halt nicht mehr. Hab damit aufgehört. Einfach so. Aber das Unterbewusstsein ist nicht so doof, wie man meint. Och, dieses komische Ding, das schwachsinnige Träume produziert und alles schön in Beamtenmanier registriert, einordnet und archiviert, was reinkommt, dieses Ding ist so blöd, das muss man nicht beachten. Hab mich selbst für unheimlich schlau gehalten, viel schlauer als die Angestellten der Zentralverwaltung von Scheiße. Aber wie das halt so ist, Dumme unterschätzt man leicht. Gibt so einen Spruch Streite Dich nicht mit Dummen. Sie ziehen dich auf ihr Niveau runter und schlagen dich dann aufgrund ihrer Erfahrung. Jo, die zentrale Scheißverwaltung hat sich dann vor paar Tagen gemeldet. Hat mir einige Protokolle unter die Nase gehalten und gesagt, dass ich jetzt bezahlen soll. Keine Ahnung, wo die das Zeug rausgekramt haben. Dachte immer, ich hätte es durch den Aktenvernichter gejagt, bevor ich gegangen bin. Die haben aber eine Zweitschrift davon und nicht nur das, die haben das ganze Protokoll sogar hundertfach vervielfältigt. Als ich das gecheckt hab, bin ich erst mal auf Tauchstation. Türen und Fenster verrammelt, Telefon nicht beantwortet und Türklingel ignoriert. Doch die finden immer einen Weg. War diesmal wohl die Hundeklappe. Jedenfalls standen sie ganz wichtig mit dem Wisch vor meiner Nase rumwedelnd vor mir. Erst mal wollte ich nichts ohne meinen Anwalt sagen. Der ist aber zur Zeit im Urlaub. Also musste ich mitkommen in die miefige Zentralverwaltung. Eine Stellungnahme soll ich verfassen, eher lassen die mich nicht wieder raus aus dem Bunker.

Und da sitze ich jetzt und denke darüber nach, wie ich mein Verhalten rechtfertigen soll. Täuschen kann ich sie nicht mehr. Muss ich halt ehrlich sein. So Sätze wie ich konnte halt nicht anders und ich wollte doch nur helfen ziehen bei denen nicht. Auch nicht ich bekenne mich schuldig und akzeptiere jede Strafe, weil dann sagen die, das hätte ich schon letztens zu Protokoll gegeben. Überhaupt ist das mit Strafe so eine Sache. Hey, wir sind ja nicht mehr im Mittelalter, wo die Kirche im Namen Gottes Schuld und Sühne ausrufen lässt, weil sich damit besser unterdrücken lässt. Ich bin schon groß, kann selbständig denken und glaube nicht an Sachen wie Strafe und Sünde. Ich glaube an Konsequenzen und Eigenverantwortung. Also das Ganze noch mal überdacht. Sage einfach, ich passe nächstes Mal besser auf mich auf. Das akzeptieren die. Denen geht es auch nicht um Bestrafung, weil die genau wissen, dass es Strafe genug ist, in der miefigen Zentralverwaltung zu sitzen und Protokolle vorgelesen zu bekommen. Sage ich einfach Aha, so ist das also!. Ist auch so. Nicht mehr und nicht weniger. Im Grunde wollen die mir nix Böses. Sind zwar lästig aber nicht schlecht. Manchmal passen die richtig gut auf mich auf. Muss halt nur regelmäßig die Newsletter lesen, dann brauch ich mich auch nicht vor denen fürchten. Wir kennen uns schon länger. Mal sehen, vielleicht gehen die mit mir mal einen O-Saft trinken. Falls nicht, bin ich nicht böse. Die melden sich schon wieder. Bald bestimmt.

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Sonntag, 7. Mai 2006
To whom it may concern
An dieser Stelle ein von Herzen kommendes Dankeschön an all die Leute da draußen vor den Kisten, die mir in der vergangenen Woche mit Trost und Ablenkung zur Seite standen. Ihr habt mir unendlich geholfen. Auch dem ein oder anderen Kommentator, den ich nicht persönlich kenne, gilt mein Dank. Selbst wenn das Netz als anonym verpönt ist, habe ich über diese Seite sehr viel Wärme erfahren und Menschen darüber kennengelernt, die mich das Vertrauen in die Menschheit zurückgewinnen ließen.

Leute, Ihr seid großartig!

Hach, was bin ich pathetisch. Gleich muss ich weinen...

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Alkohol ist kein Sanitäter in der Not
Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit. Es sind mehr Männer als Frauen betroffen. Oft ist die Flucht in den Alkoholismus eine Folge von anhaltendem Stress oder anderen psychischen Ursachen. Der Betroffene trinkt, um sich Erleichterung zu verschaffen und zu vergessen. Meist hält dieses Verhalten bereits seit Jahren an, ohne dass Angehörige und Freunde es bemerken.

Woran man einen Alkoholkranken erkennt:

Er trinkt das erste Glas sehr schnell
Er trinkt mehr als 0,5l Alkohol pro Tag
Starkes Zittern und Schwitzen
Auffällige Gelbfärbung um die Augen, wenn die Leber bereits angegriffen ist
Großflächige Rotfärbung der Gesichtshaut
Akneanfälligkeit durch hormonelle Störungen, sowie Ausfall der Brustbehaarung
Typische „Trinkernase“
Weiße Nägel
Gewichtszunahme trotz geringer Nahrungsaufnahme
Schluckbeschwerden in Folge von Speiseröhrenentzündungen
Aufgedunsener Körper, auch im Gesicht
Erektionsstörungen bei Männern
Verlust des sexuellen Interesses
Antriebslosigkeit und Gedächtnisschwächen, Konzentrationsstörungen,
später Totalausfälle
Teilweise Angstzustände
Bunkern von Alkoholika auf Vorrat
Abstreiten und Leugnen des Trinkverhaltens
Sich selbst und anderen beteuern, man könne jederzeit damit aufhören
Aggressives Verhalten gegen Nahestehende bzw. sich selbst
Geringes Selbstwertgefühl bzw. nach außen übersteigertes
Vertuschen von Beweisen (z.B. häufige Flaschenentsorgung obwohl ansonsten die Wohnung eher unordentlich ist)
Vorratsverstecke einrichten
Heimliches Trinken (im Keller, im Auto, im Badezimmer)
Alkoholfahne (sofern kein Wodka getrunken wird)
Hoher Kaugummi, Fishermens o.ä. Konsum
Später wandelt der Stoffwechsel den Alkohol direkt in Ammoniak um, dann riecht der Abhängige nach "Essig"


Ein Trinker sucht sich Verbündete (manchmal auch nur Saufkumpel). Willigt ein Familienmitglied oder Freund ein, wird dieser bei Hilfsangeboten zum Co-Abhängigen. Meist beteuert der Betroffene Besserung, bleibt zum Beweis einige Tage nüchtern, erliegt jedoch dem Druck der Abhängigkeit schon nach kurzer Zeit durch einen Rückfall.

Erst wenn der Trinker vollkommen alleine gelassen wird, kann eine Einsicht in das eigene Verhalten stattfinden und externe Hilfe in Form von Entzug angenommen werden. Falls auch das nicht zur Einsicht führt, steht dem Alkoholiker der gesundheitliche und soziale Abstieg bevor.
Für Angehörige und Freunde ist es meist hart, den Trinker in sein Verderben laufen zu lassen. Es ist unerlässlich, sich darüber bewusst zu sein, dass dies der einzige Weg aus der Sucht und in ein freies Leben für den Kranken ist. Nur wenn der Leidensdruck hoch genug ist, wird der Abhängige einsichtig.

Weiterführender Link

Danke für die Aufmerksamkeit

Nachtrag: In jeder Stadt gibt es Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alkoholikern, genannt Alanon.

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Samstag, 6. Mai 2006
down-and-out
Die zehn deutlichsten Anzeichen für den unmittelbar bevorstehenden sozialen Abstieg:

1. Du fragst auf Beerdigungen die Angehörigen nach der Kleidergröße des Verstorbenen
2. Du triffst an der Nachttankstelle viele Freunde und bekannte Gesichter
3. Dein neuester Schwarm ist Kassiererin an der Nachttankstelle
4. Wenn du den abgelegten Hut wieder aufsetzt, fallen Geldstücke heraus
5. Der Inhalt öffentlicher Abfalleimer interessiert dich mehr als der Inhalt fremder Damenblusen
6. Unter Brücken fühlst du dich spontan geborgen und ein wenig schläfrig
7. Du lässt dir nach dem Geschäftsessen im Restaurant die Reste von allen Tellern einpacken
8. Du sammelst alte Zeitungen, weil die im Winter schön warm halten
9. Den letzten Urlaub hast du ausschließlich durch Flaschenpfand finanziert
10. Die Männer vom Sperrmüll lassen deine Sachen stehen, weil die keiner anfassen will

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