Freitag, 28. Juli 2006
Bad taste
Welch Quell anhaltender Freude, wenn die Hausmeisterin kurz nach dem Aufstehen vor der Türe steht. Man selbst noch beinahe unbekleidet, versucht, das übergeworfene T-Shirt nach unten zu ziehen, damit wenigstens der Schritt verdeckt bleibt, was nicht so recht gelingen mag. Sie hat ja nur eine kleine Information zu vermitteln, weswegen das Gespräch schnell seinem Ende entgegengehen dürfte. So steht man nach vorne gekrümmt an der geöffneten Türe und tut sich mit Antworten schwer, weil die Kehle ohne den ersten Tee noch recht trocken ist. Da die Dame jedoch eine wahre Virtuosin der leichten Unterhaltung ist, kommt es, wie es kommen muss. Vom Ausgangsthema gelangt man schnell über das Wetter zu Befindlichkeiten. Das Gespräch an dieser Stelle rüde abzuwürgen käme einem wohngemeinschaftlichen Suizid gleich. Also beißt man auf die Zähne, durch die man wegen des öden Geschmackes, der bei jedem Atemzug in der Kehle aufsteigt, sowieso schon zischelt. Als sie später die Leiden der restlichen Hausbewohner emphatisch anschneidet, schmerzt der Rücken bereits von den Stoffverlängerungsversuchen. Man erfährt viel über das Leben der Menschen, an denen man bisher nur mit einem schnellen Gruß im Treppenhaus vorbeiging und auch über jene, deren Existenz man nur olfaktorisch wahrnimmt. Das Thema Geruchsbelästigung ist ungünstig gewählt, klebt am eigenen Körper doch noch der Schweiß der unruhigen Nacht. Man hat sich jedoch seinem Schicksal bereits ergeben, hofft und harrt und macht das Beste daraus. So plötzlich der unverhoffte Austausch begann, wird er durch ein einleitendes Also dann wieder beendet. Sie greift beherzt zum Wischmob, man selbst schließt die Türe mit einem schlechten Gewissen, nicht ganz den Erwartungen an einen kompetenten Gesprächspartner entsprochen zu haben.

Schließlich sitzt man mit der heißersehnten Flüssigkeit vor dem Bildschirm. Es wird schnell klar, dass sich die gesamte Menschheit in einem desolaten Zustand befindet, dem man in den eigenen vier Wänden lieber entfliehen möchte. Von Fragen gepeinigte Suchende haben, während man selbst schlief, ihre Spuren hinterlassen. Nun will ich kein Unmensch sein und ihnen weitere schlaflose Nächte verschaffen, schließlich habe ich die erste Versuchung des Tages mehr oder weniger meisterlich überstanden. Selbstkasteiung heisst das Zauberwort, denn nur jenen wird Erlösung zuteil, die sich fleißig darin üben. So sinniere ich über die Thesen, die ich in die stumme Welt hinausschicke, auf dass meine Antworten den gequälten Seelen Linderung verschaffe.

Search request: Wenn sich Frauen am Boden wälzen
... dann hast Du definitiv was falsch gemacht. Lass es Dir gesagt sein: Frauen wälzen sich nicht grundlos am Boden. Entweder es geschieht vor Lachen, dann solltest Du Deine Hose schnellstens wieder verschließen oder Du solltest Dich sicherheitshalber noch einmal über die korrekte Zusammensetzung von selbstgekochten Pilzgerichten informieren.

Search request: Die beste Position für die Frau
... ist selbstverständlich immer im richtigen Licht. Frauen mögen es nicht, wenn sie allzu kritisch im Profil betrachtet werden. Wenn die Nase zu lang, der Bauch oder Hintern zu dick, die Brüste zu klein und die Beine zu kurz scheinen, ist jede Frau bestrebt, dies zu verbergen. Haben Sie eine Frau erst einmal zu einem Treffen überredet, bieten Sie ihr eine Sitzgelegenheit und öffnen die Augen erst wieder, wenn sie sich korrekt drapiert hat. Denn wir Frauen wissen meist selbst, wie wir am Besten zur Geltung kommen.
Sollte sich die Frage eher auf das Gebiet der körperlichen Freuden beziehen, gilt dasselbe. Am Besten, Sie geben ihr ein großes Leintuch, in das sie ihre vermeindlichen körperlichen Schwachstellen hüllen kann oder löschen das Licht ganz.

Search request: frauen mit strumpfhose über dem kopf
... treffen Sie nur noch in alten Filmen an, in denen ein Banküberfall stattfindet. Heutzutage trägt die moderne Frau in dieser Situation lieber eine schicke Burka oder eine farblich auf das restliche Outfit abgestimmte und mit Aussparungen für Augen und Mund versehene Rappermütze, die sie bis zum Kinn herunterrollt. Strumpfhosen lassen operierte Näschen und aufgespritzte Lippen sehr unvorteilhaft aussehen. Sollte ihnen dennoch eine Dame in dieser Form der Bekleidung begegnen, so lassen sie Diskretion walten und ziehen sich unbemerkt zurück. Manche Kleidungsstücke sind unglaublich schwierig anzuziehen. Da muss man teilweise zu Tricks greifen.

Search request: Michael Steinbrecher mit neuer Frisur
Der Mann hat eine neue Frisur? Hatte der überhaupt jemals eine?Schade um die schönen Locken. Aber der sogenannte Daumtest fordert sein Tribut. Die wachsen auch wieder nach. Versprochen.

Search request: schlechtes Fernsehbild nach Gewitter
Das kann mehrere Ursachen haben. Zum einen sollten Sie nie bei Gewitter im Freien fernsehen, da die meisten Geräte keine Feuchtigkeit vertragen. Zur Sicherheit hier einige Tipps zur Problembehebung:

Ist das Gerät betriebsbereit? Überprüfen Sie die Stromversorgung. Führen Sie hierzu den Netzstecker in die Dose an der Wand ein. Betätigen Sie anschließend den Power-Schalter [an alten Geräten ist der Schalter mit ein/aus gekennzeichnet].

Haben Sie das Antennenkabel richtig angeschlossen? Überprüfen Sie den Antennenschalter am Gerät und in der Netzdose. Sollten Sie stattdessen an ihrem Wohnort Fernsehprogramme nur digital empfangen können, schalten Sie das Gerät wieder aus und verscherbeln es auf dem Flohmarkt. Das Bild wird nämlich nicht mehr besser.

Sind die Sender mit der richtigen Frequenz eingestellt?
Hat Ihre Großmutter, Ihr Kind oder Ihr Hund Zugang zum Gerät? Notieren Sie sich zur Sicherheit, welche Frequenzen die richtigen sind.

Sie haben alle obigen Punkte überprüft, das Bild bleibt jedoch schlecht?
Dann nützt es recht wenig, über Google blöd im Netz herumzusuchen. Kaufen Sie sich stattdessen lieber ein neues Gerät. Falls Sie das nicht möchten, weil das Gerät doch noch gut ist, ziehen Sie einen Geisterbeschwörer zu Rate. Denn spätestens seit dem Film Poltergeist wissen wir alle, welch verheerende Auswirkungen ein schlechtes Fernsehbild haben kann.

so, Freunde der leichten Blasmusik, für heute habe ich mein Tribut gezollt. Jetzt liegt es an Ihnen, die Welt zu verbessern.

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Donnerstag, 27. Juli 2006
Listen to that!
If you wanna know more about flying in general and in special, go to the site of my colleague betty:

Betty in the sky with diamonds a suitcase

I enjoyed listening to her stories and she really is talkative.

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Mittwoch, 26. Juli 2006
Urlaub vom Sommerregen
Gerade mit einem Bekannten telefoniert, der beruflich über längere Zeit in Beirut zu tun hatte. Als der Krieg ausbrach war er im Urlaub in Deutschland. Wie mag es denen wohl gehen, die nicht einfach Urlaub vom Krieg nehmen können?

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Sicher ist (un)sicher
Es gibt da ein Ding, das sich Luftsicherheitsgesetz nennt und das letztes Jahr in Kraft getreten ist. Amerika hat hyperventiliert und wir atmen wie billige Huren im selben Rhythmus mit. Öffentliches Aufsehen erregte damals die Passage über zum Abschuß freigegebene Passagierflugzeuge, die in terroristischer Absicht gegen das Menschenleben eingesetzt werden. Dieser Paragraph wurde unter Druck der Öffentlichkeit im Februar vom Bundesverfassungsgericht geändert.

Was für Otto Normalflieger im Alltag nicht sonderlich spürbar ist, bedeutet für Flugpersonal den sprichwörtlichen Schmerz im Arsch. Das geringste Übel daran ist die jährliche Zuverlässigkeitsüberprüfung. Ich gebe meine Wohnsitze der letzten zehn Jahre preis und erkläre mich damit einverstanden, dass meine persönlichen Angaben unter Befragung weiterer Informationsquellen überprüft werden. Schon bei Einführung dieses Gesetzes entwickelte sich ein bizarres Szenario. Da wurde Kollegen die Bestätigung ihrer Zuverlässigkeit verweigert, weil sie aufgrund mehrmaligen Schwarzfahrens in der Vergangenheit straffällig geworden waren. An solchen Beispielen lässt sich eine gewisse Lächerlichkeit nicht von der Hand weisen.

Schlimmer sind die Personenkontrollen, denen ich mich vor JEDEM Flug zu unterziehen habe. Früher durfte ich an Bord, ohne mich abtasten und durchleuchten zu lassen. Jetzt muss ich alle Taschen und Koffer abgeben, mich piepsender Kleidung entledigen, mir mit einem Metalldetektor über die BH-Bügel fahren lassen, meine Schuhe ausziehen etc. Das lächerliche daran ist die Tatsache, dass ich geschult bin, Notfallausrüstung an Bord zu finden, die auch als Waffe zu missbrauchen wäre. Ich plaudere hier keine Geheimnisse aus, wenn ich sage, dass sich an Bord eines Flugzeuges mindestens eine Axt, eine Brechstange und weitere Werkzeuge befinden, mit denen man menschliches Leben bedrohen könnte. Spätestens seit Nikki Lauda in einem öffentlichen Interview dies kundtat, weiß jedes Kind, dass und wo sich die Axt an Bord befindet.
Zudem lassen sich auch alltägliche Gegenstände zu Waffen umfunktionieren. Die Plastikmesser, welche im Zuge der 9/11 Hysteriewelle auf vielen Strecken normale Metallmesser ersetzten, waren schärfer als herkömmliche Klingen eines Tafelmessers. Weine werden immer noch in Glasflaschen geliefert. Die Kundenakzeptanz von Champagner im Tetrapack ist verschwindend gering. In der gehobeneren Klasse genießt man edlere Tropfen zudem gerne aus richtigen Gläsern. Ausserdem verfügt jeder Flugbegleiter über magische Kräfte, die Korken mit einem Fingerschnippen aus dem Flaschenhals zieht und Käse wie von Geisterhand in Scheibchen fächert.

Machen wir uns doch nichts vor. Nur weil es der Fluggast nicht sieht, heisst noch lange nicht, dass nicht bestimmte Werkzeuge an Bord vorhanden wären. Wieso muss ich dann Nagelscheren - wie in der aktuellen Spiegelausgabe abgedruckt - abgeben? Man sagte mir, das ganze Prozedere fände zur Beruhigung der Allgemeinheit statt. Ich lass mich also weiterhin befummeln damit Gerda Schmitt und Karlheinz Müller beruhigter fliegen. Die sehen ja nur das, was sie sehen wollen. Angeblich. Das Volk ist dumm, weil es für dumm gehalten wird. Ab und zu ist aber einer darunter, der sich Gedanken macht und nicht blind den Massen beim Sprung ins Verderben folgt. Ihr könnt eure Gesetze wieder einpacken, die bedeuten nämlich für uns als Flugpersonal nichts anderes als Schikane.
Abschließend ein Zitat aus selbigem Artikel im Spiegel: [Die Pilotenkontrollen] träfen, so Barig-Generalsekretär Martin Gaebges, ausgerechnet jene Berufsgruppe, die über "die Lizenz für die ultimative Terrorwaffe" verfüge - den mit Passagieren gefüllten Jet.

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