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Donnerstag, 12. Juni 2008
Here, there and everywhere
frau klugscheisser, 14:01h
München ist gefährlich!
(Wie wär's mit Nilpferden am Sendlinger Tor?)
+++++++
Schönste Googlesuchanfrage des heutigen Tages:
Kluge Worte, die keiner versteht.
+++++++
Nessy erklärt, warum es die lieben Männer im Gegensatz zu den Arschlöchern so schwer haben.
+++++++
Herr Albertsen beim Orthopäden.
+++++++
Schon was her (aber ich feixe immer noch):
Uns Vroni! via (damals als Anita Kufalt war sie mir noch ein kleines bisschen sympathisch)
+++++++
Menschen wie die Gesellschafterin bei Kittykoma kennt wohl jeder. Leider.
(wie nennt man eigentlich die, die einem alles ins Negative auslegen und gelegentlich in der alltäglichen Konversation so kleine Fallen aufstellen, damit sie über einen herfallen können, wenn man versehentlich hineintappt?)
+++++++
Madame Louvre-Blondeau enthüllt ein Mysterium des männlichen Universums.
(Komisch, dass ich keinem männlichen Bekannten diese Frage jemals gestellt habe. Und nein, es geht hier nicht um die Sache mit dem Reißverschluß.)
+++++++
Es gibt so Reizwörter, wenn die fallen, dann kann man seinen Arsch drauf verwetten, was erwidert wird. Soeben in Herrn Paulsens Kommentaren wieder bestätigt worden. Derzüchtet Gurken macht grade Urlaub auf Malle.
+++++++
Bomec wohnt jetzt in Serbien.
+++++++
Opus 11.
Coaching für alle, die sich noch etwas unsicher fühlen.
I love it!
+++++++
Manche Blogs sind wie Verkehrsunfälle. Man kann einfach nicht wegsehen. via habichvergessen
(und ich behaupte mal, die Anzahl der Unfälle steigt proportional zur Anzahl der Verkehrsteilnehmer)
(Wie wär's mit Nilpferden am Sendlinger Tor?)
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Schönste Googlesuchanfrage des heutigen Tages:
Kluge Worte, die keiner versteht.
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Nessy erklärt, warum es die lieben Männer im Gegensatz zu den Arschlöchern so schwer haben.
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Herr Albertsen beim Orthopäden.
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Schon was her (aber ich feixe immer noch):
Uns Vroni! via (damals als Anita Kufalt war sie mir noch ein kleines bisschen sympathisch)
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Menschen wie die Gesellschafterin bei Kittykoma kennt wohl jeder. Leider.
(wie nennt man eigentlich die, die einem alles ins Negative auslegen und gelegentlich in der alltäglichen Konversation so kleine Fallen aufstellen, damit sie über einen herfallen können, wenn man versehentlich hineintappt?)
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Madame Louvre-Blondeau enthüllt ein Mysterium des männlichen Universums.
(Komisch, dass ich keinem männlichen Bekannten diese Frage jemals gestellt habe. Und nein, es geht hier nicht um die Sache mit dem Reißverschluß.)
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Es gibt so Reizwörter, wenn die fallen, dann kann man seinen Arsch drauf verwetten, was erwidert wird. Soeben in Herrn Paulsens Kommentaren wieder bestätigt worden. Der
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Bomec wohnt jetzt in Serbien.
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Opus 11.
Coaching für alle, die sich noch etwas unsicher fühlen.
I love it!
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Manche Blogs sind wie Verkehrsunfälle. Man kann einfach nicht wegsehen. via habichvergessen
(und ich behaupte mal, die Anzahl der Unfälle steigt proportional zur Anzahl der Verkehrsteilnehmer)
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Donnerstag, 12. Juni 2008
Shout, let it all out
frau klugscheisser, 01:44h
Dass man in Japan von allen Seiten angeschrien beschallt wird, ist nicht neu. Ampeln kuckucken, Lastwägen fiepen rückwärts und aus Lautsprechern schallt das neueste Werbejingle. Dass man allerdings beim Betreten eines Ladens von jedem Mitarbeiter von Weitem mit einem blagnamurmlmrmlsumimaseeeen!! bedacht wird, fiel mir erst jetzt auf. Und das, wo doch die Japaner sonst so ein dezentes Völkchen sind. Das habe ich mir gleich abgeschaut und meine Gäste beim Einsteigen mit einem herzlichen 'Konichiwaaaa!' aus dem Hinterhalt beschallt, worauf diesmal vereinzelt 'servus', gelegentlich 'Grüß Gott' und ganz selten 'ciao' zurückkam. Schließlich war ich so verunsichert, dass ich meine japanische Kollegin um Rat bat, die sich am Ende mit einem sehr herzlichen 'Pfiad di nachad' verabschiedete. Die Japaner sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Eine weitere Premiere war die Benutzung einer öffentlichen Toilette. Zwar wußte ich aus Berichten, dass dem Japaner alles Menschliche - insbesondere Körpergeräusche - fremd ist, doch auf die Beschallung aus der Schüssel war ich nicht gefaßt. Wenn nur der Schatten des Hinterns die Wasseroberfläche streift, wird dieser von einer weiblichen Stimme, gefolgt von Volièrenrevolte an den Niagarafällen begrüßt. Die Stimme selbst klingt ebenfalls, als hätte Sylvester endlich Tweety gekriegt. Andererseits klingt mein Echo aus einer Kloschüssel auch nicht viel besser. Diese japanische Variante der Klofrau nennt sich Geräuschprinzessin und ist soweit mir bekannt nur auf der Damentoilette vorzufinden. Mir persönlich hätte auch ein kleiner Gebirgsbach gereicht. Wo doch sonst in Japan alles so klein ist.
Je mehr ich über die Japaner weiß, umso weniger verstehe ich sie. Manchmal glaube ich fast, sie verstehen sich selbst nicht immer. Kein Wunder bei so einer Geräuschkulisse.
Eine weitere Premiere war die Benutzung einer öffentlichen Toilette. Zwar wußte ich aus Berichten, dass dem Japaner alles Menschliche - insbesondere Körpergeräusche - fremd ist, doch auf die Beschallung aus der Schüssel war ich nicht gefaßt. Wenn nur der Schatten des Hinterns die Wasseroberfläche streift, wird dieser von einer weiblichen Stimme, gefolgt von Volièrenrevolte an den Niagarafällen begrüßt. Die Stimme selbst klingt ebenfalls, als hätte Sylvester endlich Tweety gekriegt. Andererseits klingt mein Echo aus einer Kloschüssel auch nicht viel besser. Diese japanische Variante der Klofrau nennt sich Geräuschprinzessin und ist soweit mir bekannt nur auf der Damentoilette vorzufinden. Mir persönlich hätte auch ein kleiner Gebirgsbach gereicht. Wo doch sonst in Japan alles so klein ist.
Je mehr ich über die Japaner weiß, umso weniger verstehe ich sie. Manchmal glaube ich fast, sie verstehen sich selbst nicht immer. Kein Wunder bei so einer Geräuschkulisse.
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Samstag, 7. Juni 2008
I scream, you scream
frau klugscheisser, 03:27h
Manche Dinge lassen sich erst erledigen, wenn vorher die Eiscreme aus dem Kühlfach komplett vernichtet ist. Sollte nach der Milch die Eisproduktion eingeschränkt werden, wird das vermutlich nachhaltige Auswirkungen auf die Wirtschaft im Allgemeinen haben. Und es geht nicht nur mir so. In dutzenden Filmen essen Frauen kübelweise Eiscreme, während sie auf Anrufe ihrer zukünftigen Expartner warten. Auch Männer erliegen in diesem Zusammenhang gelegentlich einer Art Massenbewegung. Bitte schauen Sie hierzu unbedingt diesen kleinen Filmausschnitt.
Im Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, kam an Sommertagen immer der Eismann in einem umgebauten VW Bus. Wenn seine Glocke von Weitem klingelte, rannten wir nach Hause, um das nötige Kleingeld zu holen. Eine Kugel auf dem runden Kekshörnchen durfte es sein. Damals gab es keine ausgefallenen Sorten. Schokolade, Vanille, Zitrone, vielleicht noch Nuss oder Erdbeere, das war die Auswahl. Die Entscheidung zwischen Zitrone und Schokolade fiel mir schwer. Fast immer entschied ich mich dann für Zitrone, denn Schokolade mochte ich noch lieber, wenn ich meine Zähne in die Festform hineingraben konnte. Nach einer Kugel Zitrone fühlte ich mich erfrischt, und obwohl meine Oma behauptete, ich hätte danach sicher Durst, verweigerte ich ein Getränk. Die Zitrone klebte so schön im Mundwinkel und an Händen, man konnte noch Stunden danach Geschmacksreminiszenzen irgendwo am Körper entdecken.
Ob man sich nun die Knie aufgeschürft oder einen Zahn verloren hatte, der Eismann machte alles schnell vergessen. Ein Pflaster und ein Eis trösteten über fast alles hinweg. Manchmal wünschte ich, es funktionierte heute noch genauso. Heute esse ich sehr viel Eis, doch die einzige Wirkung ist ein Spannen um die Körpermitte. Aber schmecken tut's noch genauso gut. Der Eismann aber ist vermutlich Rationalisierungsmaßnahmen zum Opfer gefallen.
Im Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, kam an Sommertagen immer der Eismann in einem umgebauten VW Bus. Wenn seine Glocke von Weitem klingelte, rannten wir nach Hause, um das nötige Kleingeld zu holen. Eine Kugel auf dem runden Kekshörnchen durfte es sein. Damals gab es keine ausgefallenen Sorten. Schokolade, Vanille, Zitrone, vielleicht noch Nuss oder Erdbeere, das war die Auswahl. Die Entscheidung zwischen Zitrone und Schokolade fiel mir schwer. Fast immer entschied ich mich dann für Zitrone, denn Schokolade mochte ich noch lieber, wenn ich meine Zähne in die Festform hineingraben konnte. Nach einer Kugel Zitrone fühlte ich mich erfrischt, und obwohl meine Oma behauptete, ich hätte danach sicher Durst, verweigerte ich ein Getränk. Die Zitrone klebte so schön im Mundwinkel und an Händen, man konnte noch Stunden danach Geschmacksreminiszenzen irgendwo am Körper entdecken.
Ob man sich nun die Knie aufgeschürft oder einen Zahn verloren hatte, der Eismann machte alles schnell vergessen. Ein Pflaster und ein Eis trösteten über fast alles hinweg. Manchmal wünschte ich, es funktionierte heute noch genauso. Heute esse ich sehr viel Eis, doch die einzige Wirkung ist ein Spannen um die Körpermitte. Aber schmecken tut's noch genauso gut. Der Eismann aber ist vermutlich Rationalisierungsmaßnahmen zum Opfer gefallen.
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Donnerstag, 5. Juni 2008
A room with a view (28)
frau klugscheisser, 16:06h

Paris, La Défense
Eigentlich wollte ich Bilder aus dem Hotelzimmer in Skandinavien liefern. Eines zu jeder Stunde, weil's da gerade nur dämmert und nie richtig dunkel wird aber dann dachte ich mir, das glaubt mir sowieso wieder keiner und die Bilder könnten ja alle schon am Nachmittag entstanden sein und nachts muss ich ja auch mal schlafen. Das ausschlaggebende Argument gegen die nächtliche Midsommerfotoserie lieferte dann aber mein Arbeitgeber, der mich statt nach Stockholm kurzerhand nach Paris schickte. So ist das halt manchmal bei uns. Dabei war ich bisher fast ausschließlich im Winter in Skandinavien, wenn es nie richtig hell wird und ich sowieso
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Montag, 2. Juni 2008
De partir n'importe où
frau klugscheisser, 12:25h
"He is designing for grown women in a world of little-girl images."
Suzy Menkes, International Herald Tribune
Yves Saint Laurent, 1.8.1936-1.6.2008
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Montag, 2. Juni 2008
Easy Meat
frau klugscheisser, 00:48h
Beim Wichteln zu Weihnachten letztes Jahr diverse Bücher verschenkt. Die Beschenkte zieht ein Cocktailmixbuch. Sie lamentiert, sie trinke keinen Alkohol, worauf der Nebensitzer sein Geschenk - das Buch 'Fleisch ist mein Gemüse' - großzügig zum Tausch anbietet. Darauf sie: "Aber ich bin Vegetarierin!" *)
Vor vielen Jahren hatte eine Bekannte den Hund von Nachbarn in ihrer Obhut. Am ersten Abend bekam der Hund eine Scheibe Wurst, für die er sich fast überschlug. Als die Nachbarn ihren Hund abholten, berichtete sie von diesem Ereignis. "Aber unser Hund ist Vegetarier", behaupteten die Besitzer. Sie selbst waren allerdings Fleischspeisen nicht abgeneigt.
Freund Oweh berichtet kürzlich von seinem Disput mit einer Veganerin:
Oweh: "...ihre Schuhe sind folglich von Tieren, die freiwillig Selbstmord begangen haben."
Ich: "Lemmingleder?"
Unter diesen Umständen bekommt der Ausspruch 'Dumme Nuss' eine völlig neue Bedeutung.
*)Dementi: Es ist nicht so, dass ich was gegen Vegetarier hätte. Im Gegenteil, jeder soll so leben, wie er es gerne möchte, soll das essen, was er moralisch und geschmacklich vertreten kann und überhaupt gibt es durchaus leckere Alternativen zur täglichen Fleischfresserei, von denen ich mich selbst größtenteils ernähre.
Vor vielen Jahren hatte eine Bekannte den Hund von Nachbarn in ihrer Obhut. Am ersten Abend bekam der Hund eine Scheibe Wurst, für die er sich fast überschlug. Als die Nachbarn ihren Hund abholten, berichtete sie von diesem Ereignis. "Aber unser Hund ist Vegetarier", behaupteten die Besitzer. Sie selbst waren allerdings Fleischspeisen nicht abgeneigt.
Freund Oweh berichtet kürzlich von seinem Disput mit einer Veganerin:
Oweh: "...ihre Schuhe sind folglich von Tieren, die freiwillig Selbstmord begangen haben."
Ich: "Lemmingleder?"
Unter diesen Umständen bekommt der Ausspruch 'Dumme Nuss' eine völlig neue Bedeutung.
*)Dementi: Es ist nicht so, dass ich was gegen Vegetarier hätte. Im Gegenteil, jeder soll so leben, wie er es gerne möchte, soll das essen, was er moralisch und geschmacklich vertreten kann und überhaupt gibt es durchaus leckere Alternativen zur täglichen Fleischfresserei, von denen ich mich selbst größtenteils ernähre.
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Samstag, 31. Mai 2008
Watermelon man
frau klugscheisser, 00:21h
Herbie Hancock
Prall und rund liegt sie vor mir. Ich halte sie an mein Ohr und klopfe mit dem Knöchel gegen die Schale. Ihr Innerstes antwortet mit dem dumpfen Echo einer Trommel. Als sich das Messer durch das Äußere bohrt, tropft Saft wie Tränen heraus. Wie weich es sich durch ihr rotes Fleisch führen lässt, nachdem der erste Widerstand gebrochen ist. Wie eine Hure mit offenen Beinen bietet sie sich mir an. Ich grabe meine Zähne hinein. An meinen Mundwinkeln bilden sich kleine Rinnsale, Wasser läuft mir die Arme bis zu den Ellenbogen hinunter. Das letzte Stück - dort wo das rot zartrosa wird und schließlich in einer weißen Schicht endet - ist am schwersten zu erreichen, und obwohl ihr Geschmack dort nur noch eine Reminiszenz dessen ist, was so orgiastisch begann, presse ich meinen Mund gegen die Innenseite der Schale und höhle sie mit meinen Zähnen vollständig aus.
Die grünen Reste türmen sich auf einem Teller. Viereinhalb Kilo wog sie und bestand doch fast nur aus Wasser, das Melonenbaby.
Prall und rund liegt sie vor mir. Ich halte sie an mein Ohr und klopfe mit dem Knöchel gegen die Schale. Ihr Innerstes antwortet mit dem dumpfen Echo einer Trommel. Als sich das Messer durch das Äußere bohrt, tropft Saft wie Tränen heraus. Wie weich es sich durch ihr rotes Fleisch führen lässt, nachdem der erste Widerstand gebrochen ist. Wie eine Hure mit offenen Beinen bietet sie sich mir an. Ich grabe meine Zähne hinein. An meinen Mundwinkeln bilden sich kleine Rinnsale, Wasser läuft mir die Arme bis zu den Ellenbogen hinunter. Das letzte Stück - dort wo das rot zartrosa wird und schließlich in einer weißen Schicht endet - ist am schwersten zu erreichen, und obwohl ihr Geschmack dort nur noch eine Reminiszenz dessen ist, was so orgiastisch begann, presse ich meinen Mund gegen die Innenseite der Schale und höhle sie mit meinen Zähnen vollständig aus.
Die grünen Reste türmen sich auf einem Teller. Viereinhalb Kilo wog sie und bestand doch fast nur aus Wasser, das Melonenbaby.
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Donnerstag, 29. Mai 2008
Dance! Even if you have nowhere to do it but in your own living room
frau klugscheisser, 13:22h
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Mittwoch, 28. Mai 2008
No more keeping my feet on the ground
frau klugscheisser, 13:25h
Coldplay
Es ist doch immer das Gleiche in China. Man rennt über diverse Märkte, beinahe auf der Flucht vor den lautstarken Billigwarenpreisern. Begeht man einmal den Fehler stehenzubleiben, stürzen sie sich auf einen wie Schmeißfliegen auf Scheiße. 'I make you good price, my friend' lautet neben 'this is best quality, only that cheap for you' die gebräuchlichste Phrase. Wenn man dann ein Drittel des vom Händler vorgegebenen Preises nennt und trotz dessen schauspielerisch eindrucksvoller Verzweiflungsdarstellung geht, wird man meist mit der selbstgewählten Summe zum Geschäftsabschluß zurückgerufen.
Entweder bin ich vom Flug zu erschöpft oder einfach nicht der Typ für derartige Feilscherei, jedenfalls bevorzuge ich Händler, die mir von Beginn an faire Preise nennen, die ich nach vormalig guter Erfahrung gerne zu zahlen bereit bin. Leider gibt es zu viele Touristen, die beim Anblick einer Chanelplastikhandtasche für umgerechnet 50 Euro in wahre Begeisterungsstürme ausbrechen und dem Verkäufer am liebsten noch hundert Rimimbi (chinesische Währung, von Kollegen auch 'Dinger' genannt) drauflegen. Schon manchmal wünschte ich mir insgeheim, der Landessprache mächtig zu sein, um die Verkäufer hinterher zu belauschen. Diese Art Touristen fördern inzwischen utopische Olympiapreise in Peking. Es lohnt sich nicht mehr, auf Märkten einzukaufen. Wenn ich nicht eine dringende Besorgung zu erledigen habe, meide ich derartige Einkaufseinrichtungen sowieso.
Jetzt ist es aber so, dass man in 24 Stunden und mit einem Müdigkeitsschleier in Peking nicht sonderlich viel anstellen kann. Große Mauer und Kaiserpalast viel zu zeitaufwändig, das Gehirn nicht aufnahmefähig und die Füße versagten den Dienst bereits im Anflug. Mein kleines Import-Exportunternehmen mit Fernweh läuft immer noch. Vor einem Flug frage ich im Bekanntenkreis, ob sich jemand was wünscht, das ich von dort mitbringen kann. So verbringe ich meinen Aufenthalt noch einigermaßen sinnvoll. Leider komme ich dann auch nicht um besagte Märkte rum.
Meine Besorgungen sind dieses Mal schnell erledigt und ichstreife haste nochmal über den Markt. Meine Augen fallen auf eine Einrichtung zur Nagelverschönerung, doch mein Gehirn hat keine Sekunde Zeit, um das nachzuvollziehen, was ich sehe, da hat mich eine kleine Chinesin bereits rabiat am Arm gepackt und zieht mich in Richtung eines freien Sessels. 'Naja,' denke ich 'warum nicht?'
Man muss sich das so vorstellen: während in langen Polstersesselreihen Kund/innen vor sich hin dösen, sitzen emsige Chinesen auf kleinen Schemeln davor, die Füße der Kunden auf den Schenkeln bearbeitend. Während die Hornhaut vom Hobel in alle Richtungen spratzelt, macht sich eine zweite Chinesin an den Händen zu schaffen oder knetet Gesicht und Nacken der Dösenden. Im ersten Moment sieht das alles sehr entspannend aus.
Im zweiten Moment sitze ich in einem Sessel und bin alles andere als entspannt. Ein Fuß steckt in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser, während mein Folterknecht den anderen begutachtet. Hey, ich weiß, dass das an meiner Fußsohle nicht toll aussieht aber ich brauche eine Schutzschicht, wenn meine Füße stundenlang in hohe Schuhe gequetscht meinen Körper grazil über die Flugzeuggänge schweben lassen sollen und bitte lass davon noch was übrig. Er zückt das Messer, ich zucke mit dem Bein. In Folge liefern wir uns einem schier endlosen Kampf, den schließlich er gewinnt. Nach dreißig Minuten zwischen Kitzel und Schmerz bin ich entlassen. Ohne tote Haut, dafür mit weißen Fußnägeln. Die Kollegin meint, man bekäme normalerweise noch Blümchen draufgemalt. Darauf verzichte ich gerne, nachdem ich mir wegen Verständigungsschwierigkeiten nicht mal die Farbe aussuchen darf. Blümchen kann ich mit 'nem schwarzen Edding auch selbst malen.

Als meine Füße wieder in Schuhen und mit mir im Taxi stecken, bin ich wirklich erleichtert. Damit sich die Qualen gelohnt haben, werde ich in nächster Zeit nur noch offene Schuhe tragen. Mit ohne Socken. Das erste Mal Pediküre in China. Für nur vier Euro. Immerhin habe ich was erlebt, das ich jetzt schreiben kann. Unbezahlbar.
Es ist doch immer das Gleiche in China. Man rennt über diverse Märkte, beinahe auf der Flucht vor den lautstarken Billigwarenpreisern. Begeht man einmal den Fehler stehenzubleiben, stürzen sie sich auf einen wie Schmeißfliegen auf Scheiße. 'I make you good price, my friend' lautet neben 'this is best quality, only that cheap for you' die gebräuchlichste Phrase. Wenn man dann ein Drittel des vom Händler vorgegebenen Preises nennt und trotz dessen schauspielerisch eindrucksvoller Verzweiflungsdarstellung geht, wird man meist mit der selbstgewählten Summe zum Geschäftsabschluß zurückgerufen.
Entweder bin ich vom Flug zu erschöpft oder einfach nicht der Typ für derartige Feilscherei, jedenfalls bevorzuge ich Händler, die mir von Beginn an faire Preise nennen, die ich nach vormalig guter Erfahrung gerne zu zahlen bereit bin. Leider gibt es zu viele Touristen, die beim Anblick einer Chanelplastikhandtasche für umgerechnet 50 Euro in wahre Begeisterungsstürme ausbrechen und dem Verkäufer am liebsten noch hundert Rimimbi (chinesische Währung, von Kollegen auch 'Dinger' genannt) drauflegen. Schon manchmal wünschte ich mir insgeheim, der Landessprache mächtig zu sein, um die Verkäufer hinterher zu belauschen. Diese Art Touristen fördern inzwischen utopische Olympiapreise in Peking. Es lohnt sich nicht mehr, auf Märkten einzukaufen. Wenn ich nicht eine dringende Besorgung zu erledigen habe, meide ich derartige Einkaufseinrichtungen sowieso.
Jetzt ist es aber so, dass man in 24 Stunden und mit einem Müdigkeitsschleier in Peking nicht sonderlich viel anstellen kann. Große Mauer und Kaiserpalast viel zu zeitaufwändig, das Gehirn nicht aufnahmefähig und die Füße versagten den Dienst bereits im Anflug. Mein kleines Import-Exportunternehmen mit Fernweh läuft immer noch. Vor einem Flug frage ich im Bekanntenkreis, ob sich jemand was wünscht, das ich von dort mitbringen kann. So verbringe ich meinen Aufenthalt noch einigermaßen sinnvoll. Leider komme ich dann auch nicht um besagte Märkte rum.
Meine Besorgungen sind dieses Mal schnell erledigt und ich
Man muss sich das so vorstellen: während in langen Polstersesselreihen Kund/innen vor sich hin dösen, sitzen emsige Chinesen auf kleinen Schemeln davor, die Füße der Kunden auf den Schenkeln bearbeitend. Während die Hornhaut vom Hobel in alle Richtungen spratzelt, macht sich eine zweite Chinesin an den Händen zu schaffen oder knetet Gesicht und Nacken der Dösenden. Im ersten Moment sieht das alles sehr entspannend aus.
Im zweiten Moment sitze ich in einem Sessel und bin alles andere als entspannt. Ein Fuß steckt in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser, während mein Folterknecht den anderen begutachtet. Hey, ich weiß, dass das an meiner Fußsohle nicht toll aussieht aber ich brauche eine Schutzschicht, wenn meine Füße stundenlang in hohe Schuhe gequetscht meinen Körper grazil über die Flugzeuggänge schweben lassen sollen und bitte lass davon noch was übrig. Er zückt das Messer, ich zucke mit dem Bein. In Folge liefern wir uns einem schier endlosen Kampf, den schließlich er gewinnt. Nach dreißig Minuten zwischen Kitzel und Schmerz bin ich entlassen. Ohne tote Haut, dafür mit weißen Fußnägeln. Die Kollegin meint, man bekäme normalerweise noch Blümchen draufgemalt. Darauf verzichte ich gerne, nachdem ich mir wegen Verständigungsschwierigkeiten nicht mal die Farbe aussuchen darf. Blümchen kann ich mit 'nem schwarzen Edding auch selbst malen.

Als meine Füße wieder in Schuhen und mit mir im Taxi stecken, bin ich wirklich erleichtert. Damit sich die Qualen gelohnt haben, werde ich in nächster Zeit nur noch offene Schuhe tragen. Mit ohne Socken. Das erste Mal Pediküre in China. Für nur vier Euro. Immerhin habe ich was erlebt, das ich jetzt schreiben kann. Unbezahlbar.
... link
Montag, 26. Mai 2008
...
frau klugscheisser, 22:15h

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