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Donnerstag, 21. August 2008
Forget me not
frau klugscheisser, 10:42h
Lucie Silvas
Alle zwei Jahre das gleiche Theater. Alle zwei Jahre will ich ein neues Handy und stelle fest, ich habe mein Passwort vergessen. Natürlich bin ich so schlau, mir nach dem Telefonat mit einem freundlichen Mitarbeiter meines Vertragsanbieters dieses Passwort auf einen Zettel zu notieren, vorzugsweise dort, wo ich nach zwei Jahren auch wieder nachsehe. Wäre ja blöd, ich fände den Zettel nach zwei Jahren nicht mehr. Allerdings stehen da mittlerweile fünf Passwörter zur Auswahl, jedes farblich, dick unterstrichen oder sonstwie graphisch abgesetzt.
Was Telefonnummern und Passwörter angeht habe ich normalerweise das, was man gemeinhin als Elefantengedächtnis bezeichnet. Ich merke sie mir über Jahre. Beispielsweise kann ich alle EC-Karten Pins aufsagen, die ich je hatte. Oder mir fallen Telefonnummern ein von Menschen, die längst gestorben sind. Ist jetzt nicht sonderlich hilfreich, was das Passwort meines Handyvertragspartners betrifft aber umso erstaunlicher, dass ich es regelmäßig vergesse. Wenn ich mir die in Frage kommenden Alternativen auf besagtem Zettel so betrachte, stehen da Begriffe, die ich nicht in meinem aktiven Wortschatz befindlich glaubte. Der Schlüssel zur Lösung liegt wahrscheinlich in der Herleitung.
Neben Zahlenkombinationen habe ich nämlich auch ein phänomenales Gedächtnis für Witze. Der Trick dabei ist, sich nur die Pointe zu merken. Den Rest kann man je nach Eloquenz spontan improvisieren. Jetzt ist es aber so, dass auch zu jedem Passwort eine Geschichte gehört -erlebt oder fiktiv - bei der ich mir dann nur das Schlüsselwort merke. Diese Handygeschichte ist höchstwahrscheinlich so langweilig, dass ich sie regelmäßig aussondere. Wo ich so darüber nachdenke, fällt mir gerade auch wieder die Geschichte zu "Bunnycheck" ein, dem notierten Passwort, das gestern als letztes eingegeben jeglichen Zugang fürimmer 24 Stunden unmöglich machte. Hätte ich mir auch denken können, in der Geschichte geht es nämlich um einen Ex"Freund" und zu dem habe ich seit mehr als 24 Stunden den Zugang verweigert (muss ich noch erwähnen, dass der Ausdruck nicht auf meinem Mist gewachsen ist?)
Die emotionale Beziehung zu meinem Handy ist eindeutig gestört. Wir teilen keine schönen Erinnerungen, geschweige denn ein geheimes Passwort. Im Grunde benutze ich es nur. DemSeelsorger Mitarbeiter bei der Hotline ist das aber ziemlich schnuppe. Er will das richtige Kennwort hören. Und da war es wieder, mein kleines Problem...
Alle zwei Jahre das gleiche Theater. Alle zwei Jahre will ich ein neues Handy und stelle fest, ich habe mein Passwort vergessen. Natürlich bin ich so schlau, mir nach dem Telefonat mit einem freundlichen Mitarbeiter meines Vertragsanbieters dieses Passwort auf einen Zettel zu notieren, vorzugsweise dort, wo ich nach zwei Jahren auch wieder nachsehe. Wäre ja blöd, ich fände den Zettel nach zwei Jahren nicht mehr. Allerdings stehen da mittlerweile fünf Passwörter zur Auswahl, jedes farblich, dick unterstrichen oder sonstwie graphisch abgesetzt.
Was Telefonnummern und Passwörter angeht habe ich normalerweise das, was man gemeinhin als Elefantengedächtnis bezeichnet. Ich merke sie mir über Jahre. Beispielsweise kann ich alle EC-Karten Pins aufsagen, die ich je hatte. Oder mir fallen Telefonnummern ein von Menschen, die längst gestorben sind. Ist jetzt nicht sonderlich hilfreich, was das Passwort meines Handyvertragspartners betrifft aber umso erstaunlicher, dass ich es regelmäßig vergesse. Wenn ich mir die in Frage kommenden Alternativen auf besagtem Zettel so betrachte, stehen da Begriffe, die ich nicht in meinem aktiven Wortschatz befindlich glaubte. Der Schlüssel zur Lösung liegt wahrscheinlich in der Herleitung.
Neben Zahlenkombinationen habe ich nämlich auch ein phänomenales Gedächtnis für Witze. Der Trick dabei ist, sich nur die Pointe zu merken. Den Rest kann man je nach Eloquenz spontan improvisieren. Jetzt ist es aber so, dass auch zu jedem Passwort eine Geschichte gehört -erlebt oder fiktiv - bei der ich mir dann nur das Schlüsselwort merke. Diese Handygeschichte ist höchstwahrscheinlich so langweilig, dass ich sie regelmäßig aussondere. Wo ich so darüber nachdenke, fällt mir gerade auch wieder die Geschichte zu "Bunnycheck" ein, dem notierten Passwort, das gestern als letztes eingegeben jeglichen Zugang für
Die emotionale Beziehung zu meinem Handy ist eindeutig gestört. Wir teilen keine schönen Erinnerungen, geschweige denn ein geheimes Passwort. Im Grunde benutze ich es nur. Dem
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Mittwoch, 20. August 2008
Face in the mirror
frau klugscheisser, 14:39h
Wären wir blind, müssten wir fühlen. So aber starren wir in die blanke Reflexion, um nach Makeln zu suchen, um uns wieder zuerkennen oder einfach nur in der Hoffnung, etwas von dem zu begreifen, was ein anderer in uns sieht. Spiegel sind für jene, die von der Meinung anderer leben. Wenn ich es fragte, hat mir mein Spiegelbild noch nie irgendeine Wahrheit über mich verraten. Im Gegenteil, es versucht regelmäßig, meine innere Sicherheit zu boykottieren. Ich werde dieses Geplapper in Zukunft ignorieren und lieber auf meinen Bauch hören.The Mirror
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Dienstag, 19. August 2008
We sail tonight for Singapore (2)
frau klugscheisser, 20:54h
Dass Singapur angeblich die sauberste Stadt der Welt sein soll, höre ich schon im Vorfeld. Dann die ersten Restriktionen bei der Einreise: keine Kaugummis. Klar, denn Kaugummis hinterlassen scheußliche Flecken auf dem sauberen Asphalt der Gehwege. Also müssen die zwei Packerl Kaugummi der Kollegin noch an Bord gekaut werden. Ich schaffe eine Packung in durchschnittlich fünf bis sieben Minuten, weil ich die Dinger meistens ziemlich schnell schlucke. So kann ich wenigstens was für die Kollegin tun. Ich schmuggle ihre Kaugummis im Magen durch die Zollkontrolle.

Es soll aber noch schlimmer kommen. Nämlich als ich am nächsten Tag die saubere Orchard Road - eine Einkaufsstraße mit Luxusläden, die man nicht gesehen haben muß - hinunterschlendere, mir noch kurz vor der U-Bahnstation einen extra großen Becher Kaffee hole und dann nicht wie geplant vor dem Fahrkartenautomat, sondern obigem Hinweisschild stehe. Von rechts oben zoomt eine Kamera auf meinen Pappbecher, den ich aus lauter Verlegenheit unter meinem Shirt verstecke. Die Kamera zoomt auf meinen Ausschnitt, aus dem ein Strohhalm ragt. Ich erwäge kurz, einem Passanten den Becher einfach in die Hand zu drücken, entscheide mich dann aber, schnell an die Oberfläche zu flüchten, bevor der Kaffee zu einem der teuersten meines Lebens wird.

Teuer wird auch das Abendessen, wobei in besonders exquisitem Kolonialstilambiente nahe des Flußufers die Speisen nochmal so gut schmecken. Diesmal lasse ich mich von meinen indischen Freunden bedienen. Sie erledigen ihren Job flink, aufmerksam und zugegebenermaßen viel besser als ich es könnte.

Leider ist in meinem Magen neben den gebunkerten Kaugummis kein Platz mehr für drei Gänge. Ich verzichte zu Gunsten des Sorbets auf die Hälfte des Hauptganges. Der chinesische Kohl wartet jedoch nicht, bis das Sorbet eingetroffen ist, sondern breitet sich beständig aus. Die Besitzer werden sich wohl etwas dabei gedacht haben, das Restaurant unter freiem Himmel zu betreiben. Übrigens eine weitere top Arbeitsstelle im Freien ist in Singapur Lamborghinisitter:

Gerne auch auf 400 Euro Basis. Obwohl in Singapur kaum einer aus versehen mit dem Schlüssel seitlich vorbeischrappen würde. Auf nicht vom Besitzer initiierte Rallyestreifen steht dort mit Sicherheit die Todesstrafe, wenn man schon für einen läppischen Kaffee in der U-Bahn 500 SGD zahlt.

Der hier braucht keinen Aufpasser, der ist in Singapur nämlich Massenware. Vor jedem größeren Hotel stehen davon mindestens drei. Verwirrend ist nur das Steuer auf der rechten Seite. Man stelle sich das mal vor: ein Italiener erwirbt dieses Kolonialfabrikat als Schnäppchen. Auf heimatlichen Straßen könnte er damit glatt als Geisterfahrer durchgehen. Für die pedaggio - die Maut - muss er allerdings sowieso aussteigen, egal auf welcher Seite das Steuer ist.

Ich fahre lieber U-Bahn, denn die ist wohl in keiner anderen Stadt so durchorganisiert wie in Singapur. Nur sollte man nicht neben der gelben Linie stehen, immer in Pfeilrichtung laufen und dabei möglichst keinen Coffee to go in der Hand halten, sonst wird man unfreiwillig zum Hauptdarsteller sämtlicher Überwachungsvideos. Danach weiß ich den öffentlichen Nahverkehr in München zu schätzen. Wenn man nicht schnell genug zusteigt, tönt hier ein grantlerisches "auf geht's! Nei jetzad!" aus dem Lautsprecher. Aber wenigstens wird da noch mit einem gesprochen. Extra laut sogar.

Es soll aber noch schlimmer kommen. Nämlich als ich am nächsten Tag die saubere Orchard Road - eine Einkaufsstraße mit Luxusläden, die man nicht gesehen haben muß - hinunterschlendere, mir noch kurz vor der U-Bahnstation einen extra großen Becher Kaffee hole und dann nicht wie geplant vor dem Fahrkartenautomat, sondern obigem Hinweisschild stehe. Von rechts oben zoomt eine Kamera auf meinen Pappbecher, den ich aus lauter Verlegenheit unter meinem Shirt verstecke. Die Kamera zoomt auf meinen Ausschnitt, aus dem ein Strohhalm ragt. Ich erwäge kurz, einem Passanten den Becher einfach in die Hand zu drücken, entscheide mich dann aber, schnell an die Oberfläche zu flüchten, bevor der Kaffee zu einem der teuersten meines Lebens wird.

Teuer wird auch das Abendessen, wobei in besonders exquisitem Kolonialstilambiente nahe des Flußufers die Speisen nochmal so gut schmecken. Diesmal lasse ich mich von meinen indischen Freunden bedienen. Sie erledigen ihren Job flink, aufmerksam und zugegebenermaßen viel besser als ich es könnte.

Leider ist in meinem Magen neben den gebunkerten Kaugummis kein Platz mehr für drei Gänge. Ich verzichte zu Gunsten des Sorbets auf die Hälfte des Hauptganges. Der chinesische Kohl wartet jedoch nicht, bis das Sorbet eingetroffen ist, sondern breitet sich beständig aus. Die Besitzer werden sich wohl etwas dabei gedacht haben, das Restaurant unter freiem Himmel zu betreiben. Übrigens eine weitere top Arbeitsstelle im Freien ist in Singapur Lamborghinisitter:

Gerne auch auf 400 Euro Basis. Obwohl in Singapur kaum einer aus versehen mit dem Schlüssel seitlich vorbeischrappen würde. Auf nicht vom Besitzer initiierte Rallyestreifen steht dort mit Sicherheit die Todesstrafe, wenn man schon für einen läppischen Kaffee in der U-Bahn 500 SGD zahlt.

Der hier braucht keinen Aufpasser, der ist in Singapur nämlich Massenware. Vor jedem größeren Hotel stehen davon mindestens drei. Verwirrend ist nur das Steuer auf der rechten Seite. Man stelle sich das mal vor: ein Italiener erwirbt dieses Kolonialfabrikat als Schnäppchen. Auf heimatlichen Straßen könnte er damit glatt als Geisterfahrer durchgehen. Für die pedaggio - die Maut - muss er allerdings sowieso aussteigen, egal auf welcher Seite das Steuer ist.

Ich fahre lieber U-Bahn, denn die ist wohl in keiner anderen Stadt so durchorganisiert wie in Singapur. Nur sollte man nicht neben der gelben Linie stehen, immer in Pfeilrichtung laufen und dabei möglichst keinen Coffee to go in der Hand halten, sonst wird man unfreiwillig zum Hauptdarsteller sämtlicher Überwachungsvideos. Danach weiß ich den öffentlichen Nahverkehr in München zu schätzen. Wenn man nicht schnell genug zusteigt, tönt hier ein grantlerisches "auf geht's! Nei jetzad!" aus dem Lautsprecher. Aber wenigstens wird da noch mit einem gesprochen. Extra laut sogar.
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Sonntag, 17. August 2008
We sail tonight for Singapore
frau klugscheisser, 18:11h
Tom Waits
Lieber FXF,
eigentlich wollte ich nicht hin. Ich war zu müde und zu schlapp und bin schon den ganzen Tag herumgelaufen. Aber Du sagtest, ich solle unbedingt einen Tee im 'Raffles' trinken, weil man da Gürkchen und anderen Schnickschnack dazu gereicht bekommt. Jetzt könnte man meinen, dass so ein Vorschlag nur von einem ganz einem elitären Sack (sacque élitaire) kommen kann. Wer Dich näher kennt, weiß, dass Du einer bist (kleiner Scherz, 'tschuldigung).
Zum Tee habe ich es leider nicht mehr geschafft, dafür aber kurz vor der Dämmerung auf dieses äusserst erfrischende Getränk:

Singapore Sling - was sonst?
In den Kommentaren extra für Dich noch ein paar Fotos. Ich hoffe, damit ist Deine Neugier auf's Erste gestillt.
Herzlichst,
Deine Frau Klugscheisser
Lieber FXF,
eigentlich wollte ich nicht hin. Ich war zu müde und zu schlapp und bin schon den ganzen Tag herumgelaufen. Aber Du sagtest, ich solle unbedingt einen Tee im 'Raffles' trinken, weil man da Gürkchen und anderen Schnickschnack dazu gereicht bekommt. Jetzt könnte man meinen, dass so ein Vorschlag nur von einem ganz einem elitären Sack (sacque élitaire) kommen kann. Wer Dich näher kennt, weiß, dass Du einer bist (kleiner Scherz, 'tschuldigung).
Zum Tee habe ich es leider nicht mehr geschafft, dafür aber kurz vor der Dämmerung auf dieses äusserst erfrischende Getränk:

Singapore Sling - was sonst?
In den Kommentaren extra für Dich noch ein paar Fotos. Ich hoffe, damit ist Deine Neugier auf's Erste gestillt.
Herzlichst,
Deine Frau Klugscheisser
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Freitag, 15. August 2008
Women lose weight
frau klugscheisser, 15:46h
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Dienstag, 12. August 2008
So let's do it like they do on the Discovery Channel
frau klugscheisser, 11:30h
Weil ich gerade so schön in Amerikabashinglaune bin geht's gleich weiter und zwar mit Fernsehprogrammen. Eigentlich kann ich ja nicht wirklich mitreden. Daheim habe ich kein Empfangsgerät, so muß ich halt gucken, wenn ich im Hotel bin und dort schlafe ich nach einer halben Stunde regelmäßig davor ein. So entgingen mir Serienhelden wie die Sopranos und Ally Klein. Es hat zwei Jahre gedauert bis ich bei der Erwähnung von 'Sex and the city' nicht mehr rot geworden bin. Nicht weil ich so prüde wäre, sondern weil ich dachte, da ginge es um Sex an ungewöhnlichen Orten und ich natürlich sofort meine persönliche Geschichte beisteuerte. Als ich dann eine Folge hierzulande sah, erkannte ich sie als eine meiner Übersee-Einschlafhilfen wieder und wußte endlich, wie sie aus geht.
Meistens wache ich im Werbeblock kurz auf. Der unterbricht Serien in Amerika regelmäßig alle 15-20, dauert aber nicht länger als 5 Minuten. Geworben wird entweder für Essen oder für Versicherungen, manchmal auch für Bakterienkiller oder Medikamente. Schon klar, warum viele Amerikaner fett, ängstlich und depressiv sind. Würde mir einer im Halbschlaf ständig die Gefahren des Lebens suggerieren, denen man nur mit der richtigen Versicherung, der richtigen Pizza oder dem richtigen Medikament begegnen kann, wäre ich genauso. Das Antiserum - bei dem ich erstaunlicherweise NIE einschlafe - heißt HallmarkChannel. Inzwischen sendet dieser Kanal leider nicht mehr nur Bekehrungsstories mit auf Grußkartensprüchen basierenden Drehbuchdialogen, sondern auch weniger erbauliche Talkshows und gänzlich unreligiöse Fernsehfilme. Früher war das Programm da nicht unbedingt besser aber wenigstens voraussehbarer. Hallmarkchannel strahlte im Glanze der Scheinheiligkeit und ich konnte meinen Blick einfach nicht abwenden. Vielleicht weil mich diese Sorte weichzeichnermodusgedrehter Berichte gänzlich ungläubig zurückließen.
Wenn ich wachbleiben will, gucke ich einen neuen Sender, den NASAchannel. Das ist sowas wie Bayern3 Spacenight auf amerikanisch. Man stelle sich Big Brother im Großraumbüro irgendwo in Houston vor, wo dreissig Mann permanent per Bildschirm irgendwelche interstellaren Vorgänge überwachen und dazwischen kaffeetrinkend mit dem Kollegen ein Schwätzchen über Frau und Kinder halten. Das ganze wird live übertragen. Sowas ist wahnsinnig spannend, das hat man nicht alle Tage. Die von NASA TV nennen es Lückenfüller. Zum 50järhigen gibt es natürlich auch Sendung mit der Maus "wie funktioniert eine Rakete" und Bilder aus dem All. Manchmal wundere ich mich dann über die Menschen, die beständig irgendwo da draußen nach etwas suchen, ihre nächste Umgebung aber nicht kennen, geschweige denn sich selbst. Die wissen ja nicht mal wonach sie suchen, das aber für ein stolzes Jahresbudget von 17 Mrd. US Dollar (Quelle: Wikipedia). Derlei Gedanken rauben mir den Schlaf.
Da puhle ich lieber Fusel aus dem Zwischenraum meiner Zehen. Wenigstens weiß ich, wo die herkommen und wo sie hingehen. Und irgendwann schlafe ich dabei auch garantiert ein, während im Hintergrund leise einer "I'm loving it" flüstert.
Meistens wache ich im Werbeblock kurz auf. Der unterbricht Serien in Amerika regelmäßig alle 15-20, dauert aber nicht länger als 5 Minuten. Geworben wird entweder für Essen oder für Versicherungen, manchmal auch für Bakterienkiller oder Medikamente. Schon klar, warum viele Amerikaner fett, ängstlich und depressiv sind. Würde mir einer im Halbschlaf ständig die Gefahren des Lebens suggerieren, denen man nur mit der richtigen Versicherung, der richtigen Pizza oder dem richtigen Medikament begegnen kann, wäre ich genauso. Das Antiserum - bei dem ich erstaunlicherweise NIE einschlafe - heißt HallmarkChannel. Inzwischen sendet dieser Kanal leider nicht mehr nur Bekehrungsstories mit auf Grußkartensprüchen basierenden Drehbuchdialogen, sondern auch weniger erbauliche Talkshows und gänzlich unreligiöse Fernsehfilme. Früher war das Programm da nicht unbedingt besser aber wenigstens voraussehbarer. Hallmarkchannel strahlte im Glanze der Scheinheiligkeit und ich konnte meinen Blick einfach nicht abwenden. Vielleicht weil mich diese Sorte weichzeichnermodusgedrehter Berichte gänzlich ungläubig zurückließen.
Wenn ich wachbleiben will, gucke ich einen neuen Sender, den NASAchannel. Das ist sowas wie Bayern3 Spacenight auf amerikanisch. Man stelle sich Big Brother im Großraumbüro irgendwo in Houston vor, wo dreissig Mann permanent per Bildschirm irgendwelche interstellaren Vorgänge überwachen und dazwischen kaffeetrinkend mit dem Kollegen ein Schwätzchen über Frau und Kinder halten. Das ganze wird live übertragen. Sowas ist wahnsinnig spannend, das hat man nicht alle Tage. Die von NASA TV nennen es Lückenfüller. Zum 50järhigen gibt es natürlich auch Sendung mit der Maus "wie funktioniert eine Rakete" und Bilder aus dem All. Manchmal wundere ich mich dann über die Menschen, die beständig irgendwo da draußen nach etwas suchen, ihre nächste Umgebung aber nicht kennen, geschweige denn sich selbst. Die wissen ja nicht mal wonach sie suchen, das aber für ein stolzes Jahresbudget von 17 Mrd. US Dollar (Quelle: Wikipedia). Derlei Gedanken rauben mir den Schlaf.
Da puhle ich lieber Fusel aus dem Zwischenraum meiner Zehen. Wenigstens weiß ich, wo die herkommen und wo sie hingehen. Und irgendwann schlafe ich dabei auch garantiert ein, während im Hintergrund leise einer "I'm loving it" flüstert.
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Montag, 11. August 2008
A room with a view (31)
frau klugscheisser, 20:20h


Singapore
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Mittwoch, 6. August 2008
Just a little lovin'
frau klugscheisser, 17:03h
Wie der Mek so überrascht in meiner kleinen Wohnung stand und herumdruckste, weil sie so überraschend klein sei, und wie er dann in der Gaststätte Schupfnudeln bestellte, während er mir von den handgefertigten Nudeln seiner Mama vorschwärmte und dabei noch nie was von Spätzleschabern gehört hat, und wie seine Augen in jeder Kurve um den Friedensengel und das Maximilianeum ein klein wenig größer wurden und sein Griff um den Türgriff ein klein wenig fester,
und wie er bei jedem Zwischenstopp fragte, wo denn jetzt Südtirol läge und anschließend ganz überzeugt in Richtung Allgäu zeigte, und wie er meinen Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten lauschte und mit der Annahme, das wäre dann sicherlich ein Regierungsgebäude, in die Presche sprang, wenn ich ratlos mit den Schultern zuckte, und wie er schließlich die Ruhmeshalle als den tempelartigen Bau wiedererkannte, auf dessen Stufen er einst erwachte, und wie er mir glaubhaft versicherte, er würde wiederkommen, wenn er sich auf dem Weg zwischen Penthouse in Berlin und Ferienvilla in Italien befände und dann natürlich nur, wenn ich auch da wäre, und wie er schließlich zum Eingang des Hauptbahnhofes eilte, dem Gebäude, das er in München am besten kannte und in dem er schon so oft war und sich nicht mehr umsah, weil es schon nach Mitternacht war und er ja vernünftig werden wollte, da habe ich mich ein bisschen in ihn verliebt, den Mek. Aber nur ein kleines bisschen. Ich will ihn ja nicht verlegen machen.
und wie er bei jedem Zwischenstopp fragte, wo denn jetzt Südtirol läge und anschließend ganz überzeugt in Richtung Allgäu zeigte, und wie er meinen Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten lauschte und mit der Annahme, das wäre dann sicherlich ein Regierungsgebäude, in die Presche sprang, wenn ich ratlos mit den Schultern zuckte, und wie er schließlich die Ruhmeshalle als den tempelartigen Bau wiedererkannte, auf dessen Stufen er einst erwachte, und wie er mir glaubhaft versicherte, er würde wiederkommen, wenn er sich auf dem Weg zwischen Penthouse in Berlin und Ferienvilla in Italien befände und dann natürlich nur, wenn ich auch da wäre, und wie er schließlich zum Eingang des Hauptbahnhofes eilte, dem Gebäude, das er in München am besten kannte und in dem er schon so oft war und sich nicht mehr umsah, weil es schon nach Mitternacht war und er ja vernünftig werden wollte, da habe ich mich ein bisschen in ihn verliebt, den Mek. Aber nur ein kleines bisschen. Ich will ihn ja nicht verlegen machen.... link
Dienstag, 5. August 2008
I know what you did last summer
frau klugscheisser, 19:41h
Hey, meine Schule! mein Lehrer! mein Training!
Hier sehen Sie, womit ich meine freie Zeit so verbringe.
(wenigstens 5x die Woche. The rest
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Montag, 4. August 2008
When I'm sixty-four
frau klugscheisser, 14:04h
Untrügliches Zeichen für körperlichen Verfall:
wenn man sich auszieht, vorsichtshalber den BH aber noch anbehält, weil man noch Zähneputzen will. Gibt es eigentlich beheizbare Waschbeckenränder im Altersheim?
wenn man sich auszieht, vorsichtshalber den BH aber noch anbehält, weil man noch Zähneputzen will. Gibt es eigentlich beheizbare Waschbeckenränder im Altersheim?
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