Dienstag, 14. Dezember 2010
Lucy in the Sky
Denken Sie daran, dass Flugbegleiter während des Anbordgehens der Passagiere sehr beschäftigt sind, also stören Sie nicht. [...] Oder, wenn Sie es sich leisten können, fliegen Sie erster Klasse oder Business Class, wo Sie natürlich mehr Aufmerksamkeit bekommen.

gefunden bei schinkenkaese und falls sie das hier liest:

Hallo Frau Schinkenkäse, wieso ist es mir nicht möglich, in Ihrem Blog zu kommentieren? Ich habe alle Varianten versucht.

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Montag, 6. Dezember 2010
Word!


Man kann keine Kinder haben und keine Karriere machen.
gefunden bei kaltmamsell

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Montag, 22. November 2010
Anticipating
Hätte vielleicht mir altem Feiertagshasser jemand sagen können, dass am Donnerstag in Nordamerika Thanksgiving stattfindet, bevor ich mich auf den Flug nach New York zu freuen anfange?
(Macy's Parade - überdimensionales Marshmallowmännchen aus Ghostbusters. Erinnert sich da noch wer?)

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Mittwoch, 10. November 2010
Show Me The Money
Nach der Arbeit ist vor der Arbeit. Trotzdem hat es sich seit längerer Zeit in den Städten etabliert, das Ende der Arbeitszeit nicht erst am Freitag zu feiern, sondern bereits wochenmittig. Das Publikum bei diesen sog. Afterworkparties scheint jedoch alles andere als arbeitendes Volk zu sein. Verständlich, denn die Sachbearbeiterin, die Angestellte im mittleren Management und der durchschnittliche It-ler mussten früh raus und flanieren nach getaner Arbeit maximal zwischen Küche und Kuschelsofa. Nicht so die Münchner Schickeria bestehend aus Jürgen-hat-Geld-wie-Heu und Olga-braucht-noch-Staatsbürgerschaft, sowie Jenny-studiert-was-mit-Medien und Chantal-sucht-Sponsor-für-die-Modelkarriere. Die müssen aber auch nicht um 7.00 aufstehen, bei denen beginnt die Arbeit wenn andere ins Bett gehen. Beim weiblichen Part scheinbar genau dort.

Sozialstudie wäre eine blöde Ausrede, sehen wollt' ich's halt mal, was in München angesagt ist. Also rein in die Klamotten und raus in die Nacht. Als ich das erste Mal auf's Klo muss, nimmt das Unglück seinen Lauf. Eine Laufmasche wäre das kleinere Übel gewesen. Nein, es musste gleich ein ordentlicher Riss sein. Die Strümpfe werden als laufmaschensicher verkauft, ich somit ohne Redundanz in der Handtasche. Wer rechnet denn auch mit sowas. Im weiteren Verlauf stehe ich mit einem ordentlichen Loch über dem Knie und unterhalb der Rocknaht rum. Wer genügend Selbstbewußtsein hat, kann das als Modegag deklarieren. Ich stehe jetzt etwas verkrampfter als üblich, die Beine übereinandergeschlagen, in einer Hand Häppchen, in der anderen ein Glas Campari-Orange. Der war umsonst und das muss man als durchschnittlicher Einkommensempfänger ausnutzen. Weil die Garderobe kostet, liegt mein Mantel im Auto der Begleitung. In der Manteltasche noch zwei Gutscheine für weitere Campari-Oranges.

Wir stehen also gepflegt in der Gegend herum, lästern über Aussehen und Ambitionen der Umstehenden als es in meinem Bauch zu rumoren beginnt. Die Begleitung holt Getränkenachschub. Draußen ist es bitter kalt. Ich spüre jeden Neuankömmling durch die Zugluft in meinem Strumpfloch. Nach dem zweiten Getränk muss ich die Toilette erneut aufsuchen. Der Weg dorthin ist eine lange, beinbeleuchtete Treppe, an deren unterem Ende sich die Damenwelt vor Ganzkörperspiegeln die Näschen pudert. Jeder Neuzugang wird auf dem steilen Laufsteg nach Aussehen und Ambitionen beurteilt. Eine magersüchtige Blonde mit Beinen bis unter die Achseln tuschelt mit ihrer Freundin, nachdem sie einen Blick auf mich geworfen hat. Genauer gesagt trifft ihr Blick erst mein Strumpfloch, wandert langsam über jedes Fettpölsterchen nach oben und ruht dann auf meinen Stirnfalten. Sowas spürt man als Frau. Die von innen verschließbare Türe der Toilettenkabine sind in diesem Fall ein wahrer Segen.

Oben wartet die Begleitung bereits mit einem weiteren, kostenfreien Drink. Eigentlich vertrage ich weder Alkohol noch Orangensaft besonders gut. Zusammen ergeben sie - wie sich bald herausstellt - eine explosive Mischung in meinem Bauch. Nach dem fünften Lauf über die ungeliebte Catwalk-Treppe begrüßt mich die Klofrau wie eine alte Bekannte. Das Kleingeld steckt in meinem Mantel, der wiederum im Auto der Begleitung liegt. Mich beäugt sie nur abschätzig. Wer kein Geld für eine zweite Strumpfhose hat, der soll lieber daheim auf's Klo gehen. Wäre mir ehrlich gesagt auch lieber aber bis dort ist es jetzt ein weiter Weg. Den trete ich schließlich mit der Erkenntnis an, mit der Münchner Schickeria völlig inkompatibel zu sein.

Ein paar Tage später treffe ich Verena K. im Flugzeug (sie wissen schon, die Ex vom Nationaltorwart). Sie ist in Begleitung ihres aktuellen Ex, der auch gleichzeitig Ex eines deutschen Filmsternchens ist (sie wissen schon, die, deren Name man ohne ihre Autorisation nicht schreiben darf) und kämpft mit den Tränen. Und da tut sie mir sehr leid, denn seit jenem Abend ahne ich, wie schwer es ist, nicht durch Können, sondern allein durch Aussehen und Ambitionen nach oben zu kommen. Schließlich werden wir alle nicht jünger.

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Samstag, 16. Oktober 2010
Vamos A La Playa


Jetzt wo die Tage wieder kürzer und die Nächte kälter werden eine Erinnerung, wie es sein könnte. Das Foto entstand übrigens vorgestern.

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Montag, 20. September 2010
Paint it Black
Noch eine kleine Bildergeschichte und ein schöner Zeitvertreib im Flug:



gefunden bei LADK.

Daselbst übrigens auch ein schöner Beitrag über die Landung im Hudson River (Sie erinnern sich?):



Dann kann ja nix mehr schief gehen.

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Dienstag, 7. September 2010
Mighty Quinn
Wenn der letzte Kräcker gegessen und alle Weine getestet, wenn sie alle Filme bereits gesehen und alle Toiletten benutzt, mit allen Umsitzenden Brüderschaft getrunken und vom Flugpersonal Galleyverbot bekommen haben. Wenn sie die Leuchtstreifen am Boden und die Stauräume über ihnen vermessen, die Fenster gezählt und die Funktion der Sitze en détail nachvollzogen haben, wenn ihnen dann auf ihrem nächsten Langstreckenflug immer noch langweilig ist, dann machen sie doch mal was Kreatives:




via SchinkenoderKäse

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Dienstag, 7. September 2010
Love or Confusion
Schon mal simultan am Computer und ganz real im Buch gelesen und dann versucht, mit der Maus das Buch auf die nächste Seite zu scrollen? Sich ans Hirn patschen, nur um anschließend den Bildschirm mit befeuchteten Fingern umzublättern? Deutliche Diskrepanz zwischen Kompetenz und Performanz. Ich will nicht wissen, wie das noch enden wird.

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Mittwoch, 30. Juni 2010
Sätze, die man... zur Fußball WM bloggen muss
Diese Dinger, sie wissen schon, bei denen man leicht mal weibliche Genitalien assoziiert. Mein erster Gedanke beim Hören des Klanges: da übt wohl jemand Trompete... hm, maximal zweites Jahr.

Sollte mich in diesem Leben jemals wieder ein Erziehungsberechtigter zur anstehenden Instrumentenwahl seines Kindes befragen, so wird meine Antwort in etwa so ausfallen:

Blechblasinstrumente? Nur falls ihre Nerven mehrere Jahre andauernde WM-Beschallung aushalten.

Nach dieser WM ein wohl allgemein nachvollziehbares Beispiel.

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Donnerstag, 15. April 2010
... and read each one out loud.


Das da oben ist Herr Paulsen. Herr Paulsen kann nicht nur schreiben, sondern auch lesen. Das hat er gestern in München in einer Buchhandlung bewiesen. Diese Buchhandlung wurde bereits von Herta Müller heimgesucht belesen. Jetzt ist sie Buchhandlung des Jahres und darf bei Autorenlesungen auch mal knackige 12 Euro Eintritt verlangen. Dafür gibt's dann neben Geschichten auch von Praktikanten geschmierte Brote und Wein. Ja, der Buchhandel steckt in der Krise und muss sich was ausdenken. Der Preis wird an Läden vergeben, die mit einem überzeugenden Gesamtkonzept auffallen und dabei wirtschaftlich erfolgreich arbeiten. Somit hat jene Buchhandlung bewiesen, dass sie den Preis verdient hat.

Das nur so am Rande. Denn eigentlich bin ich ja gekommen, um endlich mal Herrn Paulsen so richtig auf die Kacke hauen zu sehen. Das tut er dann auch gleich mit seiner ersten Geschichte, in der er stimmlich vorzüglich in verschiedene Rollen schlüpft. Und da ist Herr Paulsen nicht mehr Herr Paulsen, sondern einmal Herr Böhme, Demis, Gudrun oder der mißmutigste Kellner der gesamten Costa Brava. Nur einmal ist Herr Paulsen er selbst. Einmal nämlich bekochte er Herrn Siebeck. Die Schmach der rohen Zierkartoffel schwingt auch nach Jahren noch in seiner Stimme.

Herr Paulsen kann nicht nur schreiben und lesen, er kann auch Drachen zähmen. Nein, damit meine ich nicht die vielen älteren Damen, die mit leicht verträumtem Blick an seinen Lippen kleben, wo doch sonst nur eine kleben darf. Ich meine den Papierdrachen, der hoch über den Köpfen schwebt. Jede noch so kleine Luftbewegung läßt seinen Körper auf und ab tanzen. Doch während Herr Paulsen liest, bewegt sich kein Lüftchen.



Dann klappt Herr Paulsen das Büchlein zu. Viel zu früh ist alles vorbei. Ich ergattere eines der gedruckten Exemplare und stelle mich damit brav hinten an die Schlange der Verehrerinnen. Wenigstens Hallo sagen will ich dem Herrn Paulsen, wo er schon mal in München ist. Während ich so in der Schlange stehe, spüre ich die Wirkung von zwei Gläschen Weißwein auf nüchternen Magen. Jetzt bloß nicht lallen. Um zu artikulieren müssen mir aber noch ein paar zusammenhängende Worte einfallen. Geistreich und witzig soll es sein. Erster Eindruck und so. "Hallo Herr Paulsen ich bin Frau Klugscheisser!" Ungeheuer geistreich. Wahnsinnig witzig. Nur wenige Minuten später ist der Zensor im Kopf auch wieder at work.

Und schließlich macht Herr Paulsen was sehr Bescheidenes. Herr Paulsen hat wohlgemerkt das Kochen von der Pieke auf gelernt. Herr Paulsen hat für Herrn Siebeck gekocht (eat that!). Herr Paulsen kann richtig was. Trotzdem zögert er keine Sekunde, als ich ihn bitte, für meine Mutter eine Widmung in das Buch zu schreiben. Erst schwingt er die Hand mit der Feder wenige Millimeter über der Seite ein. Dann senkt er sie ab und kalligraphiert in schönster Manier.



Hach, dieser Schwung, diese Federführung! Das läßt Großes erahnen. Ein Roman gar? Bis es soweit ist, vereint alle Blogger von Nord bis Süd ein einziger Gedanke: wir sind Paulsen.

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