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Sonntag, 4. Dezember 2011
Hurts So Bad
frau klugscheisser, 22:37h
Es knackte. Danach ging ich zu Boden. Und obwohl mir bis vor zwei Wochen noch glaubhaft versichert wurde, dass kein Knochenbruch und kein Bänderriss die Schmerzen einer Weisheitszahnentfernung toppen könnten, wurde ich nur ein paar Sekunden darauf eines Besseren belehrt. Wie das passieren konnte, fragen Sie sich sicherlich. Sie wissen hoffentlich, was ein jeté entrelacé ist. Falls nicht, können Sie es sehen, wenn Sie den Link dahinter anklicken. Ich hatte gerade ein sehr schwungvolles und enthusiastisches jeté entrelacé hinter mir - eines von vielen. Beim letzten korrigierte ich während der Flugphase jedoch meine Armposition, was sich unbemerkt auf meine Beinposition auswirkte. Ich landete auf der Fusskante. Den Rest können Sie sich selbst zusammenreimen.
Und jetzt denke ich die ganze Zeit darüber nach, wie ich meinen Knöchel bis Samstag wieder soweit hinkriege, dass ich bei der Aufführung mitmachen kann. Schließlich ist Heather den kompletten New York Marathon mit einer Stressfraktur gelaufen. Nein, beim Doktor war ich noch nicht, denn ehrlich gesagt habe ich Angst vor Orthopäden - den Metzgern unter den Ärzten. Ich vertraue auf die Weisheit meines Körpers und die Dummheit meiner Leidenschaft.
Und jetzt denke ich die ganze Zeit darüber nach, wie ich meinen Knöchel bis Samstag wieder soweit hinkriege, dass ich bei der Aufführung mitmachen kann. Schließlich ist Heather den kompletten New York Marathon mit einer Stressfraktur gelaufen. Nein, beim Doktor war ich noch nicht, denn ehrlich gesagt habe ich Angst vor Orthopäden - den Metzgern unter den Ärzten. Ich vertraue auf die Weisheit meines Körpers und die Dummheit meiner Leidenschaft.
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Dienstag, 29. November 2011
How To Say Goodbye
frau klugscheisser, 13:46h
Lebensabschnitt
Dicke Leseempfehlung:
Meinwärts schreibt über ihren Abschied vom Therapeuten. Beim Lesen des Textes habe ich sehr oft genickt. via Stadtneurotiker
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Jahresabschnitt

Die Julia im Park in Bogenhausen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Fantasieabschied
Liebe Twilight Fanatiker,
Nur damit das ein für allemal klar ist:
Dear Twilight fans,
Please realize that because vampires are dead and have no blood pumping through them, they can never get an erection. Enjoy fantasizing about that.
Sincerely, Logic
(wobei ich das mit der Logik im Gesamtkontext doch ein wenig überzogen finde.)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
musikalischer Abschied
Eine Hörempfehlung für alle Jazzfans, die ich Ihnen gerne wärmstens ans Herz legen möchte:
Schalten Sie am Freitag um 23.05 unbedingt Bayern 4 Klassik ein. Dort wird Ihnen ein Konzertmitschnitt vom Mittwoch präsentiert. Unter dem Motto "Whatever Lola wants" spielt Claus Raible mit Bigband (Brad Leali! am Saxophon und Steve Fishwick an der Trompete waren für mich DIE Entdeckungen des Abends) eigene Kompositionen sowie Standards. Ich habe das Konzert live gehört. Es war grandios.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Gewohnheitsabschied
Im Anschluss daran eine mitternächtliche Jamsession mit den Musikern erlebt. Leider musste unterbrochen werden, da die Anwohner ihre verdiente Nachtruhe einforderten. In diesem Zusammenhang festgestellt, dass ich unter ausgeprägter Alkoholallergie leide. Nicht der Kopf ist das Schlimmste am nächsten Tag, sondern das Gefühl. Ich werde nämlich ganz fürchterlich depressiv. Während andere ihren Kummer in Alkohol ertränken, habe ich den Kummer erst am nächsten Tag. Vielleicht sollte ich doch mal Frau Gagas Diät ausprobieren.
Dicke Leseempfehlung:
Meinwärts schreibt über ihren Abschied vom Therapeuten. Beim Lesen des Textes habe ich sehr oft genickt. via Stadtneurotiker
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Jahresabschnitt

Die Julia im Park in Bogenhausen
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Fantasieabschied
Liebe Twilight Fanatiker,
Nur damit das ein für allemal klar ist:
Dear Twilight fans,
Please realize that because vampires are dead and have no blood pumping through them, they can never get an erection. Enjoy fantasizing about that.
Sincerely, Logic
(wobei ich das mit der Logik im Gesamtkontext doch ein wenig überzogen finde.)
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musikalischer Abschied
Eine Hörempfehlung für alle Jazzfans, die ich Ihnen gerne wärmstens ans Herz legen möchte:
Schalten Sie am Freitag um 23.05 unbedingt Bayern 4 Klassik ein. Dort wird Ihnen ein Konzertmitschnitt vom Mittwoch präsentiert. Unter dem Motto "Whatever Lola wants" spielt Claus Raible mit Bigband (Brad Leali! am Saxophon und Steve Fishwick an der Trompete waren für mich DIE Entdeckungen des Abends) eigene Kompositionen sowie Standards. Ich habe das Konzert live gehört. Es war grandios.
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Gewohnheitsabschied
Im Anschluss daran eine mitternächtliche Jamsession mit den Musikern erlebt. Leider musste unterbrochen werden, da die Anwohner ihre verdiente Nachtruhe einforderten. In diesem Zusammenhang festgestellt, dass ich unter ausgeprägter Alkoholallergie leide. Nicht der Kopf ist das Schlimmste am nächsten Tag, sondern das Gefühl. Ich werde nämlich ganz fürchterlich depressiv. Während andere ihren Kummer in Alkohol ertränken, habe ich den Kummer erst am nächsten Tag. Vielleicht sollte ich doch mal Frau Gagas Diät ausprobieren.
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Sonntag, 27. November 2011
It's My Life
frau klugscheisser, 19:44h
Zehn Titel meiner ungeschriebenen Biographie:
1. Hauptsache ihr habt gelacht
2. Darauf kann man nicht tanzen
3. Die Frau, die zu wenig wusste
4. Gut ist was gut aussieht
5. Wenn das die Oma wüsste
6. Wieso nur einer, wenn ich alle haben kann?
7. Zuhause liegt es gut oder warum mir mein Handy noch nie geklaut wurde
8. Im Mittelpunkt stehen leicht gemacht - wie man jederzeit alle Aufmerksamkeit auf sich lenkt, Band 1
9. Chips statt Schokolade
10.Ich war's nicht. Ehrlich Eigentlich bin ich ganz anders
Die Idee habe ich von hier, die's wiederum von dort hat. Möge es aufgreifen und weiterführen wer sich berufen fühlt.
Nachtrag: jetzt neu mit Klappentext!
Nachtrag zum Nachtrag: der letzte Punkt musste unbedingt aktualisiert werden.
1. Hauptsache ihr habt gelacht
2. Darauf kann man nicht tanzen
3. Die Frau, die zu wenig wusste
4. Gut ist was gut aussieht
5. Wenn das die Oma wüsste
6. Wieso nur einer, wenn ich alle haben kann?
7. Zuhause liegt es gut oder warum mir mein Handy noch nie geklaut wurde
8. Im Mittelpunkt stehen leicht gemacht - wie man jederzeit alle Aufmerksamkeit auf sich lenkt, Band 1
9. Chips statt Schokolade
10.
Die Idee habe ich von hier, die's wiederum von dort hat. Möge es aufgreifen und weiterführen wer sich berufen fühlt.
Nachtrag: jetzt neu mit Klappentext!
Nachtrag zum Nachtrag: der letzte Punkt musste unbedingt aktualisiert werden.
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Donnerstag, 24. November 2011
Drive My Car
frau klugscheisser, 10:14h

Vor zwei Wochen habe ich mein Auto winterfest gemacht. Reifenwechsel, Batterie (vor 3 Jahre erneuert) überprüft, Frostschutz ins Scheibenwasser, solche Dinge halt, die einem gerne mal morgens um 5.00 beim Blick aus dem Fenster die Laune vermiesen, wenn man sie bis zum ersten Frost nicht erledigt hat. Dann kamen die Weisheitszähne raus und das Auto stand eine Weile. Vorgestern hatte ich morgens einen Termin, der ohne Auto nicht zu bewerkstelligen ist.
Ich also früh raus, die Haare gemacht, alles andere auch und dann ins Auto. Dreh' den Zündschlüssel... nichts passiert. Sofort ist mir klar, was die Stunde geschlagen hat. Vorige Woche ein Glühbirnchen gewechselt, dann eventuell das Licht vergessen. Jedenfalls ist die Batterie mausetot. Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten (oder drei aber die dritte fällt mir erst später ein): entweder Termin absagen oder schnell jemanden finden, der Starthilfe gibt. Ich wähle die zweite Möglichkeit. Da ich kein Mitglied bei einem bekannten Automobilverein bin und der auch viel zu lange bräuchte bis er hier ist, steige ich aus dem Auto und scanne die Strasse nach potentiellen Helfern.
Sie müssen sich das bildhaft vorstellen. Ich in hohen Stiefeln, kurzer Rock, kurzes helles Mäntelchen, weisse Lederhandschuhe und ein freundliches Lächeln auf den rotgeschminkten Lippen. So stakle ich auf das erste Paar zu, das sein Auto gerade mit Koffern belädt. Die erklären sich auch sofort bereit zu helfen, nachdem ich Ihnen glaubhaft versichere, dass ich sowohl über ein Kabel als auch das Wissen verfüge selbiges anzubringen. Alles was ich brauche sind vier starke Arme - noch steht das Auto in der Parklücke - und eine geladene 12 Volt Autobatterie. In der Zwischenzeit steht ein weiteres Auto am Strassenrand, dessen Fahrer eine freiwerdende Parklücke erwartet. Ich gehe auf das Auto zu. Der Gesichtsausdruck des Fahrers wechselt zwischen Neugier und Misstrauen. Auf meine Bitte hin unterstützt er den Schiebevorgang, nachdem ich ihm meinen Parkplatz verspreche.
Mein Auto steht jetzt mittig auf der Strasse, der freundliche Schieber platziert seines in meine Parklücke und verschwindet relativ flott. Das Helferpaar rangiert einen dunklen Volvo vor mein kleines Autochen. Wir öffnen die Motorhauben. Im Volvo ist alles sehr ordentlich und blickdicht verpackt. Irgendwo steht ein Pluszeichen, unter dem ich die Batterie vermute. Der freundliche Helfer liest derweil das Bordbuch, weil er sich nicht sicher ist, ob sich seine Batterie nicht doch vielleicht hinten befindet. Aufgrund der fortschreitenden Zeit bin ich leicht nervös. Dann beschließe ich, dass acht Augen doch mehr sehen als sechs. Ein neuer Parkplatzfinder hat sich derweilen am Strassenrand eingefunden. Als er mich direkt auf sich zulaufen sieht, legt er den Rückwärtsgang ein und beginnt, langsam nach hinten zu rollen. Ich laufe schneller, er gibt Gas. Irgendwann hole ich ihn dennoch ein. Das Bedürfnis nach einem Parkplatz war wohl doch stärker. Misstrauisch öffnet er sein Fenster. Ich schildere ihm unser Problem. Seine Antwort lautet: "Ich weiss auch nicht wo meine Batterie ist". "Schade", sage ich und wende mich wieder dem Geschehen um mein Auto zu. Danach sehe ich den Unwissenden noch dreimal langsam um den Block kreisen. Er spekuliert auf die freie Parklücke, vor der mein Auto jetzt steht. Das wird mir aber erst später klar.
Da sehe ich einen Nachbarn das Haus verlassen. Sein Auto ist älteren Datums und hat somit ganz sicher eine Batterie unter der Motorhaube, die auch als solche zu erkennen ist. Das Helferpaar entschuldigt sich, weil man nun den Weg antreten müsse und in Autodingen sowieso nicht so gewandt sei. Das mache nichts, antworte ich wahrheitsgemäß, denn ich sei schon froh, dass sie sich überhaupt zur Hilfe angeboten hätten. Inzwischen steht mir das alte Nachbarauto gegenüber und zwei Minuten später läuft mein Motor. Der Unwissende steht jetzt in der Parklücke und beteuert noch einmal schuldbewusst, er hätte ebenfalls in seinem Bordbuch nachgelesen aber auch keine Batterie gefunden. Er fährt übrigens Skoda. Mir ist das inzwischen egal, denn jetzt interessiert mich nur mein Termin und dass ich zum Glück die weissen Lederhandschuhe ausgezogen hatte, bevor ich mit den Kabeln zu hantieren begann, mich jedoch nicht mehr erinnern kann, wo ich sie hingelegt habe. Im Auto ist es nämlich sehr kalt. Die ersten Meter funktionieren weder Heizung noch Gebläse und ich fahre mit offener Scheibe in den nächsten Stau.
170 Km und drei Staus später funktionieren sowohl Heizung als auch Radio. Mein Erlebnis mit der leeren Batterie macht mich jedoch misstrauisch, weshalb ich sie zukünftig ein bis zwei Tage vor einem neuen Einsatz testen werde. Und irgendwie bin ich froh, dass ich mir noch selbst zu helfen weiß. Alte Autos und Frauen sind nicht so leicht kleinzukriegen.
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Donnerstag, 17. November 2011
Woman is the Nigger of the World
frau klugscheisser, 10:15h
"Einfach dadurch, dass [die Bundeskanzlerin] rational und ruhig bleibt. Dass sie nicht aus Affekten... dass sie lernt, ihre Affekte zu durchschauen, was die Männer ja eigentlich nie lernen. Die wissen gar nicht wie häufig sie aus Affekten handeln. Diese Art, mit sich selber umzugehen, sich selber in Frage zu stellen, auch sich selber nicht - wie sie sagen - so ernst zu nehmen auf die Relativität der eigenen Existenz anzuerkennen, das haben wir gelernt seit Jahrhunderten. Und das zu verbinden mit einer klaren Übersicht über die Realität - den Verstand zu behalten, rational zu handeln, diese Verwendung von Kenntnis der eigenen Gefühle plus eigene Motive plus guter Realitätseinschätzung und rationalem Denken, das macht es aus. Diese Verbindung haben wir bei Männern so leicht nicht."
Margarethe Mitscherlich, 95 jährige Psychoanalytikerin, im Gespräch mit Beckmann über die Bundeskanzlerin.
Beckmann und die Jahrhundertfrauen: Hildegard Hamm-Brücher, Margarethe Mitscherlich und Vera von Lehndorff
Falls Sie es nicht gesehen haben, dann sollten Sie's unbedingt hier nachholen.
Gefunden bei Frau Gaga.
Margarethe Mitscherlich, 95 jährige Psychoanalytikerin, im Gespräch mit Beckmann über die Bundeskanzlerin.
Beckmann und die Jahrhundertfrauen: Hildegard Hamm-Brücher, Margarethe Mitscherlich und Vera von Lehndorff
Falls Sie es nicht gesehen haben, dann sollten Sie's unbedingt hier nachholen.
Gefunden bei Frau Gaga.
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Dienstag, 15. November 2011
My Own Little World
frau klugscheisser, 10:47h
turn off the news when I don’t like what I see
Yeah, it’s easy to do when it’s
Population: me
Matthew West, My Own Little World

Yeah, it’s easy to do when it’s
Population: me
Matthew West, My Own Little World

Das ist MEIN Blog hier, was soviel bedeutet wie der richtige Ort für völlig uncoole Geständnisse. Mein erstes in Bloggerkreisen völlig uncooles Geständnis lautet: Ich freue mich immer über Verlinkungen oder sonstige Erwähnungen in fremden Blogs. Beispielsweise hat am Wochenende der Herr Stadtneurotiker auf einen meiner Beiträge verwiesen. Ausserdem entdeckte ich mich heute bei Herrn Rau. Dadrüber kann ich mich ja immer freuen wie Bolle, weil es ja auch bedeutet, dass hier noch wer ausser mir selbst mitliest. Und das ist in Bloggerkreisen total uncool - zumindest wenn ich mich recht erinnere. Cool ist natürlich eine Verlinkung auf Spreublick oder beim Nickelmeier oder wie die alle heißen, weil da mindestens 1000x geklickt wird. Mir wurscht. Ich mag die, die mich lesen mögen.
Zweitens glaube ich ja immer noch, dass es viele gibt, die ein viel tolleres Leben führen als ich, weil die viel toller drüber schreiben. Frau Nessy beispielsweise. Allerdings bin ich mir noch nicht schlüssig, ob das nun am Leben oder an der Fähigkeit zum Formulieren liegt. Immerhin könnte Frau Nessy über einen Furz bloggen und hätte trotzdem innerhalb von einer Viertelstunde Fuffzich Kommentare. Womit wir wieder bei meinem ersten Geständnis wären und der Korrelation zwischen Formulierungstalent und Kommentarzahl (äh, ist das jetzt eine sozialwissenschaftliche Moderatorhypothese?)
Drittens würde ich wahnsinnig gerne schöne Fotos machen. Motive gibt's ja genug aber weil ich ständig meine Kamera vergesse, muss ich eben da Fotos gucken, wo andere noch viel schönere machen. Zum Beispiel hier oder da. Ist jetzt nicht wirklich schlimm. Aber viertens denke ich immer noch darüber nach, wie manche Menschen es schaffen, ihre Mahlzeiten vor dem Essen zu fotografieren. Mein Essen schafft's teilweise nicht mal vom Topf bis auf einen ordentlichen Teller. Ich ziehe es in Erwägung aus diesem Grund demnächst Bauchbilder von mir einzustellen. Ausserdem könnte ich dann über meine Verdauung bloggen, wofür ich vielleicht auch mal Fuffzich Kommentare bekäme.
Habe ich schon erwähnt, dass ich Zirkelschlüsse mag?
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Montag, 14. November 2011
Keep Talking
frau klugscheisser, 22:32h
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass es Themen gibt, zu denen JE-DER was zu sagen hat? Ich kenne jetzt zumindest eines davon. Da mein Zustand in letzter Zeit kaum übersehbar ist, werde ich ständig darauf angesprochen. Sobald das Wort "Weisheitszähne" fällt, beginnen meine Gesprächspartner eine endlose Litanei ihres eigenen Leidensweges. Dahinter verbirgt sich kein Mitleid, kein Interesse, denn ich komme danach meist nicht mehr zu Wort. Es ist fast, als wolle man die Gelegenheit nutzen, um sein eigenes Trauma aufzuarbeiten. Da wird so blumig und nuancenreich über medizinische Hintergründe, den Eingriff als solchen und seine Folgen berichtet, wie ich es noch nie bei anderen Themen erlebte. Und wagen Sie es nicht, derartige Erzählungen zu unterbrechen. Mal abgesehen davon, dass es Ihnen nicht gelingen wird, haben Sie auch gleichzeitig einen neuen Freund gewonnen, der Ihnen nötigenfalls bis auf die Toilette folgt. Die Entfernung der Weisheitszähne macht Sie zu heimlichen Verbündeten. Ich denke gerade darüber nach, ob der Weltfrieden etwa durch eine gesetzlich angeordnete Weisheitszahnresektion zu gewährleisten sei. Mir wurde berichtet, dass diese Form des Mitteilungsbedürfnisses nur von einer augenscheinlichen Schwangerschaft überboten wird. Aber ich muss auch nicht jede Erfahrung gemacht haben.
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Sonntag, 13. November 2011
No Milk Today
frau klugscheisser, 00:30h
Hunger habe ich keinen, vor allem weil jede Bewegung des angeschwollenen Kiefers Schmerzen verursacht. Aber die Pillen müssen runter und ohne was im Magen wird mir so übel davon. Also dachte ich heute, probier' ich's mal mit Babynahrung. Unglaublich welches Angebot den Kleinen da so in Gläschen präsentiert wird. Von Pasta mit Mozzarella über Biorind und -hühnchen bis Spinattortellini ist alles dabei. Gut dass draufsteht was drin ist, denn der Verkoster kann an der Breifarbe höchstens Karotten bzw. Spinat erahnen. Zum Nachtisch gibt's leckere Obstkombinationen. Nur Tiramisu habe ich erfolglos gesucht.
Und dann fiel mir wieder diese Sache mit Amerika ein. Der gemeine Reisende weiß ja, dass er so Dinge wie Obst, Milch und Fleischprodukte nicht einführen darf. Relativ neu ist allerdings eine Regelung, die unsere Wurstkonserven und Babynahrung auf dem Flieger betreffen. Das Zeug muss nämlich - obwohl vakuumverschlossen - vor der Landung in den Vereinigten Staaten entsorgt, sprich weggeworfen werden. Jetzt ist es aber so, dass diese Konserven in ihrem Behältnis das Flugzeug nie verlassen, sondern umgehend den Rückflug antreten würden, müssten wir sie nicht über die Abfallbehälter dem amerikanischen Müllvernichtungssystem zuführen. Die von uns entsorgten, europäischen Produkte werden anschließend durch amerikanische ersetzt, die weder geschmacklich noch inhaltlich an unsere heranreichen. Und jetzt erkläre mir mal einer den Sinn hinter solchem Gebahren. Soll damit die amerikanische Wirtschaft angekurbelt werden? Ich kann mir keine einzige Hygienemaßnahme vorstellen, die diese Regelung rechtfertigt. Der Normalreisende darf übrigens verschlossene Babynahrung ganz legal einführen.
Meine Mathematikkenntnisse reichen für folgende Milchmädchenrechnung: Nehmen wir mal an, es landen jeden Tag 10 deutsche Flugzeuge in einer amerikanischen Stadt. In jedem dieser Flugzeuge sind 6 Gläschen Babynahrung beladen. Das macht pro Tag 60 Gläschen, im Monat sind das schon etwa 1800 Gläschen und im Jahr 21900 (okay im Schaltjahr sind's 60 mehr und die Regelung betrifft auch nicht alle amerikanischen Flughäfen, was die Vorschrift noch idiotischer wirken läßt). Die Rechnung lässt sich beliebig auf weitere europäische Flugzeuge ausweiten. Sicher wird das ein oder andere Gläschen während des Fluges verköstigt, weswegen die Rechnung auch eine von Milchmädchen ist aber egal. Die Zahlen bewegen sich in einer Grössenordnung, die mich sprachlos macht. Ich spare mir an dieser Stelle mal den abgedroschenen Spruch über die Kinder in Afrika und genehmige mir stattdessen noch ein Pasta Bambini.
Und dann fiel mir wieder diese Sache mit Amerika ein. Der gemeine Reisende weiß ja, dass er so Dinge wie Obst, Milch und Fleischprodukte nicht einführen darf. Relativ neu ist allerdings eine Regelung, die unsere Wurstkonserven und Babynahrung auf dem Flieger betreffen. Das Zeug muss nämlich - obwohl vakuumverschlossen - vor der Landung in den Vereinigten Staaten entsorgt, sprich weggeworfen werden. Jetzt ist es aber so, dass diese Konserven in ihrem Behältnis das Flugzeug nie verlassen, sondern umgehend den Rückflug antreten würden, müssten wir sie nicht über die Abfallbehälter dem amerikanischen Müllvernichtungssystem zuführen. Die von uns entsorgten, europäischen Produkte werden anschließend durch amerikanische ersetzt, die weder geschmacklich noch inhaltlich an unsere heranreichen. Und jetzt erkläre mir mal einer den Sinn hinter solchem Gebahren. Soll damit die amerikanische Wirtschaft angekurbelt werden? Ich kann mir keine einzige Hygienemaßnahme vorstellen, die diese Regelung rechtfertigt. Der Normalreisende darf übrigens verschlossene Babynahrung ganz legal einführen.
Meine Mathematikkenntnisse reichen für folgende Milchmädchenrechnung: Nehmen wir mal an, es landen jeden Tag 10 deutsche Flugzeuge in einer amerikanischen Stadt. In jedem dieser Flugzeuge sind 6 Gläschen Babynahrung beladen. Das macht pro Tag 60 Gläschen, im Monat sind das schon etwa 1800 Gläschen und im Jahr 21900 (okay im Schaltjahr sind's 60 mehr und die Regelung betrifft auch nicht alle amerikanischen Flughäfen, was die Vorschrift noch idiotischer wirken läßt). Die Rechnung lässt sich beliebig auf weitere europäische Flugzeuge ausweiten. Sicher wird das ein oder andere Gläschen während des Fluges verköstigt, weswegen die Rechnung auch eine von Milchmädchen ist aber egal. Die Zahlen bewegen sich in einer Grössenordnung, die mich sprachlos macht. Ich spare mir an dieser Stelle mal den abgedroschenen Spruch über die Kinder in Afrika und genehmige mir stattdessen noch ein Pasta Bambini.
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Freitag, 11. November 2011
Windows of the world (2)
frau klugscheisser, 23:40h

Ein Koffer voller Träume

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Mittwoch, 9. November 2011
Cheek to Cheek
frau klugscheisser, 21:48h
Normalerweise bin ich kein Modefetischist. Es sei denn, der Stil ist selbstentworfen. Seit heute - und nicht erst zum Karnevalsbeginn - trage ich Hamsterlook. Also dicke Backen. Die bösen Weisheitszähne hätten schon vor Jahren aber dann war mal wieder zuerst die Vorsicht (Verletzung von zur Lippe gehörigen Nerven und damit Berufsunfähigkeit) und dann die Angst (mal die oberen probeweise entfernen lassen, dann festgestellt, dass doch lieber mit Komplettnarkose).
Am Montag beim Chirurgen, am Mittwoch unterm Messer (gell Frau Herzbruch, das geht auch bei andernen Dingen mit ohne Vorlauf), weil mittwochs immer der Anästhesist im Hause und für heute einer seine Zähne doch lieber behalten wollte. Die Zähne lagen im Knochen. Man hat mir berichtet, es wäre ein zähes Ringen zwischen Zahn und Arzt gewesen, schließlich hat erster nachgegeben.
Und ganz nebenbei war die Narkose ein ganz seltsames Erlebnis. Ich träumte einfach eine Fortsetzung des Gesprächs mit der Anästhesistin weiter. Hätte ich's geahnt, hätt' ich mir ein schöneres Thema ausgesucht. Saftiggrüne Sommerwiese mit Blümchen und Schmetterlingen und ein wenig Schwerelosigkeit - die sog. Hollywoodsterbeanalogie. So aber stellte ich Fragen zur Intubation und deren Folgen.
Im Aufwachraum dann das große Räuspern und Husten. Der Hals ist immer noch ein wenig sauer. Obwohl ich bereits selbst von OP-Tisch auf die Schiebeliege umsteigen wollte, hatte ich danach ein etwas mulmiges Gefühl. Und nasse Augen. Vielleicht kann mir ja Pepa dieses Phänomen erklären? Hat da der Körper aus Reflex geweint obwohl er nix spürte?
Mein Abholer verglich mich spontan mit The Joker. Dabei wollte ich nur freundlich lächeln. Nächstes Mal verneine ich die Frage der Sprechstundenhilfe, ob diese abholende Person ein Freund sei. Jetzt Suppe mit Strohhalm - Rindssuppe à la Kaltmamsell wohlgemerkt. XXL Strohhalme! Da passt sogar ein Ibuprofen durch.
Und hatte ich schon erwähnt, dass ich gestern wegen der alten Wurzelbehandlungsgeschichte beim Zahnarzt war? Falls Sie Kapazitäten für Mitleid haben, nur zu.
Am Montag beim Chirurgen, am Mittwoch unterm Messer (gell Frau Herzbruch, das geht auch bei andernen Dingen mit ohne Vorlauf), weil mittwochs immer der Anästhesist im Hause und für heute einer seine Zähne doch lieber behalten wollte. Die Zähne lagen im Knochen. Man hat mir berichtet, es wäre ein zähes Ringen zwischen Zahn und Arzt gewesen, schließlich hat erster nachgegeben.
Und ganz nebenbei war die Narkose ein ganz seltsames Erlebnis. Ich träumte einfach eine Fortsetzung des Gesprächs mit der Anästhesistin weiter. Hätte ich's geahnt, hätt' ich mir ein schöneres Thema ausgesucht. Saftiggrüne Sommerwiese mit Blümchen und Schmetterlingen und ein wenig Schwerelosigkeit - die sog. Hollywoodsterbeanalogie. So aber stellte ich Fragen zur Intubation und deren Folgen.
Im Aufwachraum dann das große Räuspern und Husten. Der Hals ist immer noch ein wenig sauer. Obwohl ich bereits selbst von OP-Tisch auf die Schiebeliege umsteigen wollte, hatte ich danach ein etwas mulmiges Gefühl. Und nasse Augen. Vielleicht kann mir ja Pepa dieses Phänomen erklären? Hat da der Körper aus Reflex geweint obwohl er nix spürte?
Mein Abholer verglich mich spontan mit The Joker. Dabei wollte ich nur freundlich lächeln. Nächstes Mal verneine ich die Frage der Sprechstundenhilfe, ob diese abholende Person ein Freund sei. Jetzt Suppe mit Strohhalm - Rindssuppe à la Kaltmamsell wohlgemerkt. XXL Strohhalme! Da passt sogar ein Ibuprofen durch.
Und hatte ich schon erwähnt, dass ich gestern wegen der alten Wurzelbehandlungsgeschichte beim Zahnarzt war? Falls Sie Kapazitäten für Mitleid haben, nur zu.
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