Montag, 3. Juni 2013
Red Dot
Achtung Ekelcontent. Beinhaltet keine metaphorische Botschaft.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Pickel. So einen von der fiesen Sorte, der unter der Haut drückt und schmerzt. So richtig kommt der nie raus, also so mit weissem Häubchen aber Sie können ihn die ganze Zeit spüren. Sie beherrschen sich natürlich daran rumzufingern, schon allein deswegen, weil das böse Entzündungen begünstigt. Vor allem aber weil Sie wissen, dass jeder Pickel wie eine Frucht seine Zeit braucht. Und wenn er reif ist, wird das Drücken zu einem Kinderspiel. Diese Perspektive erleichtert Ihnen das tatenlose Warten, denn nichts ist so befriedigend wie einen reifen Pickel auszuquetschen, der einen lange quälte.

Und dann geschieht das Unfassbare: kurz bevor es soweit ist - also kurz vor der endgültigen Reife - nehmen Sie aufgrund diverser Entzündungsherde im Körper Antibiotika ein. Plötzlich sind nicht nur die Mandeln schmerzfrei, sondern auch der Pickel ist verschwunden. Ich fühle mich irgendwie betrogen.

... link


Sonntag, 2. Juni 2013
I'm Every Woman
Im Zuge der Recherche bin ich zum Bewunderer von Alice Eagly, Professorin für Psychologie und Forscherin auf dem Gebiet der Stereotype, Einstellungen, Geschlechtsunterschiede, Führungsverhalten, Feminismus uvm. geworden. Die renomierte Wissenschaftlerin wurde 1938 geboren und ist führend auf ihrem Gebiet. Gut vorstellbar, dass es zu ihrer Zeit wenige Frauen in ihrer Position gab, wahrscheinlich kaum eine, die sich mit Feminismus im wissenschaftlichen Rahmen beschäftigte. Jedenfalls haben mich ihre Feststellungen überzeugt. Sie schreibt (und spricht) nämlich durchaus unterhaltsam - was wiederum im Rahmen ihrer Forschung über Einstellungsänderung interessant sein dürfte, das aber nur am Rande. Bitte überzeugen Sie sich selbst:

Women and the Labyrinth of Leadership

Interview aus der FAZ 2010

Leider sind viele Studien lizensiert und deswegen nicht frei zugänglich, jedoch habe ich einige interessante hier gefunden:

Gender and Aggressive Behavior (1986)

Role Congruity Theory of Prejudice Toward Female Leaders (2002)


Und wie das bei Recherche halt so üblich ist, findet man weitere interessante Dinge (der sog. vom-Hundertsten-ins-Tausendste-Effekt), wie zum Beispiel hier:

"Die zentrale Dimension des modernen Sexismus ist
die Leugnung fortgesetzter Diskriminierung von Frauen
(...)
Aus der Interdependenz von Frauen und Männern erwachsen den Frauenstereotypen Merkmalsinhalte, die aus sexistischer Sicht eindeutig positiver Natur sind. Als Ergebnis erhält man das Diskriminierungs-Zuneigungs-Paradox (Eckes 2002): Einerseits sehen sich Frauen fortgesetzter Diskriminierung ausgesetzt (Benokraitis/Feagin 1995, Eagly/Karau 2002, Swim/Campbell 2001), andererseits erfahren sie vielfach positive Gesamtbewertungen, häufig sogar positivere Gesamtbewertungen als Männer („women-are-wonderful“-Effekt; Eagly/Mladinic 1994). Aus der Perspektive der Theorie des ambivalenten Sexismus (Glick/Fiske 1996, 2001a, 2001b) verschwindet dieses Paradox, wenn man sich klarmacht, dass die spezifische Art der Zuneigung und Idealisierung, die in der positiven Bewertung von Frauen zum Ausdruck kommt, lediglich die andere Seite ein und derselben „sexistischen Münze“ ist. Mit anderen Worten, Sexismus hat eine duale Bewertungsstruktur, die sich aus ablehnenden, feindseligen (hostilen) Einstellungen und subjektiv positiven, wohlmeinenden benevolenten) Einstellungen zusammensetzt. Strukturelle Macht von Männern schürt hostilen Sexismus, Abhängigkeit der Männer von Frauen in engen interpersonellen Beziehungen begünstigt benevolenten Sexismus."

Thomas Ecke: Geschlechterstereotype: von Rollen, Identitäten und Vorurteilen (2008)

Weiter mit Recherche...

... link


Mittwoch, 29. Mai 2013
Don't Know Nothing
Die vergangenen Tage waren gelinde gesagt nervlich angespannt. Dazu muss der geneigte Leser wissen, dass ich mich in der letzten Phase meines Studiums befinde, genauer gesagt beim Verfassen meiner Abschlussarbeit. Vor einiger Zeit wurde aufgrund horrend hoher Studentenzahlen das Vergabeverfahren an meiner Uni geändert. Die Studenten werden per Losverfahren Betreuern zugeordnet, die dann wiederum Thema und Art der Arbeit festlegen. Anmeldeschluss war Ende April, Bearbeitungsbeginn der 1. Juni. Irgendwann bekam ich mit, dass ich eine der wenigen ohne Thema Verbliebenen war, sprich, ich hatte keine Mail von meinem zukünftigen Betreuer erhalten, während alle anderen bereits seit Wochen recherchierten.

Der Vorteil meines vergleichsweise hohen Alters liegt in Geduld. Ich muss mich nicht sofort verzweifelt betrinken und alle Hochschulangehörigen wüst beschimpfen, sondern schreibe freundliche Mails oder telefoniere mit diversen Zuständigen. Nach dem dritten Telefonat hatte ich sowohl die Aussage, man könne mir zwar versichern, dass eine Anmeldung fristgerecht eingegangen sei, nicht jedoch, wem ich zugeteilt wurde. Übrig blieb die Mailadresse einer mit dem Verfahren betrauten Person des Studienbetriebes. Wenn allerdings jede Mail von Frau Dr. der Naturwissenschaften mit den Worten "Ich drücke Ihnen weiterhin die Daumen" endet, dann wirft selbst mich das aus der Bahn. Ich möchte nicht, dass mir Frau Dr. der Naturwissenschaft die Daumen drückt, ich möchte eine verbindliche Aussage.

Nach der vierten Mail eines Tages - wohlgemerkt immer noch in distanziert freundlichem Ton meinerseits - war das Eis zwischen mir und Frau Dr. der Naturwissenschaften dann endlich gebrochen und sie verriet mir, was sie in den anderen Mails vehement zu wissen bestritt und was ich so dringend wissen wollte (O-Ton: ich habe eine wunderbare Nachricht zu verkünden). Möglicherweise wurde ihr die Lösung auf diese Weise eingegeben. Überhaupt zweifle ich inzwischen sehr am Wissenschaftsbetrieb im Allgemeinen seit ich die Berichte von Frau Herzbruch lese. Zumindest gleicht meine Einstellung diesbezüglich der eines Kindes, das plötzlich feststellen muss, dass die eigenen Eltern nicht perfekt sind. Der Glaube an die Institution Wissenschaft ist am Boden zerstört.

Und dann noch was zur allgemeinen Erheiterung. Die kleine Parodie auf ein derzeit bekanntes Hitparadenlied:

Some study that I used to know

... link


Sonntag, 26. Mai 2013
Never Too Late
Natürlich bin ich viel älter als die meisten Ballettanfänger und natürlich werde ich nie so aussehen wie die jungen Mädchen, wenn sie in ihren Trikots und den Röckchen leicht über den Boden gleiten. Trotzdem gibt es viele Gründe, warum ich Ballett mag und es trainiere. Und ich bin nicht alleine. Es gibt inzwischen viele Kurse für erwachsene Anfänger. Sie beginnen in jedem Alter, mit jeder Figur und unterschiedlichsten Voraussetzungen. Ob mit oder ohne Vorkenntnisse aus jungen Jahren, gibt es für sie viele Gründe, sich in eng anliegende Kleidung zu zwängen und dem Diktat eines Tanzlehrers unterzuordnen. Hier habe ich mal eine persönliche Liste von 10 Gründen aufgestellt.

1. Die kleine Prinzessin in mir möchte tanzen

Als kleines Mädchen wollte ich natürlich gerne tanzen. Aus Geldknappheit waren teure Ballettstunden aber nicht drin. Somit habe ich mir einen Kinderwunsch erfüllt.

2. Man kann in jedem Alter etwas Neues beginnen

Wenn Ballett nur für die Jugend da ist, wieso tanzen dann so viele Ältere? Auch noch mit 50.

3. Fortschritt ist sichtbar

Ballett ist der Grundstein für jede andere Tanzart (ja, auch für Hip Hop und Paartanz, was glauben Sie denn, was die Profis insgeheim trainieren?) Allerdings ist Ballett technisch auch sehr stark determiniert. Jede Geste, jede Arm- oder Beinhaltung ist in jede Richtung genauestens festgelegt. Bei regelmäßigem Training kann ich erkennen, ob das Bein ein wenig höher kommt, die Arme profilierter und der Kopf schneller drehen oder bestimmte Übungen leichter fallen. In keiner anderen Sportart kann ich meinen Fortschritt als Ergebnis harter Arbeit besser beobachten wie im Ballett. Die Spiegel im Saal sind schließlich nicht nur zum Schminken da.

4. Meine innere Stimme spricht zu mir

Zugegeben kann der Spiegel an manchen Tagen auch mein Feind sein. Nämlich dann, wenn er die Schokolade vom Vortag und die Pizza am Mittag zeigt. Meistens wirft der Spiegel aber nur meine innere Haltung zurück. Wenn ich mich mag, ist auch der Spiegel mein Freund. So habe ich über die Jahre nicht nur gelernt, mit mir wohlwollender zu sprechen, sondern vor allem, mich zu mögen. Trotz dickem Hintern.

5. Das veränderte Körpergefühl

Beim Laufen spüre ich meine Beine, beim Radeln zusätzlich den Rücken, beim Tanzen spüre ich sogar den kleinen Finger. Jedes Körperteil, jeder Muskel kommt im Training in's Bewußtsein. Nicht nur wenn's weh tut, sondern ganz allgemein. Meine Haltung ist aufrechter, ich laufe graziöser, ich bewege mich insgesamt bewußter. Und nicht nur das Körpergefühl verändert sich, auch das Bewußtsein für den Raum. Ich kann die Mittänzer spüren selbst wenn sie mich nicht berühren. Manchmal im Supermarkt oder am Bahnsteig wünschte ich mir, es würden viel mehr Menschen tanzen.

6. Musik und Bewegung in einem

Die schönste Art sich zu bewegen ist die auf Musik. Nicht umsonst tragen so viele Läufer ihre Kopfhörer. Wenn die Bewegung dann noch zur Musik passt, entsteht eine neue Form von Ausdruck und Freiheit.

7. Der Tag wird strukturiert

Das tägliche Training kann Belohnung sein oder Pflichtprogramm. Auf jeden Fall führt die feste Einheit dazu, dass ich lästige Einkäufe, Fensterputz oder Bügeln nicht endlos vor mir herschiebe, sondern alles bis zu einer bestimmten Zeit erledigt habe.

8. Disziplin und Konzentration

Manchmal habe ich keine Lust auf Ballett. Dann gehe ich trotzdem in's Training. Meistens fühle ich mich hinterher besser. Oder auch nicht. Dann war's gut für die Disziplin. Ausserdem habe ich im Laufe der Zeit gelernt, mich besser auf das zu konzentrieren, was ich gerade mache. Bei neuen Schrittkombinationen bleibt nicht viel Raum für Gedanken, wie das wohl aussieht und ob ich es schaffe. Just do it lautet dann die Devise.

9. Gemeinsam statt einsam

Ich mag keine Mannschaftssportarten. Im Schulsport war maximal volleyball in Ordnung, weil da nicht so viel geboxt wurde. Im Ballett arbeitet zwar jeder für sich aber gleichzeitig mit vielen anderen. Das tun sie im Fitnessstudio auch, nur ganz anders. Wenn ich da jemand beim Hanteltraining oder auf der Beinpresse auf seine Leistung anspreche, haut der mir maximal eine rein. Im Ballett sitzen alle im gleichen Boot. Jeder kämpft mit körperlichen Unzulänglichkeiten, freut sich über gelungene Schrittkombinationen oder die dritte gestandene Pirouette und weiß, dass er damit nicht alleine ist. Ich lerne viel von den anderen, schaue mir bei den Besseren die Tricks ab und die schlechteren erinnern mich an meinen eigenen Weg. Oder ich sehe Fehler bei anderen, die ich bei mir nicht bemerkt habe, obwohl ich sie auch mache. Trotzdem fällt mir nach drei sauberen Pirouetten zwangsläufig der Spruch von Wachter ein
"Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein"


10. Body and Life balance

Ballett baut nicht nur Muskeln auf, es streckt sie auch. Das ist aber nicht primäres Ziel von Ballett. Die Muskeln sollen den Körper halten, damit in jeder Position balanciert werden kann. Auf zwei oder einem Bein, auf dem Fuss oder Zehenspitzen. Wenn ich die Sicherheitskontrolle am Flughafen passiere und ein Bein heben soll, damit die Dame mit dem Metalldetektor meine Füsse kontrolliert, hält sie mit der freien Hand meinen Körper. Offenbar schwanken viele schon bei dieser leichten Übung. So langsam verstehe ich, warum so viele Menschen nach innerer Balance suchen, wenn sie schon ihren Körper nicht balancieren können. Übrigens kann ich meine Schuhe mit durchgestreckten Knien binden und den Reissverschluss jedes Cocktailkleides alleine bedienen. Ein wichtiges Argument, das aber nur am Rande.

... link


Dienstag, 21. Mai 2013
Can't Buy Me Love
I wish I looked like Cindy Crawford.
Cindy Crawford

Ein Vortrag von Jean Kilbourne über Frauen in der Werbung und wie sie unsere Sicht verändert:



Gefunden bei ballerina in my head in ihrem wunderbaren Artikel über Selbstsicht und Feminismus, der absolut lesenswert ist:

The woman in my head.

... link


Dienstag, 14. Mai 2013
Tip Toes IV
Heute zum ersten Mal auf Spitze Center work komplett mitgemacht. Dazu muss der Laie wissen, dass jede Ballettstunde an der Stange beginnt. Alles, was später sozusagen freihändig balanciert wird, macht man erst einmal mit einer Hand an der Stange gehalten. Nicht dass die Stange dabei Halt gäbe, denn die ist nicht wirklich zum halten da, sondern eher psychologische Unterstützung. Die Konzentration ist dabei gerichtet auf das richtig Plazieren der einzelnen Körperteile und muss nicht komplett der Balance gewidmet werden.

Auch die Spitzenstunde beginnt - obwohl einer kompletten Ballettstunde folgend - an der Stange. Die Füße gewöhnen sich dabei an die völlig andere Art der Streckung, der Schwerpunkt liegt dabei genau über der Spitze der Schuhe. Und dann geht's ohne Stange weiter. Kleine Sprünge, kleine Schritte. Sie glauben gar nicht, wie schwierig das ist, obwohl man viel schwierigere Übungen eben noch in weichen Schuhen absolvierte. Jedes Mal wenn der Fuß auf die Spitze soll, muss er noch intensiver gestreckt, noch stärker durch die Körperspannung unterstützt werden. Meistens sehe ich ein wenig wie eine alte Frau dabei aus. Rechter Fuß nach vorne, dann buckle ich mich hoch, wieder runter, linker Fuß nach vorne, hochbuckeln und wieder runter.

Eine Mittänzerin meinte, man müsse sich einfach trauen, das Gewicht so schnell wie möglich auf die Spitze zu verlagern und nicht zu viel denken. Wenn Frau Iwanowitsch (Name v.d.R. geändert) erklärt und ich konzentriert zuhöre, kann es passieren, dass ich einfach richtig imitiere. Später dann kreuzt der Kopf durch das Körpergefühl und ich krieg's nicht mehr ordentlich hin. Das gilt übrigens auch für viele andere Übungen. Bei zu viel Denken, kann der Körper nicht mehr das machen, was er zunächst richtigerweise spürte.

In jeder Stunde bin ich die Schülerin, die sich nichts merken kann. Entweder sind die Füße richtig, dann habe ich aber garantiert den falschen Arm oben oder die Arme sind perfekt und die Füße falsch oder beides. Ich bin schlicht eine Katastrophe, die persönliche Via Dolorosa des Lehrkörpers, der Elchtest der Pädagogik. Frau Iwanowitsch erwies sich in der Vergangenheit als sehr geduldig. Die anderen sind bereits wesentlich fortgeschrittener auf Spitze, weswegen sie für mich die Schritte immer ein klein wenig abwandelt. Aber selbst die vereinfachten Schritte schaffe ich nicht. Stattdessen gebe ich die Clownshow der Nichtwissenden, mache wesentlich schwierigere Sachen als von mir oder den anderen verlangt, nur um dann bei Wiederholung ganz groß zu scheitern.

Während Frau Iwanowitsch also minütlich in Gedanken die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, habe ich einen Heidenspaß. Heute habe ich sogar ein Lob eingeheimst, weil ich trotz Zehenkrampf die komplette Stunde durchhielt. Somit mache ich Nichtkönnen einfach mit Ausdauer wett. Frau Iwanowitsch wird sich vermutlich ihren Berufswunsch im nächsten Leben gut überlegen. Könnte ja sein, dass wir da nochmal aufeinandertreffen.

... link


Samstag, 11. Mai 2013
Love Letters II
Brief an mein 17 jähriges Selbst:

Liebe A.,

Du bist toll! Das wirst Du gleich vehement bestreiten, vor allem weil Du nichts lieber möchtest als aus Deiner Haut zu fahren. Eine andere sein, besser sein, schlanker und perfekter. Sei wohlwollender zu Dir. Keiner liebt Dich deswegen mehr, nur weil Du etwas besser kannst, schlanker bist oder gar perfekt. Im Übrigen wirst Du nie wieder so schlank und jung aussehen wie jetzt. Genieße es. Lerne Dich selbst zu mögen und sei nachsichtiger mit Deinen Unzulänglichkeiten und denen Deiner Mitmenschen.

Das Abitur ist zwar nervig aber eine ganz gute Sache. Mach's aber nimm's nicht allzu wichtig. Überhaupt nimm Dich nicht zu wichtig. Du hast Recht, wenn Du behauptest, das Leben sei nicht fair. Das ist es nicht nur zu Dir, sondern zu keinem. Jeder kämpft mit eigenen Probleme und Geschichten. Die sind den Deinen gar nicht mal so unähnlich. Wenn Du genau hinschaust, wirst Du eine Menge Gemeinsamkeiten entdecken. Du bist gar nicht so allein, wie Du Dich immer fühlst.

Je eher Du lernst loszulassen, umso leichter wird alles weitere für Dich. Loslassen von Menschen, Gedanken, vorstellungen, vor allem Wertungen. Sei nicht zu hart in Deinem Urteil über Dich und andere. Nichts ist absolut, alles relativ und am persönlichen Maßstab gemessen. Wenn Du es schaffst, Dich nur an Dir selbst zu messen, wirst Du Deine Ergebnisse auch wertschätzen können.

Lass' das mit den Jungs sein. Verwechsle Sex nicht mit Nähe und Hormone nicht mit Liebe. Du weißt es nicht besser. Wenn Du unbedingt Jungfrau bleiben willst, dann bleibe es und lass Dir nicht das Gegenteil einreden. Wenn Du es nicht mehr willst, dann gib die Einstellung auf. Das braucht keine prinzipiellen oder religiösen Hintergründe. Vor allem braucht es aber niemand, der Dich überredet. Das entscheidest ganz alleine Du. Später wirst Du nämlich genau deswegen an Dir zweifeln. Du kannst jeden Mann kriegen, musst aber nicht jeden nehmen. Vor allem lass' die Finger von denen, die liiert sind. Das ist geborgte Illusion, nicht Deine. Geborgenheit wirst Du erst finden, wenn Du nicht mehr draussen danach suchst.

Im Übrigen sieht Dein Leben in zwanzig Jahren zwar vollkommen anders aus als Du es Dir jetzt vorstellst, ist aber gar nicht so übel wie Du meinst. Im Gegenteil, es wird sich herausstellen, dass Dein Berufswunsch Dich nicht glücklich macht und Du nicht stirbst, wenn Du ihn aufgibst. An gebrochenem Herzen ist noch keiner gestorben. Überhaupt ist sterben keine Alternative, das bringt Dir mal so richtig gar nichts. Also hör' auf mit dem Drama und beginne das zu schätzen, was da ist.

Für Dein Alter bist Du schon ganz schön weise. Du hast unglaublich viel gelesen und gehört, hast eine gute Allgemeinbildung, bist neugierig und offen für alles Unbekannte. Mach' Dir keine Sorgen, weil Du statt der gängigen Popgruppen lieber die alten Tonbänder Deiner Mutter hörst oder Deine Lieblingsschauspieler in schwarz-weiß agieren. Die anderen bleiben meistens bei einem Stil stecken. Dein Kopf ist dem Bauch meilenweit voraus. Allein an der Umsetzung hapert's noch. Das kommt später, nur Geduld.

Dass sich die Aufgaben und Herausforderungen im Leben wiederholen bedeutet nicht, dass das Leben langweillig ist. Wiederholung ist nichts als die Gelegenheit zum Üben. Letztendlich bringt Dich jede Übung ein Stück weiter. Aber das weißt Du doch von Deinen täglichen Etüden. Genauso verhält es sich auch mit Fähigkeiten und Charaktereigenschaften. Gelegentliches Scheitern bedeutet nicht, dass Du es nicht schon ein wenig besser kannst oder es nicht begriffen hättest. Alles wiederholt sich und wird mit jedem Mal ein wenig anders. Dafür ist es ja da, das Leben. Falls Du mal wieder nach dem Sinn fragst, hier ist er.

Am Ende wirst Du nichts von dem befolgen, was ich hier geschrieben habe. Das ist richtig so. Mach' Deine eigene Erfahrung und lerne daraus. Jeder hat das Recht auf seinen eigenen Weg. Nur eines solltest Du dabei nie vergessen:

Du bist toll!

... link


Freitag, 10. Mai 2013
Empire State of Mind II


Da könnte was dran sein. Immerhin haben die New Yorker noch genügend Platz für Hunde.



Ganz typisch für die Appartmentgebäude sind in meinem Kopf die Feuerleitern. Zumindest kennt man sie aus amerikanischen Filmen (remember Pretty Woman?)



Dieses Mal zeigte sich New York in seiner ganzen sommerlichen Pracht. Ich lief die Brooklyn Bridge entlang, sah zum ersten Mal die Freiheitsstatue (Suchbild)



und das neue World Trade Gebäude. Ist noch nicht ganz fertig aber dennoch imposant.



Dieses Mal in der Tanzklasse eine Choreographie aus dem Bereich Theatre Dance, Fosse. Leider ist nach einem Flug mein Hirn wie ein Sieb und ich habe selbst bei einfachsten Schrittkombinationen Schwierigkeiten, mir die Abfolge zu merken. Einen Profi macht das völlig ungeeignet, als Amateur kann ich mich darüber amüsieren.

... link


Mittwoch, 1. Mai 2013
Empire State of Mind


Es ist Frühling in Manhattan. Die Bäume treiben aus, die Strassen brechen auf, die Blumen blühen und die Menschen drängen nach draussen. Seltsam, denn dort liegt immer dieser komische Geruch in der Luft. Eine Mischung aus Abgasen, Abfall, menschlichen Ausscheidungen und anderen undefinierbaren Düften zieht durch die Häuserfronten. Da muss ich immer an den Spruch vom Mittermeier aus seinem Programm Zapped denken. Der meinte, sollte in der New Yorker U-Bahn mal ein Giftgasanschlag stattfinden, würden die Leute halt denken: "Ah, es wird Frühling!"



Zwischen 33. Strasse und Broadway sitzt man auf der Strasse, um die Sonne zu genießen. Angestellte des Tourist Department (?) werben für einen Besuch des Empire State Buildings.



Mein Ziel ist allerdings das Broadway Dance Center. Der Eingang versteckt sich hinter einem Tanzetablissement der anderen Art.



Drinnen dürfen keine Fotos gemacht werden, weswegen ich die Kamera nur ganz kurz aus der Tasche nehme. Die Aufnahmen sind entsprechend verhuscht.



Vor den Klassenräumen bereiten sich Tänzer auf die nächste Stunde vor oder dehnen sich danach.



Einige Stunden, vor allem die aus dem Hip Hop Bereich, sind ziemlich voll.

An den Wänden hängen Bilder vom aktuellen und ehemaligen Lehrkörper. Auch solche aus längst vergangenen Tagen.



Na, erkennen Sie die oben abgebildete Dame? Kaltmamsell? Anyone?

Ich habe mich dieses Mal nur mit Zusehen und dem Erwerb von Tanzdevotionalien begnügt (die Schulter!) Nächstes Mal bin ich dann wieder aktiv dabei und berichte as usual.

... link


Mittwoch, 24. April 2013
Tip Toes III
Tolle Sache,auf den Zehen - oder einem - zu stehen. Das Gefühl ist in etwa so:

Binden Sie sich Holzschuhe ganz fest um die Zehen. Dann schrauben Sie eine kleine Rolle auf die Schuhspitze. Auf die Spitze des Schuhs kommen Sie nur mit durchgestreckten Knien und angespannter Muskulatur. Sie können sich entweder hochdrücken oder leicht dabei springen. Einmal oben balancieren Sie so lange Sie können. Aber vorsicht, wenn Ihr Gewicht nicht ganz in der Mitte ist, rollen Sie weg. Schauen Sie dabei ruhig in den Spiegel, das ganze soll nämlich die Illusion von Leichtigkeit und Schweben vermitteln. Wenn der Schuh nicht richtig passt, können Sie sich gemeine Blasen von den Druckstellen holen. Selbst wenn er passt, werden Ihnen spätestens nach 20 Minuten die Füsse weh tun. Und jetzt behaupte noch einer, das wäre leicht.

Nachtrag: Im Englischen gibt es ein schönes Wort für die Zehenschoner, die man in die Spitze schiebt.
Sie heissen Ouch Pouch

... link