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Donnerstag, 16. April 2020
Tageblog 16.4.2020 - Blue
frau klugscheisser, 10:38h
Erinnern Sie sich noch an diesen Film von Luc Besson aus dem Jahre 1988? Ich war mindestens fünf Mal über mehrere Jahre verteilt im Kino, um ihn zu sehen. Natürlich immer in Begleitung des aktuell Angebeteten. Damals war es der schönste, atmosphärischste und lustigste Film, den ich mir in meinem hormonell durchtränkten Kopf vorstellen konnte. Nüchtern betrachtet ist die Geschichte romantisierter und frauenverachtender Kitsch. Trotzdem finde ich den Film heute wegen seiner Bilder und der Musik immer noch schön. Fasziniert hat mich vor allem die zugrundeliegende Biographie des Freitauchers Jacques Mayol, die mit sehr viel künstlerischer Freiheit und auch Unwahrheiten dargestellt wurde. Jetzt fand ich einen Film auf Arte, der dem Leben des echten Jacques nachgeht. Grosse Empfehlung meinerseits für Jacques Mayol, Dolphin Man
(Edit: ich sehe gerade, dass der Film nicht mehr in der Mediathek zur Verfügung steht. Hmpf. Hier also ein kurzer Trailer)
Sehr interessant fand ich vor allem, dass die Freitaucherei - Apnoetauchen - auf die japanische Tradition der Ama-Taucherinnen zurückgeht. Im Artikel heißt es: "Historically, women were considered fit to be ama because their higher fat content would help them endure the near-freezing temperatures of seawater that they had to dive in." Und diese Aussage freut mich besonders, wo sonst - und vor allem früher - doch oft die Männer als den Frauen körperlich überlegen bezeichnet wurden. Kommt eben immer auf den Kontext an.
Jedenfalls war dieser Jacques Mayol einerseits eine faszinierende, andererseits eine tragische Gestalt. Seine große Errungenschaft waren die Tieftauchrekorde, die man nicht für menschlich möglich hielt. Getrieben durch die Sehnsucht, sich mit dem Element zu verbinden und überzeugt, den Meeressäugern ähnlich zu sein, basierte sein ganzes Leben auf der Verwirklichung seines Traumes: sich einmal für lange Zeit wie ein Delphin im Wasser zu bewegen. In dieser Manier setzte er auch seinem Leben ein Ende, in den Tiefen des Meeres verschwindend. Die Tragik war die eines Getriebenen, der Frau und Kinder zurückließ, dann die Liebe seines Lebens sterbend im Arm haltend und fortan sein restliches Leben die innere Einsamkeit nie überwindend.
Ich mag ja Menschen, die ihre Träume mit Begeisterung und Leidenschaft verfolgen, die keine Grenzen akzeptieren und sie dadurch verschieben. Und ich mag das Meer. Als ich noch tauchte, habe ich diesen unglaublich niedrigen Ruhepuls und die meditative Stille in der Tiefe sehr genossen, wie in einem alten Beitrag beschrieben. Was mir inzwischen fremd anmutet, ist diese Besessenheit, mit der Leben und Gesundheit für einen übergeordneten Zweck riskiert wird. Ich kenne dieses Gefühl, alles auf eine Karte zu setzen, koste es was es wolle. Möglicherweise bin ich aber jetzt zu alt oder psychisch zu heil, um noch einmal so erleben zu wollen.
***
Ansonsten sind die Tage zäh. Ich muss mich seit kurzem innerlich sehr aufraffen, um nicht in dieses Blue Hole zu versinken. Zu viele Gedanken kreisen da in meinem Kopf. Das Gefühl der Nutzlosigkeit bringt mich dazu, auf Seiten für ehrenamtliche Tätigkeiten zu stöbern und mir neue Beschäftigungen auszudenken. Heute half ich bei einem Umzug im Haus. Kisten kann man auch mit Abstand schleppen. Dafür schmerzt jetzt der untere Rücken. Vermutlich brauchte ich einen triftigen Grund, um morgen einfach liegenzubleiben.
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Freitag, 10. April 2020
Tageblog 10.4.2020 - Musik-Gedenken
frau klugscheisser, 23:53h
Zum heutigen Karfreitag passt eine meiner Lieblingsaufnahmen aus Bachs Matthäuspassion, gesungen von Julia Hamari. Karl Richter dirigierte das Münchner Bachorchester und Otto Büchner spielt Violine. Die letzteren beiden sind bereits verstorben, wie auch sonst viele große Künstler aus dieser Zeit.
Es gibt eine Dokumentation über Karl Richter aus dem Jahre 2005 "Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich (1951-1981)", die in Teilen auf YT zu sehen ist. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich alt werde, denn mit dem Älterwerden entsteht automatisch auch eine gewisse Nostalgie um die Vergangenheit. Jedenfalls waren die damaligen Aufführungen von einer solchen Kraft, die ich heute kaum noch erlebe. Ja, gelegentlich gibt es diese denkwürdigen Momente noch. Eine Aufführung der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle mit dem Sacre von Strawinsky, ein Instrumentalsolist hier oder da, insgesamt sind die Aufnahmen aber sehr spährlich gesät. Vielleicht liegt es an der allgemeinen Spezialisierung. Während jungen Musikern früher noch Rundumwissen beigebracht wurde, zählen heute nur noch die absolvierten Übungsstunden am Instrument. Das sind keine guten Voraussetzungen für intelligente Darbietungen klassischer Musik. Natürlich ändert sich der Hörgeschmack mit den Jahren, doch die alte, notierte Musik sollte doch zumindest werkgetreu wiedergegeben werden. Wenn Beethoven irgendwo ein bestimmtes Zeichen schrieb, wird das von verantwortungsvollen Interpreten auch hörbar gemacht. Die anderen spielen halt so, dass ihre Darbietung beim Publikum einen Eindruck hinterlässt.
Würden wir Kompositionen mit Bildern vergleichen, sähen wir den Unterschied zwischen einer Kopie und dem Original deutlicher. So aber gewöhnt sich das Ohr an den Mist, der halt in Dauerschleife läuft und hält es für das Werk des Komponisten, wo in Wirklichkeit nicht Beethoven, sondern Lang Lang oder Levitt abgebildet ist. Ich möchte die Errungenschaften der Künstler damit nicht schmälern, sondern einzig an die Konsumierenden appellieren, etwas genauer hinzusehen, und natürlich an das Verantwortungsbewusstsein der Musikschaffenden. Denn wie soll ein Laie zwischen Kunst und Kitsch unterscheiden können, wenn er den Maßstab, das Original nicht gesehen hat?
Sagen wir mal so: wenn ich mir eine Aufnahme von einem Interpreten anhöre, der den Markt jedes Jahr mit zig Produktionen überschwemmt oder einer recht selbstdarstellerisch agiert, liegt die Folgerung sehr nahe, dass es sich hierbei nicht gerade um authentische Aufnahmen handelt. Karajan war übrigens auch so einer, während sich beispielsweise Celibidache sehr kritisch zur Tonaufnahme verhielt. Wirklich hören kann man es durch Interpretationsvergleiche desselben Stückes. Manchmal findet da ein Stück einfach den Zugang zum Herzen und berührt etwas, das im Innersten mitschwingt. So eine Aufnahme ist oben zu hören. So denke ich an die vielen Künstler der aussterbenden Generation, die meine Hörästhetik prägten und bin dankbar und gleichzeitig wehmütig. So viele Namen, die bereits verstorben sind und solche, die aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr spielen. Manchmal lohnt es sich, nach diesen Kleinoden zu suchen.
Es gibt eine Dokumentation über Karl Richter aus dem Jahre 2005 "Karl Richter in München - Zeitzeugen erinnern sich (1951-1981)", die in Teilen auf YT zu sehen ist. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich alt werde, denn mit dem Älterwerden entsteht automatisch auch eine gewisse Nostalgie um die Vergangenheit. Jedenfalls waren die damaligen Aufführungen von einer solchen Kraft, die ich heute kaum noch erlebe. Ja, gelegentlich gibt es diese denkwürdigen Momente noch. Eine Aufführung der Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle mit dem Sacre von Strawinsky, ein Instrumentalsolist hier oder da, insgesamt sind die Aufnahmen aber sehr spährlich gesät. Vielleicht liegt es an der allgemeinen Spezialisierung. Während jungen Musikern früher noch Rundumwissen beigebracht wurde, zählen heute nur noch die absolvierten Übungsstunden am Instrument. Das sind keine guten Voraussetzungen für intelligente Darbietungen klassischer Musik. Natürlich ändert sich der Hörgeschmack mit den Jahren, doch die alte, notierte Musik sollte doch zumindest werkgetreu wiedergegeben werden. Wenn Beethoven irgendwo ein bestimmtes Zeichen schrieb, wird das von verantwortungsvollen Interpreten auch hörbar gemacht. Die anderen spielen halt so, dass ihre Darbietung beim Publikum einen Eindruck hinterlässt.
Würden wir Kompositionen mit Bildern vergleichen, sähen wir den Unterschied zwischen einer Kopie und dem Original deutlicher. So aber gewöhnt sich das Ohr an den Mist, der halt in Dauerschleife läuft und hält es für das Werk des Komponisten, wo in Wirklichkeit nicht Beethoven, sondern Lang Lang oder Levitt abgebildet ist. Ich möchte die Errungenschaften der Künstler damit nicht schmälern, sondern einzig an die Konsumierenden appellieren, etwas genauer hinzusehen, und natürlich an das Verantwortungsbewusstsein der Musikschaffenden. Denn wie soll ein Laie zwischen Kunst und Kitsch unterscheiden können, wenn er den Maßstab, das Original nicht gesehen hat?
Sagen wir mal so: wenn ich mir eine Aufnahme von einem Interpreten anhöre, der den Markt jedes Jahr mit zig Produktionen überschwemmt oder einer recht selbstdarstellerisch agiert, liegt die Folgerung sehr nahe, dass es sich hierbei nicht gerade um authentische Aufnahmen handelt. Karajan war übrigens auch so einer, während sich beispielsweise Celibidache sehr kritisch zur Tonaufnahme verhielt. Wirklich hören kann man es durch Interpretationsvergleiche desselben Stückes. Manchmal findet da ein Stück einfach den Zugang zum Herzen und berührt etwas, das im Innersten mitschwingt. So eine Aufnahme ist oben zu hören. So denke ich an die vielen Künstler der aussterbenden Generation, die meine Hörästhetik prägten und bin dankbar und gleichzeitig wehmütig. So viele Namen, die bereits verstorben sind und solche, die aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr spielen. Manchmal lohnt es sich, nach diesen Kleinoden zu suchen.
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Freitag, 3. April 2020
Tageblog 3.4.2020 - Coronicles
frau klugscheisser, 10:02h
Eine Frau steht am Supermarkt an der Kasse. Sie lässt das Wechselgeld fallen, sucht, hebt es auf. Ich deute auf ein 5 cent Stück, das noch am Boden liegt und sage, da liegt noch was. Sie guckt, sagt, das gehöre nicht ihr und geht. Der Sicherheitsmann hebt es auf und reicht es der Kassiererin.
Ein Mann steht sehr breit im Gang vor dem Fleischkühlregal. Ein anderer genauso breit vor den Backwaren. Ich warte geduldig, bis sie ihre Auswahl getroffen haben und passiere anschließend. Als ich die Breze herausfische, stößt der Arm einer Frau an meinen. Sie wolle ja nur kurz und macht unbeirrt weiter. Ich bin irritiert. An der Kasse achtet man dennoch auf den größtmöglichen Abstand.
Ich beobachte Menschen, die auf die Straße spucken. Das habe ich bisher nur in China gesehen. Dort schnäuzt man nicht, sondern zieht den Rotz nach innen oder entledigt sich in die andere Richtung. Das ist dort einfach so. Bei uns ist das wohl jetzt auch so.
Es sitzen jetzt viel mehr Menschen mit Masken in der U-Bahn. Manche ziehen sich einfach den Schal bis über die Nase, andere halten sich Tücher vor den Mund. Auch das kenne ich vorwiegend aus Asien. Die ohne Mundschutz sind dort Touristen. Hierzulande sind die Informationen, was Mundschutz angeht, widersprüchlich. Auf Parkbänken werden Alleinsitzende nur geduldet, wenn sie sich kurz ausruhen oder von Polizeipatrouillen nach längerem Verweilen aufgescheucht. Ein Mann isst seine Breze vor der Bäckerei in der Sonne stehend. Zwei Frauen halten hinter dem Zebrastreifen ein Abstandsschwätzchen. Mir fällt die fehlende Normalität auf.
Ich bin keine groß Spazierengehende. Draussen bewege ich mich vorwiegend mit dem Rad zu sportlichen Zwecken. Eine innere Anspannung aufgrund der derzeitigen Situation kann ich dennoch nicht leugnen. Wenn ich rausgehe, muss ich mich jedes Mal auf die Umstände feinjustieren. Es ist mir nicht mehr bewusst, dass ich anderen Menschen nicht nahe kommen sollte. Vielleicht handelt es sich hier um einen Verdrängungsmechanismus, vielleicht ist es aber auch nur die einsetzende Gewöhnung. Noch vermisse ich nichts in meinem Alltag. Gearbeitet habe ich schon so lange nicht mehr, dass mir auch das nicht fehlt. Irgendwann habe ich mich daran erinnert, dass ich nun das dritte Mal im Abstand von 6, 7 Jahren krankheitsbedingt für ein paar Monate freigestellt war. Das sind die Monate, in denen ich plötzlich wieder schlafe und auch sonst eine unbekannte Regelmäßigkeit in mein Leben einkehrt. Danach bin ich immer mit viel Dankbarkeit in den Arbeitsalltag zurückgekehrt. Dankbarkeit für die Sorglosigkeit, mit der ich aus- und wieder einsteigen konnte.
Es ist in diesen Tagen nicht alles leicht. Mich plagt eine Sache, die mich schon sehr lange begleitet. Es sind die Auswirkungen einer psychischen Störung, die für viele nicht nachvollziehbar ist. Während nämlich in der Öffentlichkeit langsam eine Sensibilisierung für Depressionen und Angststörungen stattfindet, sind andere Bezeichnungen nur für die geläufig, die damit direkt konfrontiert werden. Ich habe oft gehört, dass sich eine Diagnose auf Betroffene positiv auswirke. Sie sind erleichtert, können ihr Verhalten endlich einordnen und möglicherweise auch etwas dagegen tun. Ich empfinde das anders, fühle mich gebrandmarkt und zu unrecht verurteilt. Es erinnert mich an die Zeit meines Wechsels vom Musikerdasein zum Fliegen. Meine Antwort auf die Frage von Neubekanntschaften, was ich mache, löste in mir immer großes Unbehagen aus. In meinem Kopf argumentierte ich schon gegen Klischees und Vorurteile, noch bevor die Bezeichnung ausgesprochen und ich damit im Denken meines Gegenübers attribuiert war.
Zum Glück gibt es Menschen, mit denen ich darüber sprechen kann - genauer gesagt gibt es einen Menschen, mit dem ich bisher gesprochen habe. Das genügt aber, um mich in der Verwirrung zu sortieren und neu auszurichten. Ich stecke nicht völlig hilflos mittendrin, sondern gehe schon so lange mit den Auswirkungen um, dass ich Handlungsstrategien entwickelt habe. Trotzdem trifft mich die Wucht der Emotionen genauso heftig wie immer. Da gibt es keine andere Strategie als Aushalten, Durchhalten und Abwarten.

Ich kenne den Urheber des Bildes nicht, wünsche mir aber Bären, die nicht nach einer halben Stunde gehen oder nicht erreichbar sind, wenn es ganz schlimm ist. Natürlich muss da nicht immer ein Bär sein, denn Ziel der Übung ist es, alleine aushalten zu können. Die Idee von Bären, denen der Hase keine Angst macht, ist trotzdem schön. Wünsche sind der Antrieb, der uns weitergehen lässt.
Ein Mann steht sehr breit im Gang vor dem Fleischkühlregal. Ein anderer genauso breit vor den Backwaren. Ich warte geduldig, bis sie ihre Auswahl getroffen haben und passiere anschließend. Als ich die Breze herausfische, stößt der Arm einer Frau an meinen. Sie wolle ja nur kurz und macht unbeirrt weiter. Ich bin irritiert. An der Kasse achtet man dennoch auf den größtmöglichen Abstand.
Ich beobachte Menschen, die auf die Straße spucken. Das habe ich bisher nur in China gesehen. Dort schnäuzt man nicht, sondern zieht den Rotz nach innen oder entledigt sich in die andere Richtung. Das ist dort einfach so. Bei uns ist das wohl jetzt auch so.
Es sitzen jetzt viel mehr Menschen mit Masken in der U-Bahn. Manche ziehen sich einfach den Schal bis über die Nase, andere halten sich Tücher vor den Mund. Auch das kenne ich vorwiegend aus Asien. Die ohne Mundschutz sind dort Touristen. Hierzulande sind die Informationen, was Mundschutz angeht, widersprüchlich. Auf Parkbänken werden Alleinsitzende nur geduldet, wenn sie sich kurz ausruhen oder von Polizeipatrouillen nach längerem Verweilen aufgescheucht. Ein Mann isst seine Breze vor der Bäckerei in der Sonne stehend. Zwei Frauen halten hinter dem Zebrastreifen ein Abstandsschwätzchen. Mir fällt die fehlende Normalität auf.
Ich bin keine groß Spazierengehende. Draussen bewege ich mich vorwiegend mit dem Rad zu sportlichen Zwecken. Eine innere Anspannung aufgrund der derzeitigen Situation kann ich dennoch nicht leugnen. Wenn ich rausgehe, muss ich mich jedes Mal auf die Umstände feinjustieren. Es ist mir nicht mehr bewusst, dass ich anderen Menschen nicht nahe kommen sollte. Vielleicht handelt es sich hier um einen Verdrängungsmechanismus, vielleicht ist es aber auch nur die einsetzende Gewöhnung. Noch vermisse ich nichts in meinem Alltag. Gearbeitet habe ich schon so lange nicht mehr, dass mir auch das nicht fehlt. Irgendwann habe ich mich daran erinnert, dass ich nun das dritte Mal im Abstand von 6, 7 Jahren krankheitsbedingt für ein paar Monate freigestellt war. Das sind die Monate, in denen ich plötzlich wieder schlafe und auch sonst eine unbekannte Regelmäßigkeit in mein Leben einkehrt. Danach bin ich immer mit viel Dankbarkeit in den Arbeitsalltag zurückgekehrt. Dankbarkeit für die Sorglosigkeit, mit der ich aus- und wieder einsteigen konnte.
Es ist in diesen Tagen nicht alles leicht. Mich plagt eine Sache, die mich schon sehr lange begleitet. Es sind die Auswirkungen einer psychischen Störung, die für viele nicht nachvollziehbar ist. Während nämlich in der Öffentlichkeit langsam eine Sensibilisierung für Depressionen und Angststörungen stattfindet, sind andere Bezeichnungen nur für die geläufig, die damit direkt konfrontiert werden. Ich habe oft gehört, dass sich eine Diagnose auf Betroffene positiv auswirke. Sie sind erleichtert, können ihr Verhalten endlich einordnen und möglicherweise auch etwas dagegen tun. Ich empfinde das anders, fühle mich gebrandmarkt und zu unrecht verurteilt. Es erinnert mich an die Zeit meines Wechsels vom Musikerdasein zum Fliegen. Meine Antwort auf die Frage von Neubekanntschaften, was ich mache, löste in mir immer großes Unbehagen aus. In meinem Kopf argumentierte ich schon gegen Klischees und Vorurteile, noch bevor die Bezeichnung ausgesprochen und ich damit im Denken meines Gegenübers attribuiert war.
Zum Glück gibt es Menschen, mit denen ich darüber sprechen kann - genauer gesagt gibt es einen Menschen, mit dem ich bisher gesprochen habe. Das genügt aber, um mich in der Verwirrung zu sortieren und neu auszurichten. Ich stecke nicht völlig hilflos mittendrin, sondern gehe schon so lange mit den Auswirkungen um, dass ich Handlungsstrategien entwickelt habe. Trotzdem trifft mich die Wucht der Emotionen genauso heftig wie immer. Da gibt es keine andere Strategie als Aushalten, Durchhalten und Abwarten.

Ich kenne den Urheber des Bildes nicht, wünsche mir aber Bären, die nicht nach einer halben Stunde gehen oder nicht erreichbar sind, wenn es ganz schlimm ist. Natürlich muss da nicht immer ein Bär sein, denn Ziel der Übung ist es, alleine aushalten zu können. Die Idee von Bären, denen der Hase keine Angst macht, ist trotzdem schön. Wünsche sind der Antrieb, der uns weitergehen lässt.
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Dienstag, 31. März 2020
Tageblog 30.3.2020 - WTF
frau klugscheisser, 00:41h
Die Briten wieder. Beste passiv-aggressive Maßnahme im Sinne des Ausgangsverbotes:
Und das war dann das einzig Witzige heute. Weil die Seele sich gerade verdunkelt hat. Weil da ganz viel heute aufgebrochen ist. Weil das sehr unerwartet kam. Weil das nichts mit der aktuellen Situation draussen und alles in mir drin zu tun hat (mehr als andeuten geht nicht). Jedenfalls reichte es, um die Aussenwelt komplett auszublocken. Also Vorhänge zu, Handy aus und die Bettdecke über den Kopf. Morgen geht es sicherlich wieder. Anders. Manchmal wünschte ich, es gäbe diesen Knopf, mit dem man punktuelles Vergessen aktiviert. Vielleicht mit einem begleitenden Blockflötenglissando à la Raumschiff Enterprise.
Und das war dann das einzig Witzige heute. Weil die Seele sich gerade verdunkelt hat. Weil da ganz viel heute aufgebrochen ist. Weil das sehr unerwartet kam. Weil das nichts mit der aktuellen Situation draussen und alles in mir drin zu tun hat (mehr als andeuten geht nicht). Jedenfalls reichte es, um die Aussenwelt komplett auszublocken. Also Vorhänge zu, Handy aus und die Bettdecke über den Kopf. Morgen geht es sicherlich wieder. Anders. Manchmal wünschte ich, es gäbe diesen Knopf, mit dem man punktuelles Vergessen aktiviert. Vielleicht mit einem begleitenden Blockflötenglissando à la Raumschiff Enterprise.
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Mittwoch, 25. März 2020
Rückholaktionen
frau klugscheisser, 09:05h

Derzeit ist es am Flughafen stiller als sonst. Natürlich abgesehen von dem Moment, wo ein sogenannter Rückholerflug ankommt. Dann strömen Menschenmassen in Richtung Passkontrolle und wundern sich über die Schilder, auf denen um Abstand gebeten wird. Vielen der Zurückgeflogenen ist nämlich die Situation nicht präsent, die sich innerhalb einer Woche so eklatant verändert hat. Sie waren im Urlaub in fernen Ländern, haben vielleicht gelegentlich etwas in den Nachrichten oder der Zeitung über den Virus gelesen und dabei vom Cocktail am Strand genippt. Alles schien sehr weit weg, so weit, wie für unsereins eine Naturkatastrophe oder eine kriegerische Auseinandersetzung auf einem anderen Kontinent weg ist, während wir auf dem heimischen Sofa sitzen. Wir sind kurz betroffen aber dann vergessen wir die Dinge wieder. Zur Kontrolle fragen Sie sich mal, wie sehr im Angesicht der Ausgangsbeschränkungen die derzeitige Flüchtlingssituation auf Lesbos noch präsent ist.
Und dann werden sie plötzlich vom Reiseveranstalter kontaktiert, der Ihnen mitteilt, dass die Hotels und Grenzen bald geschlossen sind und sie sich schleunigst mitsamt ihrer Klamotten auf den Weg zum Flughafen machen sollen. Dort wartet ein Flugzeug des auswärtigen Amtes, das sie nach Frankfurt bringen wird. An dieser Stelle entstehen die ersten Fragen, denn Lieschen Müller wohnt mit ihrem Mann Heinz in der Nähe von Düsseldorf, von wo sie sich vor zwei Wochen mit Hilfe eines super Sparangebotes auf den Weg in die DomRep machten und dahin auch wieder zurück möchten. Jetzt soll ihre Reise aber in Frankfurt zu Ende sein. Wer zahlt denn dann das Bahnticket und überhaupt müssen sie ja dann die Koffer selbst schleppen und für Getränke am Bahnhof teures Geld zahlen und was ist mit der schönen letzten Woche, die sie mit ihrem Mann am Pool nochmals so richtig an Bräune nachlegen wollte? Nein, das lassen sie sich nicht so einfach gefallen. Heinz Müller steht auch schon mit rotem Kopf an der Rezeption und verlangt stimmgewaltig einen Kontakt zur örtlichen Reiseleitung, um seine Meinung mal in aller Deutlichkeit zu äussern. Das wiederholt er danach noch ein paarmal mit anderen Ansprechpartnern, unter anderem der am Eingang der Condormaschine stehenden Stewardess.
Lieschen und Heinz Müller ist der Ernst der Lage nicht bewußt. Damit sind sie kein Einzelfall, denn auch Oberstudienrat Möllenkamp findet sich dicht gedrängt neben Gattin und einer unbekannten Familie sitzend in der Economyklasse wieder, obwohl er einen Rückflug in der Premiumklasse gebucht hatte. Hinter ihm schreit ein Kind und seine Gattin schnieft wegen ihrer Hundehaarallergie mit Blick auf einen aus der Tasche lugenden Hund drei Plätze weiter indigniert in ihr sorgsam gefaltetes Taschentuch. Diese Zustände sind unzumutbar und unwürdig, findet er, schließlich habe man sich durch viel Geld vor Kontakt zum gemeinen Volk schützen wollen und bei seinem Vorhaben kommt ihm die allgemeine Virenangst sehr gelegen. Er knipst ein paar Fotos und filmt kurz mit der Handykamera über die Reihen, weil man ja Beweismaterial braucht. Möglicherweise kann das einem Bekannten vom Fernsehen zuspielen werden, um seinem Ärger Nachdruck zu verleihen. Die Jungesellenpartygruppe findet es im Gegensatz dazu nicht schlimm, so eng zu sitzen. Viel schlimmer finden die Männer, dass sie kein Bier bekommen. Einer bestellt einen Whiskey und fragt den zuständigen Flugbegleiter, wo denn hier die Weiber blieben. Die anderen verfallen in grölendes Gelächter, während sich der Flugbegleiter beschämt in die Galley zurückzieht, um seinen drei männlichen Kollegen davon zu berichten.
Er und seine Kollegen wurden auf diesen Flug eingeteilt. Am Vortag erschien morgens überraschend die Nummer vom Einsatz auf dem Display, denn der Flug war erst 12 Stunden vor Abflug vom auswärtigen Amt bestellt worden. So setzten sie sich - jeder für sich - in's Auto und fuhren zum Flughafen, um zwei Stunden später in einem leeren Passagierflugzeug Richtung Punta Cana abzuheben. Die Nacht verbrachten sie in einem Hotel am Flughafen. Auch hier Ausgangssperre, Kontaktverbot selbst untereinander, und zum Rauchen durfte man nur einzeln vor die Türe. Mahlzeit gab es ebenfalls keine bei der Ankunft, denn für so wenige Gäste brauche man - so das Management - keinen late night Zimmerservice mehr. Dafür bekamen sie Frühstück auf's Zimmer. Ein abgepackter Joghurt, eine Scheibe Knäckebrot und eine Orange, dazu eine Tasse Instantkaffee. Auch fernab von der Heimat spürt er deutlich die derzeitige Krisensituation. Was sie gleich beim Rückflug erwarten würde, darüber hatten sie von anderen Kollegen bereits gehört oder gelesen. Jetzt, wo Kommunikationskanäle wichtiger denn je sind, tauschen sich viele in Foren oder Gruppen innerhalb sozialer Medien aus. Dort war die Rede von dankbaren Passagieren und davon, dass sie vereinzelt als Helden gefeiert würden. Was sich ihnen auf diesem Flug bietet, ist das genaue Gegenteil.
Die Partygruppe wundert sich zwar über die Gesichtsmasken und Handschuhe tragende Besatzung, doch so richtig geht die Stimmung erst in den Keller, als kein Nachschub an alkoholischen Getränken mehr zu erwarten ist. Stattdessen werden Wasserflaschen und eine kalte Snackbox gereicht. Sowas kennt man nicht von renomierten Fluggesellschaften, bei denen man doch zumindest eine warme Mahlzeit mit Spezialzubereitung für Laktose-, Gluten- und religionsbedingt Intolerante erwarten könnte. Am Flughafen Frankfurt morgens angekommen muss auch Oberstudienrat Möllenkamp Dampf ablassen, als er von der Dame hinter dem Serviceschalter ein Bahnticket in Aussicht gestellt bekommt. Zumindest kann er für sich und seine Gattin ein Flugticket nach Berlin herausschlagen. Das Video von diesem Flug wird die Öffentlichkeit ein paar Stunden später in einem ZDF Bericht zu sehen bekommen und sich über die nicht eingehaltene Abstandsregelung aufregen.
Was ich hier exemplarisch schildere, ist - abgesehen von Namen und Fluggesellschaft - tatsächlich so geschehen. Während Supermarktangestellte und Polizei in der Öffentlichkeit gefeiert werden, müssen wir Flugangestellte mit unterschiedlichsten Reaktionen rechnen. Vielleicht haben Sie auch das Video im ZDF Journal gesehen. Es entstand - laut ZDF Redaktion - am 23.3. auf dem Flug LH186 von Frankfurt nach Berlin. Dann denken Sie bitte auch an Gegebenheiten wie beispielsweise Durchführbarkeit und Kostenfaktoren eines Fluges. Und vergessen Sie die Angestellten nicht, die in dieser Zeit weder ihre Arbeitsstelle noch sich gefährden möchten. Was wir möchten, ist, Sie wieder gut heimzubringen. Die Alternative hierzu wäre, auf unbestimmte Zeit im Ausland in Quarantäne zu sitzen. Dann sind aber auch dort Hotels, Pools und Geschäfte geschlossen, der Strandspaziergang verboten und die Massenunterkunft noch enger und unbequemer als ein Heimflug auf der Chartermaschine des auswärtigen Amts. In Anbetracht der Umstände ist das Wie dann erst mal zweitrangig. Wir verstehen ihren Ärger. Weil wir aber auch Menschen mit Ängsten und Sorgen sind, freuen wir uns, als solche wahrgenommen zu werden. Und das nicht erst in Krisenzeiten. Wir erwarten kein Lob aber ein wenig Verhältnismäßigkeit und menschliche Reife würden wir schon gerne voraussetzen können.
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Donnerstag, 19. März 2020
Wishful Thinking
frau klugscheisser, 09:37h

Anfang März wünschte ich mir einen sanften Einstieg zurück in die Fliegerwelt. Die Entzündung machte mir noch zu schaffen und meine Chefin willigte ein, mit mir gemeinsam aus Urlaub und Schulungstagen einen machbaren Einsatzplan zu basteln. Seit heute ist der Flugbetrieb aus München eingestellt und ich bin noch kein einziges Mal geflogen. Ergo: be careful what you wish for oder der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität praktisch erklärt.
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Mittwoch, 18. März 2020
Tageblog 18.3.2020 - Reichweite
frau klugscheisser, 18:19h
Diese Tage bin ich nicht mehr oder weniger aktiv als an anderen in der Vergangenheit. Nur manchmal denke ich, ach, lass mal schnell in die Innenstadt und was besorgen, bis mir wieder einfällt, ach nee, Corona und so. Meine Aktivität hat mit Menschen zu tun und online. Klar, wo man doch nicht nah oder so richtig daneben oder gegenüber soll. Andererseits möchte ich nicht darüber sprechen - weder über das Projekt noch über Viren. Macht aber nix, denn hier habe ich sowieso keine besonders große Reichweite. Anders ist das auf FB, da habe ich einen Haufen sogenannter Freunde, von denen ich aber heute einigen aufgrund Verlinkung diverser Verschwörungstheorien die Freundschaft kündigen musste. Getreu dem Motto 'ich habe keine Angst vor einem Virus, sondern vor der Reaktion der Menschen', um mich mal selber zu zitieren.
Mein erster echter Sozialkontakt war heute der Zählerableser, der den Wasserzähler austauschte. Den begrüßte ich sehr professionell mit Winken aus 1m Abstand an der Wohnungstüre. Das mit dem Abstand wurde dann aber bisschen schwierig im kleinen Badezimmer. Also bin ich raus und habe den Mann arbeiten lassen. Als er nochmal kam, um eine passende Abdeckung nachzuliefern, kannten wir uns schon und konnten das mit dem Abstand ignorieren. Kleiner Scherz, ich weiß natürlich, dass das Quatsch ist.
Weitere Sozialkontakte pflegte ich heute nur fernmündlich. Die fliegende Freundin berichtete von ihrem Mann, der heute erneut aus Wien anreisen musste, um irgendwelche Urlauber aus Hurghada zurückzubringen. Sie war übrigens selbst dienstlich erst letztens aus Italien zurückgekehrt. Im Hotel sperrte man nach Abreise der Crew die Türe zu und von Passagieren wurde sie als Heldin tituliert. "Muss man sich auch erst dran gewöhnen", meinte sie "nachdem man sonst immer nur wegen Verspätung und Handgepäcksregeln beschimpft wird". Ja, die Ausübung unseres Jobs hat gelegentlich masochistische Züge. Beim zweiten Telefonat wurde mir berichtet, ich bräuchte die Welt nicht zu retten, da mein Gesprächspartner das "nach acht" übernähme. Jetzt bin ich mir sicher, dass es weitergeht, weil er bisher bei allen Dingen sehr zuverlässig arbeitete.
Meine Recherche hat ergeben, dass nicht nur Apotheken und Lebensmittelläden geöffnet bleiben, sondern auch Akku- und Fahrradläden. Die arbeiten mit Sondergenehmigung zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens. Klar, der Pizzalieferdienst brauchen ja funktionierende Zweiräder und die Bevölkerung Energiequellen. Ob Eisdielen auch zur Aufrechterhaltung eines geregelten Ablaufes dienen, weiß ich nicht, es scheint aber für viele Stadtbewohner wichtig zu sein - jetzt wo die Temperaturen steigen. Warten wir mal ab, wann das erste Freibad öffnet.
Huch, schon wieder Abend. Ich habe den Eindruck, die Tage werden kürzer statt länger. Ob das wohl mit dem seltsamen Virus zu tun hat? Sicher ist nur Korelation, die aber in den Köpfen gerne zur Kausalität gemacht wird. Insofern sind Menschen halt doch die gefährlichere Spezies.
Mein erster echter Sozialkontakt war heute der Zählerableser, der den Wasserzähler austauschte. Den begrüßte ich sehr professionell mit Winken aus 1m Abstand an der Wohnungstüre. Das mit dem Abstand wurde dann aber bisschen schwierig im kleinen Badezimmer. Also bin ich raus und habe den Mann arbeiten lassen. Als er nochmal kam, um eine passende Abdeckung nachzuliefern, kannten wir uns schon und konnten das mit dem Abstand ignorieren. Kleiner Scherz, ich weiß natürlich, dass das Quatsch ist.
Weitere Sozialkontakte pflegte ich heute nur fernmündlich. Die fliegende Freundin berichtete von ihrem Mann, der heute erneut aus Wien anreisen musste, um irgendwelche Urlauber aus Hurghada zurückzubringen. Sie war übrigens selbst dienstlich erst letztens aus Italien zurückgekehrt. Im Hotel sperrte man nach Abreise der Crew die Türe zu und von Passagieren wurde sie als Heldin tituliert. "Muss man sich auch erst dran gewöhnen", meinte sie "nachdem man sonst immer nur wegen Verspätung und Handgepäcksregeln beschimpft wird". Ja, die Ausübung unseres Jobs hat gelegentlich masochistische Züge. Beim zweiten Telefonat wurde mir berichtet, ich bräuchte die Welt nicht zu retten, da mein Gesprächspartner das "nach acht" übernähme. Jetzt bin ich mir sicher, dass es weitergeht, weil er bisher bei allen Dingen sehr zuverlässig arbeitete.
Meine Recherche hat ergeben, dass nicht nur Apotheken und Lebensmittelläden geöffnet bleiben, sondern auch Akku- und Fahrradläden. Die arbeiten mit Sondergenehmigung zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens. Klar, der Pizzalieferdienst brauchen ja funktionierende Zweiräder und die Bevölkerung Energiequellen. Ob Eisdielen auch zur Aufrechterhaltung eines geregelten Ablaufes dienen, weiß ich nicht, es scheint aber für viele Stadtbewohner wichtig zu sein - jetzt wo die Temperaturen steigen. Warten wir mal ab, wann das erste Freibad öffnet.
Huch, schon wieder Abend. Ich habe den Eindruck, die Tage werden kürzer statt länger. Ob das wohl mit dem seltsamen Virus zu tun hat? Sicher ist nur Korelation, die aber in den Köpfen gerne zur Kausalität gemacht wird. Insofern sind Menschen halt doch die gefährlichere Spezies.
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Donnerstag, 12. März 2020
Vom Fliegen und Ratlosigkeit
frau klugscheisser, 21:01h
Die Ereignisse überschlagen sich. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen Deutsche nicht mehr in die USA und Indien einreisen. Flüge nach China sind gestrichen, noch werden aber vereinzelte nach Hongkong durchgeführt. Jetzt gibt es nicht mehr viele Routen für uns Airlineangestellte, zumal mit weiteren Restriktionen zu rechnen ist.
Selbst bin ich lange nicht geflogen. Mein Wiedereinstieg gestaltet sich langsam, da ich zunächst einmal neu durchgeschult werden muss, Lizenzen und Wissen erneuern, Tests absolvieren, das ganze Brimborium halt, das normalerweise sukzessiv über das laufende Jahr verteilt absolviert wird. Zwei Hürden habe ich bereits, darunter auch die größte, die Flugtauglichkeit. Die ist Grundvoraussetzung für meine Tätigkeit an Bord, denn ich soll bei allen auftretenden Eventualitäten körperlich adäquat reagieren können. Auch nach vielen Stunden Stehen und Gehen muss ich möglicherweise noch rennen, über Hindernisse steigen oder kriechen und hocken können. Das testet der Flugarzt aber nicht, vielmehr muss ich es selbst einschätzen.
Das lange Stehen macht mir keine Sorgen, wohl aber die nicht mehr passende Uniform und die fehlenden Flüge. Wie soll ich arbeiten, wenn es kaum mehr Menschen gibt, die transportiert werden wollen? Das Szenario ist nicht ganz neu und in dieser Form bereits 2001 während der Ereignisse vom 11. September, sowie 2003 bei der SARS Krise erlebt. Mitarbeiter in der Probezeit und solche in Ausbildung werden nicht übernommen, andere werden in den Urlaub geschickt oder nehmen freiwillig die unbezahlte Variante. Die Krisenpläne liegen längst nicht mehr in der Schublade, denn der Cashflow muss unter diesen Umständen unterbrochen und das Geld im Unternehmen gehalten werden. Wir alle kennen die Auswirkungen aus den Nachrichten. Was wir dort nicht sehen, ist die menschliche Seite.
Ich sehe die jungen und nicht mehr ganz so jungen Lehrgangsabsolvierenden, wie sie adrett in ihren Uniformen über das Schulungsgelände laufen. Es wird gelächelt, weil man gewohnt ist zu lächeln, weil man deshalb ausgewählt wurde. Doch was in den Köpfen vorgeht, kann nicht weggelächelt werden. Da ist der junge Mann, der eine andere Arbeitsstelle kündigte, eine teure Wohnung in München angemietet hat und nun mit der Aussage leben muss, er würde bis auf Weiteres keinen Arbeitsvertrag bekommen. Da ist die Gruppe Chinesinnen, die ihre Heimat hinter sich ließen, nicht aber die Sorge um ihre zurückgebliebenen Familien und die dennoch jeden Tag für ein paar Stunden eine neue Sprache erlernen, die sie möglicherweise genauso schnell wieder verlernen werden. Da ist der Kapitän, der wegen staatlicher Auflagen vielleicht nicht mehr vom Dienst nach Wien heimkehren darf und die Copilotin, die wegen stündlicher Dienstplanänderungen nicht mehr weiß, wie sie eine lückenlose Kinderbetreuung organisieren soll - die Großeltern dürfen nicht mehr einspringen.
Einige resignieren, andere tun etwas, das wir immer wieder trainieren. Wir setzen uns nicht mit den Ängsten, sondern mit den Möglichkeiten auseinander. Wir sammeln Fakten, wägen ab, planen neu, entscheiden und überprüfen die Ergebnisse. Im Fachkreis heißt das Modell FORDEC - facts, options, risks, decision, execution, check. Die Alten und die, die aus Ländern mit weniger Stabilität kommen, kennen das, die Jüngeren sind davon zunächst überfordert. Panik entsteht durch fehlende Handlungsoptionen - egal ob sie tatsächlich fehlen oder nur als fehlend wahrgenommen werden. Ein kleiner Ausflug in die Psychologie untermauert meine These. Zum Stichwort Resilienz finden sich viele Untersuchungen, wie Menschen aus wesentlich auswegsloseren Situationen relativ unbeschadet hervorgingen. Wer aber zum ersten Mal mit derartigen Einschränkungen zu tun hat, der hyperventiliert erst mal eine Runde.
Letztlich wissen wir, dass es immer irgendwie weitergeht und nichts bleibt, wie es war. Kann ich auch leicht schreiben, weil ich ja schon ein bisschen Erfahrung gesammelt habe. Weil ich weiß, dass ich schon schwierigere Hürden genommen und Situationen gemeistert habe. Die jungen Kolleginnen und Kollegen wissen das aber nicht. Umso mehr würde ich sie gerade jetzt gerne an die Hand nehmen und ihnen das Schöne zeigen, das trotz aller Gefahr existiert. Die Beschleunigung beim Start, die Sonne über den Wolken und den Zusammenhalt, der durch die tadellosen Uniformen entsteht, die sie noch so stolz tragen. Ich hoffe sehr, dass ich in ein paar Monaten dem ein oder anderen auf der Strecke begegne. Und dann werde auch ich nach so vielen Jahren Fliegen wieder stolz sein.
Selbst bin ich lange nicht geflogen. Mein Wiedereinstieg gestaltet sich langsam, da ich zunächst einmal neu durchgeschult werden muss, Lizenzen und Wissen erneuern, Tests absolvieren, das ganze Brimborium halt, das normalerweise sukzessiv über das laufende Jahr verteilt absolviert wird. Zwei Hürden habe ich bereits, darunter auch die größte, die Flugtauglichkeit. Die ist Grundvoraussetzung für meine Tätigkeit an Bord, denn ich soll bei allen auftretenden Eventualitäten körperlich adäquat reagieren können. Auch nach vielen Stunden Stehen und Gehen muss ich möglicherweise noch rennen, über Hindernisse steigen oder kriechen und hocken können. Das testet der Flugarzt aber nicht, vielmehr muss ich es selbst einschätzen.
Das lange Stehen macht mir keine Sorgen, wohl aber die nicht mehr passende Uniform und die fehlenden Flüge. Wie soll ich arbeiten, wenn es kaum mehr Menschen gibt, die transportiert werden wollen? Das Szenario ist nicht ganz neu und in dieser Form bereits 2001 während der Ereignisse vom 11. September, sowie 2003 bei der SARS Krise erlebt. Mitarbeiter in der Probezeit und solche in Ausbildung werden nicht übernommen, andere werden in den Urlaub geschickt oder nehmen freiwillig die unbezahlte Variante. Die Krisenpläne liegen längst nicht mehr in der Schublade, denn der Cashflow muss unter diesen Umständen unterbrochen und das Geld im Unternehmen gehalten werden. Wir alle kennen die Auswirkungen aus den Nachrichten. Was wir dort nicht sehen, ist die menschliche Seite.
Ich sehe die jungen und nicht mehr ganz so jungen Lehrgangsabsolvierenden, wie sie adrett in ihren Uniformen über das Schulungsgelände laufen. Es wird gelächelt, weil man gewohnt ist zu lächeln, weil man deshalb ausgewählt wurde. Doch was in den Köpfen vorgeht, kann nicht weggelächelt werden. Da ist der junge Mann, der eine andere Arbeitsstelle kündigte, eine teure Wohnung in München angemietet hat und nun mit der Aussage leben muss, er würde bis auf Weiteres keinen Arbeitsvertrag bekommen. Da ist die Gruppe Chinesinnen, die ihre Heimat hinter sich ließen, nicht aber die Sorge um ihre zurückgebliebenen Familien und die dennoch jeden Tag für ein paar Stunden eine neue Sprache erlernen, die sie möglicherweise genauso schnell wieder verlernen werden. Da ist der Kapitän, der wegen staatlicher Auflagen vielleicht nicht mehr vom Dienst nach Wien heimkehren darf und die Copilotin, die wegen stündlicher Dienstplanänderungen nicht mehr weiß, wie sie eine lückenlose Kinderbetreuung organisieren soll - die Großeltern dürfen nicht mehr einspringen.
Einige resignieren, andere tun etwas, das wir immer wieder trainieren. Wir setzen uns nicht mit den Ängsten, sondern mit den Möglichkeiten auseinander. Wir sammeln Fakten, wägen ab, planen neu, entscheiden und überprüfen die Ergebnisse. Im Fachkreis heißt das Modell FORDEC - facts, options, risks, decision, execution, check. Die Alten und die, die aus Ländern mit weniger Stabilität kommen, kennen das, die Jüngeren sind davon zunächst überfordert. Panik entsteht durch fehlende Handlungsoptionen - egal ob sie tatsächlich fehlen oder nur als fehlend wahrgenommen werden. Ein kleiner Ausflug in die Psychologie untermauert meine These. Zum Stichwort Resilienz finden sich viele Untersuchungen, wie Menschen aus wesentlich auswegsloseren Situationen relativ unbeschadet hervorgingen. Wer aber zum ersten Mal mit derartigen Einschränkungen zu tun hat, der hyperventiliert erst mal eine Runde.
Letztlich wissen wir, dass es immer irgendwie weitergeht und nichts bleibt, wie es war. Kann ich auch leicht schreiben, weil ich ja schon ein bisschen Erfahrung gesammelt habe. Weil ich weiß, dass ich schon schwierigere Hürden genommen und Situationen gemeistert habe. Die jungen Kolleginnen und Kollegen wissen das aber nicht. Umso mehr würde ich sie gerade jetzt gerne an die Hand nehmen und ihnen das Schöne zeigen, das trotz aller Gefahr existiert. Die Beschleunigung beim Start, die Sonne über den Wolken und den Zusammenhalt, der durch die tadellosen Uniformen entsteht, die sie noch so stolz tragen. Ich hoffe sehr, dass ich in ein paar Monaten dem ein oder anderen auf der Strecke begegne. Und dann werde auch ich nach so vielen Jahren Fliegen wieder stolz sein.
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Sonntag, 8. März 2020
Tageblog 8.3.2020
frau klugscheisser, 13:15h

Was Sie hier sehen, ist eine 1,70m lange Liste zur Wahl des Münchner Stadtrates. Ich fühle mich leicht überfordert beim Ausfüllen - nicht wegen der Wahl an sich, sondern wegen der praktischen Ausführung. Ich soll auf diesem Zettel 80 Kreuze so setzen, dass ich das Dokument damit nicht für die Auszählung ungültig mache. Das geht erst mal nur auf dem Boden. Während natürlich für mich die ein oder andere Liste nicht in Frage kommt, sehe ich mir jede Kandidatin auf den verbleibenden im Netz genauer an - genau, Männer gehören in den Baumarkt, nicht in die Politik. Könnte man sich alles leichter machen und halt irgendwo seine Stimme markieren, wo's generell für einen passt, mache ich aber nicht, weil ich dieses Mal etwas verantwortungsbewusster wählen möchte. Ich frage mich, wie das in einem Wahllokal möglich wäre. Die Liste für den Bezirksausschuss war übrigens nur um die Hälfte kleiner.
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Ein bisschen macht sich bei mir Verzweiflung breit. Während es nämlich letzte Woche so aussah als würde das Bein heilen, habe ich nachts seit zwei Tagen wieder Schmerzen. Die alte Entzündung ist wieder da. Mittlerweile stellte ich fest, dass sich selbst im Schlaf die Muskulatur um die betreffende Stelle verkrampft. Meine Vermutung ist, es war dort halt schon zu lange zu schmerzhaft, der Körper hat sich das gemerkt und meint jetzt bei jeder Kleinigkeit, immer noch schützen zu müssen. Meine Lösung: keine Ahnung.
(Bitte dennoch von Vorschlägen abzusehen). Morgen kommt dann die Probe auf's Exempel, die wahrscheinlich zum Rohrkrepierer wird.
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Zum Schluss was Schönes für Kunstaffine:
Eine Tanztruppe stellt alte Caravaggio Gemälde nach. Das sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern ist auch Kunst in sich.
Davon gibt es noch mehr mit anderem Hintergrund:
und ein kleiner Hintergrundbericht der Truppe um Ludovica Rambelli:
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Samstag, 29. Februar 2020
Tageblog 29.2.2020 - finally
frau klugscheisser, 16:05h
Heute letzter Tageblog, weil dann ist der Februar und mein Projekt rum. Na gut, ich habe gestern geschummelt, dafür ist aber heute Schalttag. Vielleicht schiebe ich noch einen Tag hinterher. Inzwischen wurde das tägliche Schreiben ein wenig anstrengend, weil entweder es gibt nichts zu berichten oder nichts, das ich hier öffentlich ausführen möchte. Umso mehr bewundere ich die Blogs, die nicht nur täglich etwas veröffentlichen, sondern das Veröffentlichte auch noch gut zu lesen ist (die Kaltmamsell ist wieder da). So wechsle ich ab März eben wieder auf die Konsumentenseite.
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Konsum und Hamsterkäufe, ich verstehe das alles nicht so recht, glaube aber eine große Marktlücke bei den sogenannten Frauenzeitschriften gefunden zu haben: die Corona-Diät! Sieben Kilo in vier Wochen ohne Mühe abnehmen. Geht ganz einfach: warten, bis die Quarantäne verordnet ist und dann keine Vorräte angesammelt haben.
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Diät ist nicht meines. Trotzdem muss ich dringend noch ein bisschen abnehmen. Ich habe im Laufe meiner krankheitsbedingten Untätigkeit und zugegebenermaßen schon vorher, als das Bewegen schon sehr schmerzvoll war, einige Kilo angesammelt. Die spüre ich bei diversen Dehnübungen, wo der Bauch im Weg ist, und bei Kräftigungsübungen, weil da mehr Masse zu stemmen ist. Zudem möchte ich ja nächste Woche wieder zur Arbeit, meine Uniformteile passen aber nur noch ungeschlossen. Seit Dezember laufe ich nur noch in Jogginghosen oder Leggins herum. Es gibt noch eine Jeans, die mit Mühe schließbar ist. Das akzeptiert die Firma aber nicht als uniformtauglich. Folglich muss ich mir dringend was ein- oder was anderes abfallen lassen.
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Einfälle habe ich genug, doch manchmal wundere ich mich schon, was mein Gehirn da so alles produziert. Mich würde dringend interessieren, ob es in anderen Köpfen auch so skurril zugeht. Mal abgesehen von dem täglichen Mist, entwirft mein Kopf nämlich ständig sehr abstruse und komische Situationen, die jeden blöden Klamaukfilm à la Monty Python als Mauerblümchen erscheinen lassen. Vielleicht denken die Macher genannter Filme aber das Gleiche, und die Filme sind nur die abgemilderte, sozial anerkannte Form dessen, was sie täglich bewegt. Wir werden es nie erfahren.
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Ein paar nächtliche Gedanken zur Kunst lesen Sie bitte heute bei Gaga Nielsen. Unbedingt auch die Kommentare lesen, denn Frau Nielsen gibt sich immer große Mühe um ausführliche Beantwortung. Das schätze ich übrigens - wie bereits erwähnt - auch hier in meinem Blog sehr an ihr.
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Wer Angst vor Ansteckung hat und sich dennoch sozialen Kontakten nicht entziehen möchte, steckt bei der Begrüßung schon im Dilemma. Eine praktikable Lösung in Zeiten der bösen Viren ist hier zu sehen:
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Konsum und Hamsterkäufe, ich verstehe das alles nicht so recht, glaube aber eine große Marktlücke bei den sogenannten Frauenzeitschriften gefunden zu haben: die Corona-Diät! Sieben Kilo in vier Wochen ohne Mühe abnehmen. Geht ganz einfach: warten, bis die Quarantäne verordnet ist und dann keine Vorräte angesammelt haben.
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Diät ist nicht meines. Trotzdem muss ich dringend noch ein bisschen abnehmen. Ich habe im Laufe meiner krankheitsbedingten Untätigkeit und zugegebenermaßen schon vorher, als das Bewegen schon sehr schmerzvoll war, einige Kilo angesammelt. Die spüre ich bei diversen Dehnübungen, wo der Bauch im Weg ist, und bei Kräftigungsübungen, weil da mehr Masse zu stemmen ist. Zudem möchte ich ja nächste Woche wieder zur Arbeit, meine Uniformteile passen aber nur noch ungeschlossen. Seit Dezember laufe ich nur noch in Jogginghosen oder Leggins herum. Es gibt noch eine Jeans, die mit Mühe schließbar ist. Das akzeptiert die Firma aber nicht als uniformtauglich. Folglich muss ich mir dringend was ein- oder was anderes abfallen lassen.
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Einfälle habe ich genug, doch manchmal wundere ich mich schon, was mein Gehirn da so alles produziert. Mich würde dringend interessieren, ob es in anderen Köpfen auch so skurril zugeht. Mal abgesehen von dem täglichen Mist, entwirft mein Kopf nämlich ständig sehr abstruse und komische Situationen, die jeden blöden Klamaukfilm à la Monty Python als Mauerblümchen erscheinen lassen. Vielleicht denken die Macher genannter Filme aber das Gleiche, und die Filme sind nur die abgemilderte, sozial anerkannte Form dessen, was sie täglich bewegt. Wir werden es nie erfahren.
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Ein paar nächtliche Gedanken zur Kunst lesen Sie bitte heute bei Gaga Nielsen. Unbedingt auch die Kommentare lesen, denn Frau Nielsen gibt sich immer große Mühe um ausführliche Beantwortung. Das schätze ich übrigens - wie bereits erwähnt - auch hier in meinem Blog sehr an ihr.
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Wer Angst vor Ansteckung hat und sich dennoch sozialen Kontakten nicht entziehen möchte, steckt bei der Begrüßung schon im Dilemma. Eine praktikable Lösung in Zeiten der bösen Viren ist hier zu sehen:
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