Montag, 15. Mai 2006
Itchy bitchy steamy beamy
Vor drei Wochen wurde mir die abschraubbare Autoantenne geklaut. Seither renne ich in der Gegend rum und sehe nur noch Autoantennen. Erst dachte ich Schraubst halt eine von einem fremden Auto ab aber das entspricht mir nicht. Allerdings muss ich zugeben, juckt es gewaltig in den Fingern. Folgender Dialog entspannt sich so oder ähnlich seitdem fast täglich in meinem Hirn:

Bitch:Guck mal, da ist ein VW mit Starnberger Kennzeichen.
Moralizer: Ja und?
Bitch: Komm schon, der kann 50 Tacken sicher verkraften. Wohnt nicht umsonst auf dem gehobeneren Land.
Moralizer: Ganz toll. Irgendeiner fängt mit diesem Scheiß an und dann geht´s einmal rundrum. Du musst das unterbrechen. Erst rumnölen, wie schlecht die Welt ist und dass die Leut keinen Respekt vor Privateigentum mehr haben aber selber keinen Deut besser sein oder wie?
Bitch: C´mon, davon wird die Welt auch nicht besser. So eine klitzekleine Antenne von einem klitzekleinen Auto....
Moralizer: NEIN! BASTA!
Bitch: *schmollt*
Moralizer: Hey Spatzl, morgen gehen wir zum Mediamarkt eine Antenne kaufen, hm, was meinst? *knufft mit dem Ellenbogen*
Bitch: grmlgrmlgrml
Moralizer: Gleich morgen früh. Als allererstes, ja?
Bitch: gnagnagna
Moralizer: Jetzt sei halt ned a so! *stubst mit dem Finger in die Rippen*
Bitch: hihi...pfffhmm...mhm. *nickt ganz leicht*
Moralizer: Na also, geht doch. Jetzt gibst ma noch ein Bussi und dann simma wieder gut *hält die Backe hin*
Bitch: Alter Depp! Bis morgen hast es eh wieder vergessen.
*singt leise* S´war immer so, s´war immer so...

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What are u lookin´for?
Seit etwa 5 Tagen häufen sich bei mir merkwürdige Suchanfragen:

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Search request: Verhalten des Mannes gegenüber einer Frau


und das sind noch lange nicht alle.

Sehr geehrter Sucher,
wie wäre es mit einer Mail an mich mit entsprechender Suchanfrage? Das spart enorm viel Zeit und ich könnte vielleicht die ein oder andere Frage klären.

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Die musikalische Reise - Teil 2
Die Sonne kitzelt ihre Nase, als sie mit dem Bus vom Flughafen ins Zentrum fährt. Auf den Straßen ist lebhafter Verkehr. Mofas knattern zwischen hupenden Autos. Frauen in engen T-Shirts laufen nebenher, Männer in Anzügen, eine Zeitung unter dem Arm, eilen ihrer täglichen Arbeit entgegen. Der Sommer mit seiner unbarmherzig heißen Luft ist nicht mehr weit. Mit der linken Hand klopft sie die Eingangsakkorde von Ravels Alborada del gracioso auf den Koffer neben ihren Beinen. Heute Abend wird sie es im Palau de la música spielen, ein prachtvolles Konzerthaus in Jugendstilmanier mit hervorragender Akkustik, in dem bereits der junge Rubinstein debutierte. Die Herausforderung lag nicht am schweren Erbe – gab es doch immer wieder große Pianisten, die Meilensteine in der Interpretation verschiedener Kompositionen gesetzt hatten – und auch nicht am Publikum, das gerne Landsmänner feiert, sich jedoch ausländischen Interpreten gegenüber verhalten zeigt. Die größte Herausforderung für einen Pianisten ist, sich immer wieder auf ein fremdes Instrument einstellen zu müssen. Wie wird der Flügel gestimmt sein? Macht dem Instrument die Luftfeuchtigkeit des Meeres bereits zu schaffen? Ist es gut gestimmt? Selbst Namen wie Steinway oder Bechstein garantieren alleine noch lange keine Perfektion. Zu viele Faktoren beeinflussen den Klang des Instrumentes, als dass man von gleichbleibenden Vorraussetzungen sprechen könnte. In die Renovierung der Konzertsäle wird Geld gesteckt, das an Gagen und Instrumentenwartung eingespart wird. Sie spürt Unruhe in sich aufsteigen. Wenn sie in der kleinen Pension ganz in der Nähe der Catedral de Sta. Eulalia angekommen ist, wird sie die Konzertdirektion anrufen und anschließend im Palau Bekanntschaft mit dem schwarzen Ungeheuer zu machen.

Im Palau ist es angenehm kühl. Zwei Putzfrauen schieben ihre Besen zwischen den Reihen vor sich her. Die samtbezogenen Sitze sind wie Kinobestuhlung tagsüber hochgeklappt. Sie sitzt auf der Bühne und lässt ihren Blick über die beiden Emporen schweifen, während ihre Finger über die Tasten gleiten. Abwechselnd erklingen Passagen aus der Schumann Fantasie op. 17, Liszts Sonetto del Petrarca – das Horrowitz in seinem ersten Berliner Konzert nach dem Krieg so unnachahmlich spielte – und diverse Fingerübungen. Sie hat für den Abend ein deutsches Programm gewählt. Stücke aus dem Wettbewerb und solche, die sie schon lange begleiten sind dabei. Für die Zugabe hat sie Ravel und zwei kleine Preludes von Chopin gewählt. Sie ist zu tief in Gedanken, als dass sie das fröhliche Geplapper und Klappern der Putzfrauen beim Aufwärmen stören würde. Heute Abend werden die Emporen mit Menschen gefüllt sein. Der Saal ist nahezu ausverkauft. Schätzungsweise 500 Augenpaare werden dann auf sie gerichtet sein, die in diesem Moment, wenn sie sich vor das schwarze Monster setzt, der einsamste Mensch auf Erden ist. Dann wird sie ihre Fingerspitzen auf die Tasten legen, einmal tief einatmen, um anschließend die Musik aus ihrem Kopf und Körper zu entlassen. Wenn die ersten Klänge den Raum füllen, wird sie in das Zwiegespräch mit ihnen eintreten. Dann existiert kein Bewusstsein von Ich mehr. Die Töne werden mit ihrer Seele verschmelzen und an die Stelle der Worte in ihrem Kopf treten. Diesen Moment liebt sie. Sie ist so süchtig danach, dass sie dafür alle Entbehrungen und Ängste gerne auf sich nimmt. In diesem Moment weiß sie, wer sie ist, obwohl sie gleichzeitig nicht mehr ist.

Die Sonne schneidet in die Augen, als sie aus dem dunklen Eingang des Palau tritt. Für einen kurzen Augenblick ist sie blind. Sie nimmt die Gerüche der Straße wahr, saugt sie in sich ein, hört Stimmen und Vogelzwitschern, das Knattern der Lastwägen, spürt die Wärme auf ihrer Haut. Den ersten Schritt nach draußen macht sie mit geschlossenen Augen. Ihre Füße wissen, wohin das Herz möchte. Andere Menschen, andere Zeit. Wenn sie die Augen geschlossen hält, kann sie seine Schritte hören, seinen Arm spüren. Wie an jedem Nachmittag gehen sie in Richtung Barceloneta ans Wasser. Auf dem Weg dorthin ein kleiner Abstecher in die Catedral Sta. Maria del mar, wo sie eine kleine Weile ganz still nebeneinander sitzen. Als sie die Augen wieder öffnet, ist er verschwunden. Sie ist eine andere und wäre doch gerne die, die sie damals war. Dafür würde sie sogar die Musik eintauschen, mit all ihren grandiosen Momenten. Während sie weitergeht, überfliegt sie das Fax ihrer Agentur. Morgen schon wird sie nicht mehr hier sein. Man hat ein Konzert in Budapest für sie arrangiert. Dort wird sie ihr Mozart Konzert vom Finale mit Orchester spielen. Zeit, um von der Vergangenheit Abschied zu nehmen.

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Sonntag, 14. Mai 2006
Die musikalische Reise - Teil 1
Frau Svashtara hat gerufen und ich folge ihr in 30 Tagen/Teilen um die Welt:


Gestern erst ist sie von Moskau zurückgekehrt. Sie fühlte sich so müde, unendlich müde und erschöpft. Einige Tage nach dem großen Ereignis, dem großen Empfang und der anschließenden Feier, war sie mit leerem Kopf durch die Trostlosigkeit Moskaus gestreift. Monumentale Bauten, die die Armut der Menschen überstrahlen sollen, haben sie zu all der abgefallenen Anstrengung zusätzlich ausgesaugt. Dabei weiß sie, dass dies erst der Anfang war. Wenn man einen so wichtigen Preis wie den des Tschaikowskywettbewerbs gewonnen hatte, konnte dies den Beginn einer internationalen Karriere bedeuten. Man muss es nur geschickt anpacken. Die Musikwelt blickt gespannt auf die Geschehnisse innerhalb der bedeutenden Wettbewerbe. Als Martha Argerich beim Chopinwettbewerb unter Protest aus der Jury austrat, weil Ivo Pogorelich nur der dritte Preis zugeteilt wurde, obwohl er laut ihrer Aussage ein Genie wäre, war sein Name in aller Munde. Diesen Preis verdankte sie zahlreichen Studien alter Meister und ihrem Lehrer, der Mentor und Berater, aber auch Drillmeister in einer Person ist. Er ist ihr personifiziertes schlechtes Gewissen und gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein. Wie sehr hatten sie noch bei der Auswahl der Stücke gestritten. Das dritte Klavierkonzert von Rachmaninov wollte sie spielen, mit dem ersten Satz ihre unglaubliche Virtuosität unter Beweis stellen, und immer wieder ermahnte er sie, ihre eigentliche Stärke, ihr musikalisches Verständnis mit der ihr eigenen klanglichen Vielfalt zum Ausdruck zu bringen. Schließlich gab sie nach. Der langsame Satz vom A-Dur Konzert KV488 brachte ihr im Finalkonzert nicht nur stehende Ovation vom Publikum, sondern auch den entscheidenden Vorteil im Sieg gegen den Koreaner ein.

Sie mag nicht üben. Die Stücke sitzen sowieso in ihren Fingern und dem Kopf, klingen im Ohr und Herzen. Sie muss nicht mehr tun, als sich von Ängsten zu befreien, damit die Töne aus ihr herausfließen können. Dafür hat sie lange und hart gearbeitet. Morgen wird sie nach Barcelona reisen, um ein Klavierrezital zu geben. Die Einladung traf bereits vor ihr im heimatlichen Briefkasten ein. Man hatte diesen Termin extra für einen der Finalisten des Wettbewerbs, vorzugsweise für den Gewinner, reserviert. Vor einigen Jahren war sie schon einmal in Barcelona, damals für einen Meisterkurs. Die Stadt weckt mit dem ihr ganz eigenen Charme alte Erinnerungen. Jetzt im warmen Frühlingswind zeigte sie sich von ihrer schönsten Seite. Ein zusätzlicher Anreiz für die spontane Zusage. Der Koffer liegt aufgeklappt neben dem Bett, wie sie ihn gestern dort abgelegt hat. Das lange schwarze Kleid hängt vor dem Schrank. Während sie getragene Kleidungsstücke durch frische ersetzt, die Konzertschuhe einem prüfenden Blick unterzieht und schließlich das erforderliche Notenmaterial sortiert, schlendert sie in Gedanken bereits die kleinen Gassen der Altstadt zwischen kühlem Mauerwerk entlang, an gaudíesken Fassaden vorbei, streift mit einem Blick die Miró-Statuen und verliert sich über dem Wasser im Hafen. Ja, damals war sie noch viel jünger als jetzt und verliebt. Die Eltern hatten ihr verboten, den Kunststudenten wiederzusehen. Sie hätte keine Zeit für derlei Geplänkel. Ihre Karriere sei viel wichtiger. Der teure Unterricht, die vielen Übungsstunden am Klavier, ob sie dies alles für ein Strohfeuer auf´s Spiel setzen wolle. Ja, das wollte sie damals, wollte mit ihm barfuß im Regen über die Wiesen des Parks de Ciudadella laufen, war neugierig auf die vielen kleinen Clubs und Bars, in denen sie sich mit seinen Freunden trafen. Es war damals eine fremde neue Welt für sie. Dafür hatte sie nie Zeit. Wenn andere mit Freunden zum Skifahren oder im Sommer ins Freibad gingen, saß sie am Klavier und übte. Sie übte, als sich die Mädchen ihrer Klasse zum Abschlussball herrichteten. Sie übte, als sich gefundene Pärchen händchenhaltend zur Eisdiele schlenderten. Sie übte, als die Ersten ihren Führerschein begossen. Sie übte, als die anderen den Abiturstreich ausheckten. Und sie übte – damals schon am Konservatorium – als sich die Klassenkameraden erst für den ein oder anderen Studiengang entschieden. Sie hatte nie eine Wahl. Eine Gabe ist eine Aufgabe sagte man ihr. Dieser Spruch schien sie wie ein Fluch zu verfolgen.

Mit Schwung klappt sie den Deckel des Koffers zu. Keine Zeit für dunkle Gedanken. Morgen wird sie früh aufstehen müssen, um das erste Flugzeug nach Barcelona zu bekommen. Neben einer kleinen Einspielprobe am fremden Instrument will sie ein wenig durch die Stadt schlendern, alten Erinnerungen melancholisch nachhängen, neue Eindrücke sammeln und alles in sich aufsaugen, um es schließlich in ihrem Spiel hörbar zu machen. Morgen schon, nur einige Stunden ist das Ereignis weg, doch die Erinnerung macht alles so nah, als wäre sie bereits dort.


Bomec, bitte helfen Sie mir, sich in Ihrer Stadt zurechtzufinden.

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Yo mama!
Aus aktuellem Anlass:

Früher dachte ich immer, Mutter zu sein wäre bestimmt ganz schlimm. Dabei bezog sich mein Urteil nicht auf die Fakten meiner eigenen Erfahrung, sondern vielmehr auf einen einzigen Umstand. Meine Oma erhielt regelmäßig Spendenbittbriefe vom Müttergenesungswerk. Wenn Mütter genesen sollen, wären sie demnach krank, so meine Schlussfolgerung. Ich dachte weiter, Mutter sein wäre so was wie eine Grippe mit hohem Fieber, die aber nie vorbeigeht. Deswegen beschenkte ich meine Mutter regelmäßig am Muttertag mit selbstgemalten Bildern, auf denen alles Gute, wahlweise auch gute Besserung stand. Natürlich wurde das irgendwie missverstanden. Dabei hatte ich es nur gut gemeint. Mit den Jahren folgte Selbstgebasteltes aus Filz, Streichhölzern und leeren Klopapierrollen. Ich war sozusagen Vorreiter für die moderne Kunst. Beuys hat später meine Idee mit dem Filz geklaut. Wie er allerdings von meinen Werken Wind bekam, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich – so meine Vermutung – wurde unser Müll damals wegen der hohen Verbrennungskosten oder einer geheimen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Kohleabbaukumpel von Süddeutschland ins Ruhrgebiet transportiert. Immerhin fand ich eines meiner Werke in der Tonne hinter dem Haus. Grund genug, von nun an auf verfallbeständigere Materialien wie gebrannter Ton und Stein auszuweichen.

Irgendwann begann ich den Muttertag zu hassen. In der Schule mussten wir im Werkunterricht bereits eine Woche vor besagtem Tag mit Bastelarbeiten beginnen, die dann zuhause sowieso im Müll landen würden. Außerdem war ungeachtet der Wetterlage ein obligatorischer Spaziergang an diesem Tag angesagt. Ich war Spaziergangnehmer. Von Gewerkschaft und Betriebsrat war damals noch nicht die Rede. Während ich lustlos durch Wald und Wiesen hinter meiner Rudimentärfamilie herschlurfte, sammelte ich Steine, die ich meiner Mutter aufgrund eingeschränkter Jackentaschenkapazität in die Handtasche schmuggelte. Nach unserer Rückkehr leerte meine Mutter ihre Tasche aus und ich sortierte vor ihren Augen die für mich weniger wertvollen mit gezieltem Wurf durch die offene Balkontüre aus. Das war die Mehrzahl der Steine und meine späte Rache.

Heute empfinde ich es – abgesehen von krakeelenden Kleinkindern und Platzmangel– noch ganz nachvollziehbar, wenn die Familien morgens zum Frühstück mit den Kleinen öffentliche Lokalitäten aufsuchen, in denen ich aufgrund von Einkaufsverweigerung zu frühstücken gezwungen bin. Schlimm sind aber die erwachsenen Kinder, die ihren Müttern gelangweilt im gebügelten Hemd gegenübersitzen, um der Mama was Gutes zu tun. Sätze wie Ach wie schön, dass wir heute mal zusammen frühstücken werden zum konversationslückenfüllenden Mantra. Solcherlei Zusammenkünfte sind nur noch durch die Anwesenheit des jeweiligen Lebensabschnittsgefährten zu toppen. Dann sitzen Mama und Tochter/Sohnemann, die Abstammung unverkennbar im Gesicht tragend, nebeneinander und werden durch ein zwischen beiden hin und her wanderndes Augenpaar von gegenüber permanent verglichen. Ich bin mir sicher, die Trennungsrate steigt nach so einem Tag bei unverheirateten Paaren erheblich. Keiner kann die Augen vor den Spuren des Älterwerdens verschließen, doch während man sich selbst mit gnädigeren Augen betrachtet, wird im Angesicht der gealterten Ausgabe des Bettgefährten keine Gnade mehr möglich sein. Mal ganz ehrlich, wer hatte nach einer Familienzusammenkunft nicht schon das Antlitz der Schwiegermutter im Kopf, während man sich abends dem Partner lustvoll nähert. Im Angesicht der Schwiegermutter stirbt jegliche Erotik. Es soll dies gar ein in Fachkreisen empfohlenes Mittel gegen vorzeitigen Orgasmus sein. Davon ist unbedingt abzuraten, denn auf Dauer könnte dies nicht nur einen vorzeitigen Orgasmus, sondern jegliche Lust im Keime ersticken. Und da wundern sich noch Manche, dass ältere Männer oft jüngere Frauen bevorzugen. Bei so manchen Gesichtern, die ich heute sah, wundert mich nichts mehr. Erotisches Heimweh hat seine Wurzeln in genau solchen Tagen wie heute.

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Samstag, 13. Mai 2006
Drag´n drop


und noch einer:



Create your own
gesehen bei Isabo

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Good night and good luck
Das Twisted Bavarian wird heute seine Pforten schließen. Wie es weitergeht, ist noch ungewiß. Ich streck schon mal die Fühler nach geeigneten Alternativen aus.

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Freitag, 12. Mai 2006
Behavioral evaluation of the psychological welfare and environmental requirements of agricultural research animals
Gestern mal wieder Psychocrew light. Erst in einem Flieger unterwegs gewesen, der am Tag zuvor vom Blitz getroffen wurde (ich wusste nicht, dass sich Fluggerät auch verlieben kann). War aber von der Technik freigegeben und so sind wir damit losgeflogen. Die kleinen Spinnereien des Bordcomputers wertete man als PMS. Am Zielflughafen mussten wir ihn dann aber stehenlassen. Hat plötzlich völlig hohlgedreht. Kein Umkehrschub mehr möglich. Naja, wenn er von alleine nicht mehr zurück kann, muss er halt zum Fliegerdoc.

Im nächsten Flugzeug keine Eingabemöglichkeit auf meinem Panel. Habe ihn mit gut Zureden überzeugen wollen, dass die Klassenkonfiguration bei Reihe 10 endet. Er beharrte aber stur weiter auf Reihe 5. Bin zum Cpt und meinte, das Arbeitsverhältnis zwischen Fluggerät und mir wäre gestört, weil der Computer meine Anweisungen missachtet. So kann ich nicht arbeiten. Der hat mich blöd angeschaut und wollte das Kriseninterventionsteam rufen. War aber zu kurzfristig. Reset wollte ich nicht machen, weil die Leute während der anschließenden Lightshow immer so ängstlich dreinschauen. Also auf nach Spanien. Kollegin erzählte viel von ihrem Hund. Der war aus dem Tierheim und gehörte einem Penner. Irgendwann meinte der Tierarzt wegen der überhöhten Leberwerte, der Hund wäre Alkoholiker. Hund auf Entzug war wohl ne ziemlich komische Erfahrung. Ist aber laut Kollegin niemandem aufgefallen, weil der Hund sowieso ziemlich durchgeknallt war. Danach zeigte sie uns Bilder von Hund und Kind. Habe kurz in Erwägung gezogen, zu fragen, ob Kind auch Alkoholiker, weil von einem Penner (Zitat Kollegin), hab´s aber dann gelassen. Das Kind sah auch noch einigermaßen gesund aus. Kriegt nur frisches Gemüse, obwohl die Mutter dafür kaum Geld hat. Der Penner zahlt nicht. Das war das Stichwort für Kollegin2. Ihr Typ macht grade auch kein Geld, dafür eine Ausbildung als Sommelier. Meine Güte, wie naiv kann man eigentlich sein? Der holt sich doch nur eine Bescheinigung, um offiziell zu saufen. Dass man dafür allerdings eine Ausbildung braucht, ist mir neu. Egal.

Irgendwann waren dann die internen Erzählungen beendet, man braucht nicht mehr voneinander zu wissen. Also holt man sich Gesprächsstoff aus Frauenzeitschriften. Ja, Madonna ist ganz schön alt geworden und die Crystal vom Denver Clan kann ihr Gesicht nicht mehr bewegen. Dafür gibt´s Kleider zum Gucken, die man sowieso nie tragen würde. Wenn ich was anziehe, dann tu ich das entweder, weil es zu kalt zum nackt rumlaufen ist oder unangemessen. Wieso sollte ich ein Oberteil anziehen, wo ich Angst haben muss, dass mir bei der nächsten Bewegung eine Titte rausfällt? Wenn ich mich nicht bewegen will, leg ich mich auf die Couch. Da brauch ich keinen Fummel für Tausend Tacken kaufen.

Auf dem Weg aus dem Cockpitfenster geschaut. Cpt sagte, da unten sei der Mont Blanc. Kenn ich sagte ich, hab auch einen daheim. Wieder komische Blicke. Der dachte allen Ernstes, ich rede von meinem Freund. Ich hab mir ja schon viele komische Bezeichnungen für das beste Stück meines jeweiligen Partners ausgedacht aber Mont Blanc war sicher nicht dabei. Als er anschließend auf die Fontäne am Genfer See zeigte, hab ich nix mehr gesagt. Dass einem aber auch alles so zweideutig ausgelegt wird. Bin froh, dass ich so selten fliege. Fliegen macht blöd. Echt jetzt. Da ist der Umgebungsdruck zu niedrig und das Hirn kriegt seltsame Auswüchse. Ausserdem ist die Strahlung höher. Fühle mich seit gestern ziemlich verstrahlt. Hat aber auch sein Gutes. Eines Tages muss ich vielleicht nicht mehr so viel nachdenken. Dann werde ich nur noch selig lächelnd durch die Gegend laufen. Mir egal, ob andere glauben, ich wär auf Droge oder hätte eine Erscheinung gehabt. Ich muss ja dann nicht mehr drüber nachdenken. Und alles ist total easy. Fly me to the moon and let me be around the stars lalala....blablubnananatadada Jupiter and Mars. In other words...äh... this is cool,

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Donnerstag, 11. Mai 2006
Living in the past
Manchmal wacht man morgens auf und denkt, es war alles nur ein Traum.

Und immer schön das Kleingedruckte lesen:

Was ist Vergangenheit? Ein Abbild in unserem Kopf. Sie lässt sich nicht anfassen, genauso wenig wie Zeit. Sie ist vom eigenen Denken geprägt. Sowas wie absolute Vergangenheit gibt es nicht. Ob ich mich an eine Begebenheit im Wachzustand oder einen Traum erinnere, macht prinzipiell keinen Unterschied. Folglich unterscheidet sich die Erinnerung an Vergangenes nicht von der Erinnerung an einen Traum.

Manchmal wache ich morgens auf und denke, ich hätte mein Leben nur geträumt. Aus diesem Traum möchte ich aufwachen. Ich möchte mich selbst schütteln und mich anschreien WACH AUF. SIEHST DU NICHT, WAS DU DA TUST? Dann aber verliert alles die übermächtige Bedeutung, die ich den Begebenheiten beigemessen habe. Alles wird undeutlich, verschwimmt,verlischt, genau wie man einen Traum der vergangenen Nacht im Laufe des Tages vergisst, wenn man ihn nicht in Worten festhält.

Die Vergangenheit ist nicht wichtiger als ein Traum. Wieso sollte ich sie festhalten? Schon im nächsten Moment wird die Gegenwart zur Vergangenheit, ist vorbei, kann nicht mehr geändert werden. Manche Menschen wünschen, die Vergangenheit ungeschehen machen zu können. Warum, wo sie doch so flüchtig wie der Moment ist? Sie ist nicht wichtiger als man sie selbst macht. Wer unter Vergangenem leidet, wird nie in der Gegenwart genießen können. Er wird die Gegenwart zur Vergangenheit machen und die Vergangenheit zur Gegenwart.

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Mittwoch, 10. Mai 2006
Blind spot
Stellen wir uns folgende Situation vor: Eine Frau und ein Mann sitzen sich in der U-Bahn gegenüber. Die Frau bemerkt, dass der Fremde einen Fleck auf der Hose hat. Erst überlegt sie, ob sie einfach wegsehen soll oder was sagen. Sie beschließt, ihn darauf aufmerksam zu machen. Schließlich will sie hilfreich sein und nicht wie alle anderen wegsehen. Sie eröffnet das Gespräch mit Sie haben da einen Fleck auf der Hose. Der Mann wird rot und beginnt sich fürchterlich aufzuregen. Er brüllt sie an Was fällt ihnen ein, mich darauf aufmerksam zu machen? Das ist nicht ihr Bier. Kümmern sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten. Überhaupt ist da gar kein Fleck. Ich werde sie wegen übler Nachrede verklagen. Die Frau ist ein wenig verduzt, dann dreht sie sich weg und geht.
Was ist geschehen? Der Mann hat Angst. Statt den Fleck anzusehen und sich bei der Frau zu bedanken, beginnt in seinem Kopf ein Verdrängungsprozess. Insgeheim weiß er, dass sie Recht hat, dass da ein Fleck ist und dass er ihn nicht mehr verbergen kann. Doch statt sich das einzugestehen und etwas dagegen zu unternehmen, hat er beschlossen, den Fleck zu ignorieren. Er fühlt sich zu schwach, um den Fleck mit Waschmittel zu bearbeiten oder auch nur die Hose zu wechseln. So trägt er Tag für Tag dieselbe Hose in der Hoffnung, es würde keinem auffallen. Bisher funktionierte das auch ziemlich gut. Die Leute haben weggesehen und er selbst muss ja nur geradeaus schauen, dann sieht er den Fleck auch nicht. Als die Frau ihn darauf anspricht, kann er das Bewußtsein über den Fleck nicht mehr verdrängen. Durch sein Geschrei haben es sogar noch mehr Menschen mitbekommen, die sonst nichts gemerkt hätten. Jetzt beginnt er die Frau zu bekämpfen, anstatt die Ursache. Paradebeispiel für Projektion der eigenen Probleme auf andere.

Passiert übrigens fast jeden Tag. Man muss nur Statistiken lesen zu Nachbarschaftsstreits, Polizeiprotokolle und Gerichtsurteile. Die Menschen haben es versäumt, das Eltern-Ich zu verinnerlichen, weswegen sie es immer wieder im Außen in Form von Polizei, Gesetzen, Gerichtsurteilen etc. suchen. Sie verklagen andere, nur um von sich abzulenken.
Unser Mann von der U-Bahn müsste dazu aber erst mal beweisen, dass da kein Fleck ist. Das dürfte ziemlich schwer werden. Soviel Energie in die falschen Bahnen gelenkt und verschwendet. Angst ist ein ganz schlechter Ratgeber. Vielleicht hätte er die Frau einfach um einen Rat bitten sollen. Sie hätte ihm sicherlich sagen können, wie er am Besten vorgeht, um den Fleck zu entfernen. Gibt ja altes Hausfrauenwissen, das von Generation zu Generation durch Überlieferung in geheimen Waschhausritualen weitergegeben wird. Die Frau in unserem Fall wird nach dieser Reaktion sicher nicht mehr bereit sein, ihre Kenntnisse zu verraten. Was sie jedoch immer wieder tun wird, ist, nicht wegschauen. Sie legt den Finger auf blinde Flecke, weil sie die Menschen mag, wie sie sind. Mit all ihren Flecken. Und weil sie weiß, dass blinde Flecken existieren, auch wenn man sie nicht ständig sehen kann.

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Dienstag, 9. Mai 2006
Spülen nicht vergessen
Meistens passiert es, wenn das Wetter schlechter wird. Ich meine nicht, wenn man schon in der Elvira oder dem Klaus steckt. Nicht, was Ihr schon wieder denkt. Seit einiger Zeit werden Tiefdruckgebiete durch Namensgebung vermenschlicht. Gut finde ich das nicht. Erst gab´s einen Aufschrei aus feministischen Reihen, weil die Tiefs immer Frauennamen trugen und die Hochs immer Männernamen, bis das geändert wurde. Die heutigen Feministinnen haben sowieso nix kapiert aber das führt jetzt zu weit. Jedenfalls ist das so ein komisches Ding der Menschen, alles und jedes zu vermenschlichen. Gott ist der mit dem langen Bart, die Spülbürste bekommt lustige Augen aufgedrückt und das Haustier wird zum Partnerersatz. Ob so eine Schlechtwetterfront auch personifiziert wird, damit man sie noch liebhaben kann, selbst wenn sie rumgrollt, weiß ich nicht so genau. Ich vermute mal, die Menschen versuchen einfach alles ihrer Kontrolle zu unterwerfen. Dazu geben Sie so unkontrollierbaren Ereignissen einfach blöde Namen. Da kann man sich leichter drüber lustig machen. Und dann ist das Tief nicht mehr so tief und das Hoch nicht mehr zu hoch.

Ein Wetterumschwung begünstigt pathetische Stimmung. Plötzlich findet man sich beim alte Kinderbilder anschauen oder Liebesbriefe lesen wieder. Das Verlangen, Gedichte zu schreiben wird auf einmal unbezwingbar. Schließlich hat man schon verdrängt, dass das damals auch schon gewaltig schief ging, weil man es ja immer noch mit dem Alter und der fehlenden Reife vor sich entschuldigen kann. Unentschuldbar sind allerdings die mickrigen Versuche, die man jetzt zu Papier bringt und nicht sofort danach vernichtet. Da hilft auch nicht die Rechtfertigung, dass Hesse sein ganzes Leben lang spätpubertäre Ejakulate zu Büchern verwandelte. Man ist keine 15 mehr und auch kein Hesse.

Was man ist, weiß man oft nicht so genau. Man kann vielleicht ein wenig zeichnen, fotographieren oder schreiben, ein wenig Klavier spielen und etwas stricken. Zu mehr hat es jedoch nie gereicht. Im Bekanntenkreis stoßen die selbstgetöpferten Aschenbecher auch nicht auf die erwartete Resonanz. Wo soll man denn jetzt hin mit all der aufgestauten Kreativität? Man könnte sich ablenken, indem man masturbiert oder Pickel ausdrückt. Das ist allerdings durch gesellschaftliche Beschränkungen nicht immer und überall möglich. Der Ausdrucksdrang wird irgendwann mal so übermächtig, dass man beginnt, verzärtelte Worte wie Blütenblätter über das Internet zu verstreuen. Gefährlich, gefährlich, sag ich da nur. Manchmal wird man nämlich noch nach Jahren verlinkt und dann ist gute Ausrede teuer. Deswegen mein Rat: bei unüberwindbaren Pathetikanflügen unbedingt den Stecker ziehen, die Tinte verstecken und in der Mitte des Wohnzimmers nach Tanztheatermanier Worte in Bewegung verwandeln. Das ganze betrachtet man währenddessen im Spiegel oder - noch besser - nimmt es auf Video auf. Wer sich spätestens beim Betrachten seiner Verrenkungen noch nicht lächerlich vorkommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Wahrscheinlich wurde der auch in der Szene aus Gottes vergessene Kinder von Rührung ergriffen und fortgetragen, als William Hurt der Gehörlosen Marlee Matlin gehörte Musik mit Bewegungen darzustellen versucht. Ich wurde damals von einem Lachanfall ergriffen, da für mich diese Szene eine der großen Peinlichkeiten in der Filmgeschichte war (nein, nicht der Versuch, einem Gehörlosen seine Hörerfahrungen näherzubringen, sondern die linkischen Bewegungen vom Willi Schmerz).

Leute, ihr müsst keine Gedichte schreiben und nicht tanzen. Ihr müsst auch nicht besser zeichnen oder kochen können als andere. Ihr müsst Euch überhaupt nicht vergleichen. Seid einfach. Dann wisst Ihr ziemlich schnell, wer ihr seid.

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Hoy es tu día
Quiebra tus insólitas cadenas
Brille la aurora
El nuevo espectáculo está a tus puertas
Golpea
Y abrelas la considerarte algo más
de lo que las concienciarte han dicho

Eres más que lo que tu pensamiento te dicta
Eres la gota del immenso oceán

G. Daniel


Feliz cumpleanos mi cuate!
das ~ rutscht leider ständig vom n

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Montag, 8. Mai 2006
Mitten in die Fresse
Ich bin sauer. Nein, ich bin stinkig. Nein, ich bin richtig wütend. Aber sowas von. Hab ich mich doch selbst dabei ertappt, wie ich etwas getan habe, das ich nicht mehr tun wollte. Hab gedacht Ist doch ganz einfach: tu´s halt nicht mehr. Hab damit aufgehört. Einfach so. Aber das Unterbewusstsein ist nicht so doof, wie man meint. Och, dieses komische Ding, das schwachsinnige Träume produziert und alles schön in Beamtenmanier registriert, einordnet und archiviert, was reinkommt, dieses Ding ist so blöd, das muss man nicht beachten. Hab mich selbst für unheimlich schlau gehalten, viel schlauer als die Angestellten der Zentralverwaltung von Scheiße. Aber wie das halt so ist, Dumme unterschätzt man leicht. Gibt so einen Spruch Streite Dich nicht mit Dummen. Sie ziehen dich auf ihr Niveau runter und schlagen dich dann aufgrund ihrer Erfahrung. Jo, die zentrale Scheißverwaltung hat sich dann vor paar Tagen gemeldet. Hat mir einige Protokolle unter die Nase gehalten und gesagt, dass ich jetzt bezahlen soll. Keine Ahnung, wo die das Zeug rausgekramt haben. Dachte immer, ich hätte es durch den Aktenvernichter gejagt, bevor ich gegangen bin. Die haben aber eine Zweitschrift davon und nicht nur das, die haben das ganze Protokoll sogar hundertfach vervielfältigt. Als ich das gecheckt hab, bin ich erst mal auf Tauchstation. Türen und Fenster verrammelt, Telefon nicht beantwortet und Türklingel ignoriert. Doch die finden immer einen Weg. War diesmal wohl die Hundeklappe. Jedenfalls standen sie ganz wichtig mit dem Wisch vor meiner Nase rumwedelnd vor mir. Erst mal wollte ich nichts ohne meinen Anwalt sagen. Der ist aber zur Zeit im Urlaub. Also musste ich mitkommen in die miefige Zentralverwaltung. Eine Stellungnahme soll ich verfassen, eher lassen die mich nicht wieder raus aus dem Bunker.

Und da sitze ich jetzt und denke darüber nach, wie ich mein Verhalten rechtfertigen soll. Täuschen kann ich sie nicht mehr. Muss ich halt ehrlich sein. So Sätze wie ich konnte halt nicht anders und ich wollte doch nur helfen ziehen bei denen nicht. Auch nicht ich bekenne mich schuldig und akzeptiere jede Strafe, weil dann sagen die, das hätte ich schon letztens zu Protokoll gegeben. Überhaupt ist das mit Strafe so eine Sache. Hey, wir sind ja nicht mehr im Mittelalter, wo die Kirche im Namen Gottes Schuld und Sühne ausrufen lässt, weil sich damit besser unterdrücken lässt. Ich bin schon groß, kann selbständig denken und glaube nicht an Sachen wie Strafe und Sünde. Ich glaube an Konsequenzen und Eigenverantwortung. Also das Ganze noch mal überdacht. Sage einfach, ich passe nächstes Mal besser auf mich auf. Das akzeptieren die. Denen geht es auch nicht um Bestrafung, weil die genau wissen, dass es Strafe genug ist, in der miefigen Zentralverwaltung zu sitzen und Protokolle vorgelesen zu bekommen. Sage ich einfach Aha, so ist das also!. Ist auch so. Nicht mehr und nicht weniger. Im Grunde wollen die mir nix Böses. Sind zwar lästig aber nicht schlecht. Manchmal passen die richtig gut auf mich auf. Muss halt nur regelmäßig die Newsletter lesen, dann brauch ich mich auch nicht vor denen fürchten. Wir kennen uns schon länger. Mal sehen, vielleicht gehen die mit mir mal einen O-Saft trinken. Falls nicht, bin ich nicht böse. Die melden sich schon wieder. Bald bestimmt.

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Sonntag, 7. Mai 2006
To whom it may concern
An dieser Stelle ein von Herzen kommendes Dankeschön an all die Leute da draußen vor den Kisten, die mir in der vergangenen Woche mit Trost und Ablenkung zur Seite standen. Ihr habt mir unendlich geholfen. Auch dem ein oder anderen Kommentator, den ich nicht persönlich kenne, gilt mein Dank. Selbst wenn das Netz als anonym verpönt ist, habe ich über diese Seite sehr viel Wärme erfahren und Menschen darüber kennengelernt, die mich das Vertrauen in die Menschheit zurückgewinnen ließen.

Leute, Ihr seid großartig!

Hach, was bin ich pathetisch. Gleich muss ich weinen...

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Alkohol ist kein Sanitäter in der Not
Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit. Es sind mehr Männer als Frauen betroffen. Oft ist die Flucht in den Alkoholismus eine Folge von anhaltendem Stress oder anderen psychischen Ursachen. Der Betroffene trinkt, um sich Erleichterung zu verschaffen und zu vergessen. Meist hält dieses Verhalten bereits seit Jahren an, ohne dass Angehörige und Freunde es bemerken.

Woran man einen Alkoholkranken erkennt:

Er trinkt das erste Glas sehr schnell
Er trinkt mehr als 0,5l Alkohol pro Tag
Starkes Zittern und Schwitzen
Auffällige Gelbfärbung um die Augen, wenn die Leber bereits angegriffen ist
Großflächige Rotfärbung der Gesichtshaut
Akneanfälligkeit durch hormonelle Störungen, sowie Ausfall der Brustbehaarung
Typische „Trinkernase“
Weiße Nägel
Gewichtszunahme trotz geringer Nahrungsaufnahme
Schluckbeschwerden in Folge von Speiseröhrenentzündungen
Aufgedunsener Körper, auch im Gesicht
Erektionsstörungen bei Männern
Verlust des sexuellen Interesses
Antriebslosigkeit und Gedächtnisschwächen, Konzentrationsstörungen,
später Totalausfälle
Teilweise Angstzustände
Bunkern von Alkoholika auf Vorrat
Abstreiten und Leugnen des Trinkverhaltens
Sich selbst und anderen beteuern, man könne jederzeit damit aufhören
Aggressives Verhalten gegen Nahestehende bzw. sich selbst
Geringes Selbstwertgefühl bzw. nach außen übersteigertes
Vertuschen von Beweisen (z.B. häufige Flaschenentsorgung obwohl ansonsten die Wohnung eher unordentlich ist)
Vorratsverstecke einrichten
Heimliches Trinken (im Keller, im Auto, im Badezimmer)
Alkoholfahne (sofern kein Wodka getrunken wird)
Hoher Kaugummi, Fishermens o.ä. Konsum
Später wandelt der Stoffwechsel den Alkohol direkt in Ammoniak um, dann riecht der Abhängige nach "Essig"


Ein Trinker sucht sich Verbündete (manchmal auch nur Saufkumpel). Willigt ein Familienmitglied oder Freund ein, wird dieser bei Hilfsangeboten zum Co-Abhängigen. Meist beteuert der Betroffene Besserung, bleibt zum Beweis einige Tage nüchtern, erliegt jedoch dem Druck der Abhängigkeit schon nach kurzer Zeit durch einen Rückfall.

Erst wenn der Trinker vollkommen alleine gelassen wird, kann eine Einsicht in das eigene Verhalten stattfinden und externe Hilfe in Form von Entzug angenommen werden. Falls auch das nicht zur Einsicht führt, steht dem Alkoholiker der gesundheitliche und soziale Abstieg bevor.
Für Angehörige und Freunde ist es meist hart, den Trinker in sein Verderben laufen zu lassen. Es ist unerlässlich, sich darüber bewusst zu sein, dass dies der einzige Weg aus der Sucht und in ein freies Leben für den Kranken ist. Nur wenn der Leidensdruck hoch genug ist, wird der Abhängige einsichtig.

Weiterführender Link

Danke für die Aufmerksamkeit

Nachtrag: In jeder Stadt gibt es Selbsthilfegruppen für Angehörige von Alkoholikern, genannt Alanon.

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Samstag, 6. Mai 2006
down-and-out
Die zehn deutlichsten Anzeichen für den unmittelbar bevorstehenden sozialen Abstieg:

1. Du fragst auf Beerdigungen die Angehörigen nach der Kleidergröße des Verstorbenen
2. Du triffst an der Nachttankstelle viele Freunde und bekannte Gesichter
3. Dein neuester Schwarm ist Kassiererin an der Nachttankstelle
4. Wenn du den abgelegten Hut wieder aufsetzt, fallen Geldstücke heraus
5. Der Inhalt öffentlicher Abfalleimer interessiert dich mehr als der Inhalt fremder Damenblusen
6. Unter Brücken fühlst du dich spontan geborgen und ein wenig schläfrig
7. Du lässt dir nach dem Geschäftsessen im Restaurant die Reste von allen Tellern einpacken
8. Du sammelst alte Zeitungen, weil die im Winter schön warm halten
9. Den letzten Urlaub hast du ausschließlich durch Flaschenpfand finanziert
10. Die Männer vom Sperrmüll lassen deine Sachen stehen, weil die keiner anfassen will

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