Montag, 22. Januar 2007
Everybody`s free
Music: Baz Luhrman, words based on a column of Mary Schmich in the Chicago Tribune 97

Don’t feel guilty if you don’t know what you want to do with your life,
the most interesting people I know didn’t know at 22
what they wanted to do with their lives,
some of the most interesting 40 year olds I know still don’t...


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Mittwoch, 17. Januar 2007
For you to notice
dashboard confessional

Bis jetzt hab ich noch keinen Menschen getroffen, der Gedanken lesen kann. Warum das dennoch so viele Menschen erwarten, ist mir ein Rätsel. Der Andere soll erahnen, erspüren und interpretieren, was man möchte, um es einem dann bitteschön in der richtigen Dosierung zukommen zu lassen. Erfüllt das Gegenüber diese hohe Erwartung nicht, handelt es sich automatisch um einen kalten Menschen, einen Egoisten oder - um in Beziehungstermini zu sprechen - einfach nicht um DEN Richtigen. Solche Menschen denken meist um viele Ecken, was es noch schwieriger macht, diesen Anspruch zu erfüllen. Das einfachste Mittel wäre nämlich, den Mund aufzumachen, um zu formulieren, was man sich gerade wünscht.

Stellen wir uns mal folgende Situation beim Bäcker vor: eine Frau/Mann/Kind/Hund (wir wollen doch keine Klischées bedienen) steht erwartungsvoll vor der Theke.
Angestellte: "Was wünschen Sie bitte?"
Kunde: "..."
Angestellte, auf Brötchen deutend: "Heute vielleicht zwei Sesam- und zwei Mohnsemmeln?"
Kunde, mit unveränderter Mimik: "..."
Angestellte, irritiert: "Dann vielleicht ein Brot? Mehrkorn, Sonnenblumen oder doch Mischbrot?"
Kunde, mit leicht abwärtsgerichteten Mundwinkeln: "..."
Angestellte: "Ah, doch lieber ein Hefezopf, nicht?"
Kunde dreht sich wortlos um und verlässt den Laden. Vor der Türe trifft er den Nachbarn: "Stell Dir vor, ich war eben in der Bäckerei und die Verkäuferin, dieses unsensible Miststück wusste nicht, was ich will. Dabei müsste sie mich nach all der Zeit doch wirklich kennen. Hat mir Brot angeboten. Muss ich denn wirklich jedesmal erst was sagen, wenn ich eine Breze haben möchte?"
Nachbar, nickt zustimmend: "Ja, typisch Bäckereiangestellte. Die denken auch immer nur an Brot."

Für manche Menschen sinkt der Wert einer entgegengebrachten Aufmerksamkeit, wenn sie durch Worte eingefordert werden musste. Wie eine Mutter die Bedürfnisse des sich nicht artikulieren könnenden Kleinkindes erahnt, so wünschen wir insgeheim ein ganzes Leben lang unsere Bedürfnisse wortlos gestillt zu bekommen. Mit ein paar nachdrücklichen Tränen oder Wutanfällen haben viele ihre Partner nach Jahren soweit konditioniert, dass das Schema einigermaßen funktioniert.
Im Grunde bleibt die Geste jedoch immer das, was sie ist, ob nun erbeten oder überraschend erhalten: etwas, das uns ein Mensch freiwillig entgegenbringt, weil ihm an unserem Wohlergehen liegt. Warum es sich und seinen Mitmenschen so schwer machen, wenn es so einfach sein könnte.

In diesem Zusammenhang will ich gleich mal ankündigen, dass ich mir zu meinem Geburtstag am Montag einige nette Kommentare und Gratulationen - gerne auch per Mail (frauklugscheisserätgooglemaildotcom) - wünsche. Ein entsprechender Eintrag folgt noch.

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Montag, 15. Januar 2007
and it burns, burns, burns
"Schdinga duans scho, de Krautwickal" dachte ich noch so bei mir - ganz in Monaco Franze Manier, bevor jener die Wohnung vom Kopfeck in Flammen setzt - und wunderte mich, wer denn wohl im Haus solch üble Gerüche erzeugte, während ich versunken in die Tubentiefen fasziniert das vierte Fundstück einer herausragenden Pianistin anhörte und noch bei Weitem nicht am Ende der Suche angelangt war. Mit Beginn der Coda - und Kenner der Sonatenhauptsatzform wissen wohl, dass diese sich, je nach Epoche, durchaus länger gestalten kann - wuchs in mir die Gewissheit, die Quelle der Geruchsbelästigung könnte aus meiner Küche stammen. Noch war ich jedoch nicht bereit, meinen Hörgenuss zu unterbrechen, bedeutet doch dies, ich müsse die ganze Sonate von vorne beginnen. Ausserdem konnte ich mich selektiv nicht mehr an eine jüngste Inbetriebnahme des heimischen Herdes erinnern. Mit den letzten verklungenen Akkorden schweifte mein Blick gen Küchentüre, die bereits umrahmt von grauen Nebelschwaden, mich schnell auf den Boden der Realität holte. Was folgte, erübrigt sich im Einzelnen zu berichten. Brennende Würstchen stinken so gottserbärmlich, dass selbst die klassikliebende Obermieterin keine weitere Sonate lang den Anruf bei der Feuerwehr hinausgezögert hätte.

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I like Chopin
Vladimir Horowitz war einer der größten Pianisten. Dennoch war mir sein Name erst spät ein Begriff. Im zarten Alter von 9 Jahren begeisterte mich vielmehr sein Zeitgenosse Arthur Rubinstein mit der Interpretation von Chopins Klavierwerken. Zu den Walzern ließ es sich herrlich im Faschingsprinzessinnenkostüm auf heimischem Wohnzimmerteppich tanzen. Zur ersten Aufnahme von Horowitz kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Ich besaß damals einen Radiokassettenrekorder und durchforstete das Klassikprogramm nach Werken, die ich nicht kannte. Wichtiger als der Name des Interpreten war mir damals die Vollständigkeit meiner Sammlung in Bezug auf Komponisten. Als die Kreisleriana von Schubert angekündigt wurde, drückte ich auf Aufnahme, ließ den Scriabin durchgehen, tolerierte Liszt, und wechselte die Seite noch für diverse Chopinzugaben. Unter der Plastikhaube eine liebevoll gemalte Klaviatur, innen akribisch mit Hilfe der Rundfunkzeitschrift beschriftet und schließlich vergessen, so verbrachte sie Jahre zwischen all den anderen Kassetten, bis mir klar wurde, welches Juwel ich da mitgeschnitten hatte. Nachdem Horowitz Deutschland aus geschichtlich nachvollziehbaren Gründen den Rücken kehrte, brach er 1986 sein Versprechen, nie mehr hier aufzutreten. Das Konzert in Berlin war ein legendäres und die Kassette - einmal zu oft gehört - überlebte nur, weil ich sie in den darauffolgenden Jahren statt abzuspielen nur noch zärtlich streichelte und dann in das Archiv zurücklegte. Besonders irritierte mich damals die Chopininterpretation, denn von Rubinstein war mein Ohr an ein ausgewogenes, beinahe lyrisch verzärteltes Klangkonglomerat gewöhnt. Was ich von Horowitz zu hören bekam, ähnelte eher einem, der zielgerichtet auf den Seelenabgrund zudonnert, sich kurz vor dem Fall am Rande des Wahns taumelnd fängt und sich sogleich tanzend dreht als wäre nichts gewesen.

Hermeneutik ist meine Sache nicht, obwohl ich mich damit in guter Gesellschaft befinde. Während meines Studiums waren die Vorlesungen von Herrn Kaiser - nicht der von der Hamburg-Mannheimer, sondern der Reich-Ranicki der klassischen Musik - nicht nur gut besucht, weil der Mann einen Unterhaltungswert besaß, der seinesgleichen selbst unter den großen Entertainern sucht, sondern vor allem, weil die kleinen Studenten diesem Grand Seigneur ja am Ende des Semesters beweisen mussten, wie gut sie verwertbare Informationen zwischen all den kleinen Anekdoten, wie etwa, dass sich Rubinstein während Interviews gerne mit den Spargelfäden zwischen seinen Zähnen beschäftigte, herauszufiltern in der Lage waren. In der folgenden Prüfung in Musikgeschichte sollte ich anhand eines mir bis dato unbekannten Klangbeispieles - das Scherzo aus der zweiten Klaviersonate von Chopin, mich interessierten jedoch Gassenhauer, wie es diese Trauermarschsonate ist, damals nicht sonderlich - Epoche und Komponist bestimmen. Den Interpreten erkannte ich sofort, was ich meinen Prüfern nicht vorenthielt. Mit entsprechender Terminologie gewappnet beantwortete ich die folgende Frage korrekt, warum das Stück nicht von Schumann sein könne. Herrn Kaiser gab sich damit jedoch nicht zufrieden und fügte hinzu, Schumann klänge "gesünder" als Chopin, was mich wiederum an die Eurythmiker in den Musiktheoretischen Vorlesungen erinnerte, die Klangdynamik oder Rubati meist als "Wellen" bezeichneten und sich auch sonst ihr Wissen ausschließlich tanzend anzueignen schienen.

Schnell erkannte ich, dass die Welt außerhalb der Hochschulen nicht sonderlich viel mit Fachterminologie am Hut hat. So waren die Eurythmiker und Hermeneutiker in ihrer Ausdrucksweise eindeutig denen gegenüber im Vorteil, die sie gerne als verkopft bezeichnen. Der gemeine Leser widmet sich in Wort und Bild lieber Gegenüberstellungen seiner ihm eigenen neurotischen Gefühlswelt im Bezug zur Klangkunst als sich wissenschaftliche Abhandlungen einzuverleiben. Und so gesehen klingt Schumann für einen Durchschnittskonsumenten, derer viele beispielsweise in den Hochschulen zu Instrumentalakrobaten herangezüchtet, nicht aber zu Musikern ausgebildet werden, ohne tieferes Hintergrundwissen eben durchweg gesünder als Chopin. Im Folgenden dürfen Sie sich vom einen selbst ein Bild machen. Allerdings rate ich zu kritischer Haltung. Was unten verlinkt, ist Chopin, wie ihn Horowitz sah. Als Vergleichsaufnahmen biete ich Arthur Rubinstein und Martha Argerich, die schon in jungen Jahren ähnlich kraftvoll wie Horowitz spielte und somit dessen ironischen Ausspruch widerlegte, es gäbe „[...] nur drei Sorten von Pianisten: jüdische, homosexuelle und schlechte."

Zu allen drei Aufnahmen gäbe es noch viel zu sagen, hätte ich es mir damals nicht hinter die Ohren geschrieben, meinen Mund zu halten und den Adorno im Regal ganz unten zu verräumen, dort nämlich, wo er für die Balance zwischen Boden und Brettern sorgt. Nur soviel sei angemerkt: Horowitz ist nicht Klavierartist um des Effektes Willen, wie etwa heutige Dressurwunder aus Fernost und anderswo, sondern hält stets die Balance zwischen notwendig und effekthaschend. Zum herausragenden Künstler wurde er nicht durch makelloses Spiel - im Konzertmitschnitt griff er gelegentlich daneben, was ihn umso wertvoller gegenüber geschliffenen CD Aufnahmen macht - sondern durch die Fähigkeit, in der Musik eines anderen seine Persönlichkeit auszudrücken. Vielleicht ist es aber nur das Krankhafte, das Horowitz und Chopin vereint. Horowitz litt zeitlebens an Depressionen, aufgrund derer er sich immer wieder aus dem Konzertleben zurückzog. So darf der Wahn zur Freude des Hermeneutikers dort aufblühen, wo er ihn am liebsten formuliert, nämlich in der Kunst.


Chopin Polonaise As-Dur op.53, Horowitz Wien 1988?

Und im Grunde habe ich den Text drumrum nur geschrieben, weil meine Entzückung über dieses Fundstück irgendwohin musste.

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Sonntag, 14. Januar 2007
A room with a view (6)

Frühling in Sao Paulo

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Freitag, 12. Januar 2007
Ihr lacht wohl über den Träumer, der Blumen im Winter sah?
Atmen. Atmen lassen. Ohne Anstrengung. Ein und aus. Mit der ausfließenden Luft sinkt mein Körper tief hinunter. Und dann ist da dieser Moment der Ruhe, kurz bevor die Luft erneut meine Lungen füllt. Es fühlt sich an, als wäre ich in mir angekommen. Dieser kleine Augenblick des Friedens, den ich tagsüber vor lauter Denken nicht wahrnehme, jetzt ist er da. Etwas, das mich an innere Heimat erinnert.

Heimat, was ist das? An jene, wo die Freunde sind, glaube ich nicht mehr. Man ist immer allein. Umso mehr, wenn man sich selbst verloren hat. Kaum einer kann sich noch spüren, sich aushalten, ohne im nächsten Moment die Flucht in Ablenkung zu ergreifen. Jetzt ist, wenn es weh tut*. Manche Berührung schmerzt. Trotzdem suche ich nach etwas, das mich berührt, suche nach Gemeinsamkeit, nach geistigen Berührungspunkten.

Und plötzlich ist sie wieder in meinem Kopf, in den Ohren, im Herzen. Musik. Klänge, die mich ein Leben lang begleiteten, mit denen ich mich verbunden fühle. Meine innere Heimat. Teilen kann ich sie nicht, die Gefühle. Mir fehlen die Worte. Wie so häufig in letzter Zeit, bin ich damit alleine. Aber einsam bin ich damit nicht mehr.

*erinnert von hier


F. Schubert Sonate A-Dur D.959

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Donnerstag, 11. Januar 2007
God's gift to man
Eben in den Youtube-Kommentaren entdeckt und für gut befunden:

HIGHLY SUBSTANTIATED CRITICISM? What the hell kind of substance is "gift of the gods" and your "perfect command of English" and PARROTS? I'LL tell you what it is. According to the latest research, it's been widely accepted by world-renowned scientists that those comments are products of a highly undeveloped subspecies of humans called DUMBASSES who are too shockingly STUPID to notice the greatness of [insert artist's name].

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Mittwoch, 10. Januar 2007
A room with a view (5)





Selbe Stadt, verschiedene Zimmer.
anyone?

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Freitag, 5. Januar 2007
Sätze, die man sofort bloggen muss (18)
Nur damit das ein für allemal klar ist: wenn ich den Kellner frage, ob sich in der gewählten Speise Schalentiere befinden, meine ich damit nicht Schildkröten und Schnecken.

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Donnerstag, 4. Januar 2007
C'est la voix d'un chagrin tout neuf
Aus, Basta, genug, endgültig. Ich reiche die Scheidung ein. Keine Minute will ich mehr mit mir verbringen, geschweige denn zusammen wohnen. Den Meistertitel in der Disziplin Bedauern meines bemitleidenswürdigen Selbstes hätte ich über die letzten Wochen mühelos gehalten. Umso trauriger, dass damit kein Blumentopf zu gewinnen ist und ein Anlaß mehr, mich schlecht zu fühlen. Das einzige, was ich wirklich gut kann, ist nicht mal eine Auszeichnung wert. Dabei bedarf es keiner Anstrengung, um in der nächsten Sekunde in Tränen auszubrechen. Gründe schießen wie Unkraut aus dem Boden. Man muss nur einmal richtig in Fahrt kommen. Die entsprechende Abzweigung im Gedankenlabyrinth und schon wird aus jedem Sonnentag ein verhangener par excellence. Schnell die letzten Kränkungen memoriert und das Perpetuum mobile beginnt sich zu drehen. Eins, zwei, drei, die reinste Lust ist so ein watzlawick'scher Selbstläufer.

Die Hölle, das sind natürlich die anderen. Immer. Wer sich anständig bemitleiden will, dem steht der Sinn nicht nach Reflektion. Wenn da keine anderen sind, fein. Man glaubt sich mutterseelenallein in dieser bösen, kalten Welt. Neues Futter für neue Tränen. Die dunkle Jahreszeit tut das ihre. Und Weihnachten, welch ein Quell unerschöpflicher Trauer. Eine verlorene Kindheit will ordentlich beweint sein. Hochsaison des Verlangens nach Geborgenheit, wie man sie an gewöhnlichen Tagen in der romantischen Liebe feiert. Unstillbare Lust auf Heimat. Ein Grund mehr, sich ohne Sicherheitsleine in Gefühlstäler fallenzulassen. Je härter der Aufprall, umso besser. Seht her, ich hab's getan und bin, oh Wunder, verletzt. Da springt es sich gleich doppelt so schön.

Mit fortschreitender Zeit verliert das Spiel seinen Reiz. Umso schneller, je weniger applaudierendes Publikum die Hölle anheizt. Ohne Encore! kein zweiter Vorhang. Mit faulen Tomaten lässt sich nur aus Abstand gut werfen. Um diesen zu gewinnen, muss man schon von der Stelle, auf der man seit Wochen von einem Bein auf's andere oder gar auf die eigenen Zehen tritt. Heraus aus dem Rampenlicht des eigenen Selbst. Und siehe da, schrumpft der rote Riese Ego zu einem weißen Zwerg. Zurück bleibt nur die Ahnung eines Schattens, eine unwesentliche Divergenz gemessen an Unendlichkeit. Ein Schluckauf in der Chronik eines langen Lebens. Wohl dem, der stets ordentlich kaut.

Selbstmitleid lässt sich durchaus genießen, sobald als selbst gewählt enttarnt, leider nur noch halb so gut. Meine hohen Ansprüche sind doch alles, was mir bleibt sagte einst einer mit zwinkerndem Auge und von mir sofort unterschrieben. Dann doch lieber eine neue Variante. Oder etwa - man wagt es kaum zu denken - die Weichen anders stellen? Eine Auszeit, ein Urlaub von sich selbst. Heute Abend habe ich meine Koffer gepackt. Wohin die Reise geht, ist noch ungewiß.

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Sonntag, 31. Dezember 2006
Auld Lang Syne


So hammas wieda gschafft.
Am liebsten würd ich es festhalten, das Alte. Nicht weil es besonders gut war. Nein, besonders gut war es wirklich nicht. Nicht mal einigermaßen. Ich glaube aber, das liegt an der allgemeinen Stimmung in dieser Zeit. Partielle Jahresendzeitamnesie gemischt mit sentimentaler Unzurechnungsfähigkeit. Kein Richter der Welt würde mich da für voll schuldfähig erklären. Festhalten will ich nur die Zeit. Mich mit aller Kraft an den großen Zeiger der biologischen Uhr hängen. Den schleichenden Verfall stoppen, das Rädchen rückwärts drehen und all die vergeudeten Momente nachträglich füllen. Jede Szene nochmal drehen, bis sie passt.

Das Neue wird trotzdem unaufhaltsam kommen. Tausende werden es heute Nacht mit Böllern, Raketen und Alkohol willkommen heißen. Neues Spiel, neues Glück. Und alle leben in der Hoffnung, es möge alles besser werden. Dabei ist die Hoffnung nichts anders als die an einem Stab befestigte Karotte, die den Esel den Karren weiterziehen lässt. Meine größte Angst hat sich in den vergangenen Jahren bestätigt. Alles was sich ändert, ist die letzte Zahl im Datum. Mal abgesehen von Kleinigkeiten - hier eine Liebelei, dort ein Neuerwerb, eine andere Wohnung, ein anderer Arbeitgeber, was auch immer am Rande vorbeizieht - bleibt alles beim Alten. Gute Vorsätze sind spätestens am 2.Januar vergessen und die Endlosschleife beginnt von vorne. Langeweile galore und Silvester ist der europäische Groundhog Day.

Ich wünsche mir und Euch, dass es endlich mal kracht im zähen Lebensfluß. Und wer einen amüsanteren Text zum Thema sucht, der lese bitte hier.

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