... newer stories
Donnerstag, 22. Februar 2007
Sätze, die man sofort bloggen muss (22)
frau klugscheisser, 14:09h
Der Tod, die hinterhältige Sau.
Kommt meistens uneingeladen, bedient sich ungebührlich am Buffet des Lebens und wenn er endlich geht, muss Tafelsilber gezählt werden.
Kommt meistens uneingeladen, bedient sich ungebührlich am Buffet des Lebens und wenn er endlich geht, muss Tafelsilber gezählt werden.
... link
Sätze, die man sofort bloggen muss (21)
frau klugscheisser, 14:01h
Effektivstes Mittel gegen Schmutz und Hausstaub:
Brille absetzen.
Brille absetzen.
... link
Montag, 19. Februar 2007
If you can make it there, you'll make it everywhere (3)
frau klugscheisser, 12:58h
Irgendwann sind 24 Stunden vorbei, nämlich nach genau 24 Stunden, und das Ende ist schnell erzählt. Ich laufe die 30 Blogs Blocks entlang, es ist nach wie vor kalt und meine Beine tun das, was ich zu Beginn des Tages in den Bordcomputer eingegeben habe. Sie bewegen sich ferngesteuert. Meine Gedanken haben auf diese Weise mehr Freiraum. Irgendwie bin ich froh, nicht erreichbar zu sein, fernab von Hiobsbotschaften. Ich will mich lieber auf die schönen, seltsamen und außergewöhnlichen Kleinigkeiten konzentrieren.
Da ist dieser Mann, den Kragen des Mantels hochgeklappt, darunter Anzug, schwarze Schuhe aus glänzendem Leder. Er trägt Ohrenschützer, die aussehen wie ein sehr breiter Haarreif. Haare gibt es auf seinem Kopf keine zu bändigen, deswegen sitzt der Stoffreif im Nacken. An das rechte Ohrenteil presst er sein Handy, spricht ab und zu einige Worte. Eindeutiger Vorteil gegenüber früheren Ohrwärmern ist die Telefontauglichkeit. Da ist die junge Frau auf hochhackigen Stiefeln. Zwischen den Schaftenden unterhalt ihrer Knie und dem Beginn des Rockes prangt eine weite Strecke bare Angriffsfläche für niedrige Temperaturen. Ich muss wegsehen, will ich nicht noch mehr frieren. Alles nur im Kopf, denke ich. Kälte, Hitze, Trauer, Freude, all das ist wohl Einstellungssache. An einem dieser sehr heißen Sommertage versuchte ich mir vorzustellen, wie kalt so ein Wintertag sein kann. Geschwitzt habe ich trotzdem. Auch jetzt gelingt es mir nicht, meinem Körper tropisches Klima vorzugaukeln, ohne ein wenig zu zittern.
New York. Man liebt oder man hasst diese Stadt. Dazwischen existiert nichts. Keine Graustufen, nur Superlativen. Mörderisch kalt oder siedend heiß, niemals lauwarm. Manhattan als Geschmacksverstärker. Nach einer Weile bin ich in der Gegend, in der ich mich schon an Weihnachten herumdrückte. Innerlich kämpfe ich gegen aufsteigende negative Gefühlserinnerungen. Eine Straße ist eine Straße ist eine Straße, nicht mehr und nicht weniger. Die Assoziationen häufen wir selbst drauf, wie den Abfall im Straßengraben. Wie andere das wohl machen? Ich meine, sind wir denn nicht alle ein wenig Sklaven unserer Assoziationen? Verdrängungsdarwinismus oder angeborene Erinnerungsschwäche, wie oft habe ich mir das schon gewünscht. Es funktioniert bei mir nicht. Je länger ich lebe, umso mehr Müll schleppe ich mit mir herum und bin verdammt, ihn auch noch permanent anzusehen. Die schmutzigen Fenster und den Staub in meiner Wohnung kann ich allerdings erstaunlich gut ausblenden.
Instinktiv laufe ich schneller. Schließlich tauchen Häuser auf, die mir fremd sind. Nur den Eingang zu Barney's habe ich auf einem Foto im Internet gesehen. Jeans werden im obersten Stock verkauft. Ich betrete den Laden durch die Drehtüre und möchte nach einem Blick ins Innere am liebsten mit demselben Schwung wieder nach draußen, doch es ist warm drinnen und ich will nicht umsonst so weit gelaufen sein. Ich betrete die schmale Rolltreppe nach oben. Im ersten Stock Designernamen, im zweiten dasselbe. Von Treppe zu Treppe komme ich mir schäbiger vor in meinen alten Schuhen, der schmuddeligen Jacke, ungeschminkt zwischen all dem aufgetakelten Personal, das wie Falken durch die schmalen Gänge zwischen Kleiderstangen kreisend nach Kundschaft späht, um sich in einem unbedachten Moment auf die Beute zu stürzen. Es gibt kein Versteck, keinen Zufluchtsort, keinen Unterschlupf. Sobald man die spärlichen Schilder durch die Finger gleiten lässt, ist man ihnen schutzlos ausgeliefert. Meine einzige Chance ist, ständig in Bewegung zu bleiben, nie irgendwo zu stehen oder die Ware näher zu betrachten, den Anschein von Langeweile zu erwecken. Nein, ich brauche keine Hilfe, ich suche hier nichts, denn das hier ist nicht meine Klasse. Wie ein Süßwasserfisch, der versehentlich im Salzwasser gelandet ist, komme ich mir vor. Das oberste Stockwerk erreicht, gehe ich schnurstracks zur anderen Seite und fahre die vielen Treppen wieder abwärts, unterbrochen nur durch den Bogen zwischen dem Ende einer und dem Anfang einer neuen Treppe.
Wo ist sie hin, meine Selbstsicherheit, was aus mir geworden? Am liebsten möchte ich mich verkriechen, was ich die meiste Zeit zuhause bereits ausgiebig mache. Ich bin enttäuscht von mir. Erwartungen, Vorsätze, alles dahin. Zudem spüre ich diesen leichten Schmerz im Knie. Der Tag ist gelaufen. Ich trete den Rückweg zum Hotel an, denn vor mir liegen noch einige Stunden Flug, die ich gerne in harmonischer Zusammenarbeit mit meinem Knie verbringen möchte. Es wird mir einen Strich durch die Rechnung machen, doch das weiß ich jetzt noch nicht.
Am Abend holt uns der Bus vom Hotel ab, um uns zum Flughafen zu bringen. Die Fahrt geht Richtung Süden, bis er in eine der großen Straßen nach Osten einbiegt. Und plötzlich sehe ich all die Läden, die ich suchte, einer neben dem anderen. Genau diese Straße hatte ich in meinem Slalom ausgespart, denn in der Erinnerung war sie viel kleiner. Zumindest mein nächster Aufenthalt in der großen Stadt dürfte erfolgversprechender sein. Bis dahin freue ich mich an der alten Lieblingsjeans mit den mittlerweile ausgefransten Rändern, den durchschabten Innenschenkeln und der ausgerissenen Gürtelschlaufe, so gut es eben geht. Man wird tatsächlich mit den Jahren bescheidener. Zumindest arbeite ich daran.
Da ist dieser Mann, den Kragen des Mantels hochgeklappt, darunter Anzug, schwarze Schuhe aus glänzendem Leder. Er trägt Ohrenschützer, die aussehen wie ein sehr breiter Haarreif. Haare gibt es auf seinem Kopf keine zu bändigen, deswegen sitzt der Stoffreif im Nacken. An das rechte Ohrenteil presst er sein Handy, spricht ab und zu einige Worte. Eindeutiger Vorteil gegenüber früheren Ohrwärmern ist die Telefontauglichkeit. Da ist die junge Frau auf hochhackigen Stiefeln. Zwischen den Schaftenden unterhalt ihrer Knie und dem Beginn des Rockes prangt eine weite Strecke bare Angriffsfläche für niedrige Temperaturen. Ich muss wegsehen, will ich nicht noch mehr frieren. Alles nur im Kopf, denke ich. Kälte, Hitze, Trauer, Freude, all das ist wohl Einstellungssache. An einem dieser sehr heißen Sommertage versuchte ich mir vorzustellen, wie kalt so ein Wintertag sein kann. Geschwitzt habe ich trotzdem. Auch jetzt gelingt es mir nicht, meinem Körper tropisches Klima vorzugaukeln, ohne ein wenig zu zittern.
New York. Man liebt oder man hasst diese Stadt. Dazwischen existiert nichts. Keine Graustufen, nur Superlativen. Mörderisch kalt oder siedend heiß, niemals lauwarm. Manhattan als Geschmacksverstärker. Nach einer Weile bin ich in der Gegend, in der ich mich schon an Weihnachten herumdrückte. Innerlich kämpfe ich gegen aufsteigende negative Gefühlserinnerungen. Eine Straße ist eine Straße ist eine Straße, nicht mehr und nicht weniger. Die Assoziationen häufen wir selbst drauf, wie den Abfall im Straßengraben. Wie andere das wohl machen? Ich meine, sind wir denn nicht alle ein wenig Sklaven unserer Assoziationen? Verdrängungsdarwinismus oder angeborene Erinnerungsschwäche, wie oft habe ich mir das schon gewünscht. Es funktioniert bei mir nicht. Je länger ich lebe, umso mehr Müll schleppe ich mit mir herum und bin verdammt, ihn auch noch permanent anzusehen. Die schmutzigen Fenster und den Staub in meiner Wohnung kann ich allerdings erstaunlich gut ausblenden.
Instinktiv laufe ich schneller. Schließlich tauchen Häuser auf, die mir fremd sind. Nur den Eingang zu Barney's habe ich auf einem Foto im Internet gesehen. Jeans werden im obersten Stock verkauft. Ich betrete den Laden durch die Drehtüre und möchte nach einem Blick ins Innere am liebsten mit demselben Schwung wieder nach draußen, doch es ist warm drinnen und ich will nicht umsonst so weit gelaufen sein. Ich betrete die schmale Rolltreppe nach oben. Im ersten Stock Designernamen, im zweiten dasselbe. Von Treppe zu Treppe komme ich mir schäbiger vor in meinen alten Schuhen, der schmuddeligen Jacke, ungeschminkt zwischen all dem aufgetakelten Personal, das wie Falken durch die schmalen Gänge zwischen Kleiderstangen kreisend nach Kundschaft späht, um sich in einem unbedachten Moment auf die Beute zu stürzen. Es gibt kein Versteck, keinen Zufluchtsort, keinen Unterschlupf. Sobald man die spärlichen Schilder durch die Finger gleiten lässt, ist man ihnen schutzlos ausgeliefert. Meine einzige Chance ist, ständig in Bewegung zu bleiben, nie irgendwo zu stehen oder die Ware näher zu betrachten, den Anschein von Langeweile zu erwecken. Nein, ich brauche keine Hilfe, ich suche hier nichts, denn das hier ist nicht meine Klasse. Wie ein Süßwasserfisch, der versehentlich im Salzwasser gelandet ist, komme ich mir vor. Das oberste Stockwerk erreicht, gehe ich schnurstracks zur anderen Seite und fahre die vielen Treppen wieder abwärts, unterbrochen nur durch den Bogen zwischen dem Ende einer und dem Anfang einer neuen Treppe.
Wo ist sie hin, meine Selbstsicherheit, was aus mir geworden? Am liebsten möchte ich mich verkriechen, was ich die meiste Zeit zuhause bereits ausgiebig mache. Ich bin enttäuscht von mir. Erwartungen, Vorsätze, alles dahin. Zudem spüre ich diesen leichten Schmerz im Knie. Der Tag ist gelaufen. Ich trete den Rückweg zum Hotel an, denn vor mir liegen noch einige Stunden Flug, die ich gerne in harmonischer Zusammenarbeit mit meinem Knie verbringen möchte. Es wird mir einen Strich durch die Rechnung machen, doch das weiß ich jetzt noch nicht.
Am Abend holt uns der Bus vom Hotel ab, um uns zum Flughafen zu bringen. Die Fahrt geht Richtung Süden, bis er in eine der großen Straßen nach Osten einbiegt. Und plötzlich sehe ich all die Läden, die ich suchte, einer neben dem anderen. Genau diese Straße hatte ich in meinem Slalom ausgespart, denn in der Erinnerung war sie viel kleiner. Zumindest mein nächster Aufenthalt in der großen Stadt dürfte erfolgversprechender sein. Bis dahin freue ich mich an der alten Lieblingsjeans mit den mittlerweile ausgefransten Rändern, den durchschabten Innenschenkeln und der ausgerissenen Gürtelschlaufe, so gut es eben geht. Man wird tatsächlich mit den Jahren bescheidener. Zumindest arbeite ich daran.
... link
Sonntag, 18. Februar 2007
Sätze, die man sofort bloggen muss (20)
frau klugscheisser, 01:20h
Dieses Jahr geh ich als Stewardess.
... link
Freitag, 16. Februar 2007
If you can make it there, you'll make it everywhere (2)
frau klugscheisser, 02:02h
Den Laden zu finden, wo ich meine alte Lieblingsjeans erworben hatte, ist folglich die Aufgabe, die ich mir diesmal in New York stelle. In der Zwischenzeit sind wir in einem anderen Hotel untergebracht. Ich erinnere mich, dass die Zimmer in der alten Unterkunft so klein waren, dass man den Koffer zuklappen musste, um Zugang zum Badezimmer zu haben und dass ich mich bei meinem letzten Aufenthalt dort wunderte, warum das Frühstück für Crewmitglieder plötzlich gratis war. Die Begründung dafür und für den Umzug lautete, bei einem Brand in den unteren Stockwerken hätte die Alarmanlage versagt und die Kollegen seien nicht geweckt worden. Vielleicht habe ich deswegen den Namen des Hotels verdrängt.
Es muss irgendwo in der Nähe des Empire State Buildings gewesen sein, soviel weiß ich noch. Einmal liefen wir abends nach der Ankunft auf der Suche nach einer Kneipe an der Warteschlange vorbei. Zu spät, um sich einzureihen, denn die Besucherplattform schloß eine Viertelstunde später. Wir aßen Hühnerflügel und tranken dazu Bier aus Kübeln. Ich weiß nicht mehr, ob ich mitgetrunken habe, weil ich Bier nicht mag. Der Copilot - ein Schwabe - meinte, es sei billiger, wenn wir einen Kübel für alle bestellen. Vermutlich habe ich dann doch mitgetrunken. Als wir die Kneipe verließen, fuhr eine von vielen Stretchlimousinen vorbei, die man mieten kann. Ich sagte, ich würde gerne mal mit so einem Ding fahren. Wir erkundigten uns nach dem Preis. Als der Copilot zögerte, überredete ich ihn mit dem Argument, jeder - auch ein Schwabe - müsse mindestens einmal in seinem Leben mal in so einem Ding gesessen haben, und durch vier geteilt sei die Summe für jeden erschwinglich. Also fuhren wir in der Stretchlimo einmal um den Block und freuten uns wie die Schneekönige.
Schätzungsweise 15-20 Blocks lege ich nach Süden in besagte Gegend zu Fuß zurück. Ich habe schon kältere Winter in Manhattan erlebt, doch der Wind treibt die Kälte auf unangenehme Art durch Stoff und Poren, bis sie in den Knochen steckt. Ich kann mir vorstellen, wie es kürzlich Herrn nff ergangen sein muss. Manhattan ist leicht zu Fuß zu erkunden, wären da nicht die vielen Ampeln, die ständig rot leuchten, sobald ich eine Straße überqueren will. Am Anfang warte ich brav auf Laufbefehl, den andere Passanten zu ignorieren scheinen. Das Einbahnstraßensystem ist relativ einfach zu überblicken. Nach ersten zaghaften Versuchen, Straßen bei rot zu überqueren, ohne sofort verhaftet zu werden, gewinne ich mehr Sicherheit. Schließlich genügt ein Blick nach rechts oder links. Nach einer Weile spüre ich weder Kälte noch Müdigkeit. Der sogenannte Laufflash hat eingesetzt. Meine Beine bewegen sich ganz von alleine. So kann ich stundenlang gehen.
Ich grase das Gebiet in einer Art Slalom zwischen fünfter Avenue und Broadway Richtung Times Square ab. Unter Wasser scheint das System erfolgversprechender als bei der Suche an Land. Sowohl das Hotel als auch der Laden scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Immerhin sind inzwischen vier Jahre vergangen. New York Jahre sind wie Hundejahre. Die Stadt verändert sich permanent. Ich führe meinem schockgefrosteten Körper warme Flüssigkeit aus einem Pappbecher zu. Das und die Beherrschung des Ampelsystems lassen mich für einen ganz kurzen Augenblick wie ein echter New Yorker fühlen. Spätestens als an der nächsten Straßenecke ein Passant um Auskunft bittet, ist das Gefühl schlagartig verschwunden. I'm not from here, sagt die Dame neben mir und ich schaue ganz schnell weg - nach oben - damit er die Frage nicht noch einmal an mich richtet.
Dieser verflixte Laden ist unauffindbar. Noch gebe ich mich allerdings nicht geschlagen. Jeans kann man schließlich überall kaufen. Da gibt es dieses Kaufhaus, von dem M. letztens sprach. Vor ein paar Monaten habe ich es gesucht und nicht gefunden. Sie hatte sich um zehn Blocks geirrt. Diesmal habe ich extra nachgeschlagen. So mache ich mich auf den Weg 30 Blocks Richtung Norden.
[to be continued...]
Es muss irgendwo in der Nähe des Empire State Buildings gewesen sein, soviel weiß ich noch. Einmal liefen wir abends nach der Ankunft auf der Suche nach einer Kneipe an der Warteschlange vorbei. Zu spät, um sich einzureihen, denn die Besucherplattform schloß eine Viertelstunde später. Wir aßen Hühnerflügel und tranken dazu Bier aus Kübeln. Ich weiß nicht mehr, ob ich mitgetrunken habe, weil ich Bier nicht mag. Der Copilot - ein Schwabe - meinte, es sei billiger, wenn wir einen Kübel für alle bestellen. Vermutlich habe ich dann doch mitgetrunken. Als wir die Kneipe verließen, fuhr eine von vielen Stretchlimousinen vorbei, die man mieten kann. Ich sagte, ich würde gerne mal mit so einem Ding fahren. Wir erkundigten uns nach dem Preis. Als der Copilot zögerte, überredete ich ihn mit dem Argument, jeder - auch ein Schwabe - müsse mindestens einmal in seinem Leben mal in so einem Ding gesessen haben, und durch vier geteilt sei die Summe für jeden erschwinglich. Also fuhren wir in der Stretchlimo einmal um den Block und freuten uns wie die Schneekönige.
Schätzungsweise 15-20 Blocks lege ich nach Süden in besagte Gegend zu Fuß zurück. Ich habe schon kältere Winter in Manhattan erlebt, doch der Wind treibt die Kälte auf unangenehme Art durch Stoff und Poren, bis sie in den Knochen steckt. Ich kann mir vorstellen, wie es kürzlich Herrn nff ergangen sein muss. Manhattan ist leicht zu Fuß zu erkunden, wären da nicht die vielen Ampeln, die ständig rot leuchten, sobald ich eine Straße überqueren will. Am Anfang warte ich brav auf Laufbefehl, den andere Passanten zu ignorieren scheinen. Das Einbahnstraßensystem ist relativ einfach zu überblicken. Nach ersten zaghaften Versuchen, Straßen bei rot zu überqueren, ohne sofort verhaftet zu werden, gewinne ich mehr Sicherheit. Schließlich genügt ein Blick nach rechts oder links. Nach einer Weile spüre ich weder Kälte noch Müdigkeit. Der sogenannte Laufflash hat eingesetzt. Meine Beine bewegen sich ganz von alleine. So kann ich stundenlang gehen.
Ich grase das Gebiet in einer Art Slalom zwischen fünfter Avenue und Broadway Richtung Times Square ab. Unter Wasser scheint das System erfolgversprechender als bei der Suche an Land. Sowohl das Hotel als auch der Laden scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Immerhin sind inzwischen vier Jahre vergangen. New York Jahre sind wie Hundejahre. Die Stadt verändert sich permanent. Ich führe meinem schockgefrosteten Körper warme Flüssigkeit aus einem Pappbecher zu. Das und die Beherrschung des Ampelsystems lassen mich für einen ganz kurzen Augenblick wie ein echter New Yorker fühlen. Spätestens als an der nächsten Straßenecke ein Passant um Auskunft bittet, ist das Gefühl schlagartig verschwunden. I'm not from here, sagt die Dame neben mir und ich schaue ganz schnell weg - nach oben - damit er die Frage nicht noch einmal an mich richtet.
Dieser verflixte Laden ist unauffindbar. Noch gebe ich mich allerdings nicht geschlagen. Jeans kann man schließlich überall kaufen. Da gibt es dieses Kaufhaus, von dem M. letztens sprach. Vor ein paar Monaten habe ich es gesucht und nicht gefunden. Sie hatte sich um zehn Blocks geirrt. Diesmal habe ich extra nachgeschlagen. So mache ich mich auf den Weg 30 Blocks Richtung Norden.
[to be continued...]
... link
Donnerstag, 15. Februar 2007
If you can make it there, you'll make it everywhere (1)
frau klugscheisser, 00:43h
Natürlich funktioniert es nicht. Das war ja so klar. Wenn es zuhause nicht klappt, wieso sollte es woanders? Wenn ich ein neues Kleidungsstück brauche und danach suche, werde ich unter Garantie nicht fündig. Kleider tauchen im Leben auf wie große Lieben, sechs Richtige oder Steuerprüfungen, nämlich plötzlich und wenn man am wenigsten damit rechnet. Kleider wollen wie einmalige Gelegenheiten ergriffen werden. Tut man das nicht, schmollt das Schicksal. Wer dann noch - wie ich - kein Einkaufsgen geerbt hat, kann auf die nächste Gelegenheit lange warten. Dabei bräuchte ich die neue Jeans inzwischen sehr dringend. Meine Gebete werden hoffentlich bald erhört.
Angefangen hat alles vor vier Jahren. Damals saß ich mit einer Kollegin in einem New Yorker Hotelzimmer vor dem Fernseher. Bush erklärte dem Irak und wir allen Männern den Krieg. Solcherlei Ereignisse verbinden unterbewußt auf ungeahnte Weise und so beschloß ich - ganz entgegen meiner sonstigen Abneigung - ihr am Folgetag auf einer Shoppingtour Gesellschaft zu leisten. Wir liefen gemeinsam die Straßen in der Nähe des Times Square entlang. Zielsicher steuerte sie bestimmte Läden an, in denen sie das dargebotene Sortiment fachkundig prüfte. Bereits im dritten Laden wurde mir ein wenig langweilig und so lenkte ich mich ab, indem ich nach Kleidungsstücken suchte, die ihrer Figur schmeicheln würden. Ein Tisch in der Mitte des Ladens, auf dem Jeans als Sonderangebote deklariert gestapelt waren, zog mich magisch in seinen Bann. Ich strich über den Stoff, ließ Preisschilder durch meine Finger gleiten und ehe ich mich versah, hielt ich eine Hose in meiner Größe in den Händen. Da war sie, die mich die nächsten Jahre begleiten sollte. Ich zögerte erst ein wenig, doch mein Körper wollte sie spüren und mit ihr zu einem Ganzen werden.
Normalerweise bin ich nicht der Typ, der jedem Gefühl sofort nachgibt. Nein, ich widerstehe meistens der Versuchung fleischlicher Gelüste - zumindest was den Erwerb von unnötigen Utensilien angeht - wenn, ja wenn nicht dieses Preisschild gewesen wäre. Meine schwäbisch geprägte Sozialisation überrumpelte sofort jegliche rationalen Erwägungen und ehe ich mich versah, befand sie sich erst auf meiner Haut, dann in einer Tüte und war gegen Bares mein. Fortan waren wir unzertrennlich. Unsere Beziehung wurde durch Bemerkungen Außenstehender, wie etwa tolle Hose, geiler Arsch gestärkt. Mit den Jahren rieben wir uns, passten uns an und wollten nicht mehr ohne einander sein. Wir gingen sprichwörtlich durch dick und dünn, wobei ersteres unweigerlich irreversible Spuren an den Nähten hinterließ.
Nach drei Jahren ging ich fremd. Ich fühlte mich unattraktiv und ungeliebt, als sie in mein Leben trat. Unverzeihlich war er, der Kauf meiner ersten Stretchjeans. Ich fühlte mich schlecht, sehr schlecht, denn damit hatte ich nicht gerechnet. Niemals, dachte ich, würde ich so tief sinken, als dass mir derlei Gewebe ins Haus käme. Aber die Versuchung war einfach zu groß, genau wie mein Körpergewicht. Und wieder war die schwäbische Argumentation schuld. So musste sie - meine Lieblingsjeans - im Schrank ausharren, bis ich sie endlich wieder an mich heranlassen konnte. Als es soweit war, bemerkte ich an ihr mit Schrecken Spuren des Verfalls. So leid es mir tut, wir müssen demnächst Abschied voneinander nehmen.
[to be continued...]
Angefangen hat alles vor vier Jahren. Damals saß ich mit einer Kollegin in einem New Yorker Hotelzimmer vor dem Fernseher. Bush erklärte dem Irak und wir allen Männern den Krieg. Solcherlei Ereignisse verbinden unterbewußt auf ungeahnte Weise und so beschloß ich - ganz entgegen meiner sonstigen Abneigung - ihr am Folgetag auf einer Shoppingtour Gesellschaft zu leisten. Wir liefen gemeinsam die Straßen in der Nähe des Times Square entlang. Zielsicher steuerte sie bestimmte Läden an, in denen sie das dargebotene Sortiment fachkundig prüfte. Bereits im dritten Laden wurde mir ein wenig langweilig und so lenkte ich mich ab, indem ich nach Kleidungsstücken suchte, die ihrer Figur schmeicheln würden. Ein Tisch in der Mitte des Ladens, auf dem Jeans als Sonderangebote deklariert gestapelt waren, zog mich magisch in seinen Bann. Ich strich über den Stoff, ließ Preisschilder durch meine Finger gleiten und ehe ich mich versah, hielt ich eine Hose in meiner Größe in den Händen. Da war sie, die mich die nächsten Jahre begleiten sollte. Ich zögerte erst ein wenig, doch mein Körper wollte sie spüren und mit ihr zu einem Ganzen werden.
Normalerweise bin ich nicht der Typ, der jedem Gefühl sofort nachgibt. Nein, ich widerstehe meistens der Versuchung fleischlicher Gelüste - zumindest was den Erwerb von unnötigen Utensilien angeht - wenn, ja wenn nicht dieses Preisschild gewesen wäre. Meine schwäbisch geprägte Sozialisation überrumpelte sofort jegliche rationalen Erwägungen und ehe ich mich versah, befand sie sich erst auf meiner Haut, dann in einer Tüte und war gegen Bares mein. Fortan waren wir unzertrennlich. Unsere Beziehung wurde durch Bemerkungen Außenstehender, wie etwa tolle Hose, geiler Arsch gestärkt. Mit den Jahren rieben wir uns, passten uns an und wollten nicht mehr ohne einander sein. Wir gingen sprichwörtlich durch dick und dünn, wobei ersteres unweigerlich irreversible Spuren an den Nähten hinterließ.
Nach drei Jahren ging ich fremd. Ich fühlte mich unattraktiv und ungeliebt, als sie in mein Leben trat. Unverzeihlich war er, der Kauf meiner ersten Stretchjeans. Ich fühlte mich schlecht, sehr schlecht, denn damit hatte ich nicht gerechnet. Niemals, dachte ich, würde ich so tief sinken, als dass mir derlei Gewebe ins Haus käme. Aber die Versuchung war einfach zu groß, genau wie mein Körpergewicht. Und wieder war die schwäbische Argumentation schuld. So musste sie - meine Lieblingsjeans - im Schrank ausharren, bis ich sie endlich wieder an mich heranlassen konnte. Als es soweit war, bemerkte ich an ihr mit Schrecken Spuren des Verfalls. So leid es mir tut, wir müssen demnächst Abschied voneinander nehmen.
[to be continued...]
... link
Freitag, 9. Februar 2007
Silent death
frau klugscheisser, 10:28h
Nuestra vidas son los rios
que van a dar en la mar,
qu'es el morir.
Jorge Manrique, Vorwort zu "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier
Eine seltsame Sache ist das mit dem Tod. In unserer Gesellschaft wird er vehement verdrängt, obwohl seine Unvermeidbarkeit dem Leben erst Sinn verleiht. Ganz egal ob er sich ankündigend wie ein Damoklesschwert in der Luft hängt oder plötzlich zuschlägt, die zukünftig bzw. tatsächlich Hinterbliebenen scheinen überrumpelt. Ganz altersunabhängig scheint der Verlust eines Elternteiles den Abschluß der Erwachsenwerdung zu manifestieren. Während selbstgewählte Partner möglicherweise gehen, sind Eltern eine scheinbar immerwährende Instanz und gleichzeitig Synonym für Heimat. Man mag zu ihnen stehen wie man will, der Abschied ist meist hart.
So gelassen wir der eigenen Endlichkeit auch ins Auge blicken, so betroffen reagieren wir auf Verluste im Umfeld. Bei meiner ersten Begegnung mit dem Tod war ich gerade mal neun Jahre alt. Schon damals begriff ich intuitiv, dass die Trauer rein gar nichts mit dem Toten, dafür umso mehr mit den Weiterlebenden zu tun hat. Damals hielt man mich fern von der Trauerfeier. Heute glaube ich, Kinder begreifen den Tod auf ihre ganz eigene Art und verarbeiten ihn im Erleben besser als jeder Erwachsene - auch ohne pädagogisch wertvolle Geschichten über tote Kanarienvögeln.
Man mag ihn gelegentlich beschwören, weil die Hoffnung verlorenging, weil die Kraft für die ewig wiederkehrende Alltagslast fehlt, weil keine Lösung in Sicht ist, weil körperliches Leid impliziert ist. Und trotzdem habe ich erlebt, wie schwer das Sterben sein kann. Die immense Kraft des Lebens ist nicht zu unterschätzen. Menschen, die körperlich tausend Tode sterben, die alle Verantwortung und Hoffnung hinter sich gelassen haben und zum Gehen bereit wären, scheinen sich mit aller Kraft an das Leben zu klammern, ertragen unendliche Schmerzen und Qualen selbst ohne medizinische Maßnahmen, als würden sie mit dem Tod um die nächste Stunde, den nächsten Tag oder gar eine Woche schachern. Unbegreiflich und doch verständlich. Nicht umsonst existieren Begriffe wie 'Todesangst' und 'Lebenswille'.
Was bleibt, ist die Erinnerung, manchmal Selbstzweifel und Vorwürfe, öfter eine Glorifizierung der Vergangenheit, meistens eine Lücke. Wer keine hinterläßt hat sich um sein eigenes Leben betrogen. Aber wissen werden wir es nicht mehr.
que van a dar en la mar,
qu'es el morir.
Jorge Manrique, Vorwort zu "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier
Eine seltsame Sache ist das mit dem Tod. In unserer Gesellschaft wird er vehement verdrängt, obwohl seine Unvermeidbarkeit dem Leben erst Sinn verleiht. Ganz egal ob er sich ankündigend wie ein Damoklesschwert in der Luft hängt oder plötzlich zuschlägt, die zukünftig bzw. tatsächlich Hinterbliebenen scheinen überrumpelt. Ganz altersunabhängig scheint der Verlust eines Elternteiles den Abschluß der Erwachsenwerdung zu manifestieren. Während selbstgewählte Partner möglicherweise gehen, sind Eltern eine scheinbar immerwährende Instanz und gleichzeitig Synonym für Heimat. Man mag zu ihnen stehen wie man will, der Abschied ist meist hart.
So gelassen wir der eigenen Endlichkeit auch ins Auge blicken, so betroffen reagieren wir auf Verluste im Umfeld. Bei meiner ersten Begegnung mit dem Tod war ich gerade mal neun Jahre alt. Schon damals begriff ich intuitiv, dass die Trauer rein gar nichts mit dem Toten, dafür umso mehr mit den Weiterlebenden zu tun hat. Damals hielt man mich fern von der Trauerfeier. Heute glaube ich, Kinder begreifen den Tod auf ihre ganz eigene Art und verarbeiten ihn im Erleben besser als jeder Erwachsene - auch ohne pädagogisch wertvolle Geschichten über tote Kanarienvögeln.
Man mag ihn gelegentlich beschwören, weil die Hoffnung verlorenging, weil die Kraft für die ewig wiederkehrende Alltagslast fehlt, weil keine Lösung in Sicht ist, weil körperliches Leid impliziert ist. Und trotzdem habe ich erlebt, wie schwer das Sterben sein kann. Die immense Kraft des Lebens ist nicht zu unterschätzen. Menschen, die körperlich tausend Tode sterben, die alle Verantwortung und Hoffnung hinter sich gelassen haben und zum Gehen bereit wären, scheinen sich mit aller Kraft an das Leben zu klammern, ertragen unendliche Schmerzen und Qualen selbst ohne medizinische Maßnahmen, als würden sie mit dem Tod um die nächste Stunde, den nächsten Tag oder gar eine Woche schachern. Unbegreiflich und doch verständlich. Nicht umsonst existieren Begriffe wie 'Todesangst' und 'Lebenswille'.
Was bleibt, ist die Erinnerung, manchmal Selbstzweifel und Vorwürfe, öfter eine Glorifizierung der Vergangenheit, meistens eine Lücke. Wer keine hinterläßt hat sich um sein eigenes Leben betrogen. Aber wissen werden wir es nicht mehr.
... link
Mittwoch, 7. Februar 2007
frau klugscheisser, 01:48h
Demnächst wird es wohl einen Todesfall in meiner Rudimentärfamilie zu beklagen geben. Und damit all die vielen Gedanken in die Vergangenheit. Schwerpunkte verschieben sich für einige Zeit. Der lapidare Spruch nicht wichtig, schließlich ist keiner gestorben steht plötzlich in einem völlig neuen Licht. Manchmal weiß ich nicht mehr, was richtig und was falsch ist, nicht einmal mehr, was ich hier in dieser Welt überhaupt treibe. Zumindest für diese Gedanken ist die Präsenz des Todes gut.
... link
Freitag, 2. Februar 2007
Up and down
frau klugscheisser, 15:31h
Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass ich derzeit arg nach Worten ringe. Da gibt es wohl die ein oder andere Geschichte in meinem Kopf, die geschrieben werden möchte. Ich nehme mir vor, dies zu tun, setze mich hin und dann kommt nix raus, das Eingabefenster bleibt leer oder der halbscharige Text wird mit einem tiefen Seufzen wieder gelöscht. So lenke ich mich mit kleinen Spielereien, wie Stöckchen, Videos aus der Tube oder anderen Unsinnigkeiten ab. Heute beispielsweise habe ich mich adeln lassen:
und danach gleich noch einen Glückskeks erstanden:
aber besonders erbaulich ist das alles nicht. Angefangen hat das Elend damit, dass ich viel in anderen Blogs gelesen habe, Schreiber, die so famos formulieren, dass man vor lauter Vergnügen glucksend am Bildschirm klebt. Mir kam zu Ohren, dass einige ihre Texte in Word verfassen, lange daran arbeiten und je nach Zufriedenheit das Endresultat veröffentlichen. Bis zu diesem Zeitpunkt schrieb ich ins offene Eingabefenster wie ich auch spreche, schickte das Ergebnis in die Internetwelt und korrigierte manchmal hinterher noch ein wenig herum. Aha, dachte ich, daran wird's liegen. In Folge öffnete ich ein Worddokument, nur um mich stundenlang vom blinkendenCurser Cursor hypnotisieren zu lassen. Ein vollständiger Satz, geschweige denn ein ganzer Text kam dabei selten zustande. Selbst die von Malern praktizierte Technik, eine leere Leinwand mit einem Strich, einem Farbklecks oder ähnlichem zu entjungfern, funktionierte nicht. Das Dokument blieb leer, das Hirn ausgetrocknet.
Na schön, dann eben nicht. In einer kurzen Anwandlung frühkindlichen Trotzes verwarf ich sowohl jeglichen Gedanken an eine mögliche Schreibtechnik, als auch an mögliche Texte. Dass es sich hierbei nicht um eine Schreibblockade handelte, war mir sonnenklar, schließlich sah ich mich nie als Schreiber, sondern als Erzähler. Fatal wurde die Schlußfolgerei erst, als mir das alte Klischée in den Sinn kam, Frauen hätten doch immer was zu erzählen. Bevor ich mich mit den ungeheuren körperlichen und finanziellen Belastungen einer Geschlechtsumwandlung beschäftigte, beschloss ich, lieber damit aufzuhören.
Aber aufhören ist keine Lösung. Der Kopf produziert munter weiter und irgendwann ist der Mitteilungsdruck so groß, dass man doch wieder in die Tasten greift. Nur mit der Form hapert's noch ganz gewaltig. Man hat ja so seine Ansprüche. Inzwischen lese ich nur noch wenig in anderen Blogs. Zugriffszahlen interessieren mich nicht mehr, denn ich weiß, dass mir ein paar wohlgesonnene stille und auch kommentierende Leser die Treue halten. Das ist mehr wert als Hundertscharen von Durchklickern. Vor einiger Zeit stand in einem Kommentar etwas sehr Rührendes, an das ich mich heute wieder erinnerte. Danke, dass ihr da seid. Es kommen auch wieder andere Zeiten.
![]() | My Peculiar Aristocratic Title is: Imperial Majesty Smartass the Sardonic of Much Madness upon Avon Get your Peculiar Aristocratic Title |
und danach gleich noch einen Glückskeks erstanden:
![]() | My Fortune Cookie told me: It's lucky you're going so slowly, because you're going in the wrong direction. Get a cookie from Miss Fortune |
aber besonders erbaulich ist das alles nicht. Angefangen hat das Elend damit, dass ich viel in anderen Blogs gelesen habe, Schreiber, die so famos formulieren, dass man vor lauter Vergnügen glucksend am Bildschirm klebt. Mir kam zu Ohren, dass einige ihre Texte in Word verfassen, lange daran arbeiten und je nach Zufriedenheit das Endresultat veröffentlichen. Bis zu diesem Zeitpunkt schrieb ich ins offene Eingabefenster wie ich auch spreche, schickte das Ergebnis in die Internetwelt und korrigierte manchmal hinterher noch ein wenig herum. Aha, dachte ich, daran wird's liegen. In Folge öffnete ich ein Worddokument, nur um mich stundenlang vom blinkenden
Na schön, dann eben nicht. In einer kurzen Anwandlung frühkindlichen Trotzes verwarf ich sowohl jeglichen Gedanken an eine mögliche Schreibtechnik, als auch an mögliche Texte. Dass es sich hierbei nicht um eine Schreibblockade handelte, war mir sonnenklar, schließlich sah ich mich nie als Schreiber, sondern als Erzähler. Fatal wurde die Schlußfolgerei erst, als mir das alte Klischée in den Sinn kam, Frauen hätten doch immer was zu erzählen. Bevor ich mich mit den ungeheuren körperlichen und finanziellen Belastungen einer Geschlechtsumwandlung beschäftigte, beschloss ich, lieber damit aufzuhören.
Aber aufhören ist keine Lösung. Der Kopf produziert munter weiter und irgendwann ist der Mitteilungsdruck so groß, dass man doch wieder in die Tasten greift. Nur mit der Form hapert's noch ganz gewaltig. Man hat ja so seine Ansprüche. Inzwischen lese ich nur noch wenig in anderen Blogs. Zugriffszahlen interessieren mich nicht mehr, denn ich weiß, dass mir ein paar wohlgesonnene stille und auch kommentierende Leser die Treue halten. Das ist mehr wert als Hundertscharen von Durchklickern. Vor einiger Zeit stand in einem Kommentar etwas sehr Rührendes, an das ich mich heute wieder erinnerte. Danke, dass ihr da seid. Es kommen auch wieder andere Zeiten.
... link
Freitag, 2. Februar 2007
Because of curiosity
frau klugscheisser, 00:01h
Ein Stöckchen von der Kaltmamsell
Sechs kuriose oder komische Dinge über mich:
1. Während eines Filmes hab ich noch nie geweint, ausser es kommt darin eine Geburtsszene vor. Das wirkt totsicher (selbst bei dieser bescheuerten Szene aus "Look who's talking" hab ich geheult wie ein Schloßhund).
2. Manchmal rede ich laut mit mir selbst.
3. Ich hatte mal eine leichte Form von Flugangst.
4. Ich wäre in vielen Situationen lieber ein Mann.
5. Ich weiß nicht genau, was ich verdiene. Das hat mich noch nie wirklich interessiert. Irgendwie reicht's immer, egal ob wenig oder viel.
6. Ein vernünftiges Maß zu finden, fällt mir meist schwer.
Was wohl Die Vargas, Gaga, Diagonale, Frau Stella, Shiraz und Maz [gerne in den Kommentaren] als Kuriositäten zu bieten haben?
Sechs kuriose oder komische Dinge über mich:
1. Während eines Filmes hab ich noch nie geweint, ausser es kommt darin eine Geburtsszene vor. Das wirkt totsicher (selbst bei dieser bescheuerten Szene aus "Look who's talking" hab ich geheult wie ein Schloßhund).
2. Manchmal rede ich laut mit mir selbst.
3. Ich hatte mal eine leichte Form von Flugangst.
4. Ich wäre in vielen Situationen lieber ein Mann.
5. Ich weiß nicht genau, was ich verdiene. Das hat mich noch nie wirklich interessiert. Irgendwie reicht's immer, egal ob wenig oder viel.
6. Ein vernünftiges Maß zu finden, fällt mir meist schwer.
Was wohl Die Vargas, Gaga, Diagonale, Frau Stella, Shiraz und Maz [gerne in den Kommentaren] als Kuriositäten zu bieten haben?
... link
Mittwoch, 31. Januar 2007
Sätze, die man sofort bloggen muss (19)
frau klugscheisser, 15:49h
Das schwerste Kunststück im Leben, ist, grundlos glücklich zu sein.
... link
... older stories

