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Samstag, 26. Oktober 2019
Coming Home V
frau klugscheisser, 20:52h
Der Countdown läuft. Im Zuge der 5000 habe ich bereits ein bisschen über meine Gäste (Kommentierende) geschrieben. Heute und über die nächsten Tage möchte ich ein paar hervorheben und erklären, wieso ich bei ihnen ebenfalls gerne zu Gast bin. Im Hinblick auf Fremdbild/Selbstbild hat's übrigens durchaus Potenzial für ein sogenanntes Bloggerstöckchen. Folge 1, 2 und 3 versteckt sich hinter den Zahlen.
Meine Personenbeschreibungen sind subjektiv, unvollständig und unwissenschaftlich, quasi homöopathisch aber auch in hoher Dosierung wohlwollend.
Sein Name ist Cabman, James Cabman. Erst lasen wir uns, dann kommentierten wir uns, schließlich schrieben wir uns. Mehr ist aber nie aus uns geworden, denn obwohl der Cabman viel in der Gegend rumfliegt, haben wir uns noch nie getroffen. Dem wollen wir jetzt Abhilfe schaffen in Form von sehr schönen Erkennungszeichen:

Seinen eigenen Button soll er ruhig selbst in den Kommentaren präsentieren, denn ich darf offiziell keine derartigen am Uniformrevers tragen. Mal sehen, ob wir uns wirklich begegnen, denn die Wahrscheinlichkeit ist nicht sonderlich groß. Sollte es dennoch eintreffen, wird das für andere Mitreisende wohl eine ziemlich merkwürdige Szene geben. Cab als Passagier eines Langstreckenfluges, am Fenster sitzend. Ich begrüße ihn, er sieht mich prüfend an, dann zieht er langsam seinen Button aus der Tasche, heftet ihn an's Revers. Ich, sichtlich erfreut, begrüße ihn als Cabman, stelle mich als Frau Klugscheisser vor, Nebensitzende sind spätestens jetzt etwas verunsichert, schielen verlegen zu uns herüber. Er verlangt nach meinem Erkennungszeichen, weitere Passagiere vermuten einen Geheimbund, Sektenzugehörigkeit oder Undercoveragenten, ein anderer wedelt mit einer Eintrittskarte seiner letzten Swingerparty. So oder ähnlich wird das mit Sicherheit ablaufen.
Cabman schreibt über seine Erlebnisse unterwegs auf durchweg humorige und unterhaltsame Weise - sein Stil erinnert mich an Frau Novemberregen oder andersrum. Damals wusste er die Vorzüge des Bloggens durchaus für seine Zwecke einzusetzen. Man könnte ihn auch als den Bandini von blogger.de bezeichnen. Jedenfalls schien die Liaison mit einer anderen Bloggerin gerade beendet, da erreichte mich eine Mail. Wir schrieben ein bisschen hin und her, er aus dem Norden, ich aus dem Süden. Dann lernte er Cabwoman kennen und es wurde erst mal still im Blog. Als die Cabkids da waren, schrieb er gelegentlich über Ausflüge oder Heimwerkercontent, manchmal über Schweden, immer sehr unterhaltsam und immer ziemlich ausführlich, fügte Bildmaterial ein, kommentierte aber hier fast gar nicht mehr. Schade eigentlich. Ich fand den Austausch immer witzig und geistreich. Aus seinen Texten entnehme ich, dass er ebenfalls die Zufallsbegegnungen schätzt, gelegentlich suchen sie auch ihn. Man erlebt ja so einiges, wenn man ständig unterwegs ist.
Inzwischen ist es in seinen Kommentaren ruhig geworden. Ich vermute, das Bloggen ist unterwegs für ihn Ablenkung und Zeitvertreib, wie es für andere Pokemon oder Candy Crush sind. Man kommt zudem in die Jahre, hat nach Arbeit und Familie nicht mehr so viele Nebenschauplätze. Das ist das Gruselige am Älterwerden.
Damals im Blog war er ein kleiner Revoluzzer, hat mich und andere - entgegen der damals üblichen Etikette - geduzt. Ihm habe ich das verziehen, wofür ich fremde Kommentierende angepampt habe. Er war nämlich sonst sehr höflich und immer für einen kleinen Plausch zu haben. Leider kann ich nicht alle Kommentare eroieren, die Suchmaschine sucht nur im Text verwendete Worte - also Cab oder Cabman - und nicht nach Autorennamen. So bin ich für die letzten zwei Stunden ganz tief in die eigene Vergangenheit getaucht und habe mich wieder über den ein oder anderen Kommentar amüsiert.
Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann dass er wieder in höherer Frequenz kürzere Erlebnisberichte bloggt. Die Fee hatte aber gerade nur einen Wunsch dabei, den ich wohl vernünftiger anlegen sollte. Machenses gut Cabman und nicht vergessen: Flugpersonal mag Dich, wenn Du sie gut behandelst (weiterführende Informationen über das idealtypische Verhalten auf Flugreisen sind aus diesem Blog zu beziehen).
Meine Personenbeschreibungen sind subjektiv, unvollständig und unwissenschaftlich, quasi homöopathisch aber auch in hoher Dosierung wohlwollend.
Sein Name ist Cabman, James Cabman. Erst lasen wir uns, dann kommentierten wir uns, schließlich schrieben wir uns. Mehr ist aber nie aus uns geworden, denn obwohl der Cabman viel in der Gegend rumfliegt, haben wir uns noch nie getroffen. Dem wollen wir jetzt Abhilfe schaffen in Form von sehr schönen Erkennungszeichen:

Seinen eigenen Button soll er ruhig selbst in den Kommentaren präsentieren, denn ich darf offiziell keine derartigen am Uniformrevers tragen. Mal sehen, ob wir uns wirklich begegnen, denn die Wahrscheinlichkeit ist nicht sonderlich groß. Sollte es dennoch eintreffen, wird das für andere Mitreisende wohl eine ziemlich merkwürdige Szene geben. Cab als Passagier eines Langstreckenfluges, am Fenster sitzend. Ich begrüße ihn, er sieht mich prüfend an, dann zieht er langsam seinen Button aus der Tasche, heftet ihn an's Revers. Ich, sichtlich erfreut, begrüße ihn als Cabman, stelle mich als Frau Klugscheisser vor, Nebensitzende sind spätestens jetzt etwas verunsichert, schielen verlegen zu uns herüber. Er verlangt nach meinem Erkennungszeichen, weitere Passagiere vermuten einen Geheimbund, Sektenzugehörigkeit oder Undercoveragenten, ein anderer wedelt mit einer Eintrittskarte seiner letzten Swingerparty. So oder ähnlich wird das mit Sicherheit ablaufen.
Cabman schreibt über seine Erlebnisse unterwegs auf durchweg humorige und unterhaltsame Weise - sein Stil erinnert mich an Frau Novemberregen oder andersrum. Damals wusste er die Vorzüge des Bloggens durchaus für seine Zwecke einzusetzen. Man könnte ihn auch als den Bandini von blogger.de bezeichnen. Jedenfalls schien die Liaison mit einer anderen Bloggerin gerade beendet, da erreichte mich eine Mail. Wir schrieben ein bisschen hin und her, er aus dem Norden, ich aus dem Süden. Dann lernte er Cabwoman kennen und es wurde erst mal still im Blog. Als die Cabkids da waren, schrieb er gelegentlich über Ausflüge oder Heimwerkercontent, manchmal über Schweden, immer sehr unterhaltsam und immer ziemlich ausführlich, fügte Bildmaterial ein, kommentierte aber hier fast gar nicht mehr. Schade eigentlich. Ich fand den Austausch immer witzig und geistreich. Aus seinen Texten entnehme ich, dass er ebenfalls die Zufallsbegegnungen schätzt, gelegentlich suchen sie auch ihn. Man erlebt ja so einiges, wenn man ständig unterwegs ist.
Inzwischen ist es in seinen Kommentaren ruhig geworden. Ich vermute, das Bloggen ist unterwegs für ihn Ablenkung und Zeitvertreib, wie es für andere Pokemon oder Candy Crush sind. Man kommt zudem in die Jahre, hat nach Arbeit und Familie nicht mehr so viele Nebenschauplätze. Das ist das Gruselige am Älterwerden.
Damals im Blog war er ein kleiner Revoluzzer, hat mich und andere - entgegen der damals üblichen Etikette - geduzt. Ihm habe ich das verziehen, wofür ich fremde Kommentierende angepampt habe. Er war nämlich sonst sehr höflich und immer für einen kleinen Plausch zu haben. Leider kann ich nicht alle Kommentare eroieren, die Suchmaschine sucht nur im Text verwendete Worte - also Cab oder Cabman - und nicht nach Autorennamen. So bin ich für die letzten zwei Stunden ganz tief in die eigene Vergangenheit getaucht und habe mich wieder über den ein oder anderen Kommentar amüsiert.
Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann dass er wieder in höherer Frequenz kürzere Erlebnisberichte bloggt. Die Fee hatte aber gerade nur einen Wunsch dabei, den ich wohl vernünftiger anlegen sollte. Machenses gut Cabman und nicht vergessen: Flugpersonal mag Dich, wenn Du sie gut behandelst (weiterführende Informationen über das idealtypische Verhalten auf Flugreisen sind aus diesem Blog zu beziehen).
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Dienstag, 22. Oktober 2019
Clueless
frau klugscheisser, 20:48h
Liebes Tagebuch, heute wollte ich mal meine alte Wohnung bei myblog besuchen, habe aber leider den Schlüssel verloren. Der Schlüsseldienst versprach, mir Hilfe in Form eines neuen Passwortes zu senden. Leider ist er nie bei mir angekommen, obwohl ich die richtige Adresse angegeben habe. Möglicherweise komme ich jetzt nicht mehr an meine alten Sachen. Vielleicht hat die der Hausherr auch schon verschachert, wer weiß. Ein bisschen melancholisch macht mich das schon. Oder gibt es da noch eine andere Möglichkeit, wie ich wieder Zugang bekomme?
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Montag, 21. Oktober 2019
Coming Home IV
frau klugscheisser, 11:24h
Der Countdown läuft.
Folge 1 war Gaga gewidmet, 2 für die Kaltmamsell und Herrn Rau. Die neue Folge meiner Bloggeraudatio kommt hier.
Meine Personenbeschreibungen sind dabei hochgradig subjektiv, unvollständig und von meinem Erleben geprägt, was zwar unter Subjektivität läuft aber noch einmal deutlich hervorgehoben werden soll.
Kennen Sie den Herrn Kid? Nein, nicht den Sundance, den vom Clouddance. Also den vom Hermetischen Café.

Da oben ist ihm gerade Technisches in's Auge gefallen. Ausserdem interessiert er sich noch für Ringelstrümpfe, tote Tiere, Wrestling und Feinkunst. Kürzlich war er in New York. Das ist aber eine Ausnahme, denn sonst verbringt er seine Urlaube gerne in Wien, Berlin oder am Fenster seiner Wohnung am Kanal. Die Bilder davon sind meistens ein bisschen düster, melancholisch, wie überhaupt alles in seinem Café. Fast könnte man meinen, der Herr sei etwas arg missmutig, wenn da nicht gleichzeitig eine Prise Humor in Form von Selbstironie mitschwänge. Kleine Seitenhiebe sind immer in feine Worte verpackt, ganz so, als ob man jemanden mit einer Schwimmnudel haut. Aus der Reserve locken ihn indes spezielle Kunstmagazine und Bücher, auch Musik von Siouxsie and the Banshees oder Florence+The Machine etc. und Fotografien - eben vieles aus längst vergangenen Tagen.
Die wohlgeformten Sätze, die Wortwahl, sie verraten einen Ästheten, einen Freund der schönen Künste generell, der vom Destruktiven, Demolierten angezogen scheint. Ich kann vieles nur schwer nachvollziehen, manches stößt ab, manches macht neugierig. Insgesamt haben wir nur eine geringe Schnittmenge, was die Interessen anbelangt. Umso erstaunlicher ist es, dass wir uns schon so lange lesen. Ich hab's bereits erwähnt - er war einer der ersten bekannten Blogger, der in meinem damalig bei myblog frisch angelegten Blog kommentierte. Schon alleine deswegen blieb ich ihm treu. Einmal sind wir sogar für ein paar Tage gemeinsam nach Wien gereist. Eine denkwürdige Reise, in jeglicher Hinsicht.
Was mir immer wieder an Kid auffällt, ist die Angewohnheit, sich selbst zu degradieren, sich als minderwertig darzustellen und sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Ich weiß nicht, ob das nur eine Masche ist, befürchte aber, es bleibt bei aller Selbstironie innendrin was hängen. Das hat er weder verdient noch nötig. Der Kid, das ist einer von den Guten, der würde eine Eintagsfliege zwei Wochen pflegen, nur um sie am Leben zu halten und sie nach ihrem Tod präparieren und katalogisieren, damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Vielleicht ist es die eigene Sterblichkeit, die seine Faszination am Vergänglichen antreibt, vielleicht auch eine andere Erfahrung aus seinem reichen Leben. Obwohl er ab und an (Fake!)Bilder der Verwandtschaft in seinem Blog zeigt oder über sein Leben fabuliert, kann man ihn grundsätzlich als hermetisch bezeichnen. Die Frage aller Frage lautet: wieso um alles in der Welt 37? Wir werden es wohl nie erfahren.

So lange wir nochleben schreiben, freue ich mich über seine Kommentare - hier und anderswo.
Folge 1 war Gaga gewidmet, 2 für die Kaltmamsell und Herrn Rau. Die neue Folge meiner Bloggeraudatio kommt hier.
Meine Personenbeschreibungen sind dabei hochgradig subjektiv, unvollständig und von meinem Erleben geprägt, was zwar unter Subjektivität läuft aber noch einmal deutlich hervorgehoben werden soll.
Kennen Sie den Herrn Kid? Nein, nicht den Sundance, den vom Clouddance. Also den vom Hermetischen Café.

Da oben ist ihm gerade Technisches in's Auge gefallen. Ausserdem interessiert er sich noch für Ringelstrümpfe, tote Tiere, Wrestling und Feinkunst. Kürzlich war er in New York. Das ist aber eine Ausnahme, denn sonst verbringt er seine Urlaube gerne in Wien, Berlin oder am Fenster seiner Wohnung am Kanal. Die Bilder davon sind meistens ein bisschen düster, melancholisch, wie überhaupt alles in seinem Café. Fast könnte man meinen, der Herr sei etwas arg missmutig, wenn da nicht gleichzeitig eine Prise Humor in Form von Selbstironie mitschwänge. Kleine Seitenhiebe sind immer in feine Worte verpackt, ganz so, als ob man jemanden mit einer Schwimmnudel haut. Aus der Reserve locken ihn indes spezielle Kunstmagazine und Bücher, auch Musik von Siouxsie and the Banshees oder Florence+The Machine etc. und Fotografien - eben vieles aus längst vergangenen Tagen.
Die wohlgeformten Sätze, die Wortwahl, sie verraten einen Ästheten, einen Freund der schönen Künste generell, der vom Destruktiven, Demolierten angezogen scheint. Ich kann vieles nur schwer nachvollziehen, manches stößt ab, manches macht neugierig. Insgesamt haben wir nur eine geringe Schnittmenge, was die Interessen anbelangt. Umso erstaunlicher ist es, dass wir uns schon so lange lesen. Ich hab's bereits erwähnt - er war einer der ersten bekannten Blogger, der in meinem damalig bei myblog frisch angelegten Blog kommentierte. Schon alleine deswegen blieb ich ihm treu. Einmal sind wir sogar für ein paar Tage gemeinsam nach Wien gereist. Eine denkwürdige Reise, in jeglicher Hinsicht.
Was mir immer wieder an Kid auffällt, ist die Angewohnheit, sich selbst zu degradieren, sich als minderwertig darzustellen und sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Ich weiß nicht, ob das nur eine Masche ist, befürchte aber, es bleibt bei aller Selbstironie innendrin was hängen. Das hat er weder verdient noch nötig. Der Kid, das ist einer von den Guten, der würde eine Eintagsfliege zwei Wochen pflegen, nur um sie am Leben zu halten und sie nach ihrem Tod präparieren und katalogisieren, damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Vielleicht ist es die eigene Sterblichkeit, die seine Faszination am Vergänglichen antreibt, vielleicht auch eine andere Erfahrung aus seinem reichen Leben. Obwohl er ab und an (Fake!)Bilder der Verwandtschaft in seinem Blog zeigt oder über sein Leben fabuliert, kann man ihn grundsätzlich als hermetisch bezeichnen. Die Frage aller Frage lautet: wieso um alles in der Welt 37? Wir werden es wohl nie erfahren.

So lange wir noch
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