Mittwoch, 22. Januar 2014
Appreciation


So sieht das aus, wenn sich Menschen aus öffentlichen Ämtern bei freiwilligen Helfern bedanken. Sie fertigen ein 'certificate of appreciation' an und übergeben es feierlich den Vertretern unserer Gruppe. Ich durfte drei mit heimnehmen, eines davon trägt meinen Namen, mit allen dreien verbinde ich persönlichen Einsatz und Bemühungen um die Fertigstellung der Schulen - sei es durch schwierige Verhandlungen oder durch Lieferung zusätzlichen Schulbadarfts, den ich aus persönlichen Spendengeldern finanziert habe.

Ich bin stolz auf unsere Gruppe und mehr noch auf die Menschen, die ihre eigenen Schulen wieder aufgebaut haben und jetzt nach der Naturkatastrophe in ihren Alltag zurückkehren. Der nächste Taifun ist schon im Anmarsch aber egal was passiert, ob all unsere Arbeit wieder vernichtet wird, was sie gewonnen haben, tragen sie im Herzen. Und diese Kraft, dieser Mut und ihr Durchhaltevermögen wird kein Sturm und kein Erdbeben je zerstören können.

In diesem Sinne feiere ich heute mein persönliches Jubiläum mit tiefer Dankbarkeit und Zuversicht. Dieses Jahr beginnt aussergewöhnlich und es wird noch vieles folgen.

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Samstag, 2. November 2013
Silence
Die starke Versuchung, mir ein traditionelles Südseetatoo stechen zu lassen, führe ich auf allgemeine Midlifeaufbruchstimmung zurück. Die kindliche Freude am Schaukeln des Bootes, am Wasserplantschen und am Leben in der Natur kann allerdings nur hormonell bedingt sein.


Für die nächsten anderthalb bis zwei Wochen wird es technisch bedingt still hier sein.

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Freitag, 6. September 2013
Little Things
being in love with life

Es ist ganz eigenartig, wie plötzlich die kleinen Dinge in den Vordergrund rücken, wenn einem der Boden unter den Füssen weggezogen wird. Das muss nicht zwingend mit einer lebensbedrohlichen Krankheit in Verbindung stehen. Es genügt, wenn der gewohnte Alltag plötzlich nicht mehr funktioniert, wenn die vermeindliche Sicherheit fehlt, nach der wir so sehr suchen und die doch immer eine Illusion sein wird. Dann öffnet sich plötzlich ein Raum, in dem man die Umgebung und, in Verbindung mit ihr, sich selbst viel stärker wahrnimmt. Dann lebt man im Augenblick. Schade, dass dafür erst etwas Einschneidendes geschehen muss.

Ich spüre gerade alles sehr bewusst, freue mich an den Klängen aus einem offenen Fenster oder dem Lächeln einer gegenübersitzenden Frau in der U-Bahn. Freundliche Worte wärmen mein Herz und in Umarmungen kann ich hineinfallen. Noch nie war ich so losgelöst von äusseren Umständen meines Lebens glücklich. Seltsam ist das vor allem für meine Mitmenschen, die von mir einen völlig konträren Zustand erwarten und mir mit ernster Miene entgegentreten. Und dann freue ich mich, wenn ich sie mit meinem Lachen anstecken kann.

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Montag, 24. Juni 2013
What's New?
Die junge, ambitionierte Wissenschaftlerin, die meine Abschlussarbeit betreut ist tatsächlich nicht nur jung und ambitioniert, sondern auch sehr entgegenkommend. So hat sie mir eine wichtige Quelle aus erster Hand organisiert und weitere Unterstützung ausserhalb des gesteckten Rahmens zugesichert. Zudem ist sie mir sympathisch, weil sie mich sehr an Frau Herzbruch erinnert und die ist ja bekanntlich sehr sympathisch. Aus unserem halbstündigen Telefontermin wurde ruckzuck mal das Doppelte. Und Sätze dürfen bei ihr durchaus nur aus Subjekt, Prädikat, Objekt bestehen. Meine Gliederung fand sie originell, meine Überschriften witzig. Leider ist sie schwanger und geht noch vor Abgabetermin in Mutterschutz.

Apropos Abgabetermin, ein offizielles Bestätigungsschreiben hatte ich immer noch nicht im Briefkasten, weswegen ich mal wieder Frau Dr. der Naturwissenschaften kontaktieren muss, die mir dann schätzungsweise erneut die Daumen drückt, weil sie nix weiß. Wissenschaftsbetrieb scheint ein großes Mysterium zu sein. Aber ich habe ja Geduld.

Dann noch eine neue Variation in der Spitzenstunde gelernt. Muss nächste Woche fragen, aus welchem Ballett das war. Meistens bin ich schon von den Schritten überfordert. Dann kommen noch die Arme dazu. Und wenn Frau Iwanowitsch vortanzt, vergesse ich vor lauter Bewunderung beides wieder. Vielleicht sollte ich nächstes Mal mitschreiben. Jedenfalls verstehe ich jetzt die Herkunft von "Hals- und Beinbruch" für auftretende Künstler. Je mutiger ich werde, umso abstruser die Beinahumknicker wenn's mal wieder schief geht. Ich fürchte, den Traum der Primaballerina muss ich dann doch begraben (wenn's sonst nichts ist). Aber eine kleine Leseempfehlung nicht nur für Ballettbegeisterte habe ich noch am Ende:

Lorry von bead109 schreibt über die innere Haltung beim Lernen von Neuem und das Beobachten von Experten: Being inspired or being intimidated.. Werde ich mir ausdrucken und hinter die Ohren kleben.

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Montag, 15. April 2013
Over My Shoulder
Nach Denglischer Abwandlung des Songs von Mike und seinen Mechanikern soll's in diesem Beitrag über meine Schulter gehen. Da gibt es eine Sehne - nennen wir sie mal die Popeye Sehne - die mir böse zu schaffen macht. Nicht nur sind seit mehreren Wochen keine Liegestützen mehr machbar, es wird einfach nicht besser. Kein Wunder, denn bei meiner Arbeit gibt es oft Tätigkeiten, die über Kopf ausgeführt werden. Meistens sind das klemmende Einschübe, die aus den Boxen gerissen werden müssen oder schwere Gegenstände nach oben gestemmt. Und immer, wenn ich nach einigen Tagen Ruhe und viel Arnikasalbe wieder arbeite, meldet sich die Schulter mit Schmerzen. Nächste Woche werde ich viel Arbeit delegieren oder das Gewicht einfach mal mit links reissen. Das kann doch nicht so schwer sein.

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Samstag, 13. Oktober 2012
Staying Alive
Derzeit lese ich ganz besonders gerne Medizinerblogs. Empfehlen kann ich wärmstens:

Frau Gynäkologin Josephine, die frühere Heldin im Chaos,

Die Chirurgenwelpin, die beinahe schon groß ist und dann hoffentlich mehr Geld für ihre Arbeit bekommt,

und schließlich den Herrn Kinderdoc, der ja inzwischen schon in Bloggerkreisen bekannt sein dürfte.

Ausserdem gibt es dann noch den Herrn Anästhesisten, der aber nicht mehr regelmäßig schreibt. Leider schreibt Frau Pepa ja so wenig über ihren Berufsalltag.

Warum ich plötzlich auf den Hund Mediziner gekommen bin? Einfach weil das eine mir völlig fremde und dennoch faszinierende Welt zu sein scheint. Überhaupt bin ich der anderen Blogs mit wenigen Ausnahmen müde geworden. Warum das so ist, kann ich aber auch nicht wirklich beantworten. Vielleicht, weil's immer dasselbe ist. Die einen sind gezwungen lustig, die anderen jammern mir zu viel. Dabei bin ich selber auch nicht viel besser. Ein Artikel pro Monat ist auch kein wirklich vorzeigbarer Schnitt. Ich tröste mich dann immer mit dem Gedanken, wenn keiner mehr hier liest und ich auch aus der letzten Blogrolle verschwunden bin, kann ich mich endlich ganz ungehemmt austoben hust.

Und zum Schluss noch eine musikalische Empfehlung von der Chirurgin:



Das ist der Song, auf den wir ebenfalls jährlich unsere Reanimationsskills auffrischen. Und der Titel passt wie Faust auf Auge. Hoffentlich muss ich den nicht so schnell wieder im richtigen Leben singen.

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Donnerstag, 24. November 2011
Drive My Car


Vor zwei Wochen habe ich mein Auto winterfest gemacht. Reifenwechsel, Batterie (vor 3 Jahre erneuert) überprüft, Frostschutz ins Scheibenwasser, solche Dinge halt, die einem gerne mal morgens um 5.00 beim Blick aus dem Fenster die Laune vermiesen, wenn man sie bis zum ersten Frost nicht erledigt hat. Dann kamen die Weisheitszähne raus und das Auto stand eine Weile. Vorgestern hatte ich morgens einen Termin, der ohne Auto nicht zu bewerkstelligen ist.
Ich also früh raus, die Haare gemacht, alles andere auch und dann ins Auto. Dreh' den Zündschlüssel... nichts passiert. Sofort ist mir klar, was die Stunde geschlagen hat. Vorige Woche ein Glühbirnchen gewechselt, dann eventuell das Licht vergessen. Jedenfalls ist die Batterie mausetot. Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten (oder drei aber die dritte fällt mir erst später ein): entweder Termin absagen oder schnell jemanden finden, der Starthilfe gibt. Ich wähle die zweite Möglichkeit. Da ich kein Mitglied bei einem bekannten Automobilverein bin und der auch viel zu lange bräuchte bis er hier ist, steige ich aus dem Auto und scanne die Strasse nach potentiellen Helfern.

Sie müssen sich das bildhaft vorstellen. Ich in hohen Stiefeln, kurzer Rock, kurzes helles Mäntelchen, weisse Lederhandschuhe und ein freundliches Lächeln auf den rotgeschminkten Lippen. So stakle ich auf das erste Paar zu, das sein Auto gerade mit Koffern belädt. Die erklären sich auch sofort bereit zu helfen, nachdem ich Ihnen glaubhaft versichere, dass ich sowohl über ein Kabel als auch das Wissen verfüge selbiges anzubringen. Alles was ich brauche sind vier starke Arme - noch steht das Auto in der Parklücke - und eine geladene 12 Volt Autobatterie. In der Zwischenzeit steht ein weiteres Auto am Strassenrand, dessen Fahrer eine freiwerdende Parklücke erwartet. Ich gehe auf das Auto zu. Der Gesichtsausdruck des Fahrers wechselt zwischen Neugier und Misstrauen. Auf meine Bitte hin unterstützt er den Schiebevorgang, nachdem ich ihm meinen Parkplatz verspreche.

Mein Auto steht jetzt mittig auf der Strasse, der freundliche Schieber platziert seines in meine Parklücke und verschwindet relativ flott. Das Helferpaar rangiert einen dunklen Volvo vor mein kleines Autochen. Wir öffnen die Motorhauben. Im Volvo ist alles sehr ordentlich und blickdicht verpackt. Irgendwo steht ein Pluszeichen, unter dem ich die Batterie vermute. Der freundliche Helfer liest derweil das Bordbuch, weil er sich nicht sicher ist, ob sich seine Batterie nicht doch vielleicht hinten befindet. Aufgrund der fortschreitenden Zeit bin ich leicht nervös. Dann beschließe ich, dass acht Augen doch mehr sehen als sechs. Ein neuer Parkplatzfinder hat sich derweilen am Strassenrand eingefunden. Als er mich direkt auf sich zulaufen sieht, legt er den Rückwärtsgang ein und beginnt, langsam nach hinten zu rollen. Ich laufe schneller, er gibt Gas. Irgendwann hole ich ihn dennoch ein. Das Bedürfnis nach einem Parkplatz war wohl doch stärker. Misstrauisch öffnet er sein Fenster. Ich schildere ihm unser Problem. Seine Antwort lautet: "Ich weiss auch nicht wo meine Batterie ist". "Schade", sage ich und wende mich wieder dem Geschehen um mein Auto zu. Danach sehe ich den Unwissenden noch dreimal langsam um den Block kreisen. Er spekuliert auf die freie Parklücke, vor der mein Auto jetzt steht. Das wird mir aber erst später klar.

Da sehe ich einen Nachbarn das Haus verlassen. Sein Auto ist älteren Datums und hat somit ganz sicher eine Batterie unter der Motorhaube, die auch als solche zu erkennen ist. Das Helferpaar entschuldigt sich, weil man nun den Weg antreten müsse und in Autodingen sowieso nicht so gewandt sei. Das mache nichts, antworte ich wahrheitsgemäß, denn ich sei schon froh, dass sie sich überhaupt zur Hilfe angeboten hätten. Inzwischen steht mir das alte Nachbarauto gegenüber und zwei Minuten später läuft mein Motor. Der Unwissende steht jetzt in der Parklücke und beteuert noch einmal schuldbewusst, er hätte ebenfalls in seinem Bordbuch nachgelesen aber auch keine Batterie gefunden. Er fährt übrigens Skoda. Mir ist das inzwischen egal, denn jetzt interessiert mich nur mein Termin und dass ich zum Glück die weissen Lederhandschuhe ausgezogen hatte, bevor ich mit den Kabeln zu hantieren begann, mich jedoch nicht mehr erinnern kann, wo ich sie hingelegt habe. Im Auto ist es nämlich sehr kalt. Die ersten Meter funktionieren weder Heizung noch Gebläse und ich fahre mit offener Scheibe in den nächsten Stau.

170 Km und drei Staus später funktionieren sowohl Heizung als auch Radio. Mein Erlebnis mit der leeren Batterie macht mich jedoch misstrauisch, weshalb ich sie zukünftig ein bis zwei Tage vor einem neuen Einsatz testen werde. Und irgendwie bin ich froh, dass ich mir noch selbst zu helfen weiß. Alte Autos und Frauen sind nicht so leicht kleinzukriegen.

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Mittwoch, 9. November 2011
Cheek to Cheek
Normalerweise bin ich kein Modefetischist. Es sei denn, der Stil ist selbstentworfen. Seit heute - und nicht erst zum Karnevalsbeginn - trage ich Hamsterlook. Also dicke Backen. Die bösen Weisheitszähne hätten schon vor Jahren aber dann war mal wieder zuerst die Vorsicht (Verletzung von zur Lippe gehörigen Nerven und damit Berufsunfähigkeit) und dann die Angst (mal die oberen probeweise entfernen lassen, dann festgestellt, dass doch lieber mit Komplettnarkose).

Am Montag beim Chirurgen, am Mittwoch unterm Messer (gell Frau Herzbruch, das geht auch bei andernen Dingen mit ohne Vorlauf), weil mittwochs immer der Anästhesist im Hause und für heute einer seine Zähne doch lieber behalten wollte. Die Zähne lagen im Knochen. Man hat mir berichtet, es wäre ein zähes Ringen zwischen Zahn und Arzt gewesen, schließlich hat erster nachgegeben.

Und ganz nebenbei war die Narkose ein ganz seltsames Erlebnis. Ich träumte einfach eine Fortsetzung des Gesprächs mit der Anästhesistin weiter. Hätte ich's geahnt, hätt' ich mir ein schöneres Thema ausgesucht. Saftiggrüne Sommerwiese mit Blümchen und Schmetterlingen und ein wenig Schwerelosigkeit - die sog. Hollywoodsterbeanalogie. So aber stellte ich Fragen zur Intubation und deren Folgen.

Im Aufwachraum dann das große Räuspern und Husten. Der Hals ist immer noch ein wenig sauer. Obwohl ich bereits selbst von OP-Tisch auf die Schiebeliege umsteigen wollte, hatte ich danach ein etwas mulmiges Gefühl. Und nasse Augen. Vielleicht kann mir ja Pepa dieses Phänomen erklären? Hat da der Körper aus Reflex geweint obwohl er nix spürte?

Mein Abholer verglich mich spontan mit The Joker. Dabei wollte ich nur freundlich lächeln. Nächstes Mal verneine ich die Frage der Sprechstundenhilfe, ob diese abholende Person ein Freund sei. Jetzt Suppe mit Strohhalm - Rindssuppe à la Kaltmamsell wohlgemerkt. XXL Strohhalme! Da passt sogar ein Ibuprofen durch.

Und hatte ich schon erwähnt, dass ich gestern wegen der alten Wurzelbehandlungsgeschichte beim Zahnarzt war? Falls Sie Kapazitäten für Mitleid haben, nur zu.

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Donnerstag, 20. Oktober 2011
Painkiller
Ich werde jetzt sehr schlank. Fast so schlank wie die ganzen Models aus den Zeitschriften und aus dem Fernsehen - also diese ganz jungen Dinger, denen die Hüftknochen so beim Rumstehen rausstehen. Leider werde ich nicht so schön aussehen, sondern einfach nur ausgemergelt. Seit zwei Tagen meldet sich der Nerv unter meinem Backenzahn nämlich wieder mit Schmerzen. Der Doc hatte mich bereits vorgewarnt, der könne nach der Wurzelbehandlung noch ein wenig motzen. Was er dann auch etwa zwei Tage lang tat. Dann war Ruhe. Bis vorgestern. Da flog ich nach Kanada und zurück. Das hat dem Nerv nicht gefallen. Kanada hat er nicht gesehen aber den Druckunterschied mochte er schätzungsweise nicht so gerne.
Heute Nacht habe ich dann mal alle abgelaufenen Schmerzmittel aus meiner Hausapotheke auf ihre Tauglichkeit überprüft und festgestellt, dass die Sache mit dem Verfallsdatum völlig überbewertet ist. Was sind schon fünf Jahre verglichen mit der Unendlichkeit des Universums? Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob's die Mittel oder die Menge war, die mir letztlich zu ein paar Stunden Schlaf verhalfen. Heute morgen ist alles wieder gut. Der Nerv und ich sind zwar erschöpft aber wohlauf. Bis zur nächsten Runde.

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Dienstag, 5. Juli 2011
The Truth


Ich hätte es vielleicht anders probiert aber besser als die großartige Frau Klatschrose hätt' ich's nicht ausdrücken können.

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