Sonntag, 30. September 2007
Coffee and tea and sympathy
»Was würden Sie davon halten, wenn ich in Ihr Büro komme und sage, dass das alles Quatsch ist, was Sie machen?«

Eine Kollegin plaudert im SZ Magazin aus dem Nähkästchen.
Und den Spruch muss ich mir unbedingt merken.

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Donnerstag, 27. September 2007
Get the joke
Können Nichtflieger über Fliegerwitze lachen?
Probieren wir's mal:

Frage: Was ist die erste Maßnahme, nachdem der PII die Treppe heruntergefallen ist?
Antwort: Man nimmt ihm die Hände aus den Taschen, damit es wie ein Arbeitsunfall aussieht.


Jeder Witz stirbt an langwierigen Erklärungen. Es gibt unzählige Witze aus jeder Branche, dessen Pointe dem Außenstehenden verborgen bleibt, weil er die Hintergründe nicht kennt. Auch obiger Fall bedarf einer Erläuterung.

PII ist die interne Bezeichnung des Langstreckenpursers. Dass er nicht aktiv in den Serviceablauf eingebunden ist, erweckt bei den restlichen Besatzungsmitgliedern oft Neid, was schließlich in der Unterstellung mündet, der Kollege sei schlichtweg faul.

Ein Langstreckenpurser ist aber keineswegs faul, sein Aufgabengebiet ist nur ein anderes. Ähnlich einem 'Chef de Cuisine' koordiniert er sein Team, ist für Passagierbelange und darüber hinaus für technische Belange zuständig. Manche Purserkollegen helfen - soweit möglich - auch im Service. Dies geschieht jedoch immer auf freiwilliger Basis. Der gemeine Flugbegleiter beurteilt einen Purser schnell aufgrund seiner Bereitschaft mitzuarbeiten, obwohl dieses Kriterium eher belanglos ist.

Und die Treppe? Ach ja, die führt im Jumbo (Boeing 747) vom Haupt- zum Oberdeck, wo sich u.a. auch das Cockpit befindet. Soviel zur Erklärung.

Eine Flugbegleiterin stürmt aufgeregt ins Cockpit: "Captain, ich bin vergewaltigt worden!" Der Kapitän fragt nach dem genauen Tathergang. "Ja, im Crewrest war das und vermutlich war es der PII." Das lässt den Kapitän aufhorchen. "Was macht sie da so sicher?" hakt er nach. Darauf die Flugbegleiterin: "Na ich musste alles alleine machen."

Na also, geht doch.

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Mittwoch, 26. September 2007
In a sentimental mood
Ich habe einen Ring. Nein, ich hatte einen Ring. Jetzt hat ihn Ping, die kleine Chinesin auf dem Flug nach Shanghai. Sie war so fasziniert von dem Stein, der seine Farbe wechselte, dass ich ihn ihr zum Schluß in die Hand drückte. Mood-Ringe waren in den Siebzigern populär, also vor ihrer Zeit, und sie hatte noch nie davon gehört. Während er an meinem Finger vorwiegend blau oder grün war, wechselte er an ihrer Hand schnell nach gelb und violett.

Im Grunde trage ich fast nie Ringe. Sie fühlen sich wie Fremdkörper an, man bleibt ständig mit dem Stein irgendwo hängen und muss daran denken, ihn nach dem Händewaschen nicht liegenzulassen. Warum ich ihn ausgerechnet zum Arbeiten trug, weiß ich nicht mehr genau. Manchmal ist ein Gegenstand für eine Person bestimmt. Frauen wissen das. Frauen kennen das Gefühl, ein bestimmtes Paar Schuhe oder ein Kleidungsstück trüge ihren Namen. Bei Männern bin ich mir nicht ganz sicher. Gibt es Bohrmaschinen, die so gut in der Hand liegen, dass man sie einfach haben MUSS? Ich kenne Männer, die so gut in der Hand liegen... aber ich weiche ab.

Der Ring war für Ping bestimmt. Ich war nur Überbringer. In meinem Besitz war er etwa drei Wochen, bevor er seiner Bestimmung zugeführt wurde. Wie er zu mir kam, ist eine andere Geschichte. Vielleicht ist auch Ping nur Überbringerin, wer weiß. Auf jeden Fall hat sie jetzt eine Weile Spaß damit. Jeder Farbwechsel löste Staunen und kindliche Freude bei ihr aus. Keine Sekunde ließ sie den Stein aus den Augen. Hoffentlich schläft sie trotzdem nachts.

Ich wußte, sie wäre viel zu bescheiden, um dieses Geschenk anzunehmen. Also habe ich ihr den Ring einfach für einige Stunden angesteckt. Als sie ihn zurückgeben wollte, schüttelte ich den Kopf. Vielleicht werde ich sie wieder treffen. Dann kann sie mir ihre Stadt zeigen. Oder eine andere Person schenkt mir etwas, das ich gerne hätte. Nicht dass hinterher noch einer meint, ich sei altruistisch.

Das Leben ist ein einziger großer Automat ohne Beschriftung. Man steckt oben was rein, drückt einen Knopf und irgendwas kommt unten raus. Vorausgesetzt, er klemmt nicht. Sonst tritt man einmal ordentlich dagegen, flucht ein bisschen und probiert's nochmal. Oder lässt es bleiben. So einfach ist das. Nur manchmal, da kommt was unten raus, was man nicht so gerne hätte. Dann sollte man schleunigst den Automaten wechseln. Vielleicht ändert sich dann auch die Farbe.

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