Donnerstag, 2. Juni 2022
The Queen of Corona 5
I made Corona my bitch. Oder wie man hierzulande sagen würde: läuft! Morgens hatte ich nach einer relativ normalen Nacht mit immerhin fast sechs Stunden Schlaf zum ersten Mal wieder das Gefühl ein Mensch zu sein. Der Hirnnebel ist inzwischen fast abgeklungen, genau wie das Fieber.

Die Nachricht eines Freundes, er sei beruflich in München unterwegs, nutzte ich für eine Drogeriemarktbestellung. Schnelltests und Augentropfen brauchte ich, um mich einerseits freizutesten und andererseits das Ergebnis auch sehen zu können. Als er alles vor meiner Türe abgelegt hatte und bereits wieder in's Auto steigen wollte, winkte ich ihm in königlicher Manier vom geöffneten Fenster zu. Die Unterhaltung war allerdings ohne Mobilunterstützung nur eingeschränkt möglich. Und wie nennt man das, wenn man sich real sieht und gleichzeitig über Handy telefoniert? Hybridmeeting? Nächstes Mal lasse ich ein Dosentelefon runter, hat sich früher öfter bewährt.

Danach lieferte der Postbote ein Päckchen vom Apothekenversand, wollte sich jedoch nicht ohne eine Unterschrift an der Haustüre abwimmeln lassen. Als ich fragte, ob er eine Maske aufhätte, ging's plötzlich ohne meine Unterschrift. Verstanden hab' ich's nicht, wo doch die Post das Anlieferungssystem extra wegen Corona geändert hat. Ich hätte einen Ablageort angeben können, der wäre jedoch nicht vor der Wohnungstüre gewesen, was dann für mich auch wieder blöd gewesen wäre. Als dann noch die vielen Lebensmitteltüten verstaut waren, hatte ich das Gefühl den Tag erfolgreich gemeistert zu haben.

Die ein oder andere bestellte Leckerei schaffte es jedoch nicht bis in den Schrank, das hat sich auch durch coronabedingte Geschmacklosigkeit nicht geändert. Manchmal vermute ich, ich esse nicht um zu genießen, sondern um was im Mund zu haben. Also irgendwas zwischen den Zähnen, das sich aber dann auch schlucken lässt. Bei Kaugummi ist es ein seltsames Gefühl, wenn ich in zehn Minuten das ganze Päckchen gegessen habe. Am Besten geht das mit Knabberzeug, also Salzstangen, Grissini und anderes, das gut mit den Zähnen zu bearbeiten ist. Das ist wie mit Musik: es gibt die Fraktion Menschen, die brauchen eingängige Melodien. Mir war dieser Teil immer eher egal. Texte konnte ich mir sowieso nicht merken. Dafür ist für mich bei einem Musikstück vor allem der Rhythmus wichtig. Es gibt da noch die Harmonikfraktion, die aber bei den einfach gestrickten Popsongs der Marke Dominante/Tonika/Dominante/Tonika - eine Subdominante wäre Gott bewahre viel zu kompliziert für's völlig verschallte Ohr - nicht weiter erwähnenswert ist. Bei Nahrung sind die Melodie- und Harmoniefreaks also die Zutaten- und Kombinationsgenießenden, während sich die Rhythmusfraktion eher an der Textur mit ihrer Anforderung an den Kaumuskel erfreut.

Zur Feier des Tages saugte ich einmal die Wohnung durch. Macht man das eigentlich heute noch selbst? Ich lese ständig von Roomba und menschlichen Dienstleistenden, in der Hinsicht falle ich also auch aus der Norm. Danach musste ich mich schnell wieder hinlegen. So dolle war ich dann doch noch nicht bei Kräften. Am Abend hatte ich eine Verabredung. Da wir uns nicht treffen konnten, telefonierten wir wenigstens, was zwar ein unzureichender Ersatz ist aber wenigstens ein bisschen menschliche Wärme für mich schafft. Warm fühlt sich innerlich auch das Wissen an, dass da Leute hinter ihren Endgeräten sitzen, die mir Nachrichten mit guten Wünschen schreiben und an meiner Antwort ernsthaft interessiert sind, wenn ich beschreibe, wie's mir geht (you don't need to call, Jawl!) Und das war dann insgesamt gestern ein gelungener Coronatag. It's a wrap.

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Mittwoch, 1. Juni 2022
The Queen of Corona 4
Kein Wunder, dass mein Kopf nur noch wie Apfelmus auf Kartoffelpuffer reagiert. Ich habe in den letzten vier Nächten maximal drei Stunden am Stück geschlafen. Manchmal schlief ich am Nachmittag eine Stunde zusätzlich. Um gesund zu werden, wären die 16 Stunden Brainreboot an einem einzigen Tag vonnöten. Für meinen Körper sowieso. So langsam kehrte im Laufe des Vormittags meine Denkfähigkeit zurück, was ich sofort für Organisatorisches nutzte. Den Briefkasten und die Müllentsorgung hat meine Nachbarin übernommen, der Einkauf wird nach Onlinebestellung geliefert, und auch hierzu gibt es eine kleine Anekdote. Als die Freundin anbot, eine Bestellung bei Revve für mich aufzugeben, kam mir die zündende Idee, dies selbst zu erledigen. Das ist mir ganz von alleine eingefallen! Beim Bestellen tauchte dann eine völlig neue Herausforderung auf: woher weiß ich, welche Zutaten ich für ein Gericht einkaufen muss? Bevor Sie sich fragen, ob ich mir das nur ausdenke, kann ich Ihnen versichern, es gibt Dinge - wie zum Beispiel diese Coronainfektion mit einhergehender Isolation - über die ich mir zuvor nie Gedanken gemacht habe. Die antrainierten Mechanismen funktionieren aber noch relativ zuverlässig.

Später ging ich duschen, wechselte wegen starken Schwitzens die Bettwäsche und ließ die Waschmaschine laufen. Das war dann auch genug Aktivität für meinen geschwächten Organismus. Das Fieber ist inzwischen auf einen erträglichen Wert gesunken, sodass ich mich mit Formalitäten wie beispielsweise der Beschaffung einer AU auseinandersetzen konnte. In diesem Zusammenhang nutzte ich zum ersten Mal die bundesweite Rufnummer 116117 sowie die zugehörige App, wurde von dort aber doch nur wieder an die Hausärztin verwiesen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass nach dem automatisierten Symptomchat mit Erkennungspin in Bayern kein weiteres Vorgehen folgte. Ursprünglich sollte im Anschluss das Gespräch mit einer Fachkraft folgen. Am Telefon sagte man mir, der Service sei in Bayern noch nicht freigeschalten. Jedenfalls weiß ich jetzt, dass es Hilfsangebote für Alleinlebende in Quarantäne im Netz gibt. Meine Hilfe kam hauptsächlich über viele Menschen auf Twitter. Sowas hinterlässt bei mir neben Staunen vor allem große Dankbarkeit.

Der ersehnte Schlaf kam nachmittags über mich. Ich wachte gestärkt auf. Mit dem Effekt, dass ich abends nicht müde war. Und mit dem Nebeneffekt einer deutlich spürbaren Besserung meines Allgemeinzustandes. Zumindest kann ich fortan meine Zeit zum Schreiben nutzen, möglicherweise auch zu weiteren Aktivitäten wie Musizieren oder Lesen, sollte der Körper mitmachen. Noch vertrage ich nicht zu viel Nahrung im Körper. Der Darm wehrt sich dagegen mit heftigen Bewegungen - ein Symptom, das mir vorher im Zusammenhang mit Corona noch nicht bekannt war. Morgen kommt die Lebensmittellieferung, da geht hoffentlich wieder normales Essen und Trinken. Und dann wird alles gut.

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Dienstag, 31. Mai 2022
The Queen of Corona 3
Eine dritte, sehr kurze Nacht. Geschlafen habe ich nur zwischen 3.30 und 7.40. Danach schaltete sich ein völlig neues Level von Schlechtfühlen frei. Obwohl ich komplett verschwitzt aufwachte, war mein Fieber geschätzt eher niedrig. Meine Konzentration reichte von hier bis zum nächsten Türrahmen. Als ich eine Antwortmail meines Arbeitgebers mit Anforderung von Nachweisen lesen wollte, brach ich in Tränen aus. Ich merkte, dass mich allein das Lesen und Verstehen so viel Kraft kostete, die ich nicht hatte. Auch andere Aufgaben schienen mir plötzlich unüberwindbar. Mein Kopf hat die Fähigkeit zu improvisieren und neue Möglichkeiten zu finden verloren. Das wurde mir durch einen Dialog auf Twitter klar. Bei dem Hinweis, ich dürfe die Isolation nicht brechen, hatte ich keinerlei Lösungsmöglichkeiten mehr als den Gedanken, dann werde ich halt nicht mehr essen, womit die Problematik um Einkaufen und Müllentsorgung gelöst wäre. Bleiben Sie dran, wenn meine Vorräte in drei Tagen zur Neige gehen. Am liebsten hätte ich jemanden, der mein Leben ab hier für mich organisiert.

Das von Frau Novemberregen georderte Fieberthermometer kam nachmittags an. Ich packte es aus und ließ es als erstes fallen. Es funktioniert aber noch und zeigte mir, dass ich mich in einem normalen Fieberbereich bewegte. Somit ist mein Hirnnebel nicht vom Fieber. Ob ich darüber froh sein soll, weiß ich jetzt auch nicht. Eine weitere Neuerung sind die gefühlt belegten Ohren, d.h. ich höre nur noch wattig. Kenne ich schon, hängt mit der Eustachischen Röhre zusammen, tritt vor allem bei Schnupfen und damit behindertem Luftaustausch auf. Seltsamerweise habe ich aber keinen Schnupfen. Naja, die Nase lief immer mal ein bisschen, war aber nie verstopft. In diesem Zuge lernte ich, dass ich den Musculus tensor tympani willentlich ansteuern kann, was ich bereits seit Jahren bei auf der Straße vorbeifahrender Martinshörner nutze, wenn ich keine Hand frei habe, um mir die Ohren zuzuhalten.

Auch die Augen sind seit dem Abend in Mitleidenschaft gezogen, die Bindehaut entzündet. Ich war immer schon sehr sorgfältig, da kann ich erst recht bei Corona keines der üblichen Symptome auslassen. Bekannte und Freund'innen meldeten sich gestern nur noch sporadisch, nachdem sie einsilbige Antworten auf Ihre Genesungswünsche erhielten. Ich hoffe, Du bleibst symptomlos/leichter Verlauf/milde Symptome etc. und Geht es Dir besser? mit nur vier Buchstaben beantwortet (Nein) bedeutet scheinbar zwischen den Zeilen soviel wie Lass mich in Ruhe. Dem ist nicht so. Das Lesen und Tippen strengt mich nur ungemein an. Auch dieser unwesentliche und uninspirierte Eintrag hat mich Stunden Energie und Konzentration gekostet. Das sind sie und bin ich nicht von mir gewöhnt. Das erschreckt mich. Bleiben Sie also dran, wenn es morgen wieder heißt: neue Symptome, neues Glück.

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Montag, 30. Mai 2022
The Queen of Corona 2
Die zweite Nacht (Samstag auf Sonntag) wäre überstanden. Ich habe sogar irgendwann geschlafen. Das ist alles nicht selbstverständlich, denn mein Fieber stieg erwartungsgemäß am Abend an. Messen kann ich es immer noch nicht, weiß aber inzwischen, wie sich hohes Fieber anfühlt. So fühlte es sich dann die ganze Nacht an: kaltschweißig, körperlich empfindlich und geistig sehr verwirrt. Um vier stand ich auf, machte mir einen Tee und merkte, wie wackelig ich auf den Beinen war. Dieses Mal entschied ich mich gegen das Waschen meines Geschirrs und Haares. Als die Dämmerung einsetze, öffnete ich das Fenster und, da ich mich offiziell noch nicht in Quarantäne befand - das Schreiben vom Gesundheitsamt war noch nicht eingetroffen - zog ich mich kurzerhand warm an, sammelte den Plastikmüll ein und beschloss einen Spaziergang zum Container zwei Straßen weiter. Um die Zeit ist sonntags ja niemand unterwegs. Naja, ausser vielleicht ehrgeizige Jogger, schlaflose Jungeltern und andere Quarantänende, denen ich selbstverständlich großzügig auswich.

Daheim musste ich mich wieder in's Bett legen. Ein Frühstück bestand aus Joghurt mit Banane und Kaffee, wovon ich nicht wirklich was schmeckte. Der Husten wurde im Laufe des Tages stärker, was mich am Schlafen hinderte. Ein kleines Mittagessen mit Kartoffeln und Rührei gegen 11.00 führte zu Bauchweh und Durchfall. Später führte ich ein, zwei nette Telefonate, die jedoch durch diese Symptomatik sehr plötzlich abgebrochen werden mussten. Bei Husten halte ich das Mikro zu aber auf der Toilette will ich wahrlich nicht telefonieren. Das ist mir zu intim. Zudem brauche ich beide Hände, um meinen automatisierten Bewegungsablauf einzuhalten. Für alles andere muss ich nachdenken, was mir heute insgesamt sehr schwer fiel.

Ein weiteres Symptom ist meine - wie man im Bayrischen sagt - Gfühligkeit. Das kann entweder mit der Tatsache zusammenhängen, dass ich krank bin und mich wie ein waidwundes Tier verhalte, das sich zurückzieht, um zu sterben (na schön, das war jetzt wirklich ein wenig übertrieben, denn ich bin sehr sicher, dass ich nicht an Corona sterben werde; dann wären ja drei Impfdosen verschwendet) oder an meinen Wechseljahrsauswirkungen. Das bezieht sich übrigens nicht nur auf die Emotionalität, sondern auch auf Schweißausbrüche, von denen ich nie weiß, ob sie vom Fieber oder den Hormonen ausgelöst wurden. Und da wären wir wieder bei meinem Problem des fehlenden Thermometers. Die Hitzewellen hatte ich lange Zeit ganz gut im Griff. Bei mir wirkt eine kohlehydratarme Ernährung (kein Brot, Pasta, Zucker, aber Brokkoli und Kartoffeln) - rein subjektiv erprobt, d.h. wirkt bei mir, muss aber nicht zwingend bei anderen. Aber die Gefühle fahren gerade sehr Karussell, ich bin empfindlich und schnell verletzbar. Gibt's da was von Ratiopharm?

Frau Novemberregen bot in den Kommentaren an, die Macht des Internets in Bewegung zu setzen, damit ich meinen Arsch daheim lassen kann. Ja, so hat sie's formuliert. Für mich ist die Möglichkeit immer noch wie ein Wunder, dass sich Dinge aus dem Virtuellen vor meiner Wohnungstüre manifestieren. Hätte es 10 n.Chr. schon Internet gegeben, ich hätte genau mit dem Hintergrund diese Wunder verstanden, bei dem aus Wasser Wein wird (etwa so). Nach einem sehr langen und schwierigen Telefonat wartete die Nachricht von Frau Novemberregen in meinem Postfach, dass sich morgen mein Wunsch nach einem Thermometer materialisiert. Dafür habe ich ihr versprochen, mich bei meinem nächsten Frankfurtaufenthalt ihrer Bügelwäsche zu widmen. Ist ja auch nicht immer so einfach, ein Hilfsangebot anzunehmen und mich nicht revanchieren zu können. Ein weiteres Angebot kam aus der Familie meines Bruders. Die würden mich gerne für die Krankheitszeit bei sich aufnehmen, damit ich gut versorgt bin. Allerdings wohnen die in der Nähe von Erlangen und im Haushalt befinden sich Kleinkinder. Auch wenn mein Bruder ein sogenannter Coronaleugner ist, kann ich das Angebot nicht mit gutem Gewissen annehmen. Gerührt hat es mich dennoch. Ist nicht so, als hätte ich keine lieben Menschen um mich, nur wohnen fast alle zu weit weg.

So bleibe ich halt zuhause, vertreibe mir die Zeit im Netz und gehe vielleicht mal in der Dämmerung vor die Türe. Knoblauch mag ich übrigens auch nicht, das aber nur am Rande. Meinen Coronavirus stelle ich mir in etwa so vor und hoffe, alle Eindringlinge werden von den weißen Blutkörperchen gehörig getriezt.

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Sonntag, 29. Mai 2022
The Queen of Corona
Letzthin kam im Fernsehen die Wiederholung des Centralparkkonzerts von Simon & Garfunkel, das so um 1981 stattgefunden hat. Eigentlich wäre ich alt genug gewesen, das bereits mitzubekommen, verhielt mich jedoch damals gegenüber jeglicher Populärmusik misstrauisch. Kennengelernt habe ich diese Musik dann erst Ende der Achziger durch einen Freund. Und plötzlich schien alles aus dieser Ära unglaublich interessant - Beatles, John Lennon, Joan Baez, Joni Mitchell, Bob Dylan (you name it) und eben Simon & Garfunkel. Das war jetzt ne sehr lange Einleitung für ein völlig anderes Thema, soll aber den Titel meines Eintrags erklären.

Ich habe Corona. Ich, die zwei Jahre mit 3M geflogen ist, die Maske für 16 Stunden toujours aufhatte und die dafür Migräne im Layover in Kauf nahm. Alles kein Spaß, doch war ich mir sicher, dass die Alternative, nämlich zu erkranken auch nicht so super wäre. Auf dem letzten Flug war ich mutig. Oder leichtsinnig, je nachdem wie man es verstehen will. Ich trug eine OP Maske, die nicht so dicht und weniger gut sitzt. Da Passagiere meist ihre Masken intuitiv absetzen, wenn sie mit uns sprechen, habe ich mir angewöhnt, den Kopf ab und das Ohr zuzuwenden. Zugegeben, es ist leichter, bei Umgebungslärm die Lippenbewegungen zu sehen. Das unterstützt die Verständigung ungemein. Andererseits will ich nicht die volle Ladung Viren ungehindert in meine Richtung katapultiert wissen. Und so hat es mich eben erwischt.

Angefangen hat's sehr harmlos. Nach einem Flug teste ich mich meistens, vor allem bevor ich mich mit anderen Menschen treffe. Der Test war negativ - wie zu erwarten. Dann spürte ich leichtes Kratzen im Hals und Verlust der Geschmackssinne. Ich wartete ab, überlegte noch, ob ich den nächsten Flug werde antreten können und beschloss, die Entscheidung auf den nächsten Tag zu verschieben. Jetzt ist es bei uns so, dass ich meine Flugwünsche einmal im Monat in ein System eingebe - was ich davon zugeteilt bekomme, hängt von vielen Faktoren ab - und plane dann in der Ruhezeit, die dieser Flug auslöst, wichtige Termine, Arztbesuche oder auch einfach nur private Treffen. Kann ich einen Flug wegen Krankheit nicht antreten, verliere ich gleichzeitig auch die freien Tage danach. Sobald ich mich gesund melde, bekomme ich einen beliebigen Flug zugeteilt. Bei mehr als zehn Abwesenheitstagen (Krankheit, Urlaub, Freistellungen) im Monat kann bereits ein Fehltag den kompletten Monatsplan obsolet machen. Man kann sich unschwer vorstellen, wie viel Druck auf der Entscheidung für eine Krankmeldung lastet. Dutzende Male bin ich schon halb krank geflogen, kürzlich erst mit einer durch einen Treppensturz verrenkten und gezerrten Schulter. "Geht schon" ist nicht nur mein Motto, sondern auch das der Mehrzahl im Kollegium.

Bereits am Abend kündigten sich Gliederschmerzen und starkes Kopfweh an, gefolgt von hohem Fieber und Schüttelfrost. Das war der Zeitpunkt, an dem mir klar wurde, dass ich den Flug am nächsten Tag nicht antreten können würde. Ein Schnelltest gegen 4.00 nach sehr unruhiger Nacht bestätigte meine Befürchtung. Und was tat ich danach als erstes? Ich spülte mein Geschirr ab. Mit fast 40 Fieber. Wie so 'ne schwäbische Hausfrau. Danach ging ich unter die Dusche, weil man nie wissen kann, wie so eine Infektion verläuft und ich frische Wäsche nicht ungeduscht anziehe. Und dann kann man ja auch gleich Haare waschen, weil es sich im Krankenhaus so schlecht Haare wäscht und überhaupt guten Eindruck hinterlassen und so. Alles in allem ein erheblicher Kraftakt, den ich mir hätte sparen können. Erziehung my ass.

Um zehn vor acht stand ich dann am noch verschlossenen Eingang des Testzentrums im Gasteig. Man solle bitte mit privaten Verkehrsmitteln anreisen oder mit dem Fahrrad. Steht auf der Internetseite bei Terminvergabe. Mit.Dem.Fahrrad! Im Ernst, hätte ich Rad fahren können, wäre ich arbeiten gegangen. Die Einsatzplanung hatte ich bereits um 5.00 über meine Coronainfektion informiert. Und auch das war gar nicht so einfach. Ich mache den Job jetzt seit 23 Jahren und musste mich in der Vergangenheit ab und zu krank melden aber Corona schaltet ein völlig neues Level der Krankmeldung frei. Da ruft man nicht an, wartet die Bandansage ab und drückt im richtigen Moment die eins. Nein, da gibt es so viele Regularien zu beachten, dass ich die Zeit zwischen 5.00 und 7.00 Dienstvorschriften lesend verbrachte. Ein halbes Jahr keine Chinaeinsätze, hier eine Meldung mit Antikörpernachweis hinschicken, dort eine andere Bestätigung. Ich weiß nicht, wie andere das schaffen, zumal die Gruppe der Flugbegleitenden im Schnitt nicht unbedingt die intelligenteste ist. Jedenfalls brauchte ich für diesen Prozess sehr viel Konzentration, die ich nur mit viel Anstrengung und mehreren Schmerzpillen - die guten aus USA - aufbrachte. Meine Mitochondrien arbeiteten im oberen, roten Bereich der Betriebstemperatur.

Zum Testzentrum also mit 3M Maske und so viel Abstand, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Mein Mitleid mit potentiell Anzusteckenden weil nicht korrekt Maske Tragenden hält sich allerdings in Grenzen, weshalb ich auf dem Rückweg noch schnell einkaufen ging. Die Gummihandschuhe zog ich irgendwann aus. Ich hatte sie beim Anziehen ja schon aussen berührt. Und dann lag ich erst mal daheim im Bett, bis irgendwann nachmittags mein altes Quecksilberfieberthermometer auf den Boden fiel und fortan unbeirrt behauptete, meine Temperatur sei inzwischen bei 43°. Da schwang ich mich tatsächlich auf mein Fahrrad und fuhr zum Drogeriemarkt, denn an einem Samstag ist die nahe gelegene Apotheke nach zwölf zu. Ich fuhr langsam, mit Schweißausbrüchen, die nicht an der Aussentemperatur lagen. Die Radwege erschienen mir noch nie so schmal wie gestern. Das erste Thermometer - irgendwas sehr Neumodisches - nahm ich mit heim und sofort in Betrieb. Eine ganz eigene Herausforderung, denn während man so ein Quecksilberstäbchen einfach in eine Körperöffnung steckt, muss das Hightecteil nach genauen Vorschriften in Betrieb genommen werden. Ich weiß immer noch nicht, ob mein Fieber inzwischen gesunken ist, denn nach einer Stunde erfolgloser Messversuche, bei der sich das Ding einfach ausschaltete, beschloss ich, bei beginnendem Delirium einfach den Notarzt zu rufen - die Nummer ist eingespeichert.

Und das war dann auch genug Abenteuer für meinen kranken Körper an einem Samstagnachmittag. Bitte lassen Sie gerne Mitleidsbekundungen da, die sollen auf den Heilungsprozess nachweislich förderlich wirken.

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Sonntag, 15. Mai 2022
Trainwreck


Am Münchner Hauptbahnhof führt der Weg von meiner U-Bahn zu den Gleisen in der Haupthalle durch den Untergrund. Man läuft eine Weile, da die Eingangshalle umgebaut wird und der direkte Weg versperrt ist. Mir fällt eine Gruppe Frauen mit Kindern auf, die in Spannbettlaken gewickelte Bündel tragen. Eine eher kleinere Frau trägt in einem Arm einen Säugling, die andere Hand schleppt und zieht das riesige Knäuel. Ich biete meine Hilfe an, bin aber nicht sicher ob sie mich versteht. Ihr Blick ist starr ohne erkennbare Mimik. Das Bündel ist schwer, obwohl wir es gemeinsam halten. Mein eigenes Gepäck habe ich an der anderen Hand. Schließlich lässt sie los, um den Säugling nach oben zu rutschen. Mir fallen vor uns weitere Frauen auf. Sie sind alle auf dem Weg zur Haupthalle bei den Gleisen. Am Fuß der Rolltreppe bildet sich eine riesige Traube. Die Frau mit dem Kinderwagen zögert und ruft einem kleinen Jungen davor immer ungeduldigere Worte zu, die sich für mich russisch anhören. Der etwa Vierjährige traut sich nicht, die schnell fahrenden Stufen zu betreten. Ich lasse das Bündel los und gehe nach vorne, strecke dem Jungen meine Hand entgegen, doch der hat Angst. Schließlich greift er danach und wir hüpfen auf die Treppen. Ein Lachen erhellt sein Gesicht. Oben hüpfen wir erneut auf die Endplatte. Er lässt meine Hand los und sucht seine Mutter. Die Frau mit dem Säugling wartet auf mich. Schließlich sammeln sich alle in einer großen Gruppe mittig vor den Gleisen. Es sind viele. Sie fahren wieder zurück in die Ukraine. Eine Frau bedankt sich bei mir für meine Hilfe. Ich greife in meine Tasche und hole das Plüschtier heraus, das für meine Nichte gedacht war, gebe sie meinem kleinen Rolltreppengefährten und winke zum Abschied. Dann muss ich weinen.


In einem Bericht aus Polen hörte ich von der Beobachtung, dass die ukrainischen Kinder jetzt nicht mehr weinen und es allgemein sehr still sei, weil sie auch bei den traumatisierten Eltern keinen Schutz mehr finden. Sie sind mit ihren Ängsten völlig auf sich gestellt. Ich kenne diese Reaktion als Einzelfall bei der Betreuung traumatisierter Kinder, nicht aber in dieser großen Masse.

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Sonntag, 24. April 2022
The Twenty First Night of September


Am Denkmal für die Verstorbenen des Oktoberfestattentats von 1980 bin ich heute vorbeigelaufen. Obwohl ich damals noch ein Kind war, erinnere ich mich sehr genau. Ich wusste, dass mein Vater an diesem Tag ebenfalls auf dem Oktoberfest war. Ich hörte von der Bombe. Ich hörte im Radio, dass da ein paar Menschen tot waren. Und ich hoffte so sehr, dass mein Vater einer davon sei. Drei Jahre später hatte ich zwei Schwestern mehr. Es ist nicht alles schlecht.

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Montag, 4. April 2022
Nightrain
Was man so alles erlebt, wenn man mal zu anderen Zeiten rausgeht als den üblichen. Das sind die, wo die Läden geschlossen sind und die in meinem Alter daheim vor dem Fernseher oder dem Internet sitzen. Ich wollte schon immer mal nachts in's Fitnessstudio, einfach um zu sehen, was sich dann für Leute da versammeln. Ein bisschen auch, weil ich vermutete, da seien weniger da und ich trotz Kontaktreduzierung auch ein bisschen trainieren wollte. Dann fiel mir ein, dass es vielleicht nachts da nicht so schön ist, wenn man zum Beispiel dem Typen begegnet, der immer im gleichen geruchsintensiven Shirt trainiert und einen schon tagsüber mit Blicken dermaßen verfolgt, dass es einen innerlich schüttelt.Dann war geschlossen, weil man nicht ungeboostert oder ungetestet rein durfte. Dann hat sich mein Schlafrhythmus verschoben und ich war froh, wenn ich schon vor mittags schaffte, dort zu sein.

Am Schlafrhythmus war übrigens auch die Fahrt mit dem Nachtbus schuld. Also nicht ursächlich, weil ich ja nicht die ganze Nacht nur Bus gefahren bin. Ich war etwas länger bei einer Veranstaltung, und als ich heim wollte, fuhren die normalen Öffies nicht mehr. Also bin ich zum ersten Mal mit dem Nachtbus heim. Das Klientel ist im Schnitt sehr jung, was nicht weiter erstaunlich ist, denn die anderen leisten sich Taxis oder Uber. Ich mit meiner schwäbischen Sozialisation leiste mir erst ein Taxi oder Uber, wenn wirklich garnix mehr geht. Auch kein Radfahren, was sich entweder wegen Witterung oder meiner Garderobe verbietet.

Was mich an diesem jungen Publikum erstaunte, ist die Kommunikationsfreudigkeit. Wenn ich bei Twitter oder in sonstigen Medien lese, dass sich die Jugend von heute nur noch via Bildschirm austauscht und spontane Kontakte nicht mehr gewohnt ist, dann sind die Verfasser noch nie Nachtbus gefahren. Innerhalb von zwanzig Minuten beantwortete ich interessierte Fragen zu meinem Abend- meinem Musikprogramm (Kopfhörer), meiner Garderobe und dem Ausstiegsziel. Und auch untereinander tauschten sich zusammengehörige Grüppchen mit anderen aus. Noch nie - und ich schreibe das aus langjähriger Münchenerfahrung, die von Nordrheinwestfalenheimischen mit Sicherheit nicht nachvollzogen werden kann, es hat sich jedoch sehr oft in unterschiedlichen Lokalitäten so zugetragen - hatte ich irgendwo mehr soziale Kontakte als in einem Bus, der nachts die Heimkehrenden aufsammelt. Nicht in Kneipen, nicht im Biergarten und nicht bei anderen öffentlichen Veranstaltungen, wobei ich aber auch kein Mensch bin, der an politischen oder Trinkfestigkeitsdemonstrationen - beispielsweise in Oktoberfestzelten - teilnimmt.

Sollte ich mich demnächst sehr einsam fühlen, fahre ich einfach wieder eine Runde mit dem Nachtbus. Reibungsloser Transport, gute Kommunikation, gerne wieder.

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Freitag, 1. April 2022
Ennobled
Am Wochenendabend sind die Lockerungen der Coronamaßnahmen in der Stadt deutlich zu spüren. Viele Gruppen junger Menschen zieht es zum Feiern nach draussen oder in die Clubs. So genau weiß ich nicht um ihr Ziel, vermutete aber die jungen Männer in der Straßenbahn wollten zu einer stadtbekannten Partylocation. Sie fielen mir bereits an der Haltestelle auf. Vier Jugendliche, die sich laut unterhielten und abwechselnd große Schlücke aus einer Whiskeyflasche tranken. Einer beschrieb dann deutlich hörbar die Wirkung dieses Getränks als zunächst nicht spürbar, dann aber plötzlich reinhauend, was er persönlich sehr an Whiskey schätze.

Ich war irritiert bis angewidert mit deutlichem Fluchtreflex als die vier mit mir in die Trambahn stiegen und sich nur unweit auf die Plätze über den Gang verteilten. Einer zog sein Handy aus der Tasche. Es setzte ein deutlich hörbarer Beat ein, auf den ein anderer zu rappen begann. Es wurde abwechselnd vorgetragen, teils improvisiert, teils aus dem Handy abgelesen. Alle trugen übrigens sehr vorbildlich dabei ihre Masken. Ich lauschte fasziniert, denn diese Lyrik so zu improvisieren, ist hohe Kunst. Irgendwann schauten sie auf, ob sie wohl die genannte Haltestelle, die auch meine war, bereits verpasst hätten. Statt auf die Anzeige zu schauen, stellte einer im Handyfahrplan fest, dass die erwartete Ankunftszeit noch ein paar Minuten entfernt sei und alle wandten sich wieder ihrer Beschäftigung zu.

Als ich mich zum Aussteigen bereit machte, sah ich bei den Vieren kein Anzeichen von Vorbereitung. Im Gegenteil, sie waren völlig in ihre Rapperei vertieft. Da spürte ich ein bisschen Mutti in mir und rief ihnen zu: "Jungs, ihr müsst aussteigen, hier ist Lokschuppen!" Sie sprangen auf, verließen schnell hintereinander die Tram und bedankten sich draussen bei mir. Ich erklärte, ich hätte zugehört und wollte wissen, ob sie das alles improvisiert hätten. Einer bejahte meine Frage und alle bedankten sich wieder artig für mein Lob. Schließlich meinte einer, er fände es echt groß, dass ich sie auf die Haltestelle aufmerksam gemacht hätte und ein anderer sagte sowas wie "Voll die Ehrenfrau!"
Und so kam es, dass ich an einem Wochenende von vier Jugendlichen von Mutti zur Ehrenfrau erhoben und geadelt wurde.

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Montag, 21. März 2022
Freedom III
Kommen wir zum hässlichen Cliffhanger am Ende vom letzten Eintrag und zu dem, was ich in meiner blogfreien Zeit so getrieben habe. Der Grund für mein Schweigen war simpel: ich hatte weder Zeit noch Interesse am Schreiben. Denn wenn ich mich für ein Thema interessiere, lasse ich mich so sehr darauf ein, dass daneben nur noch die nötigen Pflichten stattfinden. Ist meine Neugier einmal geweckt, bestimmt dieses Thema meinen kompletten Tagesablauf sowie die Nacht. So war's beim Tauchen und auch beim Tanzen. Ich lese und träume davon, ich atme das Thema. Andere nennen es Hobby, was bei mir irres Lachen auslöst und sich eher wie Obsession gestaltet. Ich bin besessen davon, alles in möglichst kurzer Zeit über das zu wissen und zu erfahren, was mich so fasziniert. Also am eigenen Leib erfahren im Sinne von erleben. Denn, machen wir uns nichts vor, in der Theorie ist so Manches anders als in der Praxis.

Da war also diese Beziehung, die für mich einerseits völlig neue Dimensionen eröffnete und mich andererseits alles an Kraft gekostet hat, die ich brauchte, um mein Leben funktionieren zu lassen. Natürlich fiel die Begegnung auf fruchtbaren Boden, denn ich hatte mich bereits mit neuen Denkrichtungen auseinandergesetzt. Eine davon war die Beobachtung meiner Reaktionsschemata, speziell was die schnelle Bewertung von Erlebtem betrifft - sei es im Zusammenhang mit anderen Menschen oder mit Situationen, mit der Betrachtungsweise meiner Umwelt oder mir selbst. Hintergrund war mein Bestreben, mich von einem rein reagierenden Wesen in ein differenzierteres zu verwandeln. Warum mich etwas wütend macht, kann ich zwar im Nachhinein erforschen aber direkt alles klein schlagen und hinterher auch noch darüber sinnieren müssen, wie ich das wieder hinbiege, schien mir nicht sehr sinnvoll. Ich wollte zu reagieren vermeiden und ein sehr weiser und gefasster Mensch werden. Dafür schien es mir unumgänglich, den Impuls der Wertung nicht nur zu hinterfragen, sondern ihn auch bewusst zu beobachten. Unterlassen geht nicht aber zumindest erkennen, dass mein Instinkt etwas als schlecht oder bedrohlich eingeordnet hat und es möglicherweise auch anders sein könnte. Es geht also darum, für die entgegengesetzte Seite im Polaritätsspektrum offen zu sein.

Auftritt des Mannes, der erst mal offen und neugierig für jegliche neue Erfahrungen ist und nicht wertet. Zudem ist er sehr gutaussehend und durchtrainiert - eine äusserst verlockende Mischung für mich. Natürlich erliege ich der Versuchung, obwohl ich innerhalb kürzester Zeit weiß, dass da nichts zu mir passt, weder zu meinem Bedürfnis nach Zweisamkeit noch zu meiner intellektuellen Auseinandersetzung mit der Welt. Da ich auch alleine nachdenken kann, im Gegenzug Sex aber sehr schnell alleine langweilig wird, entscheide ich, mich auf den Mann einzulassen. Es beginnt sowohl ein Feuerwerk körperlicher Lust als auch seelischer Leiden, denn so hoch mich diese Verbindung in seiner Anwesenheit katapultiert, so tief falle ich in den Tagen und Wochen danach. Es beginnt ein Kreislauf, der Ähnlichkeit zur Abhängigkeit aufweist. Als ich das erkenne, beginne ich mich davon loszusagen. Doch jedes Mal nach einer gemeinsamen Nacht bin ich wieder bei null. Irgendwann so nach etwa drei bis vier Jahren ziehe ich meine Konsequenzen und einen Schlussstrich, fange aber gleichzeitig wieder zu rauchen an. In einem der vielen Tränentäler beschließe ich nur noch das zu tun, was mir gut tut. Also höre ich mit dem Rauchen auf und verabrede mich mit dem Mann auf ein Stelldichein. Wir klären die Fronten, vermeiden seelische Verletzungen - das braucht viel Ehrlichkeit mit mir selbst - wie auch Besitzansprüche und unterlassen Definitionen für unsere gelegentlichen Treffen. Das handhaben wir übrigens bis heute so.

In der Aufarbeitung wird mir klar, dass ich nicht auf das verzichten möchte, was der Mann an Begehrlichkeiten in mir geweckt hat. Nur wo finde ich einen, der sich nicht im Schema F bewegt, der sich mit mehr als der Befriedigung seiner Bedürfnisse auseinandersetzt - beispielsweise mit Orgasmuskontrolle - und auch an ungewöhnlichen Vorlieben Interesse zeigt? Die meisten spalten sich in zwei Fraktionen auf, die mich beide in ihrer Reinform eher abstoßen. Eine Fraktion sind die Tantriker, die ohne das korrekte ätherische Öl und das richtige Räucherstäbchen nicht kommen können. Die andere sind die Typen aus der BDSM Szene. Auch da finde ich mich zunächst nicht wieder, denn schließlich will ich mich nicht auspeitschen lassen, sondern nur bestimmen wo's lang geht.

Bei meiner Internetrecherche stoße ich auf einen Swingerclub - eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Die Schilderung der Autorin ihres ersten Besuches dort macht mich aber neugierig. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf (tbc)

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