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Sonntag, 9. Juli 2006
Let´s get loud
frau klugscheisser, 13:10h
Die WM ist eine Erfindung der Autohersteller. Früher musste man zum Hupen nach Italien fahren. Selbst die dreckigsten getuneten Karren brüllten gestern mit rostiger Stimme durch die Straßen. Und wo sollte man sonst sein Fähnchen befestigen, wenn nicht am Auto?
Ein Fahrradkonvoi, das wär´s. Deutschlandflaggen als seitliche Abstandsmesser und riesige Presslufttröten ersetzen die kleinen Glocken. So oder so war den meisten egal, wie die WM ausgeht, hauptsache ein Anlaß, um lautstark zu feiern. Silvester ist noch so lange hin.
Ein Fahrradkonvoi, das wär´s. Deutschlandflaggen als seitliche Abstandsmesser und riesige Presslufttröten ersetzen die kleinen Glocken. So oder so war den meisten egal, wie die WM ausgeht, hauptsache ein Anlaß, um lautstark zu feiern. Silvester ist noch so lange hin.
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Freitag, 7. Juli 2006
Sätze, die man sofort bloggen muss (4)
frau klugscheisser, 16:33h
Eine Firewall ist das Kondom des Internetbesuchers. Niemals ohne.
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Squeeze me but please don´t tease me
frau klugscheisser, 13:49h
Wer schon bei meinen Menstruationstexten meinte, er wolle gewisse Dinge nicht so genau wissen, sollte ab hier nicht weiterlesen. Es handelt sich meist um die Sorte Männer, die unbedingt bei der Geburt ihres ersten Kindes dabei sein wollen, weil sie sich dieses Erlebnis unheimlich beeindruckend vorstellen. Beeindruckend ist es, wenn auch in anderer Weise als antizipiert. Dann wird sich schnell in tiefe Bewusstlosigkeit geflüchtet. Nur die Harten überdauern, hinterher sind sie aber keine Männer mehr, denn Männer denken bekanntlich immer nur an Sex und das ist das Letzte, woran ein Geburtszeuge danach denken möchte. Für Unerschrockene gibt es hier mehr Informationen.
Gestern war ich nach Jahren mal wieder beim Frauenarzt. Wer jetzt erotisierende Schilderungen erwartet, ist hier ganz falsch. Zumindest ich finde es überhaupt nicht erotisch, halb angezogen auf einem unbequemen Stuhl zu sitzen, während mir ein Fremder zwischen meinen Beinen herumwühlt und ich mich bemühe, ihm nicht meine Schwitzfüße ins Gesicht zu strecken. Zugegeben, es gibt Perverse auf jedem Gebiet aber ich gehöre nicht dazu. Als Frau (zumindest habe ich bisher von keinem Frauenarztbesuch eines Mannes gehört, es sei denn, er ist mit einer Ärztin verheiratet) muss man sich zunächst entscheiden, ob es ein männlicher oder weiblicher Arzt sein soll, dem man sich ausliefert. Diese Entscheidung fällt beim ersten Besuch flach, weil man meistens den Arzt der Mutter aufsucht. Der war bei mir männlich, zudem der Vater einer Schulkameradin, die ich nicht leiden konnte und somit unbedenklich. Kurz bevor er in Rente ging, ich jedoch noch weit vom Ende der eisprungbefreiten Phase entfernt war, führte er bei meiner Mutter eine Hysterektomie durch, weil das sein Spezialgebiet war. Danach war er nicht mehr unbedingt der Arzt meines Vertrauens. Irgendwann bin ich in eine andere Stadt gezogen und suchte wieder einen männlichen Gynäkologen auf. Der sah aber viel zu gut aus. Somit war es mir nicht möglich, ihn mehr als zweimal aufzusuchen. Das Dilemma ist hinlänglich aus deutschen Arztserien bekannt. Damit begann meine Verweigerungsphase. Schließlich rennen Männer auch nicht andauernd zum Männerarzt und das Thema Verhütung hatte ich ganz gut im Griff. Zudem fürchte ich den Besuch beim Gynäkologen noch mehr als den beim Zahnarzt.
Kürzlich flatterte mir ein Werbeprospekt meiner Krankenversicherung ins Haus, den ich aufmerksam durchblätterte. Darin wurde mir als Risikogruppe – fortgeschrittenes Alter und Krebs in der Familie (nein nicht als Sternzeichen) - die Krebsvorsorge wärmstens ans Herz gelegt. Das las sich alles sehr verlockend, zumal die abgebildeten Menschen ausnahmslos glücklich schienen. Jetzt musste nur noch der passende Gynäkologe her. Zufällig führen zwei Gynäkologinnen eine Praxis unweit meiner Wohnstätte und so kam es, wie es kommen musste. Über einen Termin wurde man sich schnell einig. Am Morgen des ersten Treffens war die Auswahl der Bekleidung fast so schwierig wie bei einem Date. Das Oberkleid muss schnell entfernt und wieder angezogen werden können, außerdem ist zweiteilig praktischer als einteilig, da man sich – je nach Bedarf – mal obenrum und mal untenrum entblößt, andernfalls jedoch völlig nackt im Untersuchungsraum steht. Frische Unterwäsche ist selbstredend, beachtet werden sollte dabei die Farbkombination von Hose und BH. Gut, wenn der letzte Waschtag nicht so lange zurückliegt. Das erhöht die Chancen auf farbliche Abstimmung enorm. Socken gehen gar nicht. Den Männern haben wir beigebracht, beim Sex diese noch vor ausziehen der Hose zu entfernen, deswegen sollten wir uns ebenfalls daran halten. Es gibt nichts bescheuerteres, als mit nacktem Unterleib dazuliegen und dabei besockte Füße in die Höhe zu strecken. Obwohl mir alle Regeln der Wahl bewusst waren, entschied ich mich für das neue Dirndl. Geflucht habe ich erst, als ich die vielen Häkchen wieder verschließen musste. Der weite Rock erwies sich dennoch als hilfreich, als die Ärztin das Zimmer noch einmal verlassen musste, ich aber schon mit dem Hintern in schwindelnden Höhen saß. So lag ich auf dem Stuhl, den Patientinnen bei der Anmeldung freundlich zunickend und in freudiger Erwartung der Ereignisse, die da auf mich zukommen mögen.
Zuvor wurde ich über jene Untersuchungsmethoden unterrichtet, deren Kosten nicht von meiner Krankenkasse übernommen werden. Nach allem, was ich in letzter Zeit beim Zahnarzt bezahlen musste, konnte mich diese Tatsache nicht wirklich erstaunen. Man darf sich das wie bei der Programmwahl in der Autowaschanlage vorstellen. Einmal Grundreinigung mit pflegeleichtem Shampoo für trockenen Lack aus biologisch aubbaubaren Tiersekreten und anschließend hagelresistente Glanzpolitur aufgetragen mittels Bürstchen aus Achselhaaren nepalesischer Jungfrauen. Ich fühlte mich zunächst von der Fülle des Angebots überfordert. Langsam wich dieses Gefühl einer angeborenen Neugier und ich setzte fleißig Kreuzchen hinter die Zusatzleistungen. Während ich noch ergebnislos nach dem Feld für Spiel 77 suchte, wurde ich auch schon aufgerufen. Das strahlende Gesicht der Ärztin bestätigte die Richtigkeit meiner Wahl. Erst auf dem Stuhl sitzend wurde mir klar, dass jedes Kreuzchen gleichzeitig eine unangenehme Untersuchungsmethode bedeutete.
Während die Ärztin zwischen meinen Beinen verschwand, beantwortete ich brav meinen Alltag betreffende Fragen. Kaltes Metall kommentierte ich mit den Worten „nein, ich kann mir nicht immer aussuchen, wohin ich fliege“ und beim Herumdrücken auf meiner vorsorglich zuvor entleerten Blase antwortete ich „der Aufenthalt in fremden Städten ist nicht länger als zwei Tage“. Erst als ich sie einen dildoähnlichen Stab mit einem Kondom (sicher ist sicher) verkleiden sah, fehlten mir die Worte und sie musste ihre Frage, ob mein Beruf wegen des Jetlag nicht sehr anstrengend sei, wiederholen. Mit diesem Stab, der meine inneren Organe per Ultraschall auf einem Monitor sichtbar machte, begann sie nun, wie mit einem Kochlöffel in mir herumzurühren. Der Vorgang erinnerte mich an die wenigen schlechten Liebhaber meiner Jugendjahre, denen ich „kann ich Dir beim Suchen behilflich sein?“ zuzurufen versucht war. So suchten wir gemeinsam nach meinen Eierstöcken und wurden links schnell fündig. Beim rechten wollte das Bild nicht so recht klar werden. Mit verrenktem Hals einen Blick auf den Monitor erhaschend, unterdrückte ich den anhaltenden Drang, „weiter rechts“ und „tiefer“ zu rufen. Schließlich wurde mir erklärt, man sähe den rechten Ovar nur, wenn auffällige Veränderungen daran festzustellen wären. Da war ich dann doch ein kleines bisschen froh, ihn nicht zu Gesicht zu bekommen.
Schließlich wollte die Ärztin noch meine Brust abtasten. Abtasten sagte sie und begann, eine Brust zwischen beiden Händen zu knödeln. Als sie fertig war, fühlte ich mich, als hätten sich meine Brüste versehentlich im Nudelholz verfangen. Auch dieses Gefühl war mir von nicht erwähnenswerten Bettgeschichten aus meiner Vergangenheit bekannt, nicht aber vom Gynäkologenbesuch. Alle Ergebnisse sollen in einigen Wochen vorliegen. Da ich mir sicher bin, nichts gewonnen zu haben, werde ich mir den Anruf dort sparen, was mir bei der Rechnung nicht gelungen ist. Auf dem Heimweg fiel mir schließlich der Erfahrungsbericht einer Freundin wieder ein. Bei einem Telefonat machte die ihrer Empörung mit den Worten „die blöde Ärztin soll mir gefälligst Antibiotika verschreiben. Glaubt die echt, ich renn den ganzen Tag mit Joghurt zwischen den Beinen rum?“ Luft. Alles, was ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht schlimmer hätte vorstellen können, ist eingetreten. So schnell wird mich keiner aus der Gilde der Frauenärzte mehr zu Gesicht bekommen. Wozu auch, ich bin kerngesund. Ein guter Freund hätte sich beim Routineanruf seiner Mutter gewünscht, sie nicht „alles, was mir von der Begegnung blieb, war ein Pilz“ über ihre neue Liebschaft sagen zu hören. Solch ein Satz wird ihm nun von mir erspart bleiben.
Gestern war ich nach Jahren mal wieder beim Frauenarzt. Wer jetzt erotisierende Schilderungen erwartet, ist hier ganz falsch. Zumindest ich finde es überhaupt nicht erotisch, halb angezogen auf einem unbequemen Stuhl zu sitzen, während mir ein Fremder zwischen meinen Beinen herumwühlt und ich mich bemühe, ihm nicht meine Schwitzfüße ins Gesicht zu strecken. Zugegeben, es gibt Perverse auf jedem Gebiet aber ich gehöre nicht dazu. Als Frau (zumindest habe ich bisher von keinem Frauenarztbesuch eines Mannes gehört, es sei denn, er ist mit einer Ärztin verheiratet) muss man sich zunächst entscheiden, ob es ein männlicher oder weiblicher Arzt sein soll, dem man sich ausliefert. Diese Entscheidung fällt beim ersten Besuch flach, weil man meistens den Arzt der Mutter aufsucht. Der war bei mir männlich, zudem der Vater einer Schulkameradin, die ich nicht leiden konnte und somit unbedenklich. Kurz bevor er in Rente ging, ich jedoch noch weit vom Ende der eisprungbefreiten Phase entfernt war, führte er bei meiner Mutter eine Hysterektomie durch, weil das sein Spezialgebiet war. Danach war er nicht mehr unbedingt der Arzt meines Vertrauens. Irgendwann bin ich in eine andere Stadt gezogen und suchte wieder einen männlichen Gynäkologen auf. Der sah aber viel zu gut aus. Somit war es mir nicht möglich, ihn mehr als zweimal aufzusuchen. Das Dilemma ist hinlänglich aus deutschen Arztserien bekannt. Damit begann meine Verweigerungsphase. Schließlich rennen Männer auch nicht andauernd zum Männerarzt und das Thema Verhütung hatte ich ganz gut im Griff. Zudem fürchte ich den Besuch beim Gynäkologen noch mehr als den beim Zahnarzt.
Kürzlich flatterte mir ein Werbeprospekt meiner Krankenversicherung ins Haus, den ich aufmerksam durchblätterte. Darin wurde mir als Risikogruppe – fortgeschrittenes Alter und Krebs in der Familie (nein nicht als Sternzeichen) - die Krebsvorsorge wärmstens ans Herz gelegt. Das las sich alles sehr verlockend, zumal die abgebildeten Menschen ausnahmslos glücklich schienen. Jetzt musste nur noch der passende Gynäkologe her. Zufällig führen zwei Gynäkologinnen eine Praxis unweit meiner Wohnstätte und so kam es, wie es kommen musste. Über einen Termin wurde man sich schnell einig. Am Morgen des ersten Treffens war die Auswahl der Bekleidung fast so schwierig wie bei einem Date. Das Oberkleid muss schnell entfernt und wieder angezogen werden können, außerdem ist zweiteilig praktischer als einteilig, da man sich – je nach Bedarf – mal obenrum und mal untenrum entblößt, andernfalls jedoch völlig nackt im Untersuchungsraum steht. Frische Unterwäsche ist selbstredend, beachtet werden sollte dabei die Farbkombination von Hose und BH. Gut, wenn der letzte Waschtag nicht so lange zurückliegt. Das erhöht die Chancen auf farbliche Abstimmung enorm. Socken gehen gar nicht. Den Männern haben wir beigebracht, beim Sex diese noch vor ausziehen der Hose zu entfernen, deswegen sollten wir uns ebenfalls daran halten. Es gibt nichts bescheuerteres, als mit nacktem Unterleib dazuliegen und dabei besockte Füße in die Höhe zu strecken. Obwohl mir alle Regeln der Wahl bewusst waren, entschied ich mich für das neue Dirndl. Geflucht habe ich erst, als ich die vielen Häkchen wieder verschließen musste. Der weite Rock erwies sich dennoch als hilfreich, als die Ärztin das Zimmer noch einmal verlassen musste, ich aber schon mit dem Hintern in schwindelnden Höhen saß. So lag ich auf dem Stuhl, den Patientinnen bei der Anmeldung freundlich zunickend und in freudiger Erwartung der Ereignisse, die da auf mich zukommen mögen.
Zuvor wurde ich über jene Untersuchungsmethoden unterrichtet, deren Kosten nicht von meiner Krankenkasse übernommen werden. Nach allem, was ich in letzter Zeit beim Zahnarzt bezahlen musste, konnte mich diese Tatsache nicht wirklich erstaunen. Man darf sich das wie bei der Programmwahl in der Autowaschanlage vorstellen. Einmal Grundreinigung mit pflegeleichtem Shampoo für trockenen Lack aus biologisch aubbaubaren Tiersekreten und anschließend hagelresistente Glanzpolitur aufgetragen mittels Bürstchen aus Achselhaaren nepalesischer Jungfrauen. Ich fühlte mich zunächst von der Fülle des Angebots überfordert. Langsam wich dieses Gefühl einer angeborenen Neugier und ich setzte fleißig Kreuzchen hinter die Zusatzleistungen. Während ich noch ergebnislos nach dem Feld für Spiel 77 suchte, wurde ich auch schon aufgerufen. Das strahlende Gesicht der Ärztin bestätigte die Richtigkeit meiner Wahl. Erst auf dem Stuhl sitzend wurde mir klar, dass jedes Kreuzchen gleichzeitig eine unangenehme Untersuchungsmethode bedeutete.
Während die Ärztin zwischen meinen Beinen verschwand, beantwortete ich brav meinen Alltag betreffende Fragen. Kaltes Metall kommentierte ich mit den Worten „nein, ich kann mir nicht immer aussuchen, wohin ich fliege“ und beim Herumdrücken auf meiner vorsorglich zuvor entleerten Blase antwortete ich „der Aufenthalt in fremden Städten ist nicht länger als zwei Tage“. Erst als ich sie einen dildoähnlichen Stab mit einem Kondom (sicher ist sicher) verkleiden sah, fehlten mir die Worte und sie musste ihre Frage, ob mein Beruf wegen des Jetlag nicht sehr anstrengend sei, wiederholen. Mit diesem Stab, der meine inneren Organe per Ultraschall auf einem Monitor sichtbar machte, begann sie nun, wie mit einem Kochlöffel in mir herumzurühren. Der Vorgang erinnerte mich an die wenigen schlechten Liebhaber meiner Jugendjahre, denen ich „kann ich Dir beim Suchen behilflich sein?“ zuzurufen versucht war. So suchten wir gemeinsam nach meinen Eierstöcken und wurden links schnell fündig. Beim rechten wollte das Bild nicht so recht klar werden. Mit verrenktem Hals einen Blick auf den Monitor erhaschend, unterdrückte ich den anhaltenden Drang, „weiter rechts“ und „tiefer“ zu rufen. Schließlich wurde mir erklärt, man sähe den rechten Ovar nur, wenn auffällige Veränderungen daran festzustellen wären. Da war ich dann doch ein kleines bisschen froh, ihn nicht zu Gesicht zu bekommen.
Schließlich wollte die Ärztin noch meine Brust abtasten. Abtasten sagte sie und begann, eine Brust zwischen beiden Händen zu knödeln. Als sie fertig war, fühlte ich mich, als hätten sich meine Brüste versehentlich im Nudelholz verfangen. Auch dieses Gefühl war mir von nicht erwähnenswerten Bettgeschichten aus meiner Vergangenheit bekannt, nicht aber vom Gynäkologenbesuch. Alle Ergebnisse sollen in einigen Wochen vorliegen. Da ich mir sicher bin, nichts gewonnen zu haben, werde ich mir den Anruf dort sparen, was mir bei der Rechnung nicht gelungen ist. Auf dem Heimweg fiel mir schließlich der Erfahrungsbericht einer Freundin wieder ein. Bei einem Telefonat machte die ihrer Empörung mit den Worten „die blöde Ärztin soll mir gefälligst Antibiotika verschreiben. Glaubt die echt, ich renn den ganzen Tag mit Joghurt zwischen den Beinen rum?“ Luft. Alles, was ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht schlimmer hätte vorstellen können, ist eingetreten. So schnell wird mich keiner aus der Gilde der Frauenärzte mehr zu Gesicht bekommen. Wozu auch, ich bin kerngesund. Ein guter Freund hätte sich beim Routineanruf seiner Mutter gewünscht, sie nicht „alles, was mir von der Begegnung blieb, war ein Pilz“ über ihre neue Liebschaft sagen zu hören. Solch ein Satz wird ihm nun von mir erspart bleiben.
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Donnerstag, 6. Juli 2006
Move your body
frau klugscheisser, 14:42h
Heute ein typisches Frauenthema. Nicht weil Frauen alleine davon betroffen wären, sondern weil sie es ständig thematisieren. Das hängt natürlich auch mit dem gängigen Schönheitsideal zusammen, das einem permanent unterschwellig als Maßstab suggeriert wird. Das Thema heisst: mein Körper und ich unter besonderer Berücksichtigung des Fettanteils.
Seit diesem Beitrag hat die Kaltmamsell bei mir unbegrenzte Respektcredits. Aber wie es eben so ist, sieht man sich selbst meist mit viel kritischeren Augen als andere. Warum das so ist, darüber habe ich mir immer wieder Gedanken gemacht und soll ein andermal besprochen werden. Da helfen auch keine Dementi oder Komplimente von außen, wenn man sich in seinem Körper nicht wohl fühlt. Und so ist es seit etwa zwei Jahren bei mir: DAS ist nicht mehr MEIN Körper. Ich habe mich immer gegen Ist-sos gesträubt, genau wie ich den Jammerern die Luft mit einem harschen „dann tu was dagegen“ abschneide. Der Körper verändere sich im Laufe des Lebens, ab 30 würde man eben nicht mehr so leicht abnehmen. Für mich schien diese Regel lange nicht zu gelten. Dann wurde ich faul. Ich bewegte mich nicht mehr so viel, hielt Sport für Zeitverschwendung und aß trotzdem mit Genuss. Das leidige Thema Diät habe ich in meinen Zwanzigern beendet, weil es auf Dauer schlichtweg langweilte. Zart und fragil war ich noch nie. Mein Körperbau zählt eher zur stabilen Sorte: breite Schultern, breite Fesseln, dicke Oberarme und ausgeprägte Weiblichkeitsmerkmale, dafür mehr Muskelmasse als Fett. In den letzten Jahren hat sich das nun geändert. Erst unmerklich, dann an diversen Kleidungsstücken feststellbar, stieg mein Körpergewicht beständig an. Während meines Umzuges sortierte ich die inzwischen zu klein gewordenen Teile konsequent aus und bestellte meine Uniform eine Nummer größer. Immer noch war ich der Ansicht, dass ich die Gewichtszunahme mit Ausstrahlung wettmachen würde. Seit einigen Wochen merke ich, wie meine Ausstrahlung aufgrund von Übellaunigkeit flöten geht, sobald ich in den Spiegel einer Umkleidekabine schaue oder mich daheim entkleide. Diese Röllchen zwischen Gesäß und Brustkorb stören massiv bei Drehungen in der Taille, der Bauch stülpt sich beim Sitzen über den Hosenbund und Knopfleisten scheinen erheblich angespannter als früher.
Keine Frage, ich sollte mich wieder mehr bewegen (um mal das unbeliebte Wort „Sport“ zu vermeiden). Damals als ich noch sehr viel tanzte (Jazz, Modern, Step, Ballett) und die Gelegenheit hatte, jeden Tag mit Profis zu trainieren, war meine Welt noch in Ordnung. Heute machen mir meine Knie, die ich in jungen Jahren wohl zu stark belastete, einen Strich durch die Rechnung. Joggen habe ich immer gehasst, ebenso das übliche Angebot im Fitnessstudio. Und hier möchte ich mal in die Runde meiner Leser fragen, was die so empfehlen. Ich suche nämlich eine Sportart, die so viel Spaß macht, dass man die Anstrengung darüber vergisst (so war das damals mit dem Tanztraining bei mir). Die Betätigung sollte zudem knieschonend sein und trotzdem ein wenig Kondition und Muskeln aufbauend. Alles, was monotone Bewegungen beinhaltet oder Mannschaftssportarten scheidet aus. Das mag ich nicht. Bleibt da überhaupt noch was übrig oder muss ich mich damit abfinden, ab jetzt nicht nur alt, sondern auch fett zu werden? Und bitte keine gut gemeinten Kommentare bezüglich meines Aussehens. Die bleiben in meinem selektiven Wahrnehmungsfilter hängen.
Seit diesem Beitrag hat die Kaltmamsell bei mir unbegrenzte Respektcredits. Aber wie es eben so ist, sieht man sich selbst meist mit viel kritischeren Augen als andere. Warum das so ist, darüber habe ich mir immer wieder Gedanken gemacht und soll ein andermal besprochen werden. Da helfen auch keine Dementi oder Komplimente von außen, wenn man sich in seinem Körper nicht wohl fühlt. Und so ist es seit etwa zwei Jahren bei mir: DAS ist nicht mehr MEIN Körper. Ich habe mich immer gegen Ist-sos gesträubt, genau wie ich den Jammerern die Luft mit einem harschen „dann tu was dagegen“ abschneide. Der Körper verändere sich im Laufe des Lebens, ab 30 würde man eben nicht mehr so leicht abnehmen. Für mich schien diese Regel lange nicht zu gelten. Dann wurde ich faul. Ich bewegte mich nicht mehr so viel, hielt Sport für Zeitverschwendung und aß trotzdem mit Genuss. Das leidige Thema Diät habe ich in meinen Zwanzigern beendet, weil es auf Dauer schlichtweg langweilte. Zart und fragil war ich noch nie. Mein Körperbau zählt eher zur stabilen Sorte: breite Schultern, breite Fesseln, dicke Oberarme und ausgeprägte Weiblichkeitsmerkmale, dafür mehr Muskelmasse als Fett. In den letzten Jahren hat sich das nun geändert. Erst unmerklich, dann an diversen Kleidungsstücken feststellbar, stieg mein Körpergewicht beständig an. Während meines Umzuges sortierte ich die inzwischen zu klein gewordenen Teile konsequent aus und bestellte meine Uniform eine Nummer größer. Immer noch war ich der Ansicht, dass ich die Gewichtszunahme mit Ausstrahlung wettmachen würde. Seit einigen Wochen merke ich, wie meine Ausstrahlung aufgrund von Übellaunigkeit flöten geht, sobald ich in den Spiegel einer Umkleidekabine schaue oder mich daheim entkleide. Diese Röllchen zwischen Gesäß und Brustkorb stören massiv bei Drehungen in der Taille, der Bauch stülpt sich beim Sitzen über den Hosenbund und Knopfleisten scheinen erheblich angespannter als früher.
Keine Frage, ich sollte mich wieder mehr bewegen (um mal das unbeliebte Wort „Sport“ zu vermeiden). Damals als ich noch sehr viel tanzte (Jazz, Modern, Step, Ballett) und die Gelegenheit hatte, jeden Tag mit Profis zu trainieren, war meine Welt noch in Ordnung. Heute machen mir meine Knie, die ich in jungen Jahren wohl zu stark belastete, einen Strich durch die Rechnung. Joggen habe ich immer gehasst, ebenso das übliche Angebot im Fitnessstudio. Und hier möchte ich mal in die Runde meiner Leser fragen, was die so empfehlen. Ich suche nämlich eine Sportart, die so viel Spaß macht, dass man die Anstrengung darüber vergisst (so war das damals mit dem Tanztraining bei mir). Die Betätigung sollte zudem knieschonend sein und trotzdem ein wenig Kondition und Muskeln aufbauend. Alles, was monotone Bewegungen beinhaltet oder Mannschaftssportarten scheidet aus. Das mag ich nicht. Bleibt da überhaupt noch was übrig oder muss ich mich damit abfinden, ab jetzt nicht nur alt, sondern auch fett zu werden? Und bitte keine gut gemeinten Kommentare bezüglich meines Aussehens. Die bleiben in meinem selektiven Wahrnehmungsfilter hängen.
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Mittwoch, 5. Juli 2006
Sport sells
frau klugscheisser, 14:56h
Das is ja mal´n Ding. Da hatte ein Herr Stefan Kuzmany in der taz dieselbe Idee wie ich, nämlich aus den zwei kleinen Italienern elf zu machen. Merkwürdig, dass zwei Zeilen daraus tupfengleich sind:
Eine Reise in den Norden Ist für andre schick und fein
Doch elf kleine Italiener Werden bald zu Hause sein
Ist bestimmt Zufall, denn seine Zeilen singen sich bei Weitem nicht so geschmeidig wie meine.
Eine Reise in den Norden Ist für andre schick und fein
Doch elf kleine Italiener Werden bald zu Hause sein
Ist bestimmt Zufall, denn seine Zeilen singen sich bei Weitem nicht so geschmeidig wie meine.
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Wenn die Referrer Trauer tragen
frau klugscheisser, 13:44h
Jetzt ist aber mal gut Leute! Das Spiel ist vorbei. Rien ne va plus. Ihr braucht nicht noch in meinen Wunden rühren.
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Wer hupt da so spät durch Nacht und Wind?
frau klugscheisser, 02:24h
Die deutsche WM - aus und vorbei!
Dabei hatten die Italiener mehr Glück als Verstand. Und mich hatte er gepackt, der Fussballvirus. Noch beim Erklingen der deutschen Nationalhymne lief mir ein Schauer über den Rücken, die Stimmung sensationell bis zur zweiten Halbzeit. Dann leichte Konzentrationsstörungen im Publikum. Die deutsche Nationalelf stark wie noch selten zuvor, während die Italiener liefen, schwitzten, Verletzungen markierten. Gute Schauspieler sind sie ja, die Azzuri, das muss man ihnen lassen. Einmal gelb für Borowski. Und dann in die Verlängerung. Ich muss gestehen, der Harndrang war wichtiger als das Spiel im zweiten Teil der Verlängerung. Aber verpasst habe ich nicht viel (Schnellpinkelweltmeister). Wenn nur, ach wenn nur dieses 0:1 durch Grosso nicht gewesen wäre. Da stand ich von meinem Platz vor der Großleinwand auf, um das Glas und die Pfandmarke gegen einen Euro einzutauschen, was beinahe so schwierig war, wie ein Tor für die deutsche Mannschaft zu erzielen. Das 0:2 habe ich nicht mehr mitbekommen, radelte ich doch bereits gen Schwabing. Beerdigungsstimmung ist nicht mein Ding. Ich hätte gerne gejubelt, wie ich zuvor der deutschen Mannschaft immer und immer wieder Applaus bei vereitelten italienischen Chancen gespendet habe. Heute sollte einfach nicht mein Tag sein. Die Weltmeisterschaft ist für mich beendet, der kleine Exkurs in die fremde Fußballwelt gescheitert. Schade, denn ich habe gerade erst begonnen.
Dabei hatten die Italiener mehr Glück als Verstand. Und mich hatte er gepackt, der Fussballvirus. Noch beim Erklingen der deutschen Nationalhymne lief mir ein Schauer über den Rücken, die Stimmung sensationell bis zur zweiten Halbzeit. Dann leichte Konzentrationsstörungen im Publikum. Die deutsche Nationalelf stark wie noch selten zuvor, während die Italiener liefen, schwitzten, Verletzungen markierten. Gute Schauspieler sind sie ja, die Azzuri, das muss man ihnen lassen. Einmal gelb für Borowski. Und dann in die Verlängerung. Ich muss gestehen, der Harndrang war wichtiger als das Spiel im zweiten Teil der Verlängerung. Aber verpasst habe ich nicht viel (Schnellpinkelweltmeister). Wenn nur, ach wenn nur dieses 0:1 durch Grosso nicht gewesen wäre. Da stand ich von meinem Platz vor der Großleinwand auf, um das Glas und die Pfandmarke gegen einen Euro einzutauschen, was beinahe so schwierig war, wie ein Tor für die deutsche Mannschaft zu erzielen. Das 0:2 habe ich nicht mehr mitbekommen, radelte ich doch bereits gen Schwabing. Beerdigungsstimmung ist nicht mein Ding. Ich hätte gerne gejubelt, wie ich zuvor der deutschen Mannschaft immer und immer wieder Applaus bei vereitelten italienischen Chancen gespendet habe. Heute sollte einfach nicht mein Tag sein. Die Weltmeisterschaft ist für mich beendet, der kleine Exkurs in die fremde Fußballwelt gescheitert. Schade, denn ich habe gerade erst begonnen.
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Dienstag, 4. Juli 2006
Die Wand Gottes*
frau klugscheisser, 16:36h
Meine Referrer sind verheerend, seit ich das Lied mit den zwei kleinen Italienern von Conny Froebess umgedichtet habe. Hunderte - ach was sage ich - tausende neuer Anfragen landen täglich auf meiner Seite. Um meine Mitfiebernden auf den heutigen Abend gut vorzubereiten, werde ich den Text noch einmal hier präsentieren. Wie ich nämlich zu meinem Leidwesen feststellen musste, haperts bei einigen noch gewaltig. Da wird nach scheiss Italiener, nach zwölf kleine Italiener oder gar nach zwei kleine Italiener sind jetzt 11 gesucht. Von Bayern 3 oder gar Video war hier nie die Rede. Also nochmal langsam zum mitschreiben:
Es handelt sich hier um 11 (in Worten elf) durch ihre italienische Abstammung nicht gerade hochgewachsenen Herren, welche sich gerne im Endspiel in Berlin sähen. Da die Reise nach Deutschland ging, begeben Sie sich zunächst, von Italien aus gesehen, nach Norden. Diese Herren beginnen nun, ihren Traum vom Pokal durch teilweise miese Tricks (s. Spiel vor dem Viertelfinale , Frings etc.) Wirklichkeit werden zu lassen. Der Text entstand noch vor dem heutigen Halbfinalspiel, weswegen wir dem italienischen Nationaltrainer und unserer Begegnung schon mal im Vorfeld mit den Worten "Marcello, oh Marcello, wir werden uns bald (also heute) wiedersehn" entgegensehen, nicht ohne ihn darauf hinzuweisen, dass diese Begegnung unter Umständen nicht in seinem Interesse ablaufen wird.
Und hier nun die gültige Fassung [und jetzt ALLE]:
Eine Reise in den Norden ist für andre schick und fein,
doch elf kleine Italiener werden bald zuhause sein.
Elf kleine Italiener, die sehnten sich nach Berlin
nach Toren und Pokalen, die lockten von Anbeginn
Elf kleine Italiener, manch Foul mit Fuß und Bein
Eine Reise in den Norden ist für andre schick und fein,
doch elf kleine Italiener werden bald zuhause sein.
Marcello, oh Marcello, wir werden uns bald wiedersehn
Marcello, oh Marcello, das wird für Dich nicht schön.
©Frau Klugscheisser
Bitte beachten Sie das Zeichen am Ende des Textes. Falls Deutschland heute gewinnt, möchte ich gerne in etwaigen Berichten lobend erwähnt werden. Falls nicht, zerstört sich dieser Text automatisch nach Spielende. Die Laolawelle ist unbekannter Herkunft.
Ausserdem hätte ich noch einen Text zur moralischen Unterstützung für Jens Lehmann anzubieten. Dieser wird auf die Melodie von "Theodor im Fussballtor" gesungen:
Der Lehmann Jens, der Lehmann Jens,
wird nicht enttäuschen seine Fans,
wie der Ball auch kommt,
wie der Schuss auch fällt,
der Lehmann Jens, der kennts.
Dabei zu beachten ist, dieses Lied leise, also so "mehr nach innen" zu singen. Schließlich fühlen wir alle mit Kahn, dem armen Kerl, der da untätig auf der Bank rumsitzen muss, während die Hand (*oder "Wand" wie er von der Hamburger Morgenpost nach dem Sieg gegen Argentinien tituliert wurde) Gottes im Jubel badet. Und jetzt muss ich noch schnell ein Deutschlandfähnchen für heute Abend häkeln. Sie entschuldigen mich.
Und hier nun die gültige Fassung [und jetzt ALLE]:
Eine Reise in den Norden ist für andre schick und fein,
doch elf kleine Italiener werden bald zuhause sein.
Elf kleine Italiener, die sehnten sich nach Berlin
nach Toren und Pokalen, die lockten von Anbeginn
Elf kleine Italiener, manch Foul mit Fuß und Bein
Eine Reise in den Norden ist für andre schick und fein,
doch elf kleine Italiener werden bald zuhause sein.
Marcello, oh Marcello, wir werden uns bald wiedersehn
Marcello, oh Marcello, das wird für Dich nicht schön.
©Frau Klugscheisser
Bitte beachten Sie das Zeichen am Ende des Textes. Falls Deutschland heute gewinnt, möchte ich gerne in etwaigen Berichten lobend erwähnt werden. Falls nicht, zerstört sich dieser Text automatisch nach Spielende. Die Laolawelle ist unbekannter Herkunft.
Ausserdem hätte ich noch einen Text zur moralischen Unterstützung für Jens Lehmann anzubieten. Dieser wird auf die Melodie von "Theodor im Fussballtor" gesungen:
Der Lehmann Jens, der Lehmann Jens,
wird nicht enttäuschen seine Fans,
wie der Ball auch kommt,
wie der Schuss auch fällt,
der Lehmann Jens, der kennts.
Dabei zu beachten ist, dieses Lied leise, also so "mehr nach innen" zu singen. Schließlich fühlen wir alle mit Kahn, dem armen Kerl, der da untätig auf der Bank rumsitzen muss, während die Hand (*oder "Wand" wie er von der Hamburger Morgenpost nach dem Sieg gegen Argentinien tituliert wurde) Gottes im Jubel badet. Und jetzt muss ich noch schnell ein Deutschlandfähnchen für heute Abend häkeln. Sie entschuldigen mich.
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Montag, 3. Juli 2006
She´s got it
frau klugscheisser, 17:00h
Jahrelang gegrübelt, jahrelang rastlos gesucht nach Gründen, nach Erklärungen, nach einem Strohhalm, an den sich der Kopf klammern kann, wenn die Seele schreit, wenn das Messer der Ungerechtigkeit sich tief ins Fleisch schneidet und Teile des Herzens durchtrennt.
"Warum ist er so?"
"Er ist krank."
"Was fehlt ihm denn?"
"Das weiß ich nicht."
"Wenn ihm was fehlt, muss er zum Arzt."
"Nein, das ist nicht körperlich."
"Dann ist es psychisch?"
"Ja"
"Was fehlt ihm denn?"
"Ich weiß es nicht."
"Und warum müssen wir drunter leiden?"
"Das meint er nicht so."
"Aber es tut weh."
"Das müssen wir aushalten."
"Ich will nicht, dass er so ist."
"Ich auch nicht. Vielleicht bin ich schuld."
"Oder ich."
"Er kann das nicht kontrollieren."
"Ich will aber nicht so einen Vater."
"Ich schäme mich für diesen Sohn."
"Hat er mich denn nicht lieb?"
"Doch bestimmt."
"Warum tut er das dann?"
Jahrelang gegrübelt und Bücher gelesen, Bücher über Schizophrenie, über Borderline und Psychosen, solange bis die Augen vor Müdigkeit zufielen. Ergebnislos. Und dann kommt einer daher, der auf den ersten Blick völlig anders ist und der mein Herz gewinnt. Aber auch er hat ein Problem. Sein Problem lässt mich nicht los, lässt mich grübeln, nach Gründen suchen und Erklärungen. Ergebnislos, zunächst. Doch dann beginnen alte Gefühle aufzubrechen, die ich in ihrer Intensität von längst vergessenen Tagen nur kenne. Wiederholung von alten Geschichten. Ich bohre weiter, denn der Himmel ist nicht grün, er ist blau. Und plötzlich wird mir klar, was vor vielen Jahren gewesen ist. Für diese Erkenntnis bin ich ihm, der erst vor kurzem mein Leben streifte fast ein wenig dankbar. Durch sein Verhalten hat er Licht in mein Dunkel gebracht. Den Scheinwerfer justiert habe ich allerdings selbst. Endlich, endlich kann ich die Fragen loslassen.
"Warum ist er so?"
"Er ist krank."
"Was fehlt ihm denn?"
"Das weiß ich nicht."
"Wenn ihm was fehlt, muss er zum Arzt."
"Nein, das ist nicht körperlich."
"Dann ist es psychisch?"
"Ja"
"Was fehlt ihm denn?"
"Ich weiß es nicht."
"Und warum müssen wir drunter leiden?"
"Das meint er nicht so."
"Aber es tut weh."
"Das müssen wir aushalten."
"Ich will nicht, dass er so ist."
"Ich auch nicht. Vielleicht bin ich schuld."
"Oder ich."
"Er kann das nicht kontrollieren."
"Ich will aber nicht so einen Vater."
"Ich schäme mich für diesen Sohn."
"Hat er mich denn nicht lieb?"
"Doch bestimmt."
"Warum tut er das dann?"
Jahrelang gegrübelt und Bücher gelesen, Bücher über Schizophrenie, über Borderline und Psychosen, solange bis die Augen vor Müdigkeit zufielen. Ergebnislos. Und dann kommt einer daher, der auf den ersten Blick völlig anders ist und der mein Herz gewinnt. Aber auch er hat ein Problem. Sein Problem lässt mich nicht los, lässt mich grübeln, nach Gründen suchen und Erklärungen. Ergebnislos, zunächst. Doch dann beginnen alte Gefühle aufzubrechen, die ich in ihrer Intensität von längst vergessenen Tagen nur kenne. Wiederholung von alten Geschichten. Ich bohre weiter, denn der Himmel ist nicht grün, er ist blau. Und plötzlich wird mir klar, was vor vielen Jahren gewesen ist. Für diese Erkenntnis bin ich ihm, der erst vor kurzem mein Leben streifte fast ein wenig dankbar. Durch sein Verhalten hat er Licht in mein Dunkel gebracht. Den Scheinwerfer justiert habe ich allerdings selbst. Endlich, endlich kann ich die Fragen loslassen.
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frau klugscheisser, 12:08h
Soeben alte Festplatte vernichtet. Wenn das doch mit Gehirnen auch ginge.
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Ich Ich Ich
frau klugscheisser, 03:15h
Der bislang schönste Nachruf im Bloggerland. Da geh ich doch mit:
Es ist Freitag nachmittag. Hamburg - sonnig - die Frisur hält. Wir besteigen den Crewbus. Der Fahrer hat das Radio auf volle Dröhnung. Der Copi bittet den Fahrer, das Radio leiser zu stellen. WM-Pläne werden geschmiedet. Die Herren vom Cockpit wollen gerne auf eine Schlägerei. Wer geht mit? Die Kollegin sagt, sie kann nicht, weil sie sich grade die Zähne neu hat machen lassen. Ich höre im Hintergrund die Nachricht von Gernhardts Tod. "Gernhardt ist tot!" rufe ich laut. Verständnislose Blicke. "Robert Gernhardt?" frage ich leise und rhetorisch nach. Das Thema wird schnell gewechselt.
Der Ligeti ist auch vor Kurzem gestorben, fällt mir ein. Die breite Öffentlichkeit kennt Lux Aeterna, Atmosphéres und das Kyrie aus dem Film 2001 - Odysee im Weltraum. Damals ist Kubrick mit einer Urheberrechtsklage billiger weggekommen, als wenn er sich die Rechte an dem Stück gekauft hätte. Bei Ligeti kann ich verstehen, dass den kaum einer kennt. Bei Gernhardt nicht. Das einzige Buch, das ich von ihm besitze, steht neben einem von Henscheid. Ist keine böse Absicht, nur derselbe Verlag. Dabei habe ich mehr als nur ein Werk von ihm gelesen. Ich habe Gernhardt für mich entdeckt, als Gleichaltrige sich noch bei Frisch, Hesse und Dürrenmatt, bei Golding und Salinger einen runterholten. Dafür wusste ich bis vor kurzem nicht, was gothic ist und auch die Musik dieser Epoche ist nahezu spurlos an mir vorrübergegangen. Ich mochte seinen scharfsinnigen Humor. Während andere noch die Gesellschaft anprangerten, schaute er nach innen. Ich glaube, von ihm habe ich gelernt, mit mir selbst nachsichtiger zu sein und über Fehler zu lachen. Wenn einer mit seinen Büchern das schafft, was oft nicht einmal durch langjährige Therapie erreicht wird, dann muss er ein ganz Großer gewesen sein.
Ich Ich Ich von Robert Gernhardt. Das einzige Buch von ihm in meinem Regal, gleich neben Henscheidts "Wie man eine Dame verräumt".
Es ist Freitag nachmittag. Hamburg - sonnig - die Frisur hält. Wir besteigen den Crewbus. Der Fahrer hat das Radio auf volle Dröhnung. Der Copi bittet den Fahrer, das Radio leiser zu stellen. WM-Pläne werden geschmiedet. Die Herren vom Cockpit wollen gerne auf eine Schlägerei. Wer geht mit? Die Kollegin sagt, sie kann nicht, weil sie sich grade die Zähne neu hat machen lassen. Ich höre im Hintergrund die Nachricht von Gernhardts Tod. "Gernhardt ist tot!" rufe ich laut. Verständnislose Blicke. "Robert Gernhardt?" frage ich leise und rhetorisch nach. Das Thema wird schnell gewechselt.
Der Ligeti ist auch vor Kurzem gestorben, fällt mir ein. Die breite Öffentlichkeit kennt Lux Aeterna, Atmosphéres und das Kyrie aus dem Film 2001 - Odysee im Weltraum. Damals ist Kubrick mit einer Urheberrechtsklage billiger weggekommen, als wenn er sich die Rechte an dem Stück gekauft hätte. Bei Ligeti kann ich verstehen, dass den kaum einer kennt. Bei Gernhardt nicht. Das einzige Buch, das ich von ihm besitze, steht neben einem von Henscheid. Ist keine böse Absicht, nur derselbe Verlag. Dabei habe ich mehr als nur ein Werk von ihm gelesen. Ich habe Gernhardt für mich entdeckt, als Gleichaltrige sich noch bei Frisch, Hesse und Dürrenmatt, bei Golding und Salinger einen runterholten. Dafür wusste ich bis vor kurzem nicht, was gothic ist und auch die Musik dieser Epoche ist nahezu spurlos an mir vorrübergegangen. Ich mochte seinen scharfsinnigen Humor. Während andere noch die Gesellschaft anprangerten, schaute er nach innen. Ich glaube, von ihm habe ich gelernt, mit mir selbst nachsichtiger zu sein und über Fehler zu lachen. Wenn einer mit seinen Büchern das schafft, was oft nicht einmal durch langjährige Therapie erreicht wird, dann muss er ein ganz Großer gewesen sein.
Ich Ich Ich von Robert Gernhardt. Das einzige Buch von ihm in meinem Regal, gleich neben Henscheidts "Wie man eine Dame verräumt".
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Montag, 3. Juli 2006
ALK
frau klugscheisser, 01:49h
Ein Buch von Simon Borowiak für alle Säufer, die sich in lichten Momenten schon mal Gedanken über ihr Trinkverhalten gemacht haben, denen aber die Fachbücher zu fachlich und Betroffenenberichte zu betroffen sind (Zitat aus dem Vorwort). Ein Buch für Betroffene, die Intelligenz und Humor noch nicht ganz versoffen haben. Ein Buch für Angehörige, denen mal die Betroffenheitskeule zum Zwecke der Ernüchterung über den Schädel gezogen wird. Kurz: ein durchaus amüsantes Buch mit Informationsgehalt, das in keinem Haushalt fehlen sollte (sind wir nicht alle ein bisschen blau?)
Soeben gelesen und restlos begeistert. Mehr dazu hier.
Soeben gelesen und restlos begeistert. Mehr dazu hier.
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Samstag, 1. Juli 2006
Du bist elf
frau klugscheisser, 16:16h
Wenn mir das einer erzählt hätte, ich hätte es nicht geglaubt. Ich trau mich kaum, das hier zu schreiben, ohne Angst zu haben, gleich wieder eine Glaubwürdigkeitsdebatte loszutreten. Weil mir aber scheißegal ist, wer mich mag und wer nicht (neudeutsche Definition von Authentizität), mach ich es trotzdem. Gestern haben mich elf Kerle glücklich gemacht. Genau genommen waren es sogar zwölf und eine Frau aber das tut nichts zur Sache. Zum ersten Mal seit meiner Fußballdesensibilisierungstherapie habe ich gestern in Hamburg das Viertelfinale partiell verfolgt, wobei verfolgt nicht ganz den Tatsachen entspricht. Bei jedem Aufschrei der Menge musste ich schnell in die Nähe eines Übertragungsgerätes, um einen Beobachter nach dem Spielstand zu fragen. Und dann ist es passiert: Deutschland gewinnt beim Elfmeterschießen gegen Argentinien und ich ertappte mich dabei, die Arme jubelnd gen Himmel zu strecken. Gejubelt habe ich nicht alleine, denn hier kommen der zwölfte Mann und die Frau mit ins Spiel, die mir hilfreich zur Seite standen. Noch nie in meinem Leben habe ich Menschen auf der Straße so glücklich gesehen. Eine sagenhafte Stimmung. Ausserdem bin ich sehr gespannt auf die ersten Statistiken über die Geburtenrate im nächsten Jahr. Ein sprunghafter Anstieg würde mich nach der gestrigen Ausgelassenheit nicht wundern. Für den Genpool ist die WM ein wahrer Glücksfall, denn endlich pfeift mal frischer Wind durch rezessive und dominante Merkmale.
Eine halbe Stunde nach Ende des Spieles trat der Argentinische Nationaltrainer zurück. Selbst wenn die Entscheidung an sich merkwürdig ist, frage ich mich, warum der dazu eine halbe Stunde brauchte. Der japanische Nationaltrainer hätte schon auf dem Spielfeld Harakiri begangen. Die Japaner können froh sein, dass sie schon so früh ausgeschieden sind. Ab Dienstag ist Schluss mit lustig. Da heißt es dann Farbe bekennen. Während gestern noch undifferenziert gejubelt wurde, trennt sich im Halbfinale die Spreu vom Weizen. Hey Italien, zieht Euch warm an. Ab Dienstag seid Ihr nicht mehr zu Gast bei Freunden, da machen wir Euch fertig. Ihr habt die Mafia aber wir haben elf starke Jungs. Da hilft auch kein Heulen und Zähneklappern. Im Land der Betonschuhe wird ab Mittwoch Staatstrauer ausgerufen werden und die Pizzerias und Eisdielen hierzulande machen für eine Woche dicht. Falls nicht, verlieren sie zumindest ihre einheimische Kundschaft. So oder so werdet Ihr verlieren, denn man muss sich im Leben entscheiden: entweder Geld oder Idealismus. Das nennt man psychologische Kriegsführung.
Zur Unterstützung unserer Jungs fand ich den Text für das Spiel gegen Schweden mit dem Möbellieferanten nicht schlecht. Deswegen für Dienstag ein exklusiver Text zum Mitgrölen. Ich hab da schon mal was vorbereitet:
Eine Reise in den Norden ist für andre schick und fein,
doch elf kleine Italiener werden bald zuhause sein.
Elf kleine Italiener, die sehnten sich nach Berlin
nach Toren und Pokalen, die lockten von Anbeginn
Elf kleine Italiener, manch Foul mit Fuß und Bein
Eine Reise in den Norden ist für andre schick und fein,
doch elf kleine Italiener werden bald zuhause sein.
Marcello, oh Marcello, wir werden uns bald wiedersehn
Marcello, oh Marcello, das wird für Dich nicht schön
Eine halbe Stunde nach Ende des Spieles trat der Argentinische Nationaltrainer zurück. Selbst wenn die Entscheidung an sich merkwürdig ist, frage ich mich, warum der dazu eine halbe Stunde brauchte. Der japanische Nationaltrainer hätte schon auf dem Spielfeld Harakiri begangen. Die Japaner können froh sein, dass sie schon so früh ausgeschieden sind. Ab Dienstag ist Schluss mit lustig. Da heißt es dann Farbe bekennen. Während gestern noch undifferenziert gejubelt wurde, trennt sich im Halbfinale die Spreu vom Weizen. Hey Italien, zieht Euch warm an. Ab Dienstag seid Ihr nicht mehr zu Gast bei Freunden, da machen wir Euch fertig. Ihr habt die Mafia aber wir haben elf starke Jungs. Da hilft auch kein Heulen und Zähneklappern. Im Land der Betonschuhe wird ab Mittwoch Staatstrauer ausgerufen werden und die Pizzerias und Eisdielen hierzulande machen für eine Woche dicht. Falls nicht, verlieren sie zumindest ihre einheimische Kundschaft. So oder so werdet Ihr verlieren, denn man muss sich im Leben entscheiden: entweder Geld oder Idealismus. Das nennt man psychologische Kriegsführung.
Zur Unterstützung unserer Jungs fand ich den Text für das Spiel gegen Schweden mit dem Möbellieferanten nicht schlecht. Deswegen für Dienstag ein exklusiver Text zum Mitgrölen. Ich hab da schon mal was vorbereitet:
Eine Reise in den Norden ist für andre schick und fein,
doch elf kleine Italiener werden bald zuhause sein.
Elf kleine Italiener, die sehnten sich nach Berlin
nach Toren und Pokalen, die lockten von Anbeginn
Elf kleine Italiener, manch Foul mit Fuß und Bein
Eine Reise in den Norden ist für andre schick und fein,
doch elf kleine Italiener werden bald zuhause sein.
Marcello, oh Marcello, wir werden uns bald wiedersehn
Marcello, oh Marcello, das wird für Dich nicht schön
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Freitag, 30. Juni 2006
Ein offener Brief
frau klugscheisser, 00:47h
Liebe Nachbarin,
im Grunde hab ich wirklich nicht viel an Dir auszusetzen. Du bist ja auch den ganzen Tag nicht da, weil Du arbeiten musst und deswegen kriege ich kaum etwas von Dir mit. Am Wochenende bist Du meistens bei Deinem Typen, wofür ich Dir auch unheimlich dankbar bin. In Zeiten sexueller Abstinenz würde es mir nämlich unheimlich schwer fallen, ungewollt zum Auditivspanner zu werden. Ich meine, nicht dass ich mit dem Ohr an der Wand kleben würde. Es ist nur einfach ziemlich schwierig, lautmalerisch umschriebenen Ausdruck an Lebensfreude unterlegt mit rhythmischem Quietschen bewusst zu ignorieren.
Jetzt wo alle Dübel ihren vorbestimmten Platz in unserer gemeinsamen Wand gefunden haben und selbst die neue Einbauküche nicht mehr expandiert, ist es schon viel leiser geworden. Ich fand es auch nicht schlimm, als Du mit einer Horde Wilder morgens um 3.00 das gesamte Stockwerk mit Nirvana beschallt hast. Du hättest Dich echt nicht dafür entschuldigen müssen. Euer Gesang war exorbitant. Wahrgenommen habe ich ihn allerdings erst, als der wunderbare Teilzeitliebhaber und ich endlich auf dem Rücken zu liegen kamen. Im Grunde war ich sogar froh um diese Form des Akustikfilters, sonst hätte nämlich ich mich entschuldigen müssen.
Auch dass Du nachts schreiend aus dem Taxi gefallen bist, als Deine männliche Begleitung die hintere Türe öffnete, hat mich nicht im Geringsten gestört. Ehrlich, ich hätte auch nicht aus dem Küchenfenster gestarrt, wenn das, was sich, mitten auf der Straße liegend, als ungelenker Blasversuch enttarnte, nicht so sehr nach Wiederbelebung ausgesehen hätte. Das konnte ich natürlich nur aus dem Fenster gelehnt erkennen, denn der Typ stand ja direkt über Dir, während Du es Dir auf dem Asphalt bequem gemacht hattest. Und wäre ich nicht wirklich in Sorge gewesen, hätte ich auch nicht gewartet bis ihr endlich vor der Haustüre fertig seid. Ich ahnte bereits, dass keiner von euch Beiden mit dem Schlüssel das Schloss treffen würde. Ja, das war ich, die den Türöffner drückte. Das Echo eures Sturzes in den Hausflur konnte man bis in den dritten Stock hören. So bin ich eben, stets hilfsbereit. Als ihr endlich die lange Irrfahrt mit dem Aufzug hinter euch gebracht hattet – beim Drücken des Aufzugknopfes habe ich mich ganz bewusst zurückgehalten – wart ihr so erschöpft, dass ihr auch ziemlich bald eingeschlafen seid. Na ja, erst bist Du noch zweimal über diverse Einrichtungsgegenstände gestolpert, während der Typ zehn Minuten ohne Unterbrechung der Kanalisation körpereigenes Wasser zuführte. Aber das war alles nicht so schlimm, denn ich bin danach sofort eingeschlafen.
Nur heute, heute bin ich echt ausgerastet, als Du wie jeden Abend heimkamst. Nicht dass etwas anders als sonst gewesen wäre. Nein, ich bin nur heute etwas empfindlicher. Genau genommen fiel mir das gestern schon auf und vorgestern und alle Tage davor, aber heute ist das Maß endgültig voll. Das ist so ähnlich als ob man an der Autobahn wohnt oder an einer Bahnstrecke oder unter der Einflugschneise, nur umgekehrt. Während man sich an diesen Geräuschpegel langsam gewöhnt, bis man ihn nicht mehr wahrnimmt, ist das Geräusch Deiner Heimkehr etwas, das ich von Tag zu Tag deutlicher wahrnehme. Im Grunde ist es auch nur ein einziges Geräusch, nämlich das lautstarke Türenschlagen, das mich aus meiner Versunkenheit gewaltsam hochschrecken lässt. Liebe Nachbarin, ich habe keine Ahnung, wo Du herkommst und ob es dort so was wie Türen gibt oder ob ihr euch durch vorgehängte Pfannenkuchen fressen müsst, wie man in Bayern so schön sagt. Jedenfalls verrate ich Dir jetzt ein Geheimnis: jede Türe hat so ein Ding, an dem sie sich festhalten lässt. Falls es Dir irgend möglich ist, wäre ich sehr dankbar, wenn auch Du dieses Ritual in Deine Gewohnheiten einfließen lässt. Auf unserem Stock wohnen außer uns noch zwei Parteien - abgesehen von der alten Nachbarin, aus deren Wohnung schon seit Wochen kein Laut mehr dringt und ich mich beim Vorbeigehen an ihrer Türe meist beim Schnuppern ertappe. Außer Dir schaffen es alle, die Türen nahezu geräuschlos zu schließen. Vielleicht stellt das noch keinen Anreiz zur Verhaltensänderung dar, ganz bestimmt aber mein Vorhaben, Dir die Hausmeisterin auf den Hals zu schicken, sobald ich die Türe wieder ins Schloss fallen höre. Diese reizende Dame beherrscht nämlich die Kunst des stundenlangen Plauderns über Nichtigkeiten ganz hervorragend. Und dann wollen wir doch mal sehen, ob Du nicht in Zukunft nach der Arbeit lieber ganz leise in Deinen vier Wänden verschwindest.
Aber mal abgesehen davon bist Du eine super Nachbarin. Echt jetzt. Sollte ich jemals Salz ausleihen müssen, würde ich ohne zu zögern bei Dir klingeln, genauso wenn ich morgens um 4.00 meine Schlüssel nicht finde, ich aber sehr dringend pinkeln muss. Glaub mir, Du wärst auf jeden Fall meine erste Adresse, sollte ich mal Hilfe brauchen. Und ich find´s einfach riesig, dass Dir meine Musikauswahl so gut gefällt. Zumindest habe ich noch nichts Gegenteiliges von Dir gehört. Du erträgst meinen musikalischen Powerpush zur Frühtour am Wochenende ebenso gelassen wie meine Lieblingsmelodien abends live auf dem Saxophon, womit Dein guter Geschmack bewiesen wäre. Wir werden sicherlich noch ganz dicke Freunde.
Bis dahin beste Grüße,
Deine fürsorgliche Nachbarin
im Grunde hab ich wirklich nicht viel an Dir auszusetzen. Du bist ja auch den ganzen Tag nicht da, weil Du arbeiten musst und deswegen kriege ich kaum etwas von Dir mit. Am Wochenende bist Du meistens bei Deinem Typen, wofür ich Dir auch unheimlich dankbar bin. In Zeiten sexueller Abstinenz würde es mir nämlich unheimlich schwer fallen, ungewollt zum Auditivspanner zu werden. Ich meine, nicht dass ich mit dem Ohr an der Wand kleben würde. Es ist nur einfach ziemlich schwierig, lautmalerisch umschriebenen Ausdruck an Lebensfreude unterlegt mit rhythmischem Quietschen bewusst zu ignorieren.
Jetzt wo alle Dübel ihren vorbestimmten Platz in unserer gemeinsamen Wand gefunden haben und selbst die neue Einbauküche nicht mehr expandiert, ist es schon viel leiser geworden. Ich fand es auch nicht schlimm, als Du mit einer Horde Wilder morgens um 3.00 das gesamte Stockwerk mit Nirvana beschallt hast. Du hättest Dich echt nicht dafür entschuldigen müssen. Euer Gesang war exorbitant. Wahrgenommen habe ich ihn allerdings erst, als der wunderbare Teilzeitliebhaber und ich endlich auf dem Rücken zu liegen kamen. Im Grunde war ich sogar froh um diese Form des Akustikfilters, sonst hätte nämlich ich mich entschuldigen müssen.
Auch dass Du nachts schreiend aus dem Taxi gefallen bist, als Deine männliche Begleitung die hintere Türe öffnete, hat mich nicht im Geringsten gestört. Ehrlich, ich hätte auch nicht aus dem Küchenfenster gestarrt, wenn das, was sich, mitten auf der Straße liegend, als ungelenker Blasversuch enttarnte, nicht so sehr nach Wiederbelebung ausgesehen hätte. Das konnte ich natürlich nur aus dem Fenster gelehnt erkennen, denn der Typ stand ja direkt über Dir, während Du es Dir auf dem Asphalt bequem gemacht hattest. Und wäre ich nicht wirklich in Sorge gewesen, hätte ich auch nicht gewartet bis ihr endlich vor der Haustüre fertig seid. Ich ahnte bereits, dass keiner von euch Beiden mit dem Schlüssel das Schloss treffen würde. Ja, das war ich, die den Türöffner drückte. Das Echo eures Sturzes in den Hausflur konnte man bis in den dritten Stock hören. So bin ich eben, stets hilfsbereit. Als ihr endlich die lange Irrfahrt mit dem Aufzug hinter euch gebracht hattet – beim Drücken des Aufzugknopfes habe ich mich ganz bewusst zurückgehalten – wart ihr so erschöpft, dass ihr auch ziemlich bald eingeschlafen seid. Na ja, erst bist Du noch zweimal über diverse Einrichtungsgegenstände gestolpert, während der Typ zehn Minuten ohne Unterbrechung der Kanalisation körpereigenes Wasser zuführte. Aber das war alles nicht so schlimm, denn ich bin danach sofort eingeschlafen.
Nur heute, heute bin ich echt ausgerastet, als Du wie jeden Abend heimkamst. Nicht dass etwas anders als sonst gewesen wäre. Nein, ich bin nur heute etwas empfindlicher. Genau genommen fiel mir das gestern schon auf und vorgestern und alle Tage davor, aber heute ist das Maß endgültig voll. Das ist so ähnlich als ob man an der Autobahn wohnt oder an einer Bahnstrecke oder unter der Einflugschneise, nur umgekehrt. Während man sich an diesen Geräuschpegel langsam gewöhnt, bis man ihn nicht mehr wahrnimmt, ist das Geräusch Deiner Heimkehr etwas, das ich von Tag zu Tag deutlicher wahrnehme. Im Grunde ist es auch nur ein einziges Geräusch, nämlich das lautstarke Türenschlagen, das mich aus meiner Versunkenheit gewaltsam hochschrecken lässt. Liebe Nachbarin, ich habe keine Ahnung, wo Du herkommst und ob es dort so was wie Türen gibt oder ob ihr euch durch vorgehängte Pfannenkuchen fressen müsst, wie man in Bayern so schön sagt. Jedenfalls verrate ich Dir jetzt ein Geheimnis: jede Türe hat so ein Ding, an dem sie sich festhalten lässt. Falls es Dir irgend möglich ist, wäre ich sehr dankbar, wenn auch Du dieses Ritual in Deine Gewohnheiten einfließen lässt. Auf unserem Stock wohnen außer uns noch zwei Parteien - abgesehen von der alten Nachbarin, aus deren Wohnung schon seit Wochen kein Laut mehr dringt und ich mich beim Vorbeigehen an ihrer Türe meist beim Schnuppern ertappe. Außer Dir schaffen es alle, die Türen nahezu geräuschlos zu schließen. Vielleicht stellt das noch keinen Anreiz zur Verhaltensänderung dar, ganz bestimmt aber mein Vorhaben, Dir die Hausmeisterin auf den Hals zu schicken, sobald ich die Türe wieder ins Schloss fallen höre. Diese reizende Dame beherrscht nämlich die Kunst des stundenlangen Plauderns über Nichtigkeiten ganz hervorragend. Und dann wollen wir doch mal sehen, ob Du nicht in Zukunft nach der Arbeit lieber ganz leise in Deinen vier Wänden verschwindest.
Aber mal abgesehen davon bist Du eine super Nachbarin. Echt jetzt. Sollte ich jemals Salz ausleihen müssen, würde ich ohne zu zögern bei Dir klingeln, genauso wenn ich morgens um 4.00 meine Schlüssel nicht finde, ich aber sehr dringend pinkeln muss. Glaub mir, Du wärst auf jeden Fall meine erste Adresse, sollte ich mal Hilfe brauchen. Und ich find´s einfach riesig, dass Dir meine Musikauswahl so gut gefällt. Zumindest habe ich noch nichts Gegenteiliges von Dir gehört. Du erträgst meinen musikalischen Powerpush zur Frühtour am Wochenende ebenso gelassen wie meine Lieblingsmelodien abends live auf dem Saxophon, womit Dein guter Geschmack bewiesen wäre. Wir werden sicherlich noch ganz dicke Freunde.
Bis dahin beste Grüße,
Deine fürsorgliche Nachbarin
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Arsch mit Ohren
frau klugscheisser, 19:37h
Für das Gehirn lebt der Körper. Er nimmt Nahrung auf, verstoffwechselt sie und transportiert die Nährstoffe im Körper umher. All das nur, um das Gehirn zu versorgen. Das Gehirn, das Gehirn. Nur dort kann ein Geheimnis stecken. Nur das Gehirn macht uns zum Menschen. Der restliche Körper ist nichts besonderes, ganz ohne Magie. Eine Stoffwechselmaschine.
Ich persönlich warte ja schon lang auf den Tag, an dem die Evolution auf den restlichen Kram verzichtet. Was allein dieses ewige Klamottenshoppen Zeit und Geld kostet, was viel besser in Hirnnahrung angelegt wäre (und damit meine ich nicht Studentenfutter).
Ich persönlich warte ja schon lang auf den Tag, an dem die Evolution auf den restlichen Kram verzichtet. Was allein dieses ewige Klamottenshoppen Zeit und Geld kostet, was viel besser in Hirnnahrung angelegt wäre (und damit meine ich nicht Studentenfutter).
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Necessities of love
frau klugscheisser, 03:49h
Es gab mal eine Sendung, die hieß „Nur die Liebe zählt“, keine Ahnung, ob die noch läuft. Jedenfalls suchte da ein Kamerateam Leute auf und überraschte sie mit einem Video ihres verschmähten Partners, in dem dieser um Wiederaufnahme in die Beischlafliste bat. Natürlich durfte so ein Anliegen aufgrund der Sendezeit nicht dermaßen deutlich formuliert werden. Zu sehen waren auf den Videos stammelnde Damen bzw. Herren, die unter Zuhilfenahme von Liebesdevotionalien wie Herzchen, Blümchen, Kerzchen und ähnlichem Kitsch ihre Bitte vortrugen. Der so Überraschte wurde anschließend über die Beziehung interviewt und musste vor laufender Kamera entscheiden, ob er dem Drängen nachgeben oder lieber stark bleiben wollte. Die Aufzeichnung davon wurde wiederum dem Initiator der Aktion vorgespielt, der zum Zeitpunkt des Abspielens nicht um das Ergebnis wusste. Und all dies geschah in einem Liebesmobil, das durch Deutschland raste. Es raste auch durch Spanien unter dem Titel lo que es necessito es amor und andere europäische Städte, nur musste da Kai Pflaume aufgrund fehlender Fremdsprachenkenntnisse das Mikro an einheimische Überrascher abtreten.
Am schönsten waren die Szenen, in denen sich der Überraschte nicht von den Bedauerungsmantras und Liebesbeteuerungen des ehemaligen Bettgefährten weich klopfen ließ, ja teilweise regelrecht verspottet wurde. Die Folge waren entgleisende Gesichtsmuskeln, ein zitterndes Kinn und Stimmversagen beim Verschmähten in Großbild. Das alles sonntags gleich nach der Lindenstraße. Ich habe mich immer gefragt, wie groß die Verzweiflung bei solchen Menschen sein muss, um sich einer derartigen öffentlichen Demütigung auszusetzen. Dann doch lieber gleich Harakiri, das hat wenigstens Stil. Bei einigen der Teilnehmer konnte ich es sogar verstehen, denn die waren aufgrund ihres Aussehens gezwungen an die einmalige Liebe zu glauben und die war jetzt vorbei. Manchmal saß ich vor dem Bildschirm und hoffte inbrünstig, die Angebetete möge hart bleiben, nur um in den Genuss der einsetzenden Verzweiflung zu kommen. Das ist nicht unfair, sondern sehr gerecht. Versetzen wir uns doch mal in die Lage der Angebeteten. Man kalkuliert mit der Gnade des Opfers, denn das eigentliche Opfer ist die überraschte Person. So hartherzig wird sich doch keiner öffentlich präsentieren wollen. Emotionale Erpressung zur besten Sendezeit. Und anschließend wird gleich bei Linda de Mol geheiratet, damit er oder sie nicht mehr weglaufen kann. Meines Wissens gibt es keine Statistik darüber, wie viele der Revivals über die tränenreiche Versöhnung vor laufender Kamera hinaus gehalten haben. Ich kann mir vorstellen, dass manche die Schlussklappe indirekt auch auf den Stand der Wiedervereinigung bezogen haben.
Persönlich kam ich nie in den zweifelhaften Genuß solch einer Farce. Das liegt aber wohl daran, dass mir bei diesen Sätzen, die mit „Liebe ist...“ beginnen, nur eklige Dinge einfallen wollen.
Liebe ist...
... wenn man sich das letzte Stück Zahnseide teilt
... so zu tun, als hätte man den Partner nicht furzen hören
... sie trotz (oder wegen?) der Salatreste zwischen den Schneidezähnen zu küssen
... trotz Latexallergie mit Kondom zu vögeln
... gegenseitig Pickel ausdrücken
... Quasimodo als den schönsten Mann der Welt zu bezeichnen
... beim Geschlechtsverkehr den Popel im Nasenhaar des Partners nicht zu fixieren
... den Namen des Partners beim Höhepunkt zu rufen, wenn sie Gertraud/Elfriede/Sigrid heisst
[analog zu Ruprecht/Balduin/Theodor]
[Liste darf gerne in den Kommentaren fortgesetzt werden]
Das bedeutet, ich verstehe nicht viel davon. In dieser Hinsicht bin ich ein emotionaler Eisblock. Ich bin zu realistisch, um an die vorgegaukelten Bilder eines Hormonkaleidoskopes zu glauben, geschweige denn einen Menschen, der mich nicht schätzt, in Form eines Videobekenntnisses zurückgewinnen zu wollen. Solche Leute stellen ihre Armseligkeit unter Beweis, indem sie mit dem Mitleidsbonus spekulieren. Wer will schon mit einem Partner leben, der dies nur aus Mitleid tut? Emotionale Bettler, die Küsse wie Markstücke einfordern.
Am schönsten waren die Szenen, in denen sich der Überraschte nicht von den Bedauerungsmantras und Liebesbeteuerungen des ehemaligen Bettgefährten weich klopfen ließ, ja teilweise regelrecht verspottet wurde. Die Folge waren entgleisende Gesichtsmuskeln, ein zitterndes Kinn und Stimmversagen beim Verschmähten in Großbild. Das alles sonntags gleich nach der Lindenstraße. Ich habe mich immer gefragt, wie groß die Verzweiflung bei solchen Menschen sein muss, um sich einer derartigen öffentlichen Demütigung auszusetzen. Dann doch lieber gleich Harakiri, das hat wenigstens Stil. Bei einigen der Teilnehmer konnte ich es sogar verstehen, denn die waren aufgrund ihres Aussehens gezwungen an die einmalige Liebe zu glauben und die war jetzt vorbei. Manchmal saß ich vor dem Bildschirm und hoffte inbrünstig, die Angebetete möge hart bleiben, nur um in den Genuss der einsetzenden Verzweiflung zu kommen. Das ist nicht unfair, sondern sehr gerecht. Versetzen wir uns doch mal in die Lage der Angebeteten. Man kalkuliert mit der Gnade des Opfers, denn das eigentliche Opfer ist die überraschte Person. So hartherzig wird sich doch keiner öffentlich präsentieren wollen. Emotionale Erpressung zur besten Sendezeit. Und anschließend wird gleich bei Linda de Mol geheiratet, damit er oder sie nicht mehr weglaufen kann. Meines Wissens gibt es keine Statistik darüber, wie viele der Revivals über die tränenreiche Versöhnung vor laufender Kamera hinaus gehalten haben. Ich kann mir vorstellen, dass manche die Schlussklappe indirekt auch auf den Stand der Wiedervereinigung bezogen haben.
Persönlich kam ich nie in den zweifelhaften Genuß solch einer Farce. Das liegt aber wohl daran, dass mir bei diesen Sätzen, die mit „Liebe ist...“ beginnen, nur eklige Dinge einfallen wollen.
Liebe ist...
... wenn man sich das letzte Stück Zahnseide teilt
... so zu tun, als hätte man den Partner nicht furzen hören
... sie trotz (oder wegen?) der Salatreste zwischen den Schneidezähnen zu küssen
... trotz Latexallergie mit Kondom zu vögeln
... gegenseitig Pickel ausdrücken
... Quasimodo als den schönsten Mann der Welt zu bezeichnen
... beim Geschlechtsverkehr den Popel im Nasenhaar des Partners nicht zu fixieren
... den Namen des Partners beim Höhepunkt zu rufen, wenn sie Gertraud/Elfriede/Sigrid heisst
[analog zu Ruprecht/Balduin/Theodor]
[Liste darf gerne in den Kommentaren fortgesetzt werden]
Das bedeutet, ich verstehe nicht viel davon. In dieser Hinsicht bin ich ein emotionaler Eisblock. Ich bin zu realistisch, um an die vorgegaukelten Bilder eines Hormonkaleidoskopes zu glauben, geschweige denn einen Menschen, der mich nicht schätzt, in Form eines Videobekenntnisses zurückgewinnen zu wollen. Solche Leute stellen ihre Armseligkeit unter Beweis, indem sie mit dem Mitleidsbonus spekulieren. Wer will schon mit einem Partner leben, der dies nur aus Mitleid tut? Emotionale Bettler, die Küsse wie Markstücke einfordern.
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Mittwoch, 28. Juni 2006
Sinne der Seele
frau klugscheisser, 17:41h
Rauschen der Stille in ruhenden Ohren
Geräusche der Leere, fast nicht zu ertragen
im Antlitz von Wissen erstummen Gedanken
klanglose Laute als das, was sie sollen
Hüllen zu füllen mit Ahnen und Sehnen
nur dadurch zu Ausdruck verwandelt.
Schauer der Haut, nur selten berührt
suchendes Tasten im Leerraum des Herzens
Kerker der Triebe vom Fürchten ummauert
Begegnende zucken zurück vor den Strichen
sind blind mit den Händen, berühren nicht Täler
und Furchen vom Wasser gegraben.
Blendendes Dunkel der Nacht hinter Lidern
kein Lichtstrahl aus Sonne dringt durch sie hindurch
zielloses Wanken bald schwindelnd im Raume,
der höher und weiter als jemals gesehen
Balance findend mit weiten Armen
sich dem Universum entgegenzustrecken.
Stinkender Unrat belagert Erinn´rung
der quälend und schwer den Brustkorb zerquetscht
Manch einer will sie verleugnen zu kennen
Verweigerte Schmerzen das Dasein vergiften
begräbt seine Wunden und gibt ihnen Macht zu
rumoren im Bauch und im Traum.
Text © 09.04/05.06
Foto © gaga
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Resemblance oder wer kennt den Film?
frau klugscheisser, 02:58h
Letztens diese Sith-Episode von Star Wars auf HBO gesehen. Und dann diese unsägliche Szene:
Anakin im Kampf gegen Obi Wan. Drumrum bricht alles zusammen, lavaähnlicher Universumstoff bricht aus, fließt glühend in der Gegend rum und verschluckt alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Höchste Eisenbahn, dass mal einer von beiden den vernünftigen Vorschlag bringt, die Ärsche in irgendwelche Flugobjekte zu schwingen und den Rückkampf zu verschieben. Hat ja keiner was davon, wenn die sich den Hintern versengen, anstatt sich gegenseitig ordentlich zu zerlegen. Auf Eisenträgern rumbalancierend das Laserschwert zu schwingen ist aber nicht genug, nein, man verlegt das Gefecht auf Treibgut, damit bisschen Schwung in die Bude kommt. Vorher aber noch ordentlich auf so einem Stück Stahlträger rumgekraxelt. Und dann passiert´s. Die Kamera in der Totalen. Zwei Strichmännchen hängen an so einem großen Teil. Im Grunde sieht man nur zwei bewegte Laserschwerte gegen den dunklen Hintergrund leuchten. Kennt einer noch die Szene aus einem blöden alten Film, dessen Titel ich vergessen habe, wo zwei Typen mit Leuchtkondomen durch ein dunkles Zimmer rennen? Genau, zwei lächerlich schwingende Laserkondome im Kampf zwischen Gut und Böse. Nix für Ungut Herr Lucas aber das war dann selbst mir zuviel. May the force be with your prick.
Anakin im Kampf gegen Obi Wan. Drumrum bricht alles zusammen, lavaähnlicher Universumstoff bricht aus, fließt glühend in der Gegend rum und verschluckt alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Höchste Eisenbahn, dass mal einer von beiden den vernünftigen Vorschlag bringt, die Ärsche in irgendwelche Flugobjekte zu schwingen und den Rückkampf zu verschieben. Hat ja keiner was davon, wenn die sich den Hintern versengen, anstatt sich gegenseitig ordentlich zu zerlegen. Auf Eisenträgern rumbalancierend das Laserschwert zu schwingen ist aber nicht genug, nein, man verlegt das Gefecht auf Treibgut, damit bisschen Schwung in die Bude kommt. Vorher aber noch ordentlich auf so einem Stück Stahlträger rumgekraxelt. Und dann passiert´s. Die Kamera in der Totalen. Zwei Strichmännchen hängen an so einem großen Teil. Im Grunde sieht man nur zwei bewegte Laserschwerte gegen den dunklen Hintergrund leuchten. Kennt einer noch die Szene aus einem blöden alten Film, dessen Titel ich vergessen habe, wo zwei Typen mit Leuchtkondomen durch ein dunkles Zimmer rennen? Genau, zwei lächerlich schwingende Laserkondome im Kampf zwischen Gut und Böse. Nix für Ungut Herr Lucas aber das war dann selbst mir zuviel. May the force be with your prick.
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