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Freitag, 2. Februar 2007
Because of curiosity
frau klugscheisser, 00:01h
Ein Stöckchen von der Kaltmamsell
Sechs kuriose oder komische Dinge über mich:
1. Während eines Filmes hab ich noch nie geweint, ausser es kommt darin eine Geburtsszene vor. Das wirkt totsicher (selbst bei dieser bescheuerten Szene aus "Look who's talking" hab ich geheult wie ein Schloßhund).
2. Manchmal rede ich laut mit mir selbst.
3. Ich hatte mal eine leichte Form von Flugangst.
4. Ich wäre in vielen Situationen lieber ein Mann.
5. Ich weiß nicht genau, was ich verdiene. Das hat mich noch nie wirklich interessiert. Irgendwie reicht's immer, egal ob wenig oder viel.
6. Ein vernünftiges Maß zu finden, fällt mir meist schwer.
Was wohl Die Vargas, Gaga, Diagonale, Frau Stella, Shiraz und Maz [gerne in den Kommentaren] als Kuriositäten zu bieten haben?
Sechs kuriose oder komische Dinge über mich:
1. Während eines Filmes hab ich noch nie geweint, ausser es kommt darin eine Geburtsszene vor. Das wirkt totsicher (selbst bei dieser bescheuerten Szene aus "Look who's talking" hab ich geheult wie ein Schloßhund).
2. Manchmal rede ich laut mit mir selbst.
3. Ich hatte mal eine leichte Form von Flugangst.
4. Ich wäre in vielen Situationen lieber ein Mann.
5. Ich weiß nicht genau, was ich verdiene. Das hat mich noch nie wirklich interessiert. Irgendwie reicht's immer, egal ob wenig oder viel.
6. Ein vernünftiges Maß zu finden, fällt mir meist schwer.
Was wohl Die Vargas, Gaga, Diagonale, Frau Stella, Shiraz und Maz [gerne in den Kommentaren] als Kuriositäten zu bieten haben?
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Mittwoch, 31. Januar 2007
Sätze, die man sofort bloggen muss (19)
frau klugscheisser, 15:49h
Das schwerste Kunststück im Leben, ist, grundlos glücklich zu sein.
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Montag, 29. Januar 2007
Du hast die Haare schön
frau klugscheisser, 14:50h
Dass die Welt ungerecht ist, wissen wir nicht erst seit gestern. So mancher Lockenkopf föhnt stundenlang jede Strähne glatt, obwohl das feuchte Klima draußen alle Bemühungen in Sekunden zunichte machen. Für Spaghettilookträger wie mich wurde ein ganzer Industriezweig mit Rundbürsten und Lockenstäben aus dem Boden gestampft, deren Ergebnis so placeboartig ist, wie die von Cellulitecremes und Diätpillen. Es hilft nichts, man muss sich mit den Gegebenheiten abfinden. Wer das nicht will, greift weiter zu Hilfsmitteln jeglicher Art.
Mein Vermieter ist so ein Typ. Schon beim ersten Treffen konnte ich meinen Blick kaum von seiner Haarpracht abwenden. Mir drängte sich unweigerlich die Frage auf, ob das, was da auf seinem Kopf thronte, tatsächlich naturgegeben sei. Noch nie hatte ich so dichtes Haar gesehen, das ohne Beifügung von Gel sowohl einen Scheitel zuließ, als auch eine akkurate Frisur. Im Laufe des vergangenen Jahres stellte ich fest, dass die Haarpracht je nach Tageszeit im Sitz variierte. Vor allem morgens schien der Haaransatz tiefer in die Stirn zu liegen, dafür standen die Haare im Nacken stärker vom Kopf ab als der Rest. Der Sinn leuchtet mir ein, denn ganz instinktiv zieht man sich eine Kopfbedeckung bei rauhem Wetter tiefer ins Gesicht oder schützt sich gerne unausgeschlafen vor neugierigen Blicken. Dass dieses Prinzip jedoch bei aufgesetzten Haaren die Mitmenschen irritieren kann, schien ihm noch keiner verraten zu haben.
Ich bin mir immer noch leicht unsicher, ob der Mann tatsächlich ein Toupet trägt. Die Zeit, in der die Existenz solcher Utensilien noch nicht in meine Vorstellung gedrungen ist, liegt nicht so lange zurück. Das verhält sich ähnlich wie mit dem Ungeheuer von Lochness. Man hat davon gehört aber gesehen hat man es noch nicht. Als ich im Urlaub einst einen Bekannten aus dem Bett holte und dieser seinen Haarersatz in der Eile verkehrt herum aufsetzte, da sah ich es zum ersten Mal. Mein Weltbild geriet damals leicht ins Wanken. Ich glaube, es wäre nicht besonders ratsam, meinen Vermieter aus dem Bett zu klingeln. Bleibt mir nichts anderes übrig, als ihn weiterhin kritisch zu beobachten und zu hoffen, dass er eines Tages einen Fehler macht.
Einstweilen guck ich schöne Haare und bin wohl die Letzte, die vom Ursprung dieses Spruches Kenntnis nimmt.
via kleinesf
Mein Vermieter ist so ein Typ. Schon beim ersten Treffen konnte ich meinen Blick kaum von seiner Haarpracht abwenden. Mir drängte sich unweigerlich die Frage auf, ob das, was da auf seinem Kopf thronte, tatsächlich naturgegeben sei. Noch nie hatte ich so dichtes Haar gesehen, das ohne Beifügung von Gel sowohl einen Scheitel zuließ, als auch eine akkurate Frisur. Im Laufe des vergangenen Jahres stellte ich fest, dass die Haarpracht je nach Tageszeit im Sitz variierte. Vor allem morgens schien der Haaransatz tiefer in die Stirn zu liegen, dafür standen die Haare im Nacken stärker vom Kopf ab als der Rest. Der Sinn leuchtet mir ein, denn ganz instinktiv zieht man sich eine Kopfbedeckung bei rauhem Wetter tiefer ins Gesicht oder schützt sich gerne unausgeschlafen vor neugierigen Blicken. Dass dieses Prinzip jedoch bei aufgesetzten Haaren die Mitmenschen irritieren kann, schien ihm noch keiner verraten zu haben.
Ich bin mir immer noch leicht unsicher, ob der Mann tatsächlich ein Toupet trägt. Die Zeit, in der die Existenz solcher Utensilien noch nicht in meine Vorstellung gedrungen ist, liegt nicht so lange zurück. Das verhält sich ähnlich wie mit dem Ungeheuer von Lochness. Man hat davon gehört aber gesehen hat man es noch nicht. Als ich im Urlaub einst einen Bekannten aus dem Bett holte und dieser seinen Haarersatz in der Eile verkehrt herum aufsetzte, da sah ich es zum ersten Mal. Mein Weltbild geriet damals leicht ins Wanken. Ich glaube, es wäre nicht besonders ratsam, meinen Vermieter aus dem Bett zu klingeln. Bleibt mir nichts anderes übrig, als ihn weiterhin kritisch zu beobachten und zu hoffen, dass er eines Tages einen Fehler macht.
Einstweilen guck ich schöne Haare und bin wohl die Letzte, die vom Ursprung dieses Spruches Kenntnis nimmt.
via kleinesf
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Sonntag, 28. Januar 2007
And follow your memories upstream
frau klugscheisser, 19:38h
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Dienstag, 23. Januar 2007
A touch of everyday life
frau klugscheisser, 23:39h
Wer viel unterwegs ist, braucht Konstanten. Mehr als andere, deren Konstante allein schon die Räumlichkeit ist, in der sie ihre Arbeit verrichten. So schleichen sich langsam an verschiedenen Orten diverse Verhaltensweisen ein. In Hongkong beispielsweise nehme ich bei jedem Aufenthalt die Fähre, die mich von Wanchai direkt nach Tsim Sha Tsui - die andere Seite der Stadt - bringt. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Ich habe dort kein konkretes Ziel, vielmehr ist es die Fähre an sich, die mich magisch anzieht. Nicht einmal der Aussicht halber lohnt sich die Fahrt, denn meistens umhüllt dichter Dunst die hohen Fassaden auf der jeweils anderen Seite.
Vielleicht sind es die Menschen, die mich reizen und mit denen ich während der Überfahrt indirekt in Kontakt trete, wobei das Attribut "indirekt" so gar nicht zur chinesischen Mentalität passen mag. Im dicht besiedelten China scheut man den Körperkontakt zu Fremden nicht, was mich als Europäer mit räumlich ausgeprägter Distanzzone immer wieder irritiert. Die Passagiere warten auf das Eintreffen des Schiffes vor verschlossenem Gitter. Eine kleine Frau drängt sich an mir vorbei nach vorne, obwohl die Fähre noch nicht angelegt hat. Als sich das Tor zum Einsteigen öffnet, werde ich von Passanten mehrmals gestreift. Obwohl an Deck mehr als genug Platz für die wenigen Fahrgäste existiert und es auch keine besseren Plätze gibt, haben es die Chinesen eilig, an Bord zu kommen. Beim Aussteigen ein ähnliches Bild. Alle rennen zur geschlossenen Rampe, die zum Überbrücken der Lücke zwischen Boot und Hafen heruntergelassen wird, als ob der erste Ankömmling einen Preis zu erwarten hätte. Während ich die Station passiere, drängt sich wieder eine kleine Gestalt neben mich. Ich bin neugierig was passiert, wenn ich unbeirrt auf gleicher Höhe bleibe, den von ihr gewählten Abstand beibehaltend. Natürlich geschieht nichts. Nicht einmal irritiert reagiert die Alte. Persönliche Distanz, die in Europa nur in Ausnahmesituationen (öffentliche Verkehrsmittel etc.) und mit entsprechendem Verhalten begleitet unterschritten wird, scheint hier eine Form von Luxus zu sein.
Über den Sitzbänken ist eine Lehne angebracht, die zur jeweiligen Fahrtrichtung geschwenkt werden kann. Man fährt einfach lieber vorwärts. Um mich herum wird ständig telefoniert oder sich mit dem Mobiltelefon beschäftigt. Ich habe noch nie einen Fahrgast in ein Buch versunken gesehen. Dabei erinnere ich mich bei jeder Überfahrt an eine vor langer Zeit gelesene Beschreibung aus einem Roman. Der Protagonist lebt in Hongkong und benützt häufig die alten grün-weißen Boote der Star Ferry. Und an eine weitere Passage aus dem Buch denke ich während der Überfahrt:
'You must eat the cold porridge,' he told me once. It's a Chinese expression. Cantonese, I guess [...]
The way he explained it, eating the cold porridge means working at something for so long that when you get home there is nothing left to eat but cold porridge [...] That's how you get good at something, he told me. That's how you get good at anything. You eat the cold porridge. You work at it when the others are playing. You work at it when the others are watching TV. You work at it when the others are sleeping. To become the master of something, you must eat the cold porridge, Grashopper.*
Nicht dass ich Kartoffelbrei besonders gerne mögen würde - kalt schon gleich zweimal nicht - aber diesen Vergleich mag ich sehr, weil er so einfach ist. Und weil ich genau dieses Prinzip des kalten Kartoffelbreies vor langer Zeit zu meinem gemacht habe. Ich mag in den meisten Dingen nicht besonders gut sein aber ich bin stur. Sogar in den Dingen, die mir nicht wirklich gut tun. Wenn Ausdauer ein chinesisches Attribut ist, dann bewundere ich die Chinesen dafür. Um wieviel schnelllebiger und vergänglicher ist dagegen unsere kleine westliche Welt. Manch einer probiert sich in Tai Chi oder Yoga oder das, was er als westliche Form davon kennt. Manch einer konvertiert zum Buddhismus, um endlich die langersehnte Zufriedenheit zu erlangen. Wenn die sich nicht schlagartig nach einigen Monaten der Übung einstellt, wird das Konzept meist schnell gegen ein neues oder wieder gegen die alte Couch eingetauscht. Dabei ist alles so viel einfacher und gleichzeitig um so viel schwieriger.
Solchen Gedanken hänge ich auf der siebenminütigen Fahrt mit der Star Ferry hinterher. Letztens hatte ich meine Karte zu Hause vergessen und war somit ohne Zahlungsmittel. Von den geliehenen Hongkong Dollar einer Kollegin konnte ich die anderthalb Aufenthaltstage mehr schlecht als recht überrunden, doch die Überfahrt habe ich mir nicht nehmen lassen. Mit 2,20 (umgerechnet etwa 20 Cent) ist ein Ticket so ziemlich das Billigste, was man in Hongkong kriegen kann, mal abgesehen von unfreiwilligem Körperkontakt. Den gibt's umsonst.
*Tony Parsons One for my baby
Vielleicht sind es die Menschen, die mich reizen und mit denen ich während der Überfahrt indirekt in Kontakt trete, wobei das Attribut "indirekt" so gar nicht zur chinesischen Mentalität passen mag. Im dicht besiedelten China scheut man den Körperkontakt zu Fremden nicht, was mich als Europäer mit räumlich ausgeprägter Distanzzone immer wieder irritiert. Die Passagiere warten auf das Eintreffen des Schiffes vor verschlossenem Gitter. Eine kleine Frau drängt sich an mir vorbei nach vorne, obwohl die Fähre noch nicht angelegt hat. Als sich das Tor zum Einsteigen öffnet, werde ich von Passanten mehrmals gestreift. Obwohl an Deck mehr als genug Platz für die wenigen Fahrgäste existiert und es auch keine besseren Plätze gibt, haben es die Chinesen eilig, an Bord zu kommen. Beim Aussteigen ein ähnliches Bild. Alle rennen zur geschlossenen Rampe, die zum Überbrücken der Lücke zwischen Boot und Hafen heruntergelassen wird, als ob der erste Ankömmling einen Preis zu erwarten hätte. Während ich die Station passiere, drängt sich wieder eine kleine Gestalt neben mich. Ich bin neugierig was passiert, wenn ich unbeirrt auf gleicher Höhe bleibe, den von ihr gewählten Abstand beibehaltend. Natürlich geschieht nichts. Nicht einmal irritiert reagiert die Alte. Persönliche Distanz, die in Europa nur in Ausnahmesituationen (öffentliche Verkehrsmittel etc.) und mit entsprechendem Verhalten begleitet unterschritten wird, scheint hier eine Form von Luxus zu sein.
Über den Sitzbänken ist eine Lehne angebracht, die zur jeweiligen Fahrtrichtung geschwenkt werden kann. Man fährt einfach lieber vorwärts. Um mich herum wird ständig telefoniert oder sich mit dem Mobiltelefon beschäftigt. Ich habe noch nie einen Fahrgast in ein Buch versunken gesehen. Dabei erinnere ich mich bei jeder Überfahrt an eine vor langer Zeit gelesene Beschreibung aus einem Roman. Der Protagonist lebt in Hongkong und benützt häufig die alten grün-weißen Boote der Star Ferry. Und an eine weitere Passage aus dem Buch denke ich während der Überfahrt:
'You must eat the cold porridge,' he told me once. It's a Chinese expression. Cantonese, I guess [...]
The way he explained it, eating the cold porridge means working at something for so long that when you get home there is nothing left to eat but cold porridge [...] That's how you get good at something, he told me. That's how you get good at anything. You eat the cold porridge. You work at it when the others are playing. You work at it when the others are watching TV. You work at it when the others are sleeping. To become the master of something, you must eat the cold porridge, Grashopper.*
Nicht dass ich Kartoffelbrei besonders gerne mögen würde - kalt schon gleich zweimal nicht - aber diesen Vergleich mag ich sehr, weil er so einfach ist. Und weil ich genau dieses Prinzip des kalten Kartoffelbreies vor langer Zeit zu meinem gemacht habe. Ich mag in den meisten Dingen nicht besonders gut sein aber ich bin stur. Sogar in den Dingen, die mir nicht wirklich gut tun. Wenn Ausdauer ein chinesisches Attribut ist, dann bewundere ich die Chinesen dafür. Um wieviel schnelllebiger und vergänglicher ist dagegen unsere kleine westliche Welt. Manch einer probiert sich in Tai Chi oder Yoga oder das, was er als westliche Form davon kennt. Manch einer konvertiert zum Buddhismus, um endlich die langersehnte Zufriedenheit zu erlangen. Wenn die sich nicht schlagartig nach einigen Monaten der Übung einstellt, wird das Konzept meist schnell gegen ein neues oder wieder gegen die alte Couch eingetauscht. Dabei ist alles so viel einfacher und gleichzeitig um so viel schwieriger.
Solchen Gedanken hänge ich auf der siebenminütigen Fahrt mit der Star Ferry hinterher. Letztens hatte ich meine Karte zu Hause vergessen und war somit ohne Zahlungsmittel. Von den geliehenen Hongkong Dollar einer Kollegin konnte ich die anderthalb Aufenthaltstage mehr schlecht als recht überrunden, doch die Überfahrt habe ich mir nicht nehmen lassen. Mit 2,20 (umgerechnet etwa 20 Cent) ist ein Ticket so ziemlich das Billigste, was man in Hongkong kriegen kann, mal abgesehen von unfreiwilligem Körperkontakt. Den gibt's umsonst.
*Tony Parsons One for my baby
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A room with a view (7)
frau klugscheisser, 21:50h

Hongkong nach hinten raus
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Montag, 22. Januar 2007
Everybody`s free
frau klugscheisser, 01:00h
Music: Baz Luhrman, words based on a column of Mary Schmich in the Chicago Tribune 97
Don’t feel guilty if you don’t know what you want to do with your life,
the most interesting people I know didn’t know at 22
what they wanted to do with their lives,
some of the most interesting 40 year olds I know still don’t...
Don’t feel guilty if you don’t know what you want to do with your life,
the most interesting people I know didn’t know at 22
what they wanted to do with their lives,
some of the most interesting 40 year olds I know still don’t...
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Mittwoch, 17. Januar 2007
For you to notice
frau klugscheisser, 15:12h
dashboard confessional
Bis jetzt hab ich noch keinen Menschen getroffen, der Gedanken lesen kann. Warum das dennoch so viele Menschen erwarten, ist mir ein Rätsel. Der Andere soll erahnen, erspüren und interpretieren, was man möchte, um es einem dann bitteschön in der richtigen Dosierung zukommen zu lassen. Erfüllt das Gegenüber diese hohe Erwartung nicht, handelt es sich automatisch um einen kalten Menschen, einen Egoisten oder - um in Beziehungstermini zu sprechen - einfach nicht um DEN Richtigen. Solche Menschen denken meist um viele Ecken, was es noch schwieriger macht, diesen Anspruch zu erfüllen. Das einfachste Mittel wäre nämlich, den Mund aufzumachen, um zu formulieren, was man sich gerade wünscht.
Stellen wir uns mal folgende Situation beim Bäcker vor: eine Frau/Mann/Kind/Hund (wir wollen doch keine Klischées bedienen) steht erwartungsvoll vor der Theke.
Angestellte: "Was wünschen Sie bitte?"
Kunde: "..."
Angestellte, auf Brötchen deutend: "Heute vielleicht zwei Sesam- und zwei Mohnsemmeln?"
Kunde, mit unveränderter Mimik: "..."
Angestellte, irritiert: "Dann vielleicht ein Brot? Mehrkorn, Sonnenblumen oder doch Mischbrot?"
Kunde, mit leicht abwärtsgerichteten Mundwinkeln: "..."
Angestellte: "Ah, doch lieber ein Hefezopf, nicht?"
Kunde dreht sich wortlos um und verlässt den Laden. Vor der Türe trifft er den Nachbarn: "Stell Dir vor, ich war eben in der Bäckerei und die Verkäuferin, dieses unsensible Miststück wusste nicht, was ich will. Dabei müsste sie mich nach all der Zeit doch wirklich kennen. Hat mir Brot angeboten. Muss ich denn wirklich jedesmal erst was sagen, wenn ich eine Breze haben möchte?"
Nachbar, nickt zustimmend: "Ja, typisch Bäckereiangestellte. Die denken auch immer nur an Brot."
Für manche Menschen sinkt der Wert einer entgegengebrachten Aufmerksamkeit, wenn sie durch Worte eingefordert werden musste. Wie eine Mutter die Bedürfnisse des sich nicht artikulieren könnenden Kleinkindes erahnt, so wünschen wir insgeheim ein ganzes Leben lang unsere Bedürfnisse wortlos gestillt zu bekommen. Mit ein paar nachdrücklichen Tränen oder Wutanfällen haben viele ihre Partner nach Jahren soweit konditioniert, dass das Schema einigermaßen funktioniert.
Im Grunde bleibt die Geste jedoch immer das, was sie ist, ob nun erbeten oder überraschend erhalten: etwas, das uns ein Mensch freiwillig entgegenbringt, weil ihm an unserem Wohlergehen liegt. Warum es sich und seinen Mitmenschen so schwer machen, wenn es so einfach sein könnte.
In diesem Zusammenhang will ich gleich mal ankündigen, dass ich mir zu meinem Geburtstag am Montag einige nette Kommentare und Gratulationen - gerne auch per Mail (frauklugscheisserätgooglemaildotcom) - wünsche. Ein entsprechender Eintrag folgt noch.
Bis jetzt hab ich noch keinen Menschen getroffen, der Gedanken lesen kann. Warum das dennoch so viele Menschen erwarten, ist mir ein Rätsel. Der Andere soll erahnen, erspüren und interpretieren, was man möchte, um es einem dann bitteschön in der richtigen Dosierung zukommen zu lassen. Erfüllt das Gegenüber diese hohe Erwartung nicht, handelt es sich automatisch um einen kalten Menschen, einen Egoisten oder - um in Beziehungstermini zu sprechen - einfach nicht um DEN Richtigen. Solche Menschen denken meist um viele Ecken, was es noch schwieriger macht, diesen Anspruch zu erfüllen. Das einfachste Mittel wäre nämlich, den Mund aufzumachen, um zu formulieren, was man sich gerade wünscht.
Stellen wir uns mal folgende Situation beim Bäcker vor: eine Frau/Mann/Kind/Hund (wir wollen doch keine Klischées bedienen) steht erwartungsvoll vor der Theke.
Angestellte: "Was wünschen Sie bitte?"
Kunde: "..."
Angestellte, auf Brötchen deutend: "Heute vielleicht zwei Sesam- und zwei Mohnsemmeln?"
Kunde, mit unveränderter Mimik: "..."
Angestellte, irritiert: "Dann vielleicht ein Brot? Mehrkorn, Sonnenblumen oder doch Mischbrot?"
Kunde, mit leicht abwärtsgerichteten Mundwinkeln: "..."
Angestellte: "Ah, doch lieber ein Hefezopf, nicht?"
Kunde dreht sich wortlos um und verlässt den Laden. Vor der Türe trifft er den Nachbarn: "Stell Dir vor, ich war eben in der Bäckerei und die Verkäuferin, dieses unsensible Miststück wusste nicht, was ich will. Dabei müsste sie mich nach all der Zeit doch wirklich kennen. Hat mir Brot angeboten. Muss ich denn wirklich jedesmal erst was sagen, wenn ich eine Breze haben möchte?"
Nachbar, nickt zustimmend: "Ja, typisch Bäckereiangestellte. Die denken auch immer nur an Brot."
Für manche Menschen sinkt der Wert einer entgegengebrachten Aufmerksamkeit, wenn sie durch Worte eingefordert werden musste. Wie eine Mutter die Bedürfnisse des sich nicht artikulieren könnenden Kleinkindes erahnt, so wünschen wir insgeheim ein ganzes Leben lang unsere Bedürfnisse wortlos gestillt zu bekommen. Mit ein paar nachdrücklichen Tränen oder Wutanfällen haben viele ihre Partner nach Jahren soweit konditioniert, dass das Schema einigermaßen funktioniert.
Im Grunde bleibt die Geste jedoch immer das, was sie ist, ob nun erbeten oder überraschend erhalten: etwas, das uns ein Mensch freiwillig entgegenbringt, weil ihm an unserem Wohlergehen liegt. Warum es sich und seinen Mitmenschen so schwer machen, wenn es so einfach sein könnte.
In diesem Zusammenhang will ich gleich mal ankündigen, dass ich mir zu meinem Geburtstag am Montag einige nette Kommentare und Gratulationen - gerne auch per Mail (frauklugscheisserätgooglemaildotcom) - wünsche. Ein entsprechender Eintrag folgt noch.
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Montag, 15. Januar 2007
and it burns, burns, burns
frau klugscheisser, 16:50h
"Schdinga duans scho, de Krautwickal" dachte ich noch so bei mir - ganz in Monaco Franze Manier, bevor jener die Wohnung vom Kopfeck in Flammen setzt - und wunderte mich, wer denn wohl im Haus solch üble Gerüche erzeugte, während ich versunken in die Tubentiefen fasziniert das vierte Fundstück einer herausragenden Pianistin anhörte und noch bei Weitem nicht am Ende der Suche angelangt war. Mit Beginn der Coda - und Kenner der Sonatenhauptsatzform wissen wohl, dass diese sich, je nach Epoche, durchaus länger gestalten kann - wuchs in mir die Gewissheit, die Quelle der Geruchsbelästigung könnte aus meiner Küche stammen. Noch war ich jedoch nicht bereit, meinen Hörgenuss zu unterbrechen, bedeutet doch dies, ich müsse die ganze Sonate von vorne beginnen. Ausserdem konnte ich mich selektiv nicht mehr an eine jüngste Inbetriebnahme des heimischen Herdes erinnern. Mit den letzten verklungenen Akkorden schweifte mein Blick gen Küchentüre, die bereits umrahmt von grauen Nebelschwaden, mich schnell auf den Boden der Realität holte. Was folgte, erübrigt sich im Einzelnen zu berichten. Brennende Würstchen stinken so gottserbärmlich, dass selbst die klassikliebende Obermieterin keine weitere Sonate lang den Anruf bei der Feuerwehr hinausgezögert hätte.
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I like Chopin
frau klugscheisser, 01:06h
Vladimir Horowitz war einer der größten Pianisten. Dennoch war mir sein Name erst spät ein Begriff. Im zarten Alter von 9 Jahren begeisterte mich vielmehr sein Zeitgenosse Arthur Rubinstein mit der Interpretation von Chopins Klavierwerken. Zu den Walzern ließ es sich herrlich im Faschingsprinzessinnenkostüm auf heimischem Wohnzimmerteppich tanzen. Zur ersten Aufnahme von Horowitz kam ich wie die Jungfrau zum Kinde. Ich besaß damals einen Radiokassettenrekorder und durchforstete das Klassikprogramm nach Werken, die ich nicht kannte. Wichtiger als der Name des Interpreten war mir damals die Vollständigkeit meiner Sammlung in Bezug auf Komponisten. Als die Kreisleriana von Schubert angekündigt wurde, drückte ich auf Aufnahme, ließ den Scriabin durchgehen, tolerierte Liszt, und wechselte die Seite noch für diverse Chopinzugaben. Unter der Plastikhaube eine liebevoll gemalte Klaviatur, innen akribisch mit Hilfe der Rundfunkzeitschrift beschriftet und schließlich vergessen, so verbrachte sie Jahre zwischen all den anderen Kassetten, bis mir klar wurde, welches Juwel ich da mitgeschnitten hatte. Nachdem Horowitz Deutschland aus geschichtlich nachvollziehbaren Gründen den Rücken kehrte, brach er 1986 sein Versprechen, nie mehr hier aufzutreten. Das Konzert in Berlin war ein legendäres und die Kassette - einmal zu oft gehört - überlebte nur, weil ich sie in den darauffolgenden Jahren statt abzuspielen nur noch zärtlich streichelte und dann in das Archiv zurücklegte. Besonders irritierte mich damals die Chopininterpretation, denn von Rubinstein war mein Ohr an ein ausgewogenes, beinahe lyrisch verzärteltes Klangkonglomerat gewöhnt. Was ich von Horowitz zu hören bekam, ähnelte eher einem, der zielgerichtet auf den Seelenabgrund zudonnert, sich kurz vor dem Fall am Rande des Wahns taumelnd fängt und sich sogleich tanzend dreht als wäre nichts gewesen.
Hermeneutik ist meine Sache nicht, obwohl ich mich damit in guter Gesellschaft befinde. Während meines Studiums waren die Vorlesungen von Herrn Kaiser - nicht der von der Hamburg-Mannheimer, sondern der Reich-Ranicki der klassischen Musik - nicht nur gut besucht, weil der Mann einen Unterhaltungswert besaß, der seinesgleichen selbst unter den großen Entertainern sucht, sondern vor allem, weil die kleinen Studenten diesem Grand Seigneur ja am Ende des Semesters beweisen mussten, wie gut sie verwertbare Informationen zwischen all den kleinen Anekdoten, wie etwa, dass sich Rubinstein während Interviews gerne mit den Spargelfäden zwischen seinen Zähnen beschäftigte, herauszufiltern in der Lage waren. In der folgenden Prüfung in Musikgeschichte sollte ich anhand eines mir bis dato unbekannten Klangbeispieles - das Scherzo aus der zweiten Klaviersonate von Chopin, mich interessierten jedoch Gassenhauer, wie es diese Trauermarschsonate ist, damals nicht sonderlich - Epoche und Komponist bestimmen. Den Interpreten erkannte ich sofort, was ich meinen Prüfern nicht vorenthielt. Mit entsprechender Terminologie gewappnet beantwortete ich die folgende Frage korrekt, warum das Stück nicht von Schumann sein könne. Herrn Kaiser gab sich damit jedoch nicht zufrieden und fügte hinzu, Schumann klänge "gesünder" als Chopin, was mich wiederum an die Eurythmiker in den Musiktheoretischen Vorlesungen erinnerte, die Klangdynamik oder Rubati meist als "Wellen" bezeichneten und sich auch sonst ihr Wissen ausschließlich tanzend anzueignen schienen.
Schnell erkannte ich, dass die Welt außerhalb der Hochschulen nicht sonderlich viel mit Fachterminologie am Hut hat. So waren die Eurythmiker und Hermeneutiker in ihrer Ausdrucksweise eindeutig denen gegenüber im Vorteil, die sie gerne als verkopft bezeichnen. Der gemeine Leser widmet sich in Wort und Bild lieber Gegenüberstellungen seiner ihm eigenen neurotischen Gefühlswelt im Bezug zur Klangkunst als sich wissenschaftliche Abhandlungen einzuverleiben. Und so gesehen klingt Schumann für einen Durchschnittskonsumenten, derer viele beispielsweise in den Hochschulen zu Instrumentalakrobaten herangezüchtet, nicht aber zu Musikern ausgebildet werden, ohne tieferes Hintergrundwissen eben durchweg gesünder als Chopin. Im Folgenden dürfen Sie sich vom einen selbst ein Bild machen. Allerdings rate ich zu kritischer Haltung. Was unten verlinkt, ist Chopin, wie ihn Horowitz sah. Als Vergleichsaufnahmen biete ich Arthur Rubinstein und Martha Argerich, die schon in jungen Jahren ähnlich kraftvoll wie Horowitz spielte und somit dessen ironischen Ausspruch widerlegte, es gäbe „[...] nur drei Sorten von Pianisten: jüdische, homosexuelle und schlechte."
Zu allen drei Aufnahmen gäbe es noch viel zu sagen, hätte ich es mir damals nicht hinter die Ohren geschrieben, meinen Mund zu halten und den Adorno im Regal ganz unten zu verräumen, dort nämlich, wo er für die Balance zwischen Boden und Brettern sorgt. Nur soviel sei angemerkt: Horowitz ist nicht Klavierartist um des Effektes Willen, wie etwa heutige Dressurwunder aus Fernost und anderswo, sondern hält stets die Balance zwischen notwendig und effekthaschend. Zum herausragenden Künstler wurde er nicht durch makelloses Spiel - im Konzertmitschnitt griff er gelegentlich daneben, was ihn umso wertvoller gegenüber geschliffenen CD Aufnahmen macht - sondern durch die Fähigkeit, in der Musik eines anderen seine Persönlichkeit auszudrücken. Vielleicht ist es aber nur das Krankhafte, das Horowitz und Chopin vereint. Horowitz litt zeitlebens an Depressionen, aufgrund derer er sich immer wieder aus dem Konzertleben zurückzog. So darf der Wahn zur Freude des Hermeneutikers dort aufblühen, wo er ihn am liebsten formuliert, nämlich in der Kunst.
Chopin Polonaise As-Dur op.53, Horowitz Wien 1988?
Und im Grunde habe ich den Text drumrum nur geschrieben, weil meine Entzückung über dieses Fundstück irgendwohin musste.
Hermeneutik ist meine Sache nicht, obwohl ich mich damit in guter Gesellschaft befinde. Während meines Studiums waren die Vorlesungen von Herrn Kaiser - nicht der von der Hamburg-Mannheimer, sondern der Reich-Ranicki der klassischen Musik - nicht nur gut besucht, weil der Mann einen Unterhaltungswert besaß, der seinesgleichen selbst unter den großen Entertainern sucht, sondern vor allem, weil die kleinen Studenten diesem Grand Seigneur ja am Ende des Semesters beweisen mussten, wie gut sie verwertbare Informationen zwischen all den kleinen Anekdoten, wie etwa, dass sich Rubinstein während Interviews gerne mit den Spargelfäden zwischen seinen Zähnen beschäftigte, herauszufiltern in der Lage waren. In der folgenden Prüfung in Musikgeschichte sollte ich anhand eines mir bis dato unbekannten Klangbeispieles - das Scherzo aus der zweiten Klaviersonate von Chopin, mich interessierten jedoch Gassenhauer, wie es diese Trauermarschsonate ist, damals nicht sonderlich - Epoche und Komponist bestimmen. Den Interpreten erkannte ich sofort, was ich meinen Prüfern nicht vorenthielt. Mit entsprechender Terminologie gewappnet beantwortete ich die folgende Frage korrekt, warum das Stück nicht von Schumann sein könne. Herrn Kaiser gab sich damit jedoch nicht zufrieden und fügte hinzu, Schumann klänge "gesünder" als Chopin, was mich wiederum an die Eurythmiker in den Musiktheoretischen Vorlesungen erinnerte, die Klangdynamik oder Rubati meist als "Wellen" bezeichneten und sich auch sonst ihr Wissen ausschließlich tanzend anzueignen schienen.
Schnell erkannte ich, dass die Welt außerhalb der Hochschulen nicht sonderlich viel mit Fachterminologie am Hut hat. So waren die Eurythmiker und Hermeneutiker in ihrer Ausdrucksweise eindeutig denen gegenüber im Vorteil, die sie gerne als verkopft bezeichnen. Der gemeine Leser widmet sich in Wort und Bild lieber Gegenüberstellungen seiner ihm eigenen neurotischen Gefühlswelt im Bezug zur Klangkunst als sich wissenschaftliche Abhandlungen einzuverleiben. Und so gesehen klingt Schumann für einen Durchschnittskonsumenten, derer viele beispielsweise in den Hochschulen zu Instrumentalakrobaten herangezüchtet, nicht aber zu Musikern ausgebildet werden, ohne tieferes Hintergrundwissen eben durchweg gesünder als Chopin. Im Folgenden dürfen Sie sich vom einen selbst ein Bild machen. Allerdings rate ich zu kritischer Haltung. Was unten verlinkt, ist Chopin, wie ihn Horowitz sah. Als Vergleichsaufnahmen biete ich Arthur Rubinstein und Martha Argerich, die schon in jungen Jahren ähnlich kraftvoll wie Horowitz spielte und somit dessen ironischen Ausspruch widerlegte, es gäbe „[...] nur drei Sorten von Pianisten: jüdische, homosexuelle und schlechte."
Zu allen drei Aufnahmen gäbe es noch viel zu sagen, hätte ich es mir damals nicht hinter die Ohren geschrieben, meinen Mund zu halten und den Adorno im Regal ganz unten zu verräumen, dort nämlich, wo er für die Balance zwischen Boden und Brettern sorgt. Nur soviel sei angemerkt: Horowitz ist nicht Klavierartist um des Effektes Willen, wie etwa heutige Dressurwunder aus Fernost und anderswo, sondern hält stets die Balance zwischen notwendig und effekthaschend. Zum herausragenden Künstler wurde er nicht durch makelloses Spiel - im Konzertmitschnitt griff er gelegentlich daneben, was ihn umso wertvoller gegenüber geschliffenen CD Aufnahmen macht - sondern durch die Fähigkeit, in der Musik eines anderen seine Persönlichkeit auszudrücken. Vielleicht ist es aber nur das Krankhafte, das Horowitz und Chopin vereint. Horowitz litt zeitlebens an Depressionen, aufgrund derer er sich immer wieder aus dem Konzertleben zurückzog. So darf der Wahn zur Freude des Hermeneutikers dort aufblühen, wo er ihn am liebsten formuliert, nämlich in der Kunst.
Chopin Polonaise As-Dur op.53, Horowitz Wien 1988?
Und im Grunde habe ich den Text drumrum nur geschrieben, weil meine Entzückung über dieses Fundstück irgendwohin musste.
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Sonntag, 14. Januar 2007
A room with a view (6)
frau klugscheisser, 16:42h

Frühling in Sao Paulo
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Freitag, 12. Januar 2007
Ihr lacht wohl über den Träumer, der Blumen im Winter sah?
frau klugscheisser, 02:43h
Atmen. Atmen lassen. Ohne Anstrengung. Ein und aus. Mit der ausfließenden Luft sinkt mein Körper tief hinunter. Und dann ist da dieser Moment der Ruhe, kurz bevor die Luft erneut meine Lungen füllt. Es fühlt sich an, als wäre ich in mir angekommen. Dieser kleine Augenblick des Friedens, den ich tagsüber vor lauter Denken nicht wahrnehme, jetzt ist er da. Etwas, das mich an innere Heimat erinnert.
Heimat, was ist das? An jene, wo die Freunde sind, glaube ich nicht mehr. Man ist immer allein. Umso mehr, wenn man sich selbst verloren hat. Kaum einer kann sich noch spüren, sich aushalten, ohne im nächsten Moment die Flucht in Ablenkung zu ergreifen. Jetzt ist, wenn es weh tut*. Manche Berührung schmerzt. Trotzdem suche ich nach etwas, das mich berührt, suche nach Gemeinsamkeit, nach geistigen Berührungspunkten.
Und plötzlich ist sie wieder in meinem Kopf, in den Ohren, im Herzen. Musik. Klänge, die mich ein Leben lang begleiteten, mit denen ich mich verbunden fühle. Meine innere Heimat. Teilen kann ich sie nicht, die Gefühle. Mir fehlen die Worte. Wie so häufig in letzter Zeit, bin ich damit alleine. Aber einsam bin ich damit nicht mehr.
*erinnert von hier
F. Schubert Sonate A-Dur D.959
Heimat, was ist das? An jene, wo die Freunde sind, glaube ich nicht mehr. Man ist immer allein. Umso mehr, wenn man sich selbst verloren hat. Kaum einer kann sich noch spüren, sich aushalten, ohne im nächsten Moment die Flucht in Ablenkung zu ergreifen. Jetzt ist, wenn es weh tut*. Manche Berührung schmerzt. Trotzdem suche ich nach etwas, das mich berührt, suche nach Gemeinsamkeit, nach geistigen Berührungspunkten.
Und plötzlich ist sie wieder in meinem Kopf, in den Ohren, im Herzen. Musik. Klänge, die mich ein Leben lang begleiteten, mit denen ich mich verbunden fühle. Meine innere Heimat. Teilen kann ich sie nicht, die Gefühle. Mir fehlen die Worte. Wie so häufig in letzter Zeit, bin ich damit alleine. Aber einsam bin ich damit nicht mehr.
*erinnert von hier
F. Schubert Sonate A-Dur D.959
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