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Montag, 4. August 2008
Sätze... (47)
frau klugscheisser, 00:29h
Wenn die Tischplatte nicht zum Kopf kommt, muss der Kopf zur Tischplatte gehen.
altes Bloggersprichwort
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Samstag, 2. August 2008
Living in America
frau klugscheisser, 00:55h
Wird mal wieder Zeit für ernstere Themen hier. Wird überhaupt mal wieder Zeit für Neues. Der Grund für die einwöchige Pause: Amerika. Ich scheine seit zwei Wochen ein Abo auf die Strecke nach Übersee zu haben. Denver und kein Ende.

Meistens bin ich müde wenn ich hinfliege und müde, wenn ich dort ankomme. Müde bin ich während des Aufenthaltes und noch müder auf dem Heimflug. Der Gipfel der Müdigkeit ist erreicht, wenn ich dann zuhause ankomme. Kaum ausgeschlafen, soll ich auch schon wieder los. Meinen Jetlag betreffend behaupte ich ja immer, Biorhythmus sei was für Weicheier. Inzwischen bin ich selber eines, ich hätte nämlich gerne sowas wie einen Rhythmus. Muss auch nicht Bio sein, das klingt mir sowieso zu sehr nach Öko. Ich steh halt auf Chemie. Schon als Kind liebte ich Esspapier und rote Lebensmittelfarbe. Ich leckte am Tintenkiller und kaute Uhukügelchen. Uhu schmeckt übrigens besser als Pattex, einfach echter. Pattex hingegen war das Pepsi der Siebziger und somit bäh. Womöglich verbrachte ich meine Schulzeit in einem asbestverseuchten Raum und inhalierte zu viel Kohlenmonoxid an der Kreuzung vor meiner Schule aufgrund fehlender Körpergröße.
Amerika ist ein Chemieparadies, vermutlich wegen des overkills an Natur. Fährst du aus der Stadt raus, hast du Natur und zwar soweit das Auge reicht. Über kurz oder lang wird man da automatisch zum Walton wenn man nicht gegensteuert. Das wiederum geht am einfachsten in den sogenannten Drugstores. Walgreens, CVS, Rite Aid und wie sie alle heißen, die örtlichen Drogeriemärkte, sind das Eldorado für jeden Chemiejunkie. Da kann ich ganze Nachmittage verbringen. Im Unterschied zu Deutschland führen amerikanische Drogenläden nämlich allerlei chemische Drogen, die hierzulande unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Ganz ohne Rezept erhältlich. Ich hab's ausprobiert mit Migränetabletten. Eine Tablette wirkt ungefähr wie eine Monatsdosis Prozac in Kombination mit zwei Liter Billiglambrusco. Die Kopfschmerzen sind damit zwar nicht komplett weg aber das geringere Problem. Nach jeder Einnahme braucht man etwa 48 Stunden, um beim Notar seine Testierfähigkeit glaubhaft vertreten zu können. Zwei Tage debiles Glücksgefühl andererseits ist auch nicht zu verachten. Frag' mal jemand, der auf Wick MediNait® ist, der hat ähnliche Erfahrungen gemacht.
Nebenbei führen die natürlich auchharmlosere weniger gefährliche Medikamente. Letztens sah ich eines gegen Wasser im Ohr. Ich bin ja so naiv, benutze nach dem Duschen Ohrenstäbchen oder warte gar mit seitlich geneigtem Kopf, bis das Wasser abläuft. Nein, Wasser im Ohr ist ganz, ganz böse und muss medikamentös bekämpft werden. Oder Medikamente gegen Verstopfung - laut Beschreibung schon am ersten Tag anwendbar. Ich bin ja immer ganz froh, wenn ich nicht so oft aufs Klo muss. Falls doch nötig, hilft auch eine Ration ausgesuchtes Gemüse. Am vierten Tag ohne mache ich mir eventuell diesbezüglich Gedanken. Vermutlich würde ich aber auch nicht kacken (sorry) können, wenn ich nur weiches Brot und Vitaminpillen in mich reinstopfe. In einem Land, in dem es sogar Tabletten gegen Darmgase gibt, muss eben medikamentös nachgeholfen werden. Man stelle sich das vor: ein ganzes Land chronisch verstopft. Vielleicht hätte Bush Junior statt im Irak lieber mal in sein stilles Örtchen einmarschieren und seine persönlichen Massenvernichtungswaffen entdecken sollen.
Wie gesagt, ganze Nachmittage kann ich mich dort mit Beipackzetteln und Verpackungstexten vergnügen. Am liebsten im Gang zwischen Erkältungsmedizin und Vitaminpillen, da ist am meisten los. Einsam hingegen ist es zwischen Verdauung und Verhütung. Wenn sich mal einer hierher verirrt, dann versucht der möglichst schnell wieder zu verschwinden, denn in Amerika hat man weder Verdauung noch Sex. Zumindest nicht vor Dritten.
Jeder gut sortierte Drogeriemarkt hat auch eine Lebensmittelabteilung. Viel mehr als Chips und Cookies, Bonbons und Kaugummis gibt der Laden aber kaum her. Schließlich will man den Absatz von Diätpillen ankurbeln. Und auch die Getränkeregale sind nicht ohne Hintersinn eingerichtet. Eine dieser Tiefkühltüren im Hochsommer geöffnet und du findest dich im Handumdrehen vor dem Erkältungsregal wieder. Du kennst einen, der zu lange vor geöffneter Tiefkühltüre stand? Dann findest du im nächsten Gang Genesungs- oder schlimmstenfalls Kondolenzkarten. Einer, der sich in der Eile bei den Verhütungsmitteln vergriffen hat? Glückwunschkarten zu Eheschließung und Geburt. Einer mit Verdauung? Glückwunsch zum neuen Heim in Übersee. Und was wünscht man einem, der gerade seine Migränetabletten genommen hat? Einen schönen Kurzurlaub und eine verdammt gute Haftpflichtversicherung.

Meistens bin ich müde wenn ich hinfliege und müde, wenn ich dort ankomme. Müde bin ich während des Aufenthaltes und noch müder auf dem Heimflug. Der Gipfel der Müdigkeit ist erreicht, wenn ich dann zuhause ankomme. Kaum ausgeschlafen, soll ich auch schon wieder los. Meinen Jetlag betreffend behaupte ich ja immer, Biorhythmus sei was für Weicheier. Inzwischen bin ich selber eines, ich hätte nämlich gerne sowas wie einen Rhythmus. Muss auch nicht Bio sein, das klingt mir sowieso zu sehr nach Öko. Ich steh halt auf Chemie. Schon als Kind liebte ich Esspapier und rote Lebensmittelfarbe. Ich leckte am Tintenkiller und kaute Uhukügelchen. Uhu schmeckt übrigens besser als Pattex, einfach echter. Pattex hingegen war das Pepsi der Siebziger und somit bäh. Womöglich verbrachte ich meine Schulzeit in einem asbestverseuchten Raum und inhalierte zu viel Kohlenmonoxid an der Kreuzung vor meiner Schule aufgrund fehlender Körpergröße.
Amerika ist ein Chemieparadies, vermutlich wegen des overkills an Natur. Fährst du aus der Stadt raus, hast du Natur und zwar soweit das Auge reicht. Über kurz oder lang wird man da automatisch zum Walton wenn man nicht gegensteuert. Das wiederum geht am einfachsten in den sogenannten Drugstores. Walgreens, CVS, Rite Aid und wie sie alle heißen, die örtlichen Drogeriemärkte, sind das Eldorado für jeden Chemiejunkie. Da kann ich ganze Nachmittage verbringen. Im Unterschied zu Deutschland führen amerikanische Drogenläden nämlich allerlei chemische Drogen, die hierzulande unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Ganz ohne Rezept erhältlich. Ich hab's ausprobiert mit Migränetabletten. Eine Tablette wirkt ungefähr wie eine Monatsdosis Prozac in Kombination mit zwei Liter Billiglambrusco. Die Kopfschmerzen sind damit zwar nicht komplett weg aber das geringere Problem. Nach jeder Einnahme braucht man etwa 48 Stunden, um beim Notar seine Testierfähigkeit glaubhaft vertreten zu können. Zwei Tage debiles Glücksgefühl andererseits ist auch nicht zu verachten. Frag' mal jemand, der auf Wick MediNait® ist, der hat ähnliche Erfahrungen gemacht.
Nebenbei führen die natürlich auch
Wie gesagt, ganze Nachmittage kann ich mich dort mit Beipackzetteln und Verpackungstexten vergnügen. Am liebsten im Gang zwischen Erkältungsmedizin und Vitaminpillen, da ist am meisten los. Einsam hingegen ist es zwischen Verdauung und Verhütung. Wenn sich mal einer hierher verirrt, dann versucht der möglichst schnell wieder zu verschwinden, denn in Amerika hat man weder Verdauung noch Sex. Zumindest nicht vor Dritten.
Jeder gut sortierte Drogeriemarkt hat auch eine Lebensmittelabteilung. Viel mehr als Chips und Cookies, Bonbons und Kaugummis gibt der Laden aber kaum her. Schließlich will man den Absatz von Diätpillen ankurbeln. Und auch die Getränkeregale sind nicht ohne Hintersinn eingerichtet. Eine dieser Tiefkühltüren im Hochsommer geöffnet und du findest dich im Handumdrehen vor dem Erkältungsregal wieder. Du kennst einen, der zu lange vor geöffneter Tiefkühltüre stand? Dann findest du im nächsten Gang Genesungs- oder schlimmstenfalls Kondolenzkarten. Einer, der sich in der Eile bei den Verhütungsmitteln vergriffen hat? Glückwunschkarten zu Eheschließung und Geburt. Einer mit Verdauung? Glückwunsch zum neuen Heim in Übersee. Und was wünscht man einem, der gerade seine Migränetabletten genommen hat? Einen schönen Kurzurlaub und eine verdammt gute Haftpflichtversicherung.
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Sonntag, 27. Juli 2008
Polka dots and moonbeams
frau klugscheisser, 17:46h

Selten sah ich Schuhe mit solch liebevoller Prägung im Innenbett, noch nie mit derartigen Mustern auf der Sohle. Ein wunderschöner Schuh, der eigentlich viel zu schade zum darin laufen ist. Ich musste sie einfach haben. Eigentlich will ich sie schon seit drei Tagen anziehen, finde aber nichts Passendes dazu. Und so langsam dämmert mir diese Sache mit den Einzelstücken. Die wohnen nämlich alle in meinem Kleiderschrank. Hosen, die man stilmäßig nicht einfach mit einem T-Shirt kombinieren kann. Röcke, deren Farbe sich in keinem anderen Teil wiederholt, weil es sie im Grunde gar nicht gibt. Oberteile, die für sich genommen sehr adrett aussehen, die man aber theoretisch nur zu Unterwäsche kombinieren kann, weil alles andere drunter aufträgt. Das passiert, wenn man dem Bedürfnis nach Ästhetik im Alltag zum Opfer fällt.
Kürzlich fand ich ein passendes Oberteil zu meinem neuen Designerfaltenrock. Und weil es so gut passte, nahm ich es mit nach Indien. Dort sollte es als Vorlage für ein neues, gut passendes Teil dienen. Der indische Schneiderlehrling muss ziemlich bekifft oder was auch immer gewesen sein. Dass Stretchstoff nur sinnvoll ist, wenn er sich seitlich dehnt, war ihm irgendwie entgangen. Jetzt dehnt sich das neue Teil in der Länge und das alte, cremefarbene ziert eine sehr abstrakte Kugelschreiberzeichnung auf der Vorderseite.
In einer Gesellschaft, die Röcke über Hosen und Leggins unter Kleidern trägt, braucht man - zumindest Mode beteffend - nicht sonderlich kritisch zu sein. Bei mir ist das leider angeboren. Durch irgendeinen genetischen Defekt reagiere ich mit anaphylaktischem Schock auf eine bestimmte Kombination von Kleidungsstücken. Rot mit blau (... is am Kaschperl sei Frau) läßt mich hyperventilieren, bei weiten Hosen mit Hängerchen kombiniert bekomme ich Hautausschlag und bei Leggins dreht sich mir generell der Magen um. Turnschuhe zu zarten Sommerkleidchen oder Flipflops zu eleganten Röcken aktivieren meine Herpesviren.
Mal ganz abgesehen von einer fehlenden Gelegenheit: was soll ich denn nun zu meinen neuen Schuhen tragen, ohne damit Eiterpickel zu stimulieren? Solange diese Frage nicht geklärt ist, hole ich sie jeden Tag aus dem Schrank, streiche zärtlich über den Lack und stelle sie dann mit einem tiefen Seufzer wieder zurück zu all den anderen Einzelstücken, schlüpfe in Jeans und Turnschuhe und fahre anschließend mit dem Radl zum Training.
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Freitag, 25. Juli 2008
I rock, therefore I am
frau klugscheisser, 18:50h
Wenn in einem Blog lange nix Neues steht, wird es schnell für tot erklärt und mit ihm der Schreiber. Deshalb gibt es Twitter. Dort finden sich immer wieder Anzeichen niedriger Lebensformen .
Twitter statt Denken lautet die neue Devise.
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Mittwoch, 23. Juli 2008
In the middle of the night
frau klugscheisser, 00:44h
Wenn man nach einer ehemaligen Geliebten eines bekannten Schauspielers bildergoogelt, der sich laut Regenbogenpresse wieder mit seiner Frau versöhnt hat und man sowohl Ex-Geliebte als auch Schauspieler zu später Stunde in einer Münchner Lokalität erspähte, ist das ein untrüglicher Beweis, dass man
A. kein eigenes Leben hat
B. nächstes Mal früher gehen sollte
C. sich eigentlich nur ums Kofferpacken drückt
Ich glaube, ich habe den falschen Job.
A. kein eigenes Leben hat
B. nächstes Mal früher gehen sollte
C. sich eigentlich nur ums Kofferpacken drückt
Ich glaube, ich habe den falschen Job.
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Montag, 21. Juli 2008
Love me or leave me
frau klugscheisser, 21:57h
Nein, Lindy Hop ist nicht die umgangssprachliche Bezeichnung für Krankengymnastik. Bin ich eigentlich die Letzte, die diesen Tanzstil entdeckt?
Beispiele gibt es Unmengen in der Tube. Eines, das es mir besonders angetan hat, sind zwei junge Herren aus Frankreich, die eine Parodie auf eine in der Szene bekannte Choreographie nachstellen. Die Musik dazu - Sammy Davis Jr. mit 'love me or leave me' - ist ebenfalls mitreißend. Hier mein derzeitiger gute Laune Garant (man beachte die unglaubliche Körperkontrolle):
Have a nice week!
Beispiele gibt es Unmengen in der Tube. Eines, das es mir besonders angetan hat, sind zwei junge Herren aus Frankreich, die eine Parodie auf eine in der Szene bekannte Choreographie nachstellen. Die Musik dazu - Sammy Davis Jr. mit 'love me or leave me' - ist ebenfalls mitreißend. Hier mein derzeitiger gute Laune Garant (man beachte die unglaubliche Körperkontrolle):
Have a nice week!
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Sonntag, 20. Juli 2008
Chewing gum(s)
frau klugscheisser, 18:00h
"Da gehn's mal zur Frau XY, die kennt ihre Mundsituation". Dabei kenne ich die selbst nicht mal richtig. Alles was ich weiß ist: es tut weh. Und wer nach einer einstündigen Teiloperation am offenen Hohlkörper mit haufenweise Klammern im umliegenden Fleisch auf die glorreiche Idee kommt, paar Tage später einen Termin zur Zahnreinigung zu machen, gehört sowieso mit Schmerzen nicht unter einem Tag gestraft. Wenn dann nach einseitigem Kauen auch die andere Seite pocht, kann das schon mal nervig sein. Mir war ja klar, dass ich weder Bierflaschen, noch Haselnüsse mit den Zähnen öffnen sollte aber jetzt auch noch auf den weichen Innenteil verzichten, das ist schon hart.
Meinen indischen Freunden sage ich wenige Tage später, sie sollen das Curry ruhig extra scharf machen. Mit ein wenig Glück und Kolibakterien ist mir in nächster Zeit eh nicht mehr nach Nahrungsaufnahme zumute. Die ultimative Diät heißt Parodontitis - das ist nicht unanständig, sondern schmerzhaft - obwohl gerade weiche Nahrung nur so strotzt vor Kalorien. Eiscreme! Nutella! und Käsesahne! um nur einige Beispiele zu nennen. Dann taugt das eben nur als Trostpflaster, mit denen man sich die Hüften tapen kann. Erst heute überlegte ich kurz, ob nicht ein Hammerschlag alle halbe Stunde auf den kleinen Finger ein wenig Abwechslung schaffen würde. Trainieren geht aber auch und fühlt sich hinterher vergleichbar an.
Und dann war da noch die Sache mit der Zahnseide. Man soll sich die Fäden durch die Zahnzwischenräume ziehen und dann aber bitteschön nicht auf's Zahnfleisch drücken, weil das unschön schneidet. Is klar, ne. Zwischen den Zähnen ansetzen, mit wenig Druck vor und zurück, ganz vorsichtig den Druck erhöhen und schließlich am Zahn entlang auf und ab fahren. Damit es leichter geht, nimmt man gewachste Seide. So die Theorie. Die Praxis ähnelt dem Versuch mit 'nem Sprinter seitwärts in eine Parklücke zu kommen, aus der gerade ein Smart ausparkte. Da kann der Sprinter so gewachst sein wie er will, ohne Blessuren wird er da nicht reinpassen. Wer's gerne härter mag, tut es dreimal täglich auf entzündetem Fleisch und schon wird der Spruch vom Gehen auf selbigem zur Offenbarung. Meine indischen Freunde haben Nagelbretter wenn's ordentlich rocken soll, ich hab' meine Zahnseide.
Meinen indischen Freunden sage ich wenige Tage später, sie sollen das Curry ruhig extra scharf machen. Mit ein wenig Glück und Kolibakterien ist mir in nächster Zeit eh nicht mehr nach Nahrungsaufnahme zumute. Die ultimative Diät heißt Parodontitis - das ist nicht unanständig, sondern schmerzhaft - obwohl gerade weiche Nahrung nur so strotzt vor Kalorien. Eiscreme! Nutella! und Käsesahne! um nur einige Beispiele zu nennen. Dann taugt das eben nur als Trostpflaster, mit denen man sich die Hüften tapen kann. Erst heute überlegte ich kurz, ob nicht ein Hammerschlag alle halbe Stunde auf den kleinen Finger ein wenig Abwechslung schaffen würde. Trainieren geht aber auch und fühlt sich hinterher vergleichbar an.
Und dann war da noch die Sache mit der Zahnseide. Man soll sich die Fäden durch die Zahnzwischenräume ziehen und dann aber bitteschön nicht auf's Zahnfleisch drücken, weil das unschön schneidet. Is klar, ne. Zwischen den Zähnen ansetzen, mit wenig Druck vor und zurück, ganz vorsichtig den Druck erhöhen und schließlich am Zahn entlang auf und ab fahren. Damit es leichter geht, nimmt man gewachste Seide. So die Theorie. Die Praxis ähnelt dem Versuch mit 'nem Sprinter seitwärts in eine Parklücke zu kommen, aus der gerade ein Smart ausparkte. Da kann der Sprinter so gewachst sein wie er will, ohne Blessuren wird er da nicht reinpassen. Wer's gerne härter mag, tut es dreimal täglich auf entzündetem Fleisch und schon wird der Spruch vom Gehen auf selbigem zur Offenbarung. Meine indischen Freunde haben Nagelbretter wenn's ordentlich rocken soll, ich hab' meine Zahnseide.
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Mittwoch, 16. Juli 2008
Neues vom Vogler
frau klugscheisser, 14:46h
Was bisher geschah:
Der Jazzbar drohte das Aus, weil eine Steuerberaterin Mist gebaut hat. Doch der Vogler gibt nicht kampflos auf, sondern sammelt Spenden. Offensichtlich hat die Kneipe einige sehr treue bzw. spendierfreudige Gäste. Es trudeln hunderte von Bekennerschreiben beim Vogler ein. Die einen würden gerne ihre silberne Hochzeit dort feiern, wo sie sich kennengelernt haben, andere freuen sich einfach an der Livemusik und wollen sie auch weiterhin dort hören. Schließlich ist die Bar für's Erste gerettet.

Foto: © Robert Haas
Der Vogler gehört inzwischen zu München wie die Hitze zum Sommer. Deshalb wird er auch vom Rundfunk zum Rauchverbot und der Süddeutschen anläßlich des Stadtjubiläums zu seinem Lieblingsort befragt. Und so lästig die Hitze gelegentlich sein kann, so lästig ist der Vogler. Momentan schwitzt er noch alleine, denn die Karfreitagsband kostet ihn laut Ordnungsamt 528 Euro. Weil der Vogler aber ein sturer Hund ist, sitzt der lieber sechs Wochen ein. "Vielleicht habe ich ja Glueck und ich komme ins Frauengefaengnis", so Vogler. "Träum' weiter", könnte man jetzt sagen, und "das hätte er doch vorher wissen können".
In der Tat geht dem Bayern an sich die Einhaltung kirchlicher Rituale über alles. Wer einige Monate hier gelebt hat, lernt die biederen Katholen besser kennen, als Manchem lieb ist. Man läßt sich hierzulande nicht gerne an die saubere Fassade pinkeln. Doch genau das hat er getan, der Vogler, als er am Karfreitag eine Dreimannband dezenten Hintergrundjazz - böse Zungen nennen es Aufzugmusik - spielen ließ.
Ein Spinner ist er, der Vogler, ein gewaltiger Spinner. Aber ein liebenswürdiger. Inmitten dieser sauberen Gesellschaft lehnt er sich gegen Konventionen auf und kämpft für seine Ansichten. Ob es nun das Rauchverbot, den Karfreitag oder den Erhalt seiner Kulturstätte betrifft, er macht einfach, wie er es für gut und richtig befindet. Vielleicht ist es aber genau das, was die Welt braucht: viel mehr Spinner und der Vogler endlich ein eigenes Blog.
Der Jazzbar drohte das Aus, weil eine Steuerberaterin Mist gebaut hat. Doch der Vogler gibt nicht kampflos auf, sondern sammelt Spenden. Offensichtlich hat die Kneipe einige sehr treue bzw. spendierfreudige Gäste. Es trudeln hunderte von Bekennerschreiben beim Vogler ein. Die einen würden gerne ihre silberne Hochzeit dort feiern, wo sie sich kennengelernt haben, andere freuen sich einfach an der Livemusik und wollen sie auch weiterhin dort hören. Schließlich ist die Bar für's Erste gerettet.

Foto: © Robert Haas
Der Vogler gehört inzwischen zu München wie die Hitze zum Sommer. Deshalb wird er auch vom Rundfunk zum Rauchverbot und der Süddeutschen anläßlich des Stadtjubiläums zu seinem Lieblingsort befragt. Und so lästig die Hitze gelegentlich sein kann, so lästig ist der Vogler. Momentan schwitzt er noch alleine, denn die Karfreitagsband kostet ihn laut Ordnungsamt 528 Euro. Weil der Vogler aber ein sturer Hund ist, sitzt der lieber sechs Wochen ein. "Vielleicht habe ich ja Glueck und ich komme ins Frauengefaengnis", so Vogler. "Träum' weiter", könnte man jetzt sagen, und "das hätte er doch vorher wissen können".
In der Tat geht dem Bayern an sich die Einhaltung kirchlicher Rituale über alles. Wer einige Monate hier gelebt hat, lernt die biederen Katholen besser kennen, als Manchem lieb ist. Man läßt sich hierzulande nicht gerne an die saubere Fassade pinkeln. Doch genau das hat er getan, der Vogler, als er am Karfreitag eine Dreimannband dezenten Hintergrundjazz - böse Zungen nennen es Aufzugmusik - spielen ließ.
Ein Spinner ist er, der Vogler, ein gewaltiger Spinner. Aber ein liebenswürdiger. Inmitten dieser sauberen Gesellschaft lehnt er sich gegen Konventionen auf und kämpft für seine Ansichten. Ob es nun das Rauchverbot, den Karfreitag oder den Erhalt seiner Kulturstätte betrifft, er macht einfach, wie er es für gut und richtig befindet. Vielleicht ist es aber genau das, was die Welt braucht: viel mehr Spinner und der Vogler endlich ein eigenes Blog.
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Dienstag, 15. Juli 2008
I hurt myself today
frau klugscheisser, 16:46h
Schultersehnen tun weh,
hinterer Oberschenkelmuskel rechts gezerrt,
beide Hüftgelenke schmerzhaft,
Achillessehne links gereizt,
Sprunggelenk links überlastet,
Knie links überdreht,
seltsames Stechen in der Zwischenrippenmuskulatur.
Positiv formuliert lautet das dann so:
Hey, mein rechter kleiner Finger fühlt sich sensationell gut an!
hinterer Oberschenkelmuskel rechts gezerrt,
beide Hüftgelenke schmerzhaft,
Achillessehne links gereizt,
Sprunggelenk links überlastet,
Knie links überdreht,
seltsames Stechen in der Zwischenrippenmuskulatur.
Positiv formuliert lautet das dann so:
Hey, mein rechter kleiner Finger fühlt sich sensationell gut an!
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Sonntag, 13. Juli 2008
Open doors
frau klugscheisser, 20:48h
Ich stehe in Socken auf Alfred Dardas Schlafzimmerteppich. Er hat mich eingeladen. Das ist jetzt nicht so, wie Sie denken. Ich bin nämlich nicht die Einzige, die sich dieses Wochenende in seinem Schlafzimmer aufhält. Während ich wieder in meine Schuhe schlüpfe, erklärt der grauhaarige Herr mit Brille einer jungen Dame nebenan völlig unprätentiös und ohne Angst vor Klischees seine Kunst.

Kunst im Karrée heißt das Motto, unter dem einmal im Jahr die Ateliers im 'gefühlten Schwabing' ihre Türen für Besucher öffnen. Auch Alfred Darda fühlt sich in Schwabing, selbst wenn er eigentlich schon in der Maxvorstadt wohnt. So genau nimmt man's nur bei den städtischen Korinthenkackern, weshalb die Veranstaltung vergangenes Jahr politisch korrekt umbenannt werden musste.

Künstler kennen sich untereinander. Man begrüßt sich überschwänglich und trinkt gemeinsam das ein oder andere Glaserl in der Küche. Alle anderen sind eh nur zum Wohnungen gucken gekommen. Die wenigsten Ateliers sind in separaten Hinterhausbauten oder Kellern. Durch gekennzeichnete Türen betritt man privaten Wohnraum. Später wird sich über geschätzte Quadratmeterzahl, Qualität der Möblierung und allgemeiner Zustand der Künstlergemächer unterhalten. So sans halt, die Leut.

Auch sonst ist alles ziemlich unkompliziert. Kühlschränke werden kurzfristig zu Sockeln und Kunst zu Sitzmöbeln umfunktioniert. Man gibt sich lässig. Künstler halt. Zunächst ist mir dieses Eindringen in Privatsphäre noch reichlich unangenehm. Artig schüttle ich den Regen von der Jacke und trete die Schuhe vor der Türe ab. Nach der dritten Wohnung verlieren sich meine Hemmungen. Ich streife Bilder und Sofas, gönne dem Bücherregal einen ausgiebigeren Blick und beobachte interessiert andere Besucher.

Selbstverfasste Erklärungen liegen für Interessierte aus. Das ein oder andere durchaus nachvollziehbar, wenn auch nicht immer offensichtlich. Der jeweilige Künstler ist ebenfalls gerne behilflich. Die Aussicht auf ein drittes Glas Wein inklusive angereichter Kräcker macht aus vorgetäuschtem auch schon mal echtes Interesse an den Ausstellungsstücken. Danach muß wohl etwas deutlicher beschriftet werden.

Ob nun Schwabing oder Maxvorstadt, was bleibt, ist dann doch nur das Gefühl. Und das war mir beim Herrn Darda das angenehmste. Man steht halt nicht alle Tage sockig im Schlafzimmer eines echten Künstlers. Nächstes Mal lasse ich die Schuhe aber an.

Kunst im Karrée

Kunst im Karrée heißt das Motto, unter dem einmal im Jahr die Ateliers im 'gefühlten Schwabing' ihre Türen für Besucher öffnen. Auch Alfred Darda fühlt sich in Schwabing, selbst wenn er eigentlich schon in der Maxvorstadt wohnt. So genau nimmt man's nur bei den städtischen Korinthenkackern, weshalb die Veranstaltung vergangenes Jahr politisch korrekt umbenannt werden musste.

Künstler kennen sich untereinander. Man begrüßt sich überschwänglich und trinkt gemeinsam das ein oder andere Glaserl in der Küche. Alle anderen sind eh nur zum Wohnungen gucken gekommen. Die wenigsten Ateliers sind in separaten Hinterhausbauten oder Kellern. Durch gekennzeichnete Türen betritt man privaten Wohnraum. Später wird sich über geschätzte Quadratmeterzahl, Qualität der Möblierung und allgemeiner Zustand der Künstlergemächer unterhalten. So sans halt, die Leut.

Auch sonst ist alles ziemlich unkompliziert. Kühlschränke werden kurzfristig zu Sockeln und Kunst zu Sitzmöbeln umfunktioniert. Man gibt sich lässig. Künstler halt. Zunächst ist mir dieses Eindringen in Privatsphäre noch reichlich unangenehm. Artig schüttle ich den Regen von der Jacke und trete die Schuhe vor der Türe ab. Nach der dritten Wohnung verlieren sich meine Hemmungen. Ich streife Bilder und Sofas, gönne dem Bücherregal einen ausgiebigeren Blick und beobachte interessiert andere Besucher.

Selbstverfasste Erklärungen liegen für Interessierte aus. Das ein oder andere durchaus nachvollziehbar, wenn auch nicht immer offensichtlich. Der jeweilige Künstler ist ebenfalls gerne behilflich. Die Aussicht auf ein drittes Glas Wein inklusive angereichter Kräcker macht aus vorgetäuschtem auch schon mal echtes Interesse an den Ausstellungsstücken. Danach muß wohl etwas deutlicher beschriftet werden.

Ob nun Schwabing oder Maxvorstadt, was bleibt, ist dann doch nur das Gefühl. Und das war mir beim Herrn Darda das angenehmste. Man steht halt nicht alle Tage sockig im Schlafzimmer eines echten Künstlers. Nächstes Mal lasse ich die Schuhe aber an.

Kunst im Karrée
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